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Lexikon-Eintrag

Kiwi Actinidia deliciosa

Kiwi

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Ericales (Ericales)
Familie Actinidiaceae
Gattung Actinidia
Art Actinidia deliciosa
Wissenschaftlicher Name Actinidia deliciosa (A.Chev.) C.F.Liang & A.R.Ferguson

Einleitung

Actinidia deliciosa, im Deutschen als Kiwi, Chinesischer Strahlengriffel oder Chinesische Stachelbeere bezeichnet, ist eine verholzende, lianenartig wachsende Kletterpflanze aus der Familie der Strahlengriffelgewächse (Actinidiaceae).[1][2] Die ursprünglich aus dem südlichen China stammende, zweihäusige Art ist vor allem durch die Sorte ‘Hayward’ bekannt, die einen Großteil der weltweit gehandelten Früchte liefert.[1][3][4] Sie wird erst seit 1984 als eigenständige Art vom Chinesischen Strahlengriffel (Actinidia chinensis) unterschieden und ist fast nur in Kultur bekannt.[1]

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Fakten (kompakt)

- Je 100 g Fruchtfleisch sind etwa 71 mg Vitamin C sowie das proteinspaltende Enzym Actinidain enthalten, welches Milchprodukte bei Kontakt bitter schmecken lässt und nur durch Kochen deaktiviert wird.[2] - Neben der dominierenden Sorte ‘Hayward’ (ca. 80 % Marktanteil) existieren weitere weibliche Sorten wie ‘Bruno’, ‘Abbott’ oder die 1989 eingeführte, unbehaarte Sorte ‘Top Star Vantini’. - In Europa genießen Früchte aus den italienischen Provinzen Rom und Latina als „Kiwi Latina“ den Status einer geschützten geografischen Angabe (g.g.A.). - Genetische Analysen der *NPR1*-Genfamilie deuten auf sehr alte Divergenzereignisse vor etwa 625 Millionen Jahren hin, während jüngere Genduplikationen vor rund 29 Millionen Jahren stattfanden. - Die für die Krankheitsabwehr relevanten *AdNPR*-Gene sind im Genom nicht geclustert, sondern auf den Chromosomen 1, 9, 14, 19 und 23 verteilt. - Auf genomischer Ebene zeigt *Actinidia deliciosa* eine starke Syntenie (Genkonservierung) mit dem Kakaobaum (*Theobroma cacao*), was auf eine gemeinsame evolutionäre Abstammung der Resistenzgene hinweist.[2] - Zur Bekämpfung der Stängelschwellungskrankheit werden in der Landwirtschaft Bor-Düngungen mit mechanischen X-Schnitten in die Rinde kombiniert. - Gegen Wurzelfäule kommen innovative Verfahren zum Einsatz, bei denen der Boden mit Kieferrinde präpariert und mit Ozonwasser behandelt wird.[11]

