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Wollkrautblütenkäfer Wohnung: Befall erkennen & dauerhaft bekämpfen
April 13, 2026 Patricia Titz

Wollkrautblütenkäfer Wohnung: Befall erkennen & dauerhaft bekämpfen

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Wollkrautblütenkäfer erkennen & loswerden: So schützt du deine Wohnung vor Käfern und ihren Larven.
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Es beginnt meist mit einer unscheinbaren Entdeckung: Ein winziger, rundlicher Käfer mit einem auffälligen, gesprenkelten Muster krabbelt im Frühling träge an der Fensterscheibe empor. Oder noch schlimmer – beim Hervorholen des teuren Kaschmirpullovers aus dem Kleiderschrank fallen plötzlich kleine, saubere Löcher auf, und in der Ecke der Schublade liegen winzige, behaarte Larvenhüllen. Wenn der Wollkrautblütenkäfer die Wohnung erobert hat, ist schnelles und vor allem gezieltes Handeln gefragt. Der Anthrenus verbasci, wie er wissenschaftlich heißt, gehört zu den gefürchtetsten Materialschädlingen in unseren Haushalten. Während die erwachsenen Käfer völlig harmlos sind und sich von Blütenpollen ernähren, richten ihre Larven – oft als "Wollbären" bezeichnet – immense Schäden an Textilien, Teppichen und Naturmaterialien an. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie, wie die Schädlinge in Ihre vier Wände gelangen, wo sie sich am liebsten verstecken und mit welchen bewährten Methoden Sie den Befall dauerhaft stoppen können.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Nahrungsquelle: Die Larven fressen ausschließlich tierische Proteine (Keratin und Chitin), wie Wolle, Haare, Federn, Seide und tote Insekten. Pflanzliche oder synthetische Fasern werden verschont.
  • Einschleppung: Oft fliegen die erwachsenen Käfer im Frühjahr durch geöffnete Fenster ein oder stammen aus verlassenen Vogel- oder Wespennestern direkt am Haus.
  • Schadbild: Unregelmäßige, saubere Fraßlöcher in Textilien ohne die für Motten typischen Gespinste. Häufig findet man leere, transparente Larvenhäute (Exuvien).
  • Gesundheitsrisiko: Die feinen Pfeilhaare der Larven können bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen der Haut und Atemwege auslösen.
  • Bekämpfung: Gründliches und regelmäßiges Staubsaugen aller Ritzen, Waschen befallener Textilien bei 60 °C oder Einfrieren bei -18 °C sind die effektivsten Maßnahmen.
Verstecke und Nahrungsquellen von Teppichkäfer-Larven im Schlafzimmer.
Verstecke und Nahrungsquellen von Teppichkäfer-Larven im Schlafzimmer.

Der Weg ins Haus: Wie kommt der Wollkrautblütenkäfer in die Wohnung?

Um einen Befall nachhaltig zu bekämpfen, muss man zunächst verstehen, wie der Wollkrautblütenkäfer überhaupt in die Wohnung gelangt. Der Käfer ist ein klassischer Kulturfolger und weltweit verbreitet [1]. In der freien Natur erfüllt er eine wichtige ökologische Funktion als eine Art "Gesundheitspolizei": Die Larven verwerten organische Reste in Vogelnestern, Tierbauten oder an Kadavern [4]. Doch unsere modernen, gut isolierten und beheizten Wohnungen bieten den Insekten ein geradezu paradiesisches Ersatzhabitat.

Der Flug durchs offene Fenster

Der häufigste Weg in die Wohnung führt buchstäblich durch die Luft. Ab Mitte Mai bis in den späten Sommer hinein sind die erwachsenen (adulten) Wollkrautblütenkäfer im Freiland aktiv. Sie halten sich bevorzugt auf Doldenblütlern wie Weißdorn, Eberesche oder Schafgarbe auf, wo sie sich von Pollen und Nektar ernähren und sich paaren [2]. Nach der Paarung ändert sich das Verhalten der Weibchen drastisch: Sie werden von einem starken Instinkt getrieben, einen geeigneten, geschützten Ort für die Eiablage zu finden. Dabei werden sie oft von Lichtquellen oder den Gerüchen menschlicher Behausungen angelockt und fliegen durch geöffnete Fenster und Türen ein [3].

