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Lexikon-Eintrag

Blauer Scheibenbock Callidium violaceum

Blauer Scheibenbock
Lästling

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Käfer (Coleoptera)
Familie Cerambycidae
Gattung Callidium
Art Callidium violaceum
Wissenschaftlicher Name Callidium violaceum (Linnaeus, 1758)
Akzeptierter Name

Einleitung

*Callidium violaceum* ist eine Art aus der Klasse der Insekten (Insecta) und der Ordnung der Käfer (Coleoptera). Innerhalb der Systematik gehört die Spezies zur Familie der Bockkäfer (Cerambycidae) und der Gattung der Zimmermannskäfer (*Callidium*).[1]

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Zuletzt am 23.06.2026
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Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name der Art lautet *Callidium violaceum*, wobei die Erstbeschreibung auf Linnaeus im Jahr 1758 zurückgeht. Systematisch wird der Käfer in die Klasse der Insekten (Insecta) und die Ordnung der Käfer (Coleoptera) eingeordnet. Innerhalb dieser Gruppe gehört die Spezies zur Familie der Bockkäfer (Cerambycidae). Die Gattung *Callidium*, der die Art angehört, trägt im Deutschen die Bezeichnung Zimmermannskäfer. Übergeordnet ist das Taxon dem Stamm der Gliederfüßer (Arthropoda) im Reich der Tiere (Animalia) zuzurechnen. Der taxonomische Status der Art wird in wissenschaftlichen Datenbanken als akzeptiert geführt.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Flügeldecken (Elytren) von *Phymatodes testaceus* sind äußerst variabel gefärbt, was der Art ihren deutschen Namen verleiht.[2][3] Das Farbspektrum der Flügeldecken reicht von Gelb, Braun und Grün bis hin zu Blau, Violett oder Schwarz, wobei auch Übergänge zwischen diesen Tönen auftreten. Der Halsschild ist an den Seiten abgerundet und etwas breiter als lang. Wie bei allen Vertretern der Familie der Bockkäfer (Cerambycidae) sind die Schenkel der Beine deutlich verdickt. Ein Sexualdimorphismus zeigt sich bei den Fühlern, die bei den Weibchen etwas kürzer bleiben. Die verpuppungsreife Larve erreicht eine Körperlänge von 15 bis 18 Millimetern. Sie ist weißlich gefärbt, nur schwach behaart und besitzt am Kopf ein Paar Punktaugen. Der Thorax der Larve ist breiter als das Abdomen, wobei die einzelnen Körpersegmente deutlich voneinander abgesetzt sind und dem Tier ein geringeltes Aussehen verleihen. Die dunklen Mandibeln weisen eine löffelförmige Gestalt auf und besitzen am oberen Schneiderand zwei auffällige Einkerbungen. Zur Verpuppung legen die Larven eine mit Holzspänen gefüllte Puppenwiege am Ende eines sogenannten Hakengangs an, der zwei bis vier Millimeter tief in das Holz reicht.[3]

