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Lexikon-Eintrag

Trompetenbaum Catalpa bignonioides

Trompetenbaum

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Lamiales (Lamiales)
Familie Bignoniaceae
Gattung Catalpa
Art Catalpa bignonioides
Wissenschaftlicher Name Catalpa bignonioides Walter
Akzeptierter Name

Einleitung

Der Trompetenbaum (*Catalpa bignonioides*) ist ein mittelgroßer, laubabwerfender Baum aus der Familie der Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae), der ursprünglich in den südöstlichen Vereinigten Staaten beheimatet ist.[1][2] Aufgrund seiner langen, schmalen Kapselfrüchte ist die Art im englischen Sprachraum auch unter Trivialnamen wie „Cigar Tree“ oder „Indian Bean Tree“ bekannt.[1] Morphologisch unterscheidet sich *Catalpa bignonioides* vom verwandten Prächtigen Trompetenbaum (*Catalpa speciosa*) primär durch kleinere Blüten und abrupt zugespitzte Blattspreiten.[2] Ökologisch fungiert der Baum als Wirtspflanze für die Raupen des Schwärmers *Ceratomia catalpae* und wird seit dem 18. Jahrhundert als Ziergehölz kultiviert.[1]

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Fakten (kompakt)

- Die zerriebenen Blätter des Baumes verströmen einen unangenehmen Geruch. - Die Blüten weisen im Inneren des Schlundes spezifische Markierungen in Gelb, Orange und Violett auf. - Die glockenförmigen Einzelblüten sind etwa 3,8 Zentimeter (1,5 Zoll) breit und stehen in 15 bis 30 Zentimeter (6 bis 12 Zoll) langen Rispen. - Neben dem Catalpa-Schwärmer dient die Art auch als Wirtspflanze für die Raupen des Tersa-Schwärmers (*Xylophanes tersa*). - Die durchschnittliche Lebensdauer von *Catalpa bignonioides* beträgt etwa 60 Jahre. - Die Art wird in den USDA-Klimazonen 5 bis 9 als winterhart eingestuft. - Der Baum toleriert ein breites Spektrum an Bodenbedingungen, einschließlich saurer bis kalkhaltiger Substrate sowie moderate Salzbelastung. - Bei sehr trockenen Sommern neigen die Blätter zu Verbrennungserscheinungen (Scorching) und vorzeitigem Abwurf. - Neben der Verticillium-Welke ist der Baum auch anfällig für Anthracnose. - Große, alte Exemplare entwickeln häufig Stammfäule. - Die Art kann aus der Kultivierung entweichen, verwildern und invasiv in Waldgebiete eindringen. - Systematisch wird *Catalpa bignonioides* der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales) und der Klasse der Magnoliopsida zugeordnet.[8]