Vogelnester als primäre Befallsquelle

Eine der massivsten und am häufigsten übersehenen Ursachen für einen chronischen Befall in der Wohnung sind Vogelnester direkt am Gebäude. Nester von Spatzen, Schwalben oder Tauben unter dem Dachvorsprung, in Rollladenkästen oder auf dem Dachboden sind natürliche Brutstätten für den Wollkrautblütenkäfer [2]. Die Nester sind voll von Federn, Hautschuppen und oft auch toten Jungvögeln – ein Festmahl für die Larven. Wenn die Vögel das Nest im Herbst verlassen, wandern die hungrigen Larven auf der Suche nach neuer Nahrung durch kleinste Ritzen, Spalten und Kabelschächte direkt in die angrenzenden Wohnräume [3]. Auch verlassene Wespennester oder tote Mäuse auf dem Dachboden können als Ausgangspunkt dienen.

Einschleppung durch Gegenstände

Gelegentlich wird der Wollkrautblütenkäfer auch passiv in die Wohnung getragen. Dies kann über gebraucht gekaufte Wollteppiche, antike Polstermöbel oder Second-Hand-Kleidung geschehen, in denen sich bereits Eier oder winzige Junglarven befinden. Auch ein prächtiger Sommerstrauß aus dem eigenen Garten, der Doldenblütler enthält, kann versehentlich erwachsene Käfer ins Haus transportieren.

Typische Verstecke: Wo sich die Larven im Haus aufhalten

Haben die Weibchen erst einmal den Weg in die Wohnung gefunden, legen sie durchschnittlich etwa 30 bis 100 Eier ab [2, 3]. Sie platzieren diese strategisch klug direkt an oder in unmittelbarer Nähe zu einer Nahrungsquelle. Die Larven des Wollkrautblütenkäfers sind extrem lichtscheu (negativ phototaktisch) und verbringen ihr gesamtes, oft monatelanges Larvenstadium im Verborgenen [2]. Wer den Wollkrautblütenkäfer in der Wohnung bekämpfen will, muss wissen, wo er suchen muss.

Die Leibspeise: Keratin und Chitin

Wichtig zu wissen: Die Larven können pflanzliche Fasern (wie Baumwolle oder Leinen) oder rein synthetische Stoffe (wie Polyester) nicht verdauen. Sie benötigen zwingend tierische Proteine, genauer gesagt Keratin (in Haaren, Wolle, Federn) oder Chitin (in Insektenpanzern) [2]. Baumwoll-T-Shirts werden nur dann angefressen, wenn sie stark mit Schweiß, Hautschuppen oder Speiseresten verunreinigt sind.

Zu den bevorzugten Aufenthaltsorten in der Wohnung zählen:

  • Fußleisten und Dielenritzen: Hier sammeln sich im Laufe der Zeit unweigerlich menschliche und tierische Haare, Hautschuppen und Hausstaub an. Für die winzigen Larven (die anfangs nur knapp einen Millimeter groß sind) reicht dieser organische Staub völlig aus, um zu überleben und zu wachsen [3].
  • Unter und hinter schweren Möbeln: Bereiche unter dem Bett, hinter großen Kleiderschränken oder unter dem Sofa, die vom Staubsauger selten erreicht werden, sind ideale Brutstätten.
  • Bettkästen und Kleiderschränke: Hier lagern oft Wollpullover, Kaschmirschals, Seidenblusen oder Daunendecken. Wenn diese über den Sommer ungestört im Dunkeln liegen, haben die Larven leichtes Spiel [2].
  • Wollteppiche: Besonders die Ränder von Teppichen, die unter Möbeln liegen oder an Fußleisten grenzen, werden häufig befallen. Die Larven fressen sich tief in den Flor ein [3].
  • Fensterrahmen und Spinnweben: Ein oft übersehenes Versteck! In den Ecken von Fenstern oder in Spinnweben sammeln sich tote Fliegen, Mücken und andere Insekten. Das Chitin dieser toten Insekten ist eine absolute Delikatesse für die Larven [4].
Vergleich der Fraßspuren von Wollkrautblütenkäfer und Kleidermotte
Vergleich der Fraßspuren von Wollkrautblütenkäfer und Kleidermotte

Schadbild erkennen: Motte oder Wollkrautblütenkäfer?