Beschreibung

Der Blaue Scheibenbock (*Callidium violaceum*) gehört zur ökologischen Gruppe der Scheibenböcke, deren markantestes Merkmal der extrem abgeflachte Körperbau ist. Diese anatomische Anpassung ermöglicht es den Käfern, sich mühelos in engen Spalten zwischen Rinde und Holzkörper zu bewegen und dort ihre Eier abzulegen. Im Gegensatz zum nah verwandten Veränderlichen Scheibenbock (*Phymatodes testaceus*) weist *Callidium violaceum* eine beständige, metallisch blaue bis violette Färbung auf, wobei seltener auch grünliche oder erzfarbene Individuen auftreten. Die Art ist primär an Nadelholz gebunden und besiedelt bevorzugt Fichte, Kiefer und Lärche, während Laubholz nur in Ausnahmefällen angenommen wird. Ein entscheidendes Kriterium für die Besiedlung ist das Vorhandensein von Rinde, da die Larven ihre Entwicklung zwingend im Bastbereich beginnen müssen. Die Larven von *Callidium violaceum* unterscheiden sich in ihrer Fraßtätigkeit deutlich von anderen Scheibenböcken, da sie breite, platzartige Gänge anlegen, die tief in den Splint des Holzes einschneiden. Diese tiefen Schürfungen führen zu einer stärkeren technischen Entwertung des Holzes als bei verwandten Arten, die oft nur oberflächlich fressen. Die Fraßgänge sind charakteristisch mit zweifarbigem Bohrmehl gefüllt, einer Mischung aus dunklen Rindenpartikeln und hellem Holzmehl. Zur Verpuppung nagen die Larven einen hakenförmigen Gang tief in den Holzkörper, der als Puppenwiege dient und einen sicheren Schutz vor Fressfeinden bietet. Der Lebenszyklus der Art umfasst in der Regel ein bis zwei Jahre, abhängig von der Holzfeuchte und den Umgebungstemperaturen. Das Ausflugloch, durch das der adulte Käfer das Holz verlässt, ist typisch flachoval geformt und weist glatte Ränder auf. In der Praxis wird *Callidium violaceum* häufig als technischer Schädling in verbautem Holz angetroffen, sofern Waldkanten mit Rindenresten am Material belassen wurden. Die Unterscheidung zu *Phymatodes testaceus* ist neben der Farbe auch durch die gröbere Strukturierung der Flügeldecken und des Halsschildes möglich. Adulte Käfer sind tagaktiv und können während der Flugzeit an Holzlagerplätzen oder frisch gefällten Stämmen beobachtet werden.[4]

Verhalten

Die adulten Käfer von *Phymatodes testaceus* orientieren sich nach dem Schlupf aus dem Holz stark zum Licht, weshalb sie in Innenräumen häufig an Fensterscheiben auffallen. Ein aggressives Abwehrverhalten gegenüber dem Menschen zeigen sie nicht, da die Käfer weder beißen noch stechen können. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich von Ende Mai bis Anfang Juli. Innerhalb dieses Zeitraums legen die Weibchen ihre Eier in kleinen Gruppen in der Rinde von abgestorbenen oder gefällten Bäumen ab. Eine Eiablage erfolgt dabei generell nur an berindetem Holz, während entrindetes Material gemieden wird. Die Larven nagen ihre relativ breiten und gewundenen Fraßgänge zwischen Rinde und Splintholz. Im Gegensatz zu anderen Arten wie dem Bunten Eschenbastkäfer kreuzen sich die mit Fraßmehl gefüllten Larvengänge von *Phymatodes testaceus* hin und wieder. Die Überwinterung der Art erfolgt im Larvenstadium. Zur Vorbereitung der Verpuppung nagen die Larven einen sogenannten Hakengang, der zwei bis vier Millimeter tief in das Holz eindringt. Am Ende dieses Gangs wird eine Puppenwiege angelegt und mit Holzspänen verschlossen. Nach der Metamorphose nagen sich die Käfer durch die Rinde nach außen und hinterlassen ovale Ausfluglöcher.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der in den vorliegenden Quellen beschriebene Veränderliche Scheibenbock (*Phymatodes testaceus*) – dessen Flügeldecken unter anderem blau oder violett gefärbt sein können – gilt nicht als gefährlicher Materialschädling an verbautem Holz. Die Art legt ihre Eier ausschließlich an kranken, abgestorbenen Bäumen oder an gefälltem Holz ab, sofern dieses noch nicht entrindet wurde. Das typische Schadbild umfasst breite, gewundene Fraßgänge, die von den Larven zwischen Rinde und Splintholz genagt werden, wobei das Holz selbst nur oberflächlich beschädigt wird. Im Gegensatz zum Hausbock (*Hylotrupes bajulus*) ist *Phymatodes testaceus* nicht in der Lage, sich in entrindetem, verbautem Holz wie Dachstühlen, Möbeln oder Fußböden zu entwickeln. Eine Bekämpfung ist daher aus bauschutztechnischer Sicht nicht erforderlich. Als wichtigste Präventionsmaßnahme gilt das Entrinden des Holzes, da die Rinde eine zwingende Voraussetzung für den Befall darstellt. Häufig schlüpfen die Käfer im Winter aus Brennholz, das in beheizten Wohnräumen gelagert wird, da die Wärme die Entwicklung beschleunigt. Die geschlüpften Tiere orientieren sich zum Licht und sammeln sich oft an Fensterscheiben, wo sie einfach entfernt werden können. Da die Käfer weder stechen noch beißen, geht von ihnen keine gesundheitliche Gefahr für den Menschen aus.[2]

