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Grüne Spinne Deutschland: Arten, Merkmale und Gefährlichkeit im Check
April 13, 2026 Patricia Titz

Grüne Spinne Deutschland: Arten, Merkmale und Gefährlichkeit im Check

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Haben Sie in Ihrem Garten oder bei einem Waldspaziergang schon einmal eine leuchtend grüne Spinne entdeckt? Während die meisten heimischen Spinnentiere in unauffälligen Braun- oder Grautönen daherkommen, stechen die grünen Arten sofort ins Auge. Viele Naturfreunde fragen sich in diesem Moment: Welche Art ist das? Ist die grüne Spinne in Deutschland giftig? Und wie unterscheidet man die verschiedenen Spezies? In diesem umfassenden Ratgeber tauchen wir tief in die Welt der smaragdgrünen Achtbeiner ein, basierend auf aktuellen faunistischen Untersuchungen und wissenschaftlichen Daten aus ganz Deutschland.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vielfalt: In Deutschland gibt es mehrere grüne Spinnenarten, darunter die Huschespinne, die Kürbisspinne und die grüne Krabbenspinne.
  • Harmlosigkeit: Keine der heimischen grünen Spinnen ist für den Menschen gefährlich oder besitzt ein medizinisch relevantes Gift.
  • Lebensraum: Sie bevorzugen meist die Vegetation (Blätter, Sträucher), wo ihre Farbe als perfekte Tarnung dient.
  • Indikatorfunktion: Bestimmte Arten wie die Sumpfkreuzspinne gelten als ökologisch anspruchsvoll und sind gefährdet [2].

Die Grüne Huschespinne (Micrommata virescens): Der smaragdgrüne Jäger

Die wohl auffälligste Erscheinung unter den grünen Spinnen Deutschlands ist die Grüne Huschespinne (Micrommata virescens). Sie ist die einzige heimische Art aus der Familie der Riesenkrabbenspinnen (Sparassidae). Im Gegensatz zu vielen anderen Arten, die nur einen grünen Hinterleib besitzen, ist das Weibchen der Huschespinne am gesamten Körper leuchtend grasgrün gefärbt.

Interessanterweise zeigen die Männchen dieser Art einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus: Während sie nach der letzten Häutung ebenfalls grünliche Töne aufweisen, besitzen sie auf dem Hinterleib auffällige rote und gelbe Längsstreifen. Diese Färbung dient in der Krautschicht von Waldrändern und sonnigen Wiesen als exzellente Tarnung vor Fressfeinden wie Vögeln. Wissenschaftliche Erhebungen in alpinen Regionen zeigen, dass die Art bevorzugt in wärmebegünstigten Lagen vorkommt [1].

💡 Wussten Sie schon?

Die Huschespinne baut keine Fangnetze. Sie ist eine aktive Jägerin, die ihre Beute durch schnelles "Huschen" (daher der Name) überwältigt. Sie verlässt sich dabei ganz auf ihre Geschwindigkeit und ihre Sehkraft.

Die Kürbisspinne (Araniella cucurbitina): Ein häufiger Gast im Garten

Wenn Sie eine kleine grüne Spinne in einem Radnetz entdecken, handelt es sich meist um eine Kürbisspinne (Araniella cucurbitina). Ihr Name leitet sich von dem kugeligen, gelb-grünen Hinterleib ab, der stark an einen winzigen Kürbis erinnert. Ein charakteristisches Merkmal, das oft nur bei genauem Hinsehen erkennbar ist, ist ein kleiner roter Fleck über den Spinnwarzen am Ende des Abdomens [2].

Untersuchungen zur Spinnenfauna in verschiedenen Waldtypen haben gezeigt, dass die Kürbisspinne sowohl in Buchen- als auch in Fichtenbeständen weit verbreitet ist [4]. Sie baut ihre kleinen, oft nur 10 cm großen Netze meist horizontal zwischen Blättern oder Zweigen. Da sie sehr anpassungsfähig ist, findet man sie in fast jedem Garten, in Parks und in naturnahen Auenwäldern [1]. Oft tritt sie gemeinsam mit ihrer Schwesterart Araniella opisthographa auf, die äußerlich kaum von ihr zu unterscheiden ist und meist nur durch eine mikroskopische Untersuchung der Genitalstrukturen sicher bestimmt werden kann [3].

Die Grüne Krabbenspinne (Diaea dorsata)

Die Grüne Krabbenspinne ist ein typischer Bewohner von Laub- und Nadelwäldern. Während ihre Beine und der Vorderkörper (Prosoma) leuchtend grün sind, weist der Hinterleib oft eine bräunliche Zeichnung auf. Wie alle Krabbenspinnen bewegt sie sich seitwärts wie ein Krebs und baut keine Netze. Stattdessen lauert sie auf Blättern auf Insekten.

In ökologischen Studien zur Biodiversität von Wirtschaftswäldern wurde festgestellt, dass Diaea dorsata eine wichtige Rolle im Ökosystem der Baumkronen spielt [4]. Sie ist besonders im Frühjahr und Frühsommer aktiv. Ihre grüne Farbe lässt sie auf der Oberseite von Blättern fast unsichtbar werden, was sie zu einer hocheffizienten Lauerjägerin macht.

