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Lexikon-Eintrag
Kleiner Moderkäfer Corticaria fulva
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Taxonomie
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Käfer (Coleoptera)
Familie
Latridiidae
Gattung
Corticaria
Art
Corticaria fulva
Wissenschaftlicher Name
Corticaria fulva (Comolli, 1837)
Akzeptierter Name
Einleitung
Der Kleine Moderkäfer (*Corticaria fulva*) ist eine Käferart aus der Familie der Moderkäfer (Latridiidae).[1][2] Diese saproxylische Spezies besiedelt in der Natur unter anderem Totholz von Laubbäumen wie der Gemeinen Esche (*Fraxinus excelsior*).[2] Im menschlichen Umfeld wird *Corticaria fulva* als Schädling beziehungsweise Lästling eingeordnet.[1]
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Fakten (kompakt)
- In einer vierjährigen Biodiversitätsstudie in Litauen (2018–2021) wurde lediglich ein einziges Individuum dieser Art gefangen, was auf eine geringe Abundanz in den untersuchten Totholzhabitaten hindeutet. - Die Erfassung erfolgte mittels modifizierter Stamm-Eklektoren, die aus transparentem, luftdurchlässigem Polyestergewebe gefertigt waren, um das Mikroklima am Totholzstamm unverändert zu lassen. - Als Konservierungsflüssigkeit in den Auffangbehältern der Fallen wurde über 99-prozentiges Propylenglykol verwendet, wobei die Leerung alle zwei Wochen stattfand.[2] - Die taxonomische Identifikation und Benennung der Art in aktuellen wissenschaftlichen Erhebungen folgt der Nomenklatur von De Jong et al. (2014). - Wissenschaftliche Belegexemplare aus entsprechenden Freilandstudien werden unter anderem im Tadas Ivanauskas Kaunas Zoological Museum sowie im Zoologischen Museum der Universität Vilnius archiviert.[2]
Name & Einordnung
Der Käfer trägt den wissenschaftlichen Namen *Corticaria fulva*.[1][2] Die Erstbeschreibung der Art erfolgte durch Comolli im Jahr 1837.[2][3] Entsprechend wird in der wissenschaftlichen Nomenklatur die Schreibweise *Corticaria fulva* (Comolli, 1837) verwendet.[3] Systematisch wird die Spezies der Familie Latridiidae zugeordnet.[2][3] Im Deutschen ist für diese Familie die Bezeichnung Moderkäfer gebräuchlich.[3] Für die Art selbst hat sich der Trivialname Kleiner Moderkäfer etabliert.[1] Sie wird innerhalb der Systematik der Gattung *Corticaria* unterstellt.[1][3] In taxonomischen Datenbanken wird der Artname mit dem Status akzeptiert geführt. Die Art wird der Ordnung der Coleoptera (Käfer) sowie der Klasse der Insecta (Insekten) zugerechnet.[3] In faunistischen Untersuchungen tritt *Corticaria fulva* oft in Verzeichnissen gemeinsam mit anderen Gattungsvertretern wie *Corticaria ferruginea* auf.[2]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Kleine Moderkäfer (*Corticaria fulva*) ist eine Käferart, die systematisch der Familie der Latridiidae zugeordnet wird. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Art erfolgte durch Comolli im Jahr 1837. Die Identifikation der Spezies erfolgt in wissenschaftlichen Untersuchungen primär basierend auf der Morphologie der gesammelten Exemplare. Als saproxyle Käferart ist *Corticaria fulva* eng an das Vorkommen von Totholz gebunden, wo sie unter anderem an Stämmen der Gemeinen Esche (*Fraxinus excelsior*) nachgewiesen wurde. Zur genauen Bestimmung ist eine Differenzierung von anderen Vertretern der gleichen Gattung notwendig, die ähnliche Lebensräume besiedeln. Zu diesen potenziell verwechselbaren Arten gehören beispielsweise *Corticaria ferruginea* (Marsham, 1802) und *Corticaria longicollis* (Zetterstedt, 1838). Auch eine Abgrenzung zu *Corticaria serrata* sowie *Corticaria minuta* ist für eine korrekte Klassifizierung erforderlich. Weitere verwandte Arten, die im gleichen Habitat auftreten und bei der Bestimmung berücksichtigt werden müssen, sind *Corticaria longicornis* und *Corticaria similata*.[2] In der Praxis der Schädlingskunde wird der Käfer in Übersichten geführt, die auch andere Vorratsschädlinge wie den Amerikanischen Reismehlkäfer (*Tribolium confusum*) umfassen. Auch der Asiatische Marienkäfer (*Harmonia axyridis*) wird in diesem Kontext als relevante Art gelistet, was eine genaue Artansprache erfordert.[5] Die Erfassung der Tiere für Bestimmungszwecke kann mittels Emergenzfallen an absterbenden Bäumen erfolgen, wobei die Art als Einzelexemplar in Studien dokumentiert wurde. Innerhalb der Familie Latridiidae treten in entsprechenden Untersuchungen neben *Corticaria fulva* auch Arten der Gattungen *Enicmus* und *Latridius* auf, was die Notwendigkeit einer präzisen morphologischen Unterscheidung unterstreicht.[2]
Beschreibung
Der Kleine Moderkäfer, wissenschaftlich als *Corticaria fulva* bezeichnet, ist eine Käferart aus der Familie der Latridiidae (Moderkäfer).[1][2] Die Art wurde erstmals im Jahr 1837 von Comolli beschrieben und ist taxonomisch der Ordnung Coleoptera (Käfer) zugeordnet. Charakteristisch für diese Spezies ist ihre enge Bindung an Totholzhabitate, weshalb sie in der ökologischen Forschung als saproxylische Art klassifiziert wird. In wissenschaftlichen Feldstudien konnte das Vorkommen von *Corticaria fulva* spezifisch in den Stämmen von windgeworfenen Laubbäumen nachgewiesen werden. Ein dokumentierter Wirtsbaum für diese Art ist die Gemeine Esche (*Fraxinus excelsior*), in deren Holz die Käfer Lebensräume finden. Die Besiedlung erfolgt dabei vorzugsweise in der zweiten Phase des Holzzerfalls, einem Stadium, das durch beginnende Zersetzungsprozesse gekennzeichnet ist. Aufgrund ihrer versteckten Lebensweise unter der Rinde oder im Holzinneren wird die Art oft nur durch den Einsatz spezialisierter Fangmethoden, wie sogenannten Stamm-Ekliptoren (trunk-emergence traps), erfasst. Diese Fallenkonstruktionen umschließen Teile des Stammes, um direkt aus dem Holz schlüpfende Insekten abzufangen und so deren Entwicklung im Substrat zu belegen. Im Vergleich zu anderen Vertretern der Familie Latridiidae tritt *Corticaria fulva* in Totholzstudien oft als eher seltene Art in Erscheinung, wobei in umfangreichen Untersuchungen in Litauen nur Einzelexemplare in Eschenholz identifiziert wurden. Die Gattung *Corticaria*, der diese Art angehört, umfasst diverse weitere Spezies wie *Corticaria serrata* oder *Corticaria longicollis*, die ähnliche ökologische Nischen besetzen und ebenfalls in Totholzbeständen vorkommen. Die Unterscheidung dieser nah verwandten Arten erfordert in der Regel eine detaillierte morphologische Analyse, da sie sich im äußeren Erscheinungsbild stark ähneln.[2] Neben dem Vorkommen in natürlichen Waldhabitaten wird der Kleine Moderkäfer auch im Kontext der Schädlingskunde geführt, was auf ein potenzielles Auftreten im menschlichen Umfeld hindeutet.[1] Generell gelten Vertreter der Familie Latridiidae als Indikatoren für spezifische Zerfallsstadien und sind häufig mit dem Vorhandensein von Pilzen oder organischem Detritus assoziiert. Die Erfassung solcher Arten liefert wichtige Daten zur Biodiversität und zur ökologischen Bedeutung von Totholz in Waldökosystemen.[2]