Wenn Sie Löcher in Ihrer Kleidung entdecken, ist der erste Gedanke meist: Kleidermotten. Doch sehr oft ist der Wollkrautblütenkäfer der wahre Übeltäter. Die Unterscheidung des Schadbildes ist entscheidend, da die Bekämpfungsstrategien (insbesondere bei Pheromonfallen oder Nützlingen) unterschiedlich sind.

Das Fraßbild der Käferlarven

Die Larven des Wollkrautblütenkäfers sind extrem gefräßig. Sie verursachen unregelmäßige, oft kreisrunde Löcher in Textilien. Bei Strickwaren wie Wollpullovern führt der Lochfraß oft dazu, dass sich Laufmaschen bilden und der Schaden noch größer wird [7]. Im Gegensatz zu Kleidermotten hinterlassen die Larven des Wollkrautblütenkäfers keine seidigen Gespinste oder Röhren auf dem Stoff [1]. Das Schadbild ist gewissermaßen "sauberer", auch wenn es den Stoff ebenso ruiniert.

Exuvien: Der eindeutige Beweis

Das sicherste Indiz für einen Befall mit dem Wollkrautblütenkäfer in der Wohnung sind die sogenannten Exuvien. Da die Larve wächst, muss sie sich häuten – je nach Nahrungsangebot und Temperatur durchläuft sie 7 bis 12 Larvenstadien [3]. Bei jeder Häutung lässt sie ihre alte, leere Chitinhülle zurück. Diese transparenten, bräunlich gestreiften und behaarten Hüllen sehen aus wie kleine, vertrocknete Raupen und sammeln sich in den Verstecken an [7]. Oft findet man Dutzende dieser Hüllen in einer dunklen Schublade, lange bevor man eine lebende Larve zu Gesicht bekommt.

Kotspuren

Ein weiteres Zeichen ist der Kot der Larven. Dieser präsentiert sich als feines, pulverartiges, staubähnliches Material, das sich oft direkt unter der Fraßstelle oder in den Falten der befallenen Textilien sammelt [1].

Temperatur-Skala und 4-Schritte-Plan zur Käferbekämpfung.
Temperatur-Skala und 4-Schritte-Plan zur Käferbekämpfung.

Gesundheitsrisiko in der Wohnung: Allergien durch Pfeilhaare

Der Wollkrautblütenkäfer ist nicht nur ein lästiger Materialschädling, er stellt auch ein ernstzunehmendes hygienisches Problem dar. Die Larven (die sogenannten "Wollbären") sind dicht mit Haaren (Setae) besetzt. Besonders am hinteren Ende besitzen sie auffällige Büschel aus speziellen Pfeilhaaren (Hastisetae) [1, 4].

Diese Pfeilhaare dienen der Larve als Verteidigungswaffe gegen natürliche Feinde wie Spinnen oder Raubwanzen. Bei Gefahr spreizt die Larve diese Haarbüschel ab. Die Haare sind extrem brüchig und mit winzigen Widerhaken versehen [4]. In einer stark befallenen Wohnung reichern sich diese mikroskopisch kleinen Haare im Hausstaub an und verwirbeln in der Atemluft.

Kommen diese Pfeilhaare mit der menschlichen Haut oder den Schleimhäuten in Kontakt, können sie mechanische Reizungen und allergische Reaktionen auslösen [7]. Zu den Symptomen gehören:

  • Starker Juckreiz und Hautrötungen (ähnlich wie bei einem leichten Kontakt mit Glaswolle).
  • Ausschläge und Quaddelbildung bei direktem Hautkontakt mit befallener Kleidung oder Bettwäsche.
  • Reizungen der Atemwege, Hustenreiz oder allergischer Schnupfen, wenn der kontaminierte Hausstaub eingeatmet wird [8].