Achtung: Verwechslungsgefahr

Nicht jede grüne Spinne ist eine der oben genannten Arten. Manche Streckerspinnen (Gattung Tetragnatha) können grünliche Nuancen aufweisen, sind aber meist langgestreckt und halten sich bevorzugt in Gewässernähe auf [5]. Auch die seltene Sumpfkreuzspinne (Araneus alsine) kann gelblich-grün erscheinen, ist aber an ihrem charakteristischen Muster erkennbar [2].

Die Grüne Kräuselspinne (Nigma walckenaeri)

Eine eher kleine, aber sehr hübsche Art ist die Grüne Kräuselspinne. Mit einer Körperlänge von nur etwa 4 bis 5 Millimetern wird sie oft übersehen. Sie bevorzugt die Blattoberseiten von Sträuchern, oft in Gärten oder an sonnigen Waldrändern. Dort spinnt sie ein feines, kräuseliges Gespinst über eine Einbuchtung des Blattes, unter dem sie gut geschützt auf Beute wartet.

In faunistischen Checklisten wird Nigma walckenaeri regelmäßig für wärmere Regionen Deutschlands aufgeführt, wobei sie in Norddeutschland seltener zu finden ist als im Süden [2]. Sie gilt als Profiteurin des Klimawandels und breitet sich zunehmend in urbanen Grünanlagen aus [5].

Ökologische Bedeutung und Tarnung

Die grüne Farbe bei Spinnen ist ein faszinierendes Beispiel für evolutionäre Anpassung. In der Biologie spricht man von Mimese – der Tarnung durch Nachahmung der Umgebung. Da diese Spinnen den Großteil ihres Lebens auf grünen Blättern verbringen, bietet die Farbe Schutz vor Vögeln und Eidechsen. Gleichzeitig ermöglicht sie es den Jägern, von ihrer Beute (wie Fliegen oder kleinen Käfern) erst im letzten Moment wahrgenommen zu werden.

Wissenschaftliche Untersuchungen in urbanen Grasländern unterstreichen, dass die Präsenz spezialisierter Spinnenarten ein wichtiger Indikator für die Qualität eines Habitats ist [5]. Extensive Beweidung oder eine reduzierte Mahdfrequenz in städtischen Parks fördern die Artenvielfalt, wovon auch grüne Spinnenarten profitieren, da sie auf eine intakte Vegetationsstruktur angewiesen sind [1].

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist die grüne Spinne in Deutschland giftig?

Nein, alle in Deutschland vorkommenden grünen Spinnenarten sind für den Menschen völlig harmlos. Ihr Gift ist darauf ausgelegt, kleine Insekten zu betäuben, und kann die menschliche Haut in der Regel nicht durchdringen.

Wie heißt die Spinne, die ganz grün ist?

Die einzige heimische Art, die fast vollständig smaragdgrün gefärbt ist (inklusive Beine und Vorderkörper), ist die Grüne Huschespinne (Micrommata virescens).

Wo leben grüne Spinnen am liebsten?

Sie leben bevorzugt in der Vegetation, also auf Blättern, in Sträuchern, hohen Gräsern oder Baumkronen, wo sie durch ihre Farbe perfekt getarnt sind.

Sind grüne Spinnen selten?

Das kommt auf die Art an. Kürbisspinnen sind sehr häufig, während die Sumpfkreuzspinne (Araneus alsine) als gefährdet gilt und nur in speziellen Lebensräumen vorkommt.

Was fressen grüne Spinnen?

Sie ernähren sich von kleinen Insekten wie Fliegen, Mücken, Blattläusen oder kleinen Käfern, die sie entweder im Netz fangen oder aktiv erbeuten.

Fazit

Die Begegnung mit einer grünen Spinne in Deutschland ist ein faszinierendes Naturerlebnis und kein Grund zur Sorge. Ob es die flinke Huschespinne oder die geduldige Kürbisspinne ist – diese Tiere sind nützliche Helfer im Garten, die Schädlinge dezimieren und ein Zeichen für ein funktionierendes Ökosystem sind. Wenn Sie diese Arten unterstützen möchten, lassen Sie in Ihrem Garten "wilde Ecken" mit hohen Gräsern und heimischen Sträuchern stehen. So bieten Sie diesen smaragdgrünen Juwelen der Natur den nötigen Lebensraum.

Quellenverzeichnis

  • [1] Steinberger, K.-H. (2004): Die Spinnen (Araneae) und Weberknechte (Opiliones) der Etsch-Auen in Südtirol. Gredleriana Vol. 4.
  • [2] Kielhorn, K.-H. (2015): Webspinnen (Arachnida: Araneae) - Bestandssituation in Sachsen-Anhalt. Landesamt für Umweltschutz.
  • [3] Reimann, A. (2014/2015): Webspinnen und Weberknechte aus der Kleinraschützer Heide. Sächsische Entomologische Zeitschrift 8.
  • [4] Engel, K. (2001): Vergleich der Webspinnen und Weberknechte in Buchen- und Fichtenbeständen Bayerns. Arachnol. Mitt. 21.
  • [5] Bach, A. et al. (2024): From lawns to meadows: spiders as indicators to measure urban grassland restoration success. Urban Ecosystems.

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