Name & Einordnung

Der anerkannte wissenschaftliche Name der Art lautet *Catalpa bignonioides*, wobei die formale Erstbeschreibung durch den Botaniker Thomas Walter im Jahr 1788 erfolgte.[3] Diese Beschreibung wurde in seinem Werk *Flora Caroliniana* veröffentlicht und basierte auf Exemplaren aus dem Südosten der Vereinigten Staaten. Der Gattungsname *Catalpa* leitet sich vom Wort „kutuhlpa“ aus der Sprache der Muscogee (Creek) ab, was „geflügelter Kopf“ bedeutet und sich vermutlich auf die Blütenstände oder die geflügelten Samen bezieht.[2] Das Art-Epitheton *bignonioides* entstammt dem Lateinischen und bedeutet „*Bignonia*-ähnlich“, was auf die morphologische Ähnlichkeit der Blüten- und Fruchtstrukturen zur verwandten Gattung *Bignonia* hinweist.[4] Vor der Etablierung der eigenständigen Gattung hatte Carl von Linné die Art 1753 in *Species Plantarum* zunächst als *Bignonia catalpa* klassifiziert, weshalb diese Bezeichnung heute als Synonym gilt. Ein weiteres historisches Synonym ist *Macrocatalpa bignonioides* (Walter) Britton, das aus früheren taxonomischen Umgruppierungen innerhalb der Familie Bignoniaceae stammt. Im Deutschen ist der Trivialname Trompetenbaum gebräuchlich, der auf die glockenförmigen Blüten anspielt.[2] Internationale Bezeichnungen wie „Cigar Tree“ (Zigarrenbaum) oder „Indian Bean Tree“ (Indischer Bohnenbaum) referenzieren hingegen die langen, zylindrischen Fruchtkapseln.[1] Phylogenetisch wird *Catalpa bignonioides* innerhalb der Gattung der Sektion *Catalpa* zugeordnet, welche die nordamerikanischen Vertreter umfasst und sich von der überwiegend asiatischen Sektion *Macrocatalpa* abgrenzt.[5] Zusammen mit *Catalpa speciosa* stellt sie eine von nur zwei in Nordamerika endemischen Arten der Gattung dar.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Trompetenbaum (*Catalpa bignonioides*) ist ein sommergrüner Baum, der typischerweise Wuchshöhen von 9 bis 12 Metern erreicht, wobei außergewöhnliche Exemplare bis zu 23 Meter hoch werden können.[1][2] Er bildet einen kurzen, dicken Stamm und eine breite, unregelmäßige Krone aus kurzen, krummen Ästen, die oft eine gegabelte Struktur aufweisen.[2] Die Rinde ist graubraun und entwickelt im Alter eine rissige, schuppige Textur mit rotbraunen Schuppen.[5] Die großen, herzförmigen Blätter sind 10 bis 20 Zentimeter lang und gegenständig oder in dreizähligen Quirlen angeordnet.[1][2] Die Blattoberseite ist hellgrün und meist kahl, während die Unterseite blasser und weich behaart ist.[5] Ein charakteristisches Bestimmungsmerkmal ist der unangenehme Geruch, den die Blätter beim Zerreiben verströmen.[1] Die zwittrigen Blüten erscheinen in 15 bis 25 Zentimeter großen, aufrechten Rispen und besitzen eine weiße, glockenförmige Krone von 4 bis 5 Zentimetern Länge.[1][2] Der Blütenschlund ist im Inneren mit violetten Flecken auf den oberen Lappen und gelben Streifen auf den unteren Lappen gezeichnet.[2][5] Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich 20 bis 40 Zentimeter lange, zigarrenförmige Kapselfrüchte, die zunächst grün sind und sich zur Reife braun verfärben. Diese dünnwandigen Schoten verbleiben oft über den Winter am Baum und enthalten zahlreiche flache, papierartige Samen, die gefranste Flügel besitzen.[1] Im Vergleich zum ähnlichen *Catalpa speciosa* unterscheidet sich *C. bignonioides* durch kleinere Blüten (3–4 cm gegenüber 5–7 cm) und Blätter mit abrupt zugespitzten Rändern.[1][5] Zudem bleibt *C. bignonioides* meist kompakter im Wuchs und bildet etwas kürzere Früchte aus als die bis zu 50 Zentimeter langen Schoten der verwandten Art.[1]