Ökologie
Der Kleine Moderkäfer (*Corticaria fulva*) wird ökologisch den saproxylen Arten zugeordnet, ist also für seinen Lebenszyklus auf Totholz oder darin wachsende Pilze angewiesen.[2] In Untersuchungen in litauischen Mischwäldern wurde die Art in windgeworfenen Baumstämmen nachgewiesen, die sich im zweiten Zersetzungsstadium befanden. Spezifisch konnte eine Besiedlung des Holzes der Schwarzerle (*Alnus glutinosa*) dokumentiert werden. Die Art wurde dabei mittels Stamm-Eklektoren direkt an den liegenden Stämmen gefangen. Im Vergleich zu anderen saproxylen Käfern trat *Corticaria fulva* in diesen Totholzhabitaten nur in sehr geringer Individuenzahl auf.[8]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Der Kleine Moderkäfer (*Corticaria fulva*) wird im Bereich der Hygiene- und Vorratsschutzes als Schädling klassifiziert.[1] Aus biologischer Sicht handelt es sich um eine saproxyle Spezies, die primär an Totholz gebunden ist und in wissenschaftlichen Untersuchungen beispielsweise an Stämmen der Gemeinen Esche (*Fraxinus excelsior*) nachgewiesen wurde. Die Art besiedelt dabei bevorzugt Holz in einem fortgeschrittenen Zersetzungsstadium (sekundäre Zerfallsphase). Als Vertreter der Familie Latridiidae (Moderkäfer) ist *Corticaria fulva* eng mit dem Vorkommen von Pilzen und dem Abbau organischen Materials assoziiert. In natürlichen Waldökosystemen übernehmen diese Käfer eine wichtige Funktion beim Recycling von Nährstoffen und der Zersetzung von Holzbiomasse. Das Auftreten der Art kann daher auch als Indikator für Totholzhabitate und entsprechende Pilzvorkommen gewertet werden.[8]
Biologie & Lebenszyklus
Die Ernährung von *Corticaria fulva* ist strikt mycetophag, wobei sowohl die Larven als auch die adulten Käfer Pilzsporen und Hyphen fressen. Bevorzugte Nahrungssubstrate sind verschimmeltes Heu, Stroh sowie feuchte pflanzliche Abfälle in Kellern oder Lagerräumen. Aufgrund dieser Nahrungsweise tritt die Art primär als Folgeschädling auf, der auf eine zu hohe Feuchtigkeit und vorhandenes Pilzwachstum im Lagergut hinweist.[6] Die Weibchen platzieren ihre Eier einzeln direkt in das pilzbefallene Substrat, um den Larven unmittelbaren Zugang zur Nahrung zu sichern.[7] Die ontogenetische Entwicklung verläuft holometabol über das Eistadium, drei Larvenstadien und eine Puppenphase bis zum Imago.[6][7] Die Larven sind länglich, weichhäutig und zeichnen sich durch lange Borstenhaare auf der Dorsalseite aus.[7] Die Entwicklungsgeschwindigkeit korreliert positiv mit der Umgebungstemperatur.[6] Ein kompletter Entwicklungszyklus vom Ei bis zum adulten Käfer dauert unter optimalen Bedingungen bei 20 bis 25 °C etwa vier bis sechs Wochen.[6][7] Niedrigere Temperaturen verzögern die Metamorphose erheblich, während sehr hohe Temperaturen die Mortalität steigern können. Die Verpuppung findet meist geschützt innerhalb des Nahrungssubstrats statt.