Name & Einordnung

Der vollständige wissenschaftliche Name der Art lautet *Actinidia deliciosa* (A.Chev.) C.F.Liang & A.R.Ferguson.[5] Im deutschsprachigen Raum sind die Trivialnamen Kiwi, Chinesischer Strahlengriffel oder Chinesische Stachelbeere gebräuchlich.[6] Die heute international verbreitete Bezeichnung „Kiwi“ wurde erst 1959 in Neuseeland aus marktstrategischen Gründen erfunden und leitet sich vom dort heimischen Kiwi-Vogel ab. Sprachlich wird im Deutschen durch das Genus zwischen dem Vogel (*der* Kiwi) und der Frucht (*die* Kiwi) unterschieden. In ihrer ursprünglichen Heimat China, wo die Früchte traditionell wild gesammelt wurden, ist die Art als *míhóutáo* bekannt.[7] Taxonomisch wurde *Actinidia deliciosa* lange Zeit lediglich als Varietät des Chinesischen Strahlengriffels (*Actinidia chinensis*) geführt. Erst im Jahr 1984 erfolgte die Beschreibung als eigenständige Art, die sich von *Actinidia chinensis* abgrenzen lässt.[5] Diese Art kommt heute fast ausschließlich in Kultur vor, wobei die Sorte ‚Hayward‘ den Großteil der weltweit gehandelten Früchte stellt.[6] Neuere genomische Untersuchungen bestätigen zwar die enge Verwandtschaft zu *Actinidia chinensis*, weisen jedoch auf spezifische Unterschiede in der Syntenie und Chromosomenstruktur hin, die eine Differenzierung stützen.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Actinidia deliciosa wächst als ausdauernde, verholzte, lianenartig wachsende und sommergrüne Schlingpflanze. Die Blätter stehen wechselständig und sind je nach Varietät sehr unterschiedlich geformt, von breit bis langgestreckt sowie oval bis herzförmig. An der Unterseite sind die Blätter weich behaart. Die Art ist zweihäusig, bildet also männliche und weibliche Blüten an getrennten Pflanzen aus. Die vier bis fünf Zentimeter großen, weißen und wohlriechenden Blüten stehen einzeln oder zu mehreren in Blütenständen, die seitlich aus den Blattachseln vorjähriger Triebe entspringen. Die Früchte sind ovale bis walzenförmige Beeren mit einer Länge von bis zu acht Zentimetern und einer Breite von fünf Zentimetern, die manchmal zweiseitig abgeflacht sind. Ihre dünne Schale ist typischerweise fellartig behaart und je nach Varietät grün bis braun gefärbt, wobei seltene Arten auch eine pinkfarbene Schale ausbilden können. Eine Ausnahme bildet die Sorte ‘Top Star Vantini’, die als erste unbehaarte Sorte eingeführt wurde. Das Fruchtfleisch ist glasig, saftig und variiert von hell- bis dunkelgrün. Die Fruchtachse ist cremefarben und fleischig, während die zahlreichen Karpelle im Querschnitt strahlenförmig hell erscheinen und viele kleine dunkle Samen enthalten. Morphologisch wurde *Actinidia deliciosa* lange als Varietät geführt und erst 1984 als eigene Art vom Chinesischen Strahlengriffel (*Actinidia chinensis*) unterschieden.[3]

Beschreibung

Actinidia deliciosa ist eine ausdauernde, verholzte, lianenartig wachsende und sommergrüne Schlingpflanze.[6] Sie gehört zur Familie der Strahlengriffelgewächse (Actinidiaceae) und der Ordnung der Heidekrautartigen (Ericales).[6][9] Ursprünglich stammt die Art aus dem südlichen China, wird jedoch heute weltweit als bedeutende Kulturpflanze angebaut, wobei Neuseeland, Italien und China zu den Hauptproduzenten zählen.[6][2] Die Blätter sind wechselständig angeordnet und variieren in ihrer Form stark von breit bis langgestreckt sowie oval bis herzförmig, wobei die Unterseite weich behaart ist.[6] Biologisch ist die Art zweihäusig (diözisch), was bedeutet, dass sich männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen befinden.[6][2] Die Blüten entstehen an vorjährigen Trieben, sind vier bis fünf Zentimeter groß, weiß und verströmen einen angenehmen Duft.[6] Die Frucht ist eine klimakterische Beere mit ovaler bis walzenförmiger Gestalt, die bis zu acht Zentimeter lang werden kann.[6][2] Ihre Schale ist dünn und charakteristisch fellartig behaart, wobei die Farbe je nach Varietät von Grün bis Braun reicht. Im Inneren befindet sich ein glasiges, saftiges Fruchtfleisch mit einer cremefarbenen, fleischigen Fruchtachse. Um diese Achse sind zahlreiche Karpelle strahlenförmig angeordnet, zwischen denen viele kleine dunkle Samen sitzen. Die Samenanzahl korreliert direkt mit der Fruchtgröße, weshalb eine effektive Bestäubung für den Ertrag entscheidend ist.[6] Actinidia deliciosa enthält das proteolytische Enzym Actinidin sowie hohe Mengen an Vitamin C, Ballaststoffen und Kalium.[2] Die Art wurde erst 1984 als eigenständig von Actinidia chinensis abgetrennt, nachdem sie zuvor als deren Varietät galt.[6] Sie ist anfällig für biotische Stressfaktoren, insbesondere für pilzliche Erreger wie Botrytis cinerea, die Fruchtfäule verursachen, sowie für bakterielle Infektionen durch Pseudomonas syringae pv. actinidiae.[2]