Beschreibung

Catalpa bignonioides, allgemein als Gewöhnlicher Trompetenbaum bekannt, ist ein sommergrüner Laubbaum aus der Familie der Bignoniaceae, dessen ursprüngliches Verbreitungsgebiet die feuchten Flussniederungen der südöstlichen Vereinigten Staaten umfasst. Im natürlichen Habitat besiedelt die Art als Pionierpflanze bevorzugt gestörte Standorte und Flussufer, wo ihr weitreichendes Wurzelsystem wesentlich zur Erosionskontrolle und Bodenstabilisierung beiträgt.[1][2] Das Erscheinungsbild ist geprägt von einem kurzen, oft dicken Stamm und einer breiten, unregelmäßigen Krone, die durch grobe, krumme Äste gebildet wird und dem Baum eine offene Silhouette verleiht.[4] Die Rinde entwickelt im Alter eine schuppige, rotbraune bis graue Textur mit unregelmäßigen Furchen, während das Holz leicht und weich, aber im Kernholz bemerkenswert verrottungsfest ist.[2][5] Ein spezifisches anatomisches Merkmal sind die großen, herzförmigen Blätter, die gegenständig oder in Quirlen angeordnet sind und beim Zerreiben einen charakteristischen unangenehmen Geruch verströmen.[1] Physiologisch reagiert *Catalpa bignonioides* auf Herbivorie mit einer induzierten Abwehr, indem über den Jasmonsäure-Signalweg innerhalb von Stunden die Konzentration von Iridoidglycosiden wie Catalposid in den Blättern erhöht wird.[2][5] Diese chemische Verteidigung ist effektiv gegen Generalisten, wird jedoch von den Larven des Catalpa-Schwärmers (*Ceratomia catalpae*) umgangen, die als Spezialisten das Gift tolerieren.[1] Diese als "Catalpa-Würmer" bekannten Larven sequestrieren Catalpol zur eigenen Verteidigung gegen Fressfeinde, was eine komplexe tritrophische Interaktion unter Einbeziehung parasitoider Wespen auslöst.[7][3] Die reproduktive Phase ist durch zwittrige Blüten gekennzeichnet, die Nektar produzieren und eine hohe Keimfähigkeit der Samen von bis zu 90 % ermöglichen.[1][4] Die daraus entstehenden, zigarrenartigen Kapselfrüchte verbleiben oft den gesamten Winter über am Baum und nutzen den Wind zur Verbreitung der zahlreichen geflügelten Samen.[2] Im taxonomischen Vergleich unterscheidet sich *C. bignonioides* vom nördlichen Verwandten *Catalpa speciosa* durch kleinere Blüten, eine kompaktere Wuchsform und Blätter, die sich abrupt zu einer Spitze verengen.[1][2] Phylogenetische Analysen ordnen die Art der Sektion *Catalpa* zu, die neben *C. speciosa* die einzigen beiden in Nordamerika endemischen Vertreter der Gattung umfasst.[5] Die historische Erstbeschreibung erfolgte 1788 durch Thomas Walter basierend auf Exemplaren aus dem Südosten der USA, nachdem der Naturforscher Mark Catesby die Art bereits in den 1720er Jahren dokumentiert hatte.[1][2] Der Name leitet sich vom Muscogee-Begriff "kutuhlpa" ab, was "geflügelter Kopf" bedeutet und vermutlich die Form der Samen oder Blütenstände beschreibt.[2]

Verhalten

Als Reaktion auf mechanische Beschädigung oder Insektenfraß zeigt *Catalpa bignonioides* ein induziertes Abwehrverhalten, indem sie innerhalb von Stunden die Produktion von Iridoidglycosiden wie Catalposid in den Blättern steigert.[7] Dieser chemische Prozess wird systemisch über den Jasmonsäure-Signalweg gesteuert, um generalistische Herbivoren an der Nahrungsaufnahme zu hindern.[5] Spezialisierte Fressfeinde wie die Raupen des Catalpa-Schwärmers (*Ceratomia catalpae*) tolerieren diese Abwehrstoffe jedoch und sequestrieren sie sogar zum eigenen Schutz vor Räubern.[1] In einer tritrophischen Interaktion werden diese Herbivoren wiederum von parasitoiden Wespen befallen, was die Schädlingspopulation am Baum reguliert.[5] Zur Fortpflanzung kommuniziert der Baum über optische und olfaktorische Signale, indem er nektarreiche, duftende Blüten bildet, die Bienen, Schmetterlinge und Kolibris anlocken.[1] Im Wurzelbereich geht die Pflanze eine symbiotische Verbindung ein, indem sie arbuskuläre Mykorrhiza-Assoziationen bildet, um die Phosphoraufnahme in nährstoffarmen Böden zu optimieren.[7] Das Ausbreitungsverhalten der Samen ist primär anemochor, wobei Windströmungen für den Transport der geflügelten Diasporen genutzt werden.[1] Ergänzend ermöglichen die schwimmfähigen Hülsenfrüchte eine Hydrochorie, bei der Samen entlang von Wasserläufen in Auenhabitaten verbreitet werden.[2]