Besonders in Haushalten mit Kleinkindern oder Allergikern sollte ein Befall daher keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden.

Schritt-für-Schritt: Den Wollkrautblütenkäfer in der Wohnung bekämpfen

Die Bekämpfung des Wollkrautblütenkäfers erfordert Geduld und Akribie. Da die Larven monatelang ohne Nahrung auskommen können und sich in den winzigsten Ritzen verstecken [5], reicht eine einmalige Reinigungsaktion meist nicht aus. Gehen Sie systematisch vor.

Schritt 1: Befallsherd lokalisieren und isolieren

Suchen Sie die gesamte Wohnung nach den oben genannten Verstecken ab. Räumen Sie Kleiderschränke komplett aus. Kontrollieren Sie jede Falte von Wollpullovern, schütteln Sie Teppiche aus und leuchten Sie mit einer Taschenlampe unter die Betten. Sobald Sie befallene Textilien finden (erkennbar an Löchern, Larven oder Exuvien), verpacken Sie diese sofort in fest verschließbare Plastiktüten, damit sich die Larven beim Transport durch die Wohnung nicht weiter verteilen [2].

Schritt 2: Physikalische Bekämpfung (Hitze und Kälte)

Die Larven und Eier des Wollkrautblütenkäfers sind sehr widerstandsfähig, können aber extremen Temperaturen nicht standhalten.

  • Waschen bei 60 °C: Textilien, die heiße Temperaturen vertragen (z. B. verunreinigte Baumwolle oder unempfindliche Mischgewebe), sollten bei mindestens 60 °C gewaschen werden. Dies tötet alle Entwicklungsstadien zuverlässig ab.
  • Einfrieren bei -18 °C: Empfindliche Wollpullover, Seide oder Pelze würden bei einer Kochwäsche ruiniert. Geben Sie diese stattdessen in luftdichten Plastiktüten für mindestens 48 bis 72 Stunden in die Tiefkühltruhe bei -18 °C [2]. Die Kälte lässt die Zellflüssigkeit der Insekten gefrieren und tötet Eier, Larven und Käfer ab.
  • Hitzebehandlung im Auto: Im Hochsommer können befallene Teppiche in schwarze Plastiksäcke gewickelt und für einige Stunden in die pralle Sonne (oder in ein in der Sonne geparktes Auto) gelegt werden. Temperaturen über 50 °C sind für die Schädlinge tödlich.

Schritt 3: Mechanische Reinigung (Der Staubsauger als stärkste Waffe)

Die wichtigste Maßnahme in der Wohnung ist der Staubsauger. Saugen Sie alle Böden, Teppiche, Fußleisten und Schrankritzen extrem gründlich ab. Verwenden Sie für Fugen und Ritzen die schmale Fugendüse. Saugen Sie auch unter schweren Möbeln und in den Ecken von Bettkästen [3]. Wichtig: Entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel sofort nach der Reinigung luftdicht verschlossen in der Mülltonne außerhalb des Hauses, da die aufgesaugten Larven sonst problemlos wieder herauskrabbeln können [8].

Schritt 4: Biologische Bekämpfung mit Nützlingen (Lagererzwespen)

Eine hochmoderne, ökologische und extrem effektive Methode zur Bekämpfung des Wollkrautblütenkäfers in der Wohnung ist der Einsatz von natürlichen Gegenspielern. Während bei Motten oft Schlupfwespen (Trichogramma) eingesetzt werden, benötigt man für Käferlarven spezialisierte Nützlinge, wie die parasitische Lagererzwespe Laelius pedatus [9].