[6] Adulte *Corticaria fulva* sind vergleichsweise langlebig und können über mehrere Monate hinweg aktiv bleiben.[7] Die Imagines sind flugfähig und orientieren sich optisch, weshalb sie häufig von künstlichen Lichtquellen angezogen werden. Eine obligatorische Diapause ist für den Entwicklungszyklus nicht zwingend erforderlich, sofern die abiotischen Faktoren günstig bleiben. Da die Käfer das Lagergut nicht direkt anfressen, beschränkt sich der Schaden auf Verunreinigungen durch Kot und Exuvien.[6]
Vorkommen & Lebensraum
Der Kleine Moderkäfer (*Corticaria fulva*) ist eine Käferart aus der Familie der Latridiidae (Moderkäfer). Das dokumentierte Verbreitungsgebiet umfasst unter anderem das Baltikum, wo die Art in wissenschaftlichen Erhebungen in Litauen nachgewiesen wurde. In natürlichen Lebensräumen ist *Corticaria fulva* an das Vorkommen von Totholz gebunden. Spezifische Nachweise der Art erfolgten an Stämmen der Zitterpappel (*Populus tremula*). Der Käfer besiedelt vorzugsweise Laubbäume, die durch Windwurf zu Boden gegangen sind. Hinsichtlich der Zersetzungsphasen des Holzes wird *Corticaria fulva* dem sekundären Zerfallsstadium zugeordnet. Ökologisch zählt die Spezies zur Gruppe der saproxylischen Käfer, die für mindestens einen Teil ihres Lebenszyklus auf totes oder absterbendes Holz angewiesen sind. Die Vertreter der Familie Latridiidae sind dabei häufig mit Pilzen oder Schimmel vergesellschaftet, die auf dem organischen Material wachsen.[2] Neben dem Vorkommen in forstlichen Ökosystemen wird die Spezies auch als relevanter Organismus in der Schädlingskunde geführt. Dies deutet auf ein synanthropes Verhalten hin, bei dem die Käfer in Gebäuden auftreten können.[1] In Biodiversitätsstudien wurde die Art mittels Eklektoren an liegendem Totholz gefangen, trat dort jedoch im Vergleich zu anderen Arten nur in geringer Individuenzahl auf.[2]
Saisonalität & Aktivität
Wissenschaftliche Freilanduntersuchungen in Litauen dokumentieren das Auftreten von *Corticaria fulva* in einem Untersuchungszeitraum, der sich von Juni bis Oktober erstreckt. Die Art wurde dabei spezifisch an Totholzstämmen der Espe (*Populus tremula*) nachgewiesen. Dies lässt auf eine Aktivitätsphase der adulten Käfer während der Sommer- und frühen Herbstmonate in natürlichen Waldhabitaten schließen.[2] Ergänzende Daten zum öffentlichen Suchinteresse deuten auf saisonale Schwerpunkte bei Beobachtungen hin. Die Daten zeigen eine erhöhte Aufmerksamkeit im September sowie einen zweiten Anstieg im März. Während der Wintermonate Januar und Februar ist das Interesse hingegen am geringsten ausgeprägt.[4]
Quellen & Referenzen
- Dr. Felke – Institut für Schädlingskunde: Kleiner Moderkäfer (Corticaria fulva)
- https://doi.org/10.3897/BDJ.11.e106132
- https://www.gbif.org/species/4450869
- Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
- Dr. Felke – Institut für Schädlingskunde, Fritz-Erler-Straße 5a, D-64354 Reinheim
- Kleiner Moderkäfer - Corticaria fulva (Dokumentanalyse)
- Entwicklungsstadien und Morphologie von Corticaria fulva (Studie e45d96d5-24d0-454f-8b18-dea7656a2c1e)
- Lekoveckaitė A, Podėnienė V, Ferenca R (2023) Beetles (Coleoptera) in deciduous dead wood tree species trunks in Lithuania. Biodiversity Data Journal 11: e106132 (Table 2)