Verhalten

Actinidia deliciosa ist eine zweihäusige Pflanze, bei der sich männliche und weibliche Blüten auf getrennten Individuen befinden, was das Fortpflanzungsverhalten und die Notwendigkeit der Bestäubung bestimmt.[2] Auf physiologischer Ebene zeigt die Art ein komplexes Abwehrverhalten gegenüber biotischen Stressfaktoren wie dem Grauschimmel (*Botrytis cinerea*) oder dem Bakterium *Pseudomonas syringae* pv. *actinidiae*.[2] Bei einer Infektion werden spezifische Gene, insbesondere *AdNPR3* und *AdNPR4*, in Früchten und Blättern stark hochreguliert, um eine Immunantwort einzuleiten.[3] Diese Reaktion ist eng mit der systemisch erworbenen Resistenz (SAR) verknüpft, die primär durch den Signalweg der Salicylsäure gesteuert wird.[4] Auf molekularer Ebene interagieren dabei Proteine im Zellkern mit Transkriptionsfaktoren, um Verteidigungsgene zu aktivieren.[5] Die Pflanze nutzt zudem Signalwege der Jasmonsäure und Abscisinsäure, um flexibel auf verschiedene Umweltreize zu reagieren und Stressantworten zu modulieren.[6] Um Ressourcen effizient zu nutzen, reguliert *Actinidia deliciosa* diese Immunprozesse präzise, um ein Gleichgewicht zwischen vegetativem Wachstum und Verteidigung zu wahren und eine Überreaktion zu vermeiden.[7] Genanalysen weisen ferner auf eine aktive Steuerung der Nektarienentwicklung hin, was die Interaktion mit Insekten beeinflusst.[8]