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass diese winzigen, für Menschen völlig harmlosen Wespen aktiv nach den Larven von Speckkäfern (zu denen der Wollkrautblütenkäfer gehört) suchen. Die Wespe spürt die Larve selbst in tiefen Ritzen auf, betäubt sie mit einem Stich und legt ihre Eier auf der gelähmten Larve ab. Die schlüpfenden Wespenlarven ernähren sich dann von der Käferlarve und töten diese dadurch ab [9]. Diese Methode ist besonders in Wohnräumen zu empfehlen, in denen man keine chemischen Insektizide versprühen möchte. Sobald keine Käferlarven mehr vorhanden sind, verschwinden auch die winzigen Wespen von selbst.

Schritt 5: Warum chemische Insektizide oft versagen

Der Griff zur chemischen Keule (Insektensprays) liegt nahe, ist beim Wollkrautblütenkäfer aber oft frustrierend wirkungslos. Forschungen in Museen haben gezeigt, dass die Larven des Wollkrautblütenkäfers erstaunlich resistent gegen viele gängige Oberflächen-Insektizide (wie Permethrin oder Bendiocarb) sind [10].

Der Grund dafür liegt in ihrer Anatomie: Die dichten, borstenartigen Haare (Setae) der Larven wirken wie ein Schutzschild. Sie verhindern, dass der Körper der Larve in direkten Kontakt mit dem aufgesprühten Giftfilm auf dem Boden oder der Fußleiste kommt [10]. Zudem neigen die Larven dazu, bei Kontakt mit Insektiziden in eine Art Ruhestarre (Diapause) zu verfallen, aus der sie später unbeschadet wieder erwachen können. Wenn überhaupt, sollten chemische Präparate (wie Kieselgur/Diatomeenerde, die den Chitinpanzer mechanisch zerstört) nur als flankierende Maßnahme in unzugänglichen Ritzen eingesetzt werden, niemals als alleinige Lösung.

Prävention: So bleibt die Wohnung dauerhaft käferfrei

Haben Sie den Befall erfolgreich bekämpft, gilt es, eine erneute Einschleppung zu verhindern. Mit folgenden Maßnahmen machen Sie Ihre Wohnung unattraktiv für den Wollkrautblütenkäfer:

  • Vogelnester entfernen: Kontrollieren Sie im Herbst und Winter die Fassade, den Dachboden und die Rollladenkästen. Entfernen Sie verlassene Vogel- und Wespennester umgehend, da diese die Hauptquelle für den Zuflug im Frühjahr sind [2, 3].
  • Fliegengitter anbringen: Engmaschige Insektenschutzgitter an den Fenstern verhindern, dass die erwachsenen Käfer im Mai und Juni vom Licht angelockt in die Wohnung fliegen.
  • Textilien richtig lagern: Bewahren Sie teure Wollpullover, Wintermäntel und Seidenstoffe, die Sie längere Zeit nicht benötigen, in luftdicht verschließbaren Plastikboxen oder Vakuumbeuteln auf [2]. Waschen Sie Kleidung immer, bevor Sie sie einlagern – Hautschuppen und Schweißgeruch locken die Weibchen zur Eiablage an.
  • Regelmäßige Hygiene: Saugen Sie regelmäßig auch an schwer zugänglichen Stellen (unter dem Bett, hinter Schränken). Wischen Sie Staub und entfernen Sie Tierhaare konsequent. Wo keine Nahrung (Staub, Haare) ist, können Larven nicht überleben [3].
  • Tote Insekten beseitigen: Saugen Sie tote Fliegen und Mücken aus Fensterrahmen und Lampenschirmen regelmäßig ab, um den Larven diese wertvolle Proteinquelle zu entziehen [4].

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind Wollkrautblütenkäfer gefährlich für Menschen?

Die erwachsenen Käfer sind völlig harmlos. Die Larven besitzen jedoch feine Pfeilhaare, die abbrechen, sich im Hausstaub verteilen und bei Kontakt allergische Hautreaktionen, Juckreiz oder Atemwegsreizungen auslösen können.

Woher kommen Wollkrautblütenkäfer in der Wohnung?