Biologie & Lebenszyklus

Die Käfer von *Phymatodes testaceus* schlüpfen zwischen Ende Mai und Anfang Juni, wobei die Flugzeit meist Anfang Juli endet. Innerhalb dieses Zeitraums legen die Weibchen ihre Eier in kleinen Gruppen in die Rinde von abgestorbenen oder gefällten Bäumen ab. Die Eiablage erfolgt generell nur an berindetem Holz, wobei Laubbäume mit hartem Holz wie Eiche, Buche, Hainbuche oder Esche bevorzugt werden. Seltener werden Weichhölzer oder Nadelbäume befallen. Aufgrund einer relativ kurzen Eientwicklung schlüpfen die Larven bereits kurz nach der Eiablage. Die Larven nagen breite, gewundene Fraßgänge zwischen Rinde und Splintholz, wobei sich die mit Bohrmehl gefüllten Gänge hin und wieder kreuzen. Die verpuppungsreife Larve erreicht eine Länge von 15 bis 18 Millimetern, ist weißlich gefärbt und besitzt löffelförmige Mandibeln mit zwei Einkerbungen am oberen Schneiderand sowie ein Paar Punktaugen. Die Art überwintert im Larvenstadium. Kurz vor der Verpuppung nagen die Larven einen zwei bis vier Millimeter tiefen Hakengang in das Holz, an dessen Ende eine Puppenwiege angelegt wird. Diese Wiege wird mit Holzspänen verschlossen. Die Verpuppung findet in der Regel zwischen Ende April und Mitte Mai statt. Die Entwicklung ist temperaturabhängig, sodass bei Lagerung von befallenem Brennholz in beheizten Wohnungen Käfer bereits im Winter schlüpfen können. Bei trockener Lagerung kann sich der Entwicklungszyklus auf mehrere Jahre verlängern.[2]

Saisonalität & Aktivität

Die adulten Käfer von *Phymatodes testaceus* schlüpfen in der Natur vorwiegend im Zeitraum von Ende Mai bis Anfang Juni. Die Flugzeit der Art erstreckt sich über die folgenden Wochen und endet meist Anfang Juli. Innerhalb dieser Phase erfolgt die Eiablage, wobei die Larven aufgrund einer relativ kurzen Eientwicklung bereits kurz darauf schlüpfen. Die Überwinterung erfolgt bei dieser Art im Larvenstadium. Die Verpuppung findet in der Regel im Frühjahr zwischen Ende April und Mitte Mai in einer Puppenwiege statt. Da die Entwicklung von der Umgebungstemperatur beeinflusst wird, können Käfer aus in beheizten Wohnräumen gelagertem Brennholz bereits mitten im Winter schlüpfen. Unter bestimmten Bedingungen, wie etwa bei trockener Lagerung, kann sich der Entwicklungszyklus auf mehrere Jahre verlängern. Die geschlüpften Käfer orientieren sich stark zum Licht und sind in Innenräumen häufig an Fensterscheiben zu finden.[2]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Schwaigen, Bayern, Deutschland

    29.11.2025

  • Deutschland

    22.08.2025

  • Bad Kissingen, DE-BY, Deutschland

    18.07.2025

  • Am Krebsbach, Burgberg im Allgäu, Bayern, Deutschland

    24.06.2025

  • Kleinwalsertal Walserschanz, Österreich, Österreich

    18.06.2025

Daten: iNaturalist

Quellen & Referenzen

  1. https://www.gbif.org/species/1126665
  2. Institut für Schädlingskunde: Veränderlicher Scheibenbock (Phymatodes testaceus) - Erkennen, Vorkommen, Lebensweise, Schadwirkung und Bekämpfung
  3. Institut für Schädlingskunde: Veränderlicher Scheibenbock - Seite 2. PDF-Dokument.
  4. PDF: veraenderlicher-scheibenbock