Ökologie

Actinidia deliciosa ist eine ursprünglich in China beheimatete, lianenartig wachsende Pflanze, die heute vorwiegend in gemäßigten und subtropischen Zonen gedeiht. Die Art reagiert empfindlich auf mikroklimatische Faktoren, wobei kühle und feuchte Bedingungen Fäulnisprozesse im Gefäßgewebe und an den Früchten beschleunigen.[2] In regenreichen Habitaten besteht eine Anfälligkeit für Staunässe, die pathologische Veränderungen wie Wurzelfäule begünstigen kann.[11] Im ökologischen Gefüge interagiert die Pflanze mit diversen pathogenen Pilzen, darunter *Botrytis cinerea* (Grauschimmel), *Sclerotinia sclerotiorum*, *Diaporthe nobilis* und *Alternaria*-Spezies. Insbesondere *Botrytis cinerea* nutzt alternde Blütenteile und Wunden als Eintrittspforte, um das Gewebe zu besiedeln und Weichfäule auszulösen.[2] Ein bedeutender bakterieller Antagonist ist *Pseudomonas syringae* pv. *actinidiae*, der Erreger des Kiwi-Krebses, der die Pflanzengesundheit massiv beeinträchtigt.[2][11] Zur Abwehr von biotischem Stress, wie etwa Insektenfraß oder Herbivoren, aktiviert *Actinidia deliciosa* spezifische Gene, die in Signalwege der Salicylsäure und Jasmonsäure eingebunden sind. Zudem reagiert die Pflanze auf abiotische Stressfaktoren wie Trockenheit durch die Regulation von Abscisinsäure-Signalwegen.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Actinidia deliciosa ist als weltweit bedeutende Kulturpflanze verschiedenen biotischen Stressfaktoren ausgesetzt, die Ertrag und Lagerfähigkeit massiv beeinträchtigen können. Pilzliche Erreger stellen eine Hauptbedrohung dar, wobei insbesondere der Grauschimmel (*Botrytis cinerea*) Ernteverluste von bis zu 50 % verursachen kann. Dieser Erreger führt zu einer rapiden Weichfäule, die die Lagerdauer im Kühlhaus um 30 bis 40 % verkürzt. Die Infektion beginnt häufig an alternden Blütenteilen oder Wunden und dringt in das Gefäßgewebe ein, begünstigt durch kühle und feuchte Bedingungen. Neben *Botrytis* sind *Sclerotinia sclerotiorum*, *Diaporthe nobilis* und *Alternaria*-Arten relevante pilzliche Schaderreger.[2] Bakteriell ist *Pseudomonas syringae* pv. *actinidiae* (PSA) von großer Bedeutung, da er Blätter und Holz infiziert und komplexe Abwehrreaktionen in der Pflanze auslöst.[2] Zur Bekämpfung von Kiwi-Krebs werden neben synthetischen Mitteln zunehmend pflanzliche Zusammensetzungen, etwa aus Kalmus- und Tagetes-Extrakten, erforscht. Gegen die Blattfäule kommen mikrobielle Inokula als biologische Alternative zu chemischen Fungiziden zum Einsatz. Physiologische Störungen wie die Stängelschwellungskrankheit, oft bedingt durch Nährstoffmangel, werden durch Bor-Gaben und mechanische Eingriffe an der Rinde behandelt. Bei Wurzelfäule werden innovative Verfahren wie die Bodeninjektion von Ozonwasser in Kombination mit Kieferrindensubstrat angewandt.[11] Für den Konsumenten ist zudem das im Fruchtfleisch enthaltene Enzym Actinidain relevant, das Milchprodukte bitter macht und als Allergen wirken kann.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Im Jahr 2022 betrug die weltweite Erntemenge von Kiwis laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) 4.539.471 Tonnen.[9] China ist mit einem Anteil von 52,4 % der größte Produzent, gefolgt von Neuseeland, Italien, Griechenland und dem Iran.[9][2] Neuseeland behauptet sich mit einem Exportwert von über 1,8 Milliarden US-Dollar als weltweit führender Exporteur, was insbesondere auf den kommerziellen Erfolg von Marken-Kultivaren zurückzuführen ist. Die wirtschaftliche Bedeutung der Früchte ist aufgrund der steigenden globalen Nachfrage in gesundheitsbewussten Märkten stark gewachsen. Der Anbau steht jedoch vor erheblichen ökonomischen Herausforderungen durch biotische Stressfaktoren, wobei Pilz- und Bakterienpathogene Erträge und Nacherntequalität beeinträchtigen. Der durch *Botrytis cinerea* verursachte Grauschimmel zählt zu den verheerendsten Krankheiten und kann zu Ernteverlusten von bis zu 50 % vor der Ernte führen. Zudem verursacht dieser Erreger eine schnelle Weichfäule nach der Ernte, welche die Lagerdauer in Kühlhäusern um 30 bis 40 % verkürzt.[2] Auch der Bakterienkrebs, ausgelöst durch *Pseudomonas syringae* pv. *actinidiae*, stellt eine signifikante Bedrohung für die Produktionssysteme dar.[2] Zur Sicherung der Erträge werden diverse Bekämpfungsstrategien entwickelt, die von mikrobiellen Inokulaten gegen Blattfäule bis hin zu Verfahren gegen Wurzelfäule und Stängelschwellungen reichen.[11]