Meist fliegen die erwachsenen Käfer im Frühjahr und Sommer durch geöffnete Fenster ein. Sehr häufig wandern die Larven auch aus verlassenen Vogel- oder Wespennestern am Haus (z.B. im Rollladenkasten oder unter dem Dach) in die Wohnräume ein.

Was fressen die Larven des Wollkrautblütenkäfers?

Die Larven ernähren sich ausschließlich von tierischen Proteinen (Keratin und Chitin). Dazu gehören Wolle, Haare, Federn, Seide, Pelze, Leder sowie tote Insekten und Hausstaub. Pflanzliche Fasern wie Baumwolle werden in der Regel verschont.

Wie unterscheide ich den Befall von Kleidermotten?

Im Gegensatz zu Kleidermotten hinterlassen die Larven des Wollkrautblütenkäfers keine seidigen Gespinste auf den Textilien. Ein eindeutiges Zeichen für den Käfer sind zudem die vielen leeren, behaarten Larvenhäute (Exuvien), die in den Verstecken zurückbleiben.

Helfen chemische Insektensprays gegen die Larven?

Chemische Sprays sind oft wenig effektiv, da die dichten Haare der Larven wie ein Schutzschild wirken und den direkten Kontakt mit dem Gift verhindern. Gründliches Staubsaugen, Hitze (60°C Wäsche) und Kälte (-18°C) sind deutlich wirksamer.

Fazit

Ein Befall mit dem Wollkrautblütenkäfer in der Wohnung ist ärgerlich und kann teure Schäden an geliebten Wolltextilien verursachen. Zudem stellen die feinen Larvenhaare ein nicht zu unterschätzendes Allergierisiko dar. Doch mit dem richtigen Wissen über die Lebensweise und die bevorzugten Verstecke der Insekten lässt sich das Problem gut in den Griff bekommen. Verzichten Sie auf wirkungslose chemische Sprays und setzen Sie stattdessen auf extreme Gründlichkeit beim Staubsaugen, die gezielte Anwendung von Hitze und Kälte für befallene Textilien und das Beseitigen von Einflugquellen wie Vogelnestern. Wer hartnäckig bleibt und seine Textilien richtig lagert, wird die unerwünschten Mitbewohner dauerhaft aus der Wohnung verbannen.

Quellenverzeichnis

  1. Natural History Museum (NHM). Identification & Advisory Service: Varied Carpet Beetle (Anthrenus verbasci). IAS sheet 10.
  2. Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg. Wollkrautblüten- oder Kabinettkäfer Information. März 2009.
  3. Insect Respect. Wissenswertes über das Insekt: Wollkrautblütenkäfer (Anthrenus verbasci).
  4. Mahsberg, D. (2021). Wollkrautblüten- oder Kabinettkäfer (Anthrenus verbasci). NWV Würzburg e.V.
  5. Miyazaki, Y., Nisimura, T., & Numata, H. (2006). Phase Responses in the Circannual Rhythm of the Varied Carpet Beetle, Anthrenus verbasci, Under Naturally Changing Day Length. Zoological Science, 23(11), 1031-1037.
  6. Abdallah, M. (2023). Insect Identification and Signs of Damage on Organic Monuments from Ancient Egypt-Saqqara. International Journal of Conservation Science, 14(2), 527-536.
  7. Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband e.V. (DSV). Bildreportage – Wollkrautblütenkäfer. Die Ex-Press, Juni 2015.
  8. Pflanzenschutzamt Berlin. Vorratsschädlinge: Was ist zu tun, wenn die Mehltüte lebt und der Pelzmantel Löcher hat? Januar 2025.
  9. Al-Kirshi, A. G. S. (1998). Untersuchungen zur biologischen Bekämpfung von Trogoderma granarium, Trogoderma angustum und Anthrenus verbasci mit dem Larvalparasitoiden Laelius pedatus. Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin.
  10. Morgan, C. P., Pinniger, D. B., & Bowden, N. S. (1993). The Effectiveness of Residual Insecticides Against the Varied Carpet Beetle Anthrenus verbasci (L.) and the Implications for Control of this Pest in Museums. Proceedings of the First International Conference on Urban Pests.

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