Ökologie

In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet im Südosten der USA besiedelt *Catalpa bignonioides* vorwiegend Auenwälder, Flussufer und Überschwemmungsgebiete, wobei die Art an periodische Überflutungen angepasst ist.[1] Als Pionierpflanze kolonisiert der Baum rasch gestörte Standorte und trägt durch sein Wurzelsystem zur Stabilisierung des Bodens in erosionsgefährdeten Bereichen bei. Die nektarreichen Blüten werden entomophil bestäubt und dienen Bienen, Schmetterlingen sowie Kolibris als wichtige Nahrungsquelle im Frühsommer.[2][1] Im Nahrungsnetz fungiert *Catalpa bignonioides* als spezifische Wirtspflanze für die Raupen verschiedener Schwärmerarten, insbesondere für den Catalpa-Schwärmer (*Ceratomia catalpae*) und *Xylophanes tersa*.[5][1] Als induzierte Abwehrreaktion auf Fraßschäden produziert die Pflanze über den Jasmonsäure-Signalweg Iridoidglykoside wie Catalposid, die auf generalistische Herbivoren abschreckend wirken.[7][5] Spezialisierte Herbivoren wie die Larven von *Ceratomia catalpae* tolerieren diese Toxine jedoch und sequestrieren Catalpol, um sich selbst vor Fressfeinden zu schützen.[2][7] Diese Herbivorenpopulationen werden wiederum von parasitoiden Wespen reguliert, was eine komplexe tritrophische Interaktion darstellt.[1] Neben weiteren Schadinsekten wie der Sackträgermotte (*Thyridopteryx ephemeraeformis*) ist der Baum anfällig für pathogene Pilze wie *Verticillium dahliae*, den Erreger der Verticillium-Welke.[3][2] Zur Verbesserung der Nährstoffaufnahme, insbesondere von Phosphor, gehen die Wurzeln eine arbuskuläre Mykorrhiza-Symbiose mit Pilzen des Stammes Glomeromycota ein.[7] Außerhalb des ursprünglichen Areals zeigt die Art invasives Potenzial, indem sie aus Kulturen verwildert und durch windverbreitete Samen in Waldgebiete eindringt.[2]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Catalpa bignonioides gilt primär als wertvolles Ziergehölz und Nützling für Bestäuber, kann jedoch im städtischen Raum aufgrund von Laub- und Fruchtabwurf als Lästling wahrgenommen werden.[1] Der markanteste biotische Interaktor ist die Larve des Catalpa-Schwärmers (*Ceratomia catalpae*), die massive Entlaubung bis hin zum Kahlfraß verursachen kann, in den Südstaaten der USA jedoch gezielt als Angelköder („catalpa worms“) gesammelt wird.[1][3] Gesundheitlich kritisch für den Baum ist die Verticillium-Welke (*Verticillium dahliae*), die zu Gefäßverfärbungen, welken Ästen und einem Absterben der Pflanze führen kann.[2] Zudem besteht eine Anfälligkeit für Anthraknose und Echten Mehltau, wobei das Laub in sehr trockenen Sommern zu Sonnenbrand und vorzeitigem Abwurf neigt.[4][1] Als biochemische Abwehr gegen Generalisten produziert der Baum Iridoidglycoside wie Catalposid, welche jedoch von spezialisierten Schädlingen wie *C. catalpae* toleriert und zur eigenen Feindabwehr sequestriert werden.[7][5] Im kommunalen Management erfordert der Baum erhöhten Pflegeaufwand, da herabfallende Blüten, große Blätter und die bis in den Winter verbleibenden Schoten signifikanten Abfall („Litter“) erzeugen.[1][2] Außerhalb seines nativen Verbreitungsgebiets zeigt *C. bignonioides* invasives Potenzial und kann durch windverbreitete Samen in Waldgebiete eindringen, was ein ökologisches Monitoring erfordert.[2] Präventive Maßnahmen umfassen den Rückschnitt von Totholz im Spätwinter zur Förderung der Luftzirkulation sowie die Vermeidung von Trockenstress durch Bewässerung, um die Widerstandskraft gegen Sekundärschädlinge wie Bohrer zu erhöhen.[2][6] Bei starkem Schädlingsbefall werden primär kulturelle Praktiken wie Mulchen empfohlen, während systemische Insektizide nur bei gestressten Bäumen als letzte Option gelten. Während historische medizinische Anwendungen der Rinde gegen Malaria oder Würmer als veraltet gelten, untersuchen aktuelle Studien das antioxidative und entzündungshemmende Potenzial der Fruchtextrakte.[5]