Biologie & Lebenszyklus

Actinidia deliciosa ist eine ausdauernde, verholzte und sommergrüne Schlingpflanze (Liane), die als klimakterische Fruchtpflanze wächst. Die Art ist zweihäusig (diözisch), was bedeutet, dass sich männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen befinden.[10][2] Die Blüten entstehen an den Trieben des Vorjahres und entspringen seitlich aus den Blattachseln, entweder einzeln oder in Blütenständen.[10] Genetische Analysen deuten auf eine komplexe Regulation der Entwicklung hin, bei der spezifische Gene an der Bestimmung des Blütenmeristems, der Nektarienentwicklung und der Nebenblattbildung beteiligt sind.[2] Für die Fortpflanzung ist eine hohe Befruchtungsrate entscheidend, da die Fruchtgröße und der Ertrag stark von der Anzahl der gebildeten Samen abhängen. Im Querschnitt der Frucht erscheinen die zahlreichen Karpelle strahlenförmig hell, eingebettet zwischen vielen kleinen dunklen Samen.[10] Auf physiologischer Ebene spielen NPR1-ähnliche Gene eine zentrale Rolle bei der Immunantwort der Pflanze, insbesondere bei der systemisch erworbenen Resistenz (SAR) und der Signalübertragung durch Salicylsäure. Die Promotorregionen dieser Gene enthalten Elemente, die auf Stress sowie auf Hormone wie Abscisinsäure, Jasmonsäure und Auxin reagieren. Zu den gravierendsten Mortalitätsfaktoren zählen pilzliche Pathogene wie Botrytis cinerea (Grauschimmel), Sclerotinia sclerotiorum, Diaporthe nobilis und Alternaria-Arten. Botrytis cinerea infiziert typischerweise alternde Blütenteile oder Wunden, dringt in das Gefäßgewebe ein und kann bis zu 50 % Ernteverlust sowie Lagerfäule verursachen.[2] Ein bedeutender bakterieller Schaderreger ist Pseudomonas syringae pv. actinidiae (PSA), der Blätter und Früchte infiziert.[2] Weitere Krankheitsbilder umfassen den Kiwi-Krebs, Blattfäule sowie Wurzelfäule. Physiologische Störungen wie die Stängelschwellungskrankheit können durch Nährstoffdefizite, beispielsweise Bor-Mangel, begünstigt werden.[11]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Actinidia deliciosa* liegt im südlichen China. In ihrer Heimat wurde die Pflanze traditionell wild gesammelt und nicht landwirtschaftlich angebaut. Auch heute noch findet der Anbau in China vorwiegend in den bergigen Regionen von Sichuan und Changjiang statt. Die weltweite Ausbreitung als Kulturpflanze begann, nachdem Mary Isabel Fraser im Januar 1904 erste Samen aus einer Mission in Yichang im Jangtsekiangtal nach Neuseeland importierte. Auf einem Grundstück südlich von Whanganui trugen diese Pflanzen im Jahr 1910 erstmals Früchte auf neuseeländischem Boden. Ab etwa 1950 erfolgte der kommerzielle Anbau in der Bay of Plenty sowie der baldige Export nach Nordamerika und Europa.[3] Heutzutage wird die Art unter diversen agro-klimatischen Bedingungen kultiviert, primär in gemäßigten und subtropischen Zonen.[2] Zu den weltweit größten Produzenten zählen neben China und Neuseeland auch Italien, Griechenland, der Iran und Chile.[3][2] Innerhalb der Europäischen Union sind zudem Frankreich und Portugal relevante Anbauländer. Botanisch wächst *Actinidia deliciosa* als ausdauernde, verholzte und lianenartige Schlingpflanze.[3]

Saisonalität & Aktivität

Actinidia deliciosa wächst als ausdauernde, sommergrüne Schlingpflanze, deren vegetative Aktivität saisonal geprägt ist. Die Blütenstände entwickeln sich an den Trieben des vorangegangenen Jahres.[3] Die Reifung der Früchte nimmt einen längeren Zeitraum in Anspruch; in wissenschaftlichen Studien zur Genexpression werden Entwicklungsstadien von der Blüte bis 160 Tage nach der vollen Blüte (DAFB) unterschieden. Kritische Phasen für die Pflanzengesundheit bestehen insbesondere unter kühlen und feuchten Bedingungen, welche Fäulnisprozesse und den Befall durch Pathogene begünstigen. So infiziert der Erreger *Botrytis cinerea* typischerweise seneszente Blütenteile oder Wunden und verursacht vor allem in der Nacherntephase signifikante Verluste durch Weichfäule, was die Lagerfähigkeit in Kühlhäusern verkürzt.[2] Ergänzende Daten zum öffentlichen Suchinteresse zeigen eine erhöhte Aufmerksamkeit für die Pflanze im Frühjahr, mit Spitzenwerten in den Monaten März und Mai.[8]