Wirtschaftliche Bedeutung

Das leichte und weiche Holz von *Catalpa bignonioides* besitzt eine hohe Fäulnisresistenz, weshalb es historisch für Zaunpfähle, Schienen und als Brennstoff genutzt wurde.[2] Aufgrund der Haltbarkeit des Kernholzes fand es zudem Verwendung im Möbelbau und für Innenausbauten. Im Garten- und Landschaftsbau ist die Art als Ziergehölz von wirtschaftlicher Bedeutung, da sie tolerant gegenüber städtischen Belastungen wie Bodenverdichtung und Luftverschmutzung ist.[1][2] Baumschulen kultivieren spezifische Sorten wie 'Nana' oder 'Aurea', um auch den Bedarf für kleinere Pflanzflächen zu decken.[4] Wirtschaftliche Nachteile im öffentlichen Grün entstehen durch den erhöhten Reinigungsaufwand, den der saisonale Abwurf von großen Blättern und langlebigen Samenkapseln verursacht.[1] Außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebiets kann die Art verwildern und in forstwirtschaftliche Flächen oder Wälder eindringen, was potenziell Bekämpfungsmaßnahmen erfordert.[2] Eine spezifische ökonomische Nische bildet die Nutzung der auf dem Baum lebenden Larven des Schwärmers *Ceratomia catalpae*, die als begehrte Köder für den Fischfang gehandelt werden.[3][1] Im Bereich der Landgewinnung wird der Baum zur Stabilisierung von Böden in Windschutzstreifen und auf ehemaligen Bergbauflächen eingesetzt, was zur Erosionskontrolle beiträgt.[1] Neuere Forschungen untersuchen zudem das wirtschaftliche Potenzial von Extrakten aus den Früchten für pharmazeutische Anwendungen, etwa aufgrund enthaltener Iridoide mit bioaktiven Eigenschaften.[6]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzungsbiologie von *Catalpa bignonioides* ist durch zwittrige Blüten gekennzeichnet, die im späten Frühling bis Frühsommer erscheinen.[1] Die Bestäubung erfolgt entomophil, wobei Bienen und andere Insekten durch den produzierten Nektar und die auffälligen Blütenmarkierungen angelockt werden.[4] Bäume erreichen ihre reproduktive Reife in der Regel ab dem siebten Lebensjahr. In Intervallen von zwei bis drei Jahren werden besonders reichhaltige Samenmengen produziert, was auf eine hohe Fertilität adulter Exemplare hinweist.[2] Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich bis zu 40 Zentimeter lange, zigarrenförmige Kapselfrüchte, die oft über den Winter bis in das nächste Frühjahr am Baum verbleiben.[1] Die darin enthaltenen Samen sind flach sowie geflügelt und werden hauptsächlich durch den Wind (Anemochorie) über weite Strecken verbreitet.[2] Eine sekundäre Ausbreitung über Wasser ist in Uferhabitaten möglich, da die Samen schwimmfähig sind.[1] Die Keimung erfolgt bei frischem Saatgut bereitwillig mit Raten von bis zu 90 %, wobei eine Kältestratifikation die Einheitlichkeit der Keimung verbessern kann.[2] Der Trompetenbaum zeigt in der Jugend ein rasches Wachstum von durchschnittlich 60 Zentimetern pro Jahr und erreicht seine volle Reife nach 20 bis 30 Jahren. Die physiologische Lebensdauer ist mit rund 60 Jahren vergleichsweise kurz, da ältere Exemplare oft Stammfäule entwickeln.[1] Für die Nährstoffaufnahme, insbesondere von Phosphor, geht das Wurzelsystem Symbiosen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen ein.[7] Als physiologische Besonderheit induziert die Pflanze bei Herbivorie über den Jasmonsäure-Signalweg die Produktion von Iridoidglykosiden wie Catalposid in den Blättern.[2] Diese chemische Abwehr wirkt gegen viele generalistische Fressfeinde, ist jedoch gegen die spezialisierten Larven des Catalpa-Schwärmers (*Ceratomia catalpae*) wirkungslos. Diese Larven, die sich monophag von *Catalpa*-Blättern ernähren, sequestrieren die Giftstoffe sogar, um sich selbst vor Prädatoren zu schützen.[5] Neben dem massiven Insektenfraß, der zur vollständigen Entlaubung führen kann, stellen Pilzkrankheiten wie die Verticillium-Welke (*Verticillium dahliae*) signifikante Mortalitätsfaktoren dar.[2]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Catalpa bignonioides* liegt im Südosten der Vereinigten Staaten, wobei sich das natürliche Vorkommen auf die Golfküstenstaaten Alabama, Florida, Georgia, Louisiana und Mississippi konzentriert.[1] In diesen Regionen besiedelt die Art vorwiegend Tieflandgebiete bis zu einer Höhe von etwa 300 Metern.[3] Der primäre Lebensraum umfasst feuchte Auenwälder, Flussufer und Überschwemmungsgebiete, wo der Baum oft als Pionierart in frühen Sukzessionsstadien auftritt und Halbschatten durch das Kronendach toleriert.[2] *Catalpa bignonioides* bevorzugt tiefe, nährstoffreiche und gut durchlässige Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5.[1] Die Art zeigt jedoch eine hohe Standortamplitude und gedeiht auch auf lehmigen, zeitweise nassen oder trockenen sowie nährstoffarmen Substraten.[4] Die Einführung nach Europa erfolgte im frühen 18. Jahrhundert, nachdem der Naturforscher Mark Catesby um 1726 erste Samen aus seinen Sammlungen nach England sandte.[5][2] Seitdem hat sich der Trompetenbaum als Ziergehölz weltweit etabliert und ist in Teilen der östlichen USA sowie in Mittel- und Osteuropa verwildert, wo er selbsterhaltende Populationen bildet.[2] Die Art ist an ein feucht-subtropisches Klima angepasst (USDA-Zonen 5 bis 9), zeigt aber auch in kühleren Regionen ausreichende Winterhärte.[6][2] Aufgrund seiner Toleranz gegenüber Luftverschmutzung, verdichteten Böden und Salzbelastung wird der Baum häufig in städtischen Siedlungsbereichen gepflanzt. Außerhalb des nativen Areals kann *Catalpa bignonioides* durch leichte Samenverbreitung invasives Potenzial zeigen und in gestörte Waldgebiete eindringen.[2] Ökologisch fungiert der Baum als spezifische Wirtspflanze für die Larven des Catalpa-Schwärmers (*Ceratomia catalpae*) und bietet in seinem Habitat Nektar für diverse Bestäuber.[1][5]