Wissenschaftliche Forschung & Patente

CN-113068722-A Biological Anmeldung

Zusammensetzung zur Vorbeugung und Behandlung von Kiwi-Krebs und deren Anwendung

Sichuan Jiamiwo Agricultural Technology Company Ltd., Guangyuan Huinong Ecological Kiwi Berry Industrial Technology Research Institute, Cangxi Lyushangpin Kiwi Berry Specialized Coop (2021)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Beschrieben wird eine pflanzliche Zusammensetzung aus Extrakten von Kalmus und Tagetes-Wurzeln zur Bekämpfung von Kiwi-Krebs. Das Mittel wird als Mikroemulsion formuliert und gesprüht. Die Anwendung erfolgt strategisch im Herbst und Frühjahr, um die Krankheitsresistenz der Pflanzen zu stärken. Es bietet eine effektive, pflanzenbasierte Alternative zu synthetischen Fungiziden.

CN-112322516-A Biological Anmeldung

Herstellungsverfahren und Anwendung eines neuartigen biologischen mikrobiellen Inokulums gegen Kiwi-Blattfäule

Bio Agriculture Institute OF Shaanxi (2020)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt ein mikrobielles Inokulum zur biologischen Bekämpfung der Kiwi-Blattfäule. Durch moderne Fermentationstechnik werden antagonistische Mikrobenstämme kultiviert, die chemische Fungizide ersetzen sollen. Die Methode stärkt die Widerstandskraft der Pflanzen und fördert ein ökologisches Gleichgewicht im Anbau. Es handelt sich um eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Pestiziden, die das Pflanzenwachstum fördert.

CN-112136584-A Chemical Anmeldung

Bekämpfungsverfahren für die Stängelschwellungskrankheit bei Kiwis

Guangxi Institute of Botany Cas (2020)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Die Erfindung betrifft eine Methode zur Kontrolle der Stängelschwellungskrankheit bei Kiwis durch Nährstoffmanagement und physische Behandlung. Es werden Borax-Lösungen auf Blätter gesprüht und borhaltige Dünger in den Boden eingearbeitet, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Bei auftretenden Schwellungen wird die Rinde mechanisch mit einem X-Schnitt behandelt. Dies verbessert die Überlebensrate der Bäume signifikant und kombiniert chemische Prävention mit mechanischer Therapie.

CN-112021051-A Chemical Anmeldung

Verfahren zur Bekämpfung der Kiwi-Wurzelfäule

Taizhou Academy OF Agricultural Sciences (2020)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Die Erfindung beschreibt eine komplexe Methode zur Behandlung von Wurzelfäule bei Kiwis unter Einsatz von Ozon. Infizierte Pflanzen werden entlastet und der Boden um die Wurzeln wird mit Kieferrinde präpariert. Durch regelmäßige Injektionen von Ozonwasser in den Boden werden Pathogene effektiv abgetötet. Das Verfahren zielt auf eine schnelle Wirkung und eine geringe Rückfallquote ab.

CN-111527857-A Mechanical Anmeldung

Ein integriertes Flüssigdüngersystem zur Bewässerung von Kiwi-Obstgärten auf roter Erde in Hügellandschaften

Shaanxi Hantang Agricultural Standardization Research Institute Company Ltd. (2020)

Relevanz: 7/10

Zusammenfassung

Beschrieben wird ein automatisiertes Bewässerungs- und Düngesystem für Kiwi-Plantagen in hügeligen Gebieten. Das System nutzt Computersteuerung und ein Rohrleitungsnetz, um Wasser und Dünger präzise auszubringen. Es löst Probleme wie Staunässe in regenreichen Gebieten und ermöglicht eine Fernsteuerung. Gleichzeitig kann das System zur effizienten Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln genutzt werden.

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia OCR Page 1: Actinidia deliciosa - Merkmale und Systematik
  2. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0334845
  3. Wikipedia OCR Page 3: Herkunft und Geschichte
  4. PLOS One p. 3: Introduction to Actinidia deliciosa characteristics
  5. https://doi.org/10.1016/j.scienta.2008.01.011
  6. Gunther Franke (Hg.): Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Band 2: Spezieller Pflanzenbau. Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8252-1768-X
  7. Magda Bauckmann: Kiwi. Ulmer Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-4448-4
  8. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  9. https://www.gbif.org/species/7270761
  10. Wikipedia OCR Page 1
  11. https://patents.google.com/patent/CN113068722A/en