Saisonalität & Aktivität

Die saisonale Aktivität von *Catalpa bignonioides* beginnt mit dem Austrieb im Frühjahr, gefolgt von einer Blütezeit im späten Frühjahr bis Frühsommer, typischerweise von Mai bis Juni.[1][2] Diese reproduktive Phase fällt meist mit oder kurz nach der vollständigen Blattentfaltung zusammen, wobei die nektarreichen Blüten zahlreiche Bestäuber wie Bienen anlocken.[2][4] Nach der Befruchtung entwickeln sich die langen, zigarrenförmigen Kapselfrüchte, die im Herbst braun reifen und oft den gesamten Winter über am Baum verbleiben.[5][4] Die Freisetzung der geflügelten Samen erfolgt primär im Zeitraum von Oktober bis Dezember, kann sich jedoch durch das langsame Aufplatzen der Schoten bis in das späte Frühjahr hinziehen.[1][2] Während der Vegetationsperiode dient das Laub als Wirt für die Larven des Schwärmers *Ceratomia catalpae*, die sich von den Blättern ernähren und bei starkem Befall den Baum entlauben können. Auf mechanische Beschädigung oder Herbivorie reagiert die Pflanze dynamisch, indem sie innerhalb von Stunden induzierte chemische Abwehrstoffe wie Iridoidglykoside in den betroffenen Geweben biosynthetisiert. Das Laub verfärbt sich im Herbst gelb, bevor der Blattabwurf die winterliche Ruhephase einleitet. Ergänzende Daten zum öffentlichen Suchinteresse zeigen saisonale Spitzenwerte in den Sommermonaten Juli und August, was zeitlich mit der vollen Belaubung und der auffälligen Fruchtentwicklung korreliert.[1]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Weilheim, Krottenkopfstraße, 82362 Weilheim in Oberbayern, Deutschland

    29.11.2025

  • Deutschland

    14.11.2025

  • Schönbuschsee, Aschaffenburg, Bayern, Deutschland

    19.10.2025

  • Betzenhausen, 79 Freiburg im Breisgau-West, Deutschland

    19.10.2025

  • Volkspark Friedrichshain, Berlin, Berlin, Deutschland

    05.10.2025

Daten: iNaturalist

Quellen & Referenzen

  1. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/catalpa-bignonioides/
  2. https://www.gbif.org/species/3172615
  3. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:30194969-2
  4. https://landscapeplants.oregonstate.edu/plants/catalpa-bignonioides
  5. https://link.springer.com/article/10.1007/s12228-017-9471-7
  6. https://extension.illinois.edu/blogs/hort-home-landscape/2015-06-12-plant-week-catalpa
  7. https://deepblue.lib.umich.edu/bitstream/handle/2027.42/110863/een12168.pdf?sequence=1
  8. Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)