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Lexikon-Eintrag

Europäische Hausstaubmilbe Dermatophagoides pteronyssinus

Europäische Hausstaubmilbe

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung Hornmilben (Sarcoptiformes)
Familie Pyroglyphidae
Gattung Dermatophagoides
Art Dermatophagoides pteronyssinus
Wissenschaftlicher Name Dermatophagoides pteronyssinus (Trouessart, 1897)
Akzeptierter Name

Einleitung

Die Europäische Hausstaubmilbe (*Dermatophagoides pteronyssinus*) ist eine zu den Spinnentieren zählende Art aus der Familie der Pyroglyphidae.[1][2] Ursprünglich in Vogelnestern beheimatet, besiedelt sie heute weltweit menschliche Wohnungen und ernährt sich dort vorwiegend von abgefallenen Hautschuppen.[2] Als einer der häufigsten Erreger von Hausstauballergien löst sie durch spezifische Allergene wie Der p 1 und Der p 2 Reaktionen wie Asthma, Rhinitis und Dermatitis aus.[3][2]

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Fakten (kompakt)

- Zur chemischen Bekämpfung wurden 24-gliedrige Cyclodepsipeptide entwickelt, die eine starke akarizide Wirkung bei gleichzeitig geringer Toxizität für den Menschen aufweisen. - Physikalische Bekämpfungsverfahren nutzen festes Kohlendioxid (Trockeneis) in Form von Schnee oder Pellets, um die Milben in Textilien durch Kälte abzutöten, ohne dabei Feuchtigkeitsschäden an Matratzen oder Teppichen zu verursachen.[22] - Als effektive Wirkstoffe gegen *Dermatophagoides* werden spezifische Benzoylharnstoffe (z. B. N-Benzoyl-N'-(phenoxyphenyl)-harnstoffe) eingesetzt, die sowohl zur Vernichtung existierender Populationen als auch zur Prävention dienen. - Neben chemischen und thermischen Methoden wurden technische Verfahren patentiert, die steuerbare Ultraschallquellen zur Eliminierung der Milben nutzen.[22]

Name & Einordnung

Die Art *Dermatophagoides pteronyssinus* wurde im Jahr 1897 von Trouessart wissenschaftlich erstbeschrieben. Systematisch wird sie der Familie Pyroglyphidae sowie der Ordnung Sarcoptiformes zugeordnet.[1] Der Gattungsname *Dermatophagoides*, der auf Bogdanov (1864) zurückgeht, bedeutet übersetzt ‚Hautfresser‘ und verweist auf die primäre Nahrungsquelle der Tiere.[4] Im internationalen wissenschaftlichen Sprachgebrauch wird die Spezies zur Abgrenzung häufig als „European House Dust Mite“ (Europäische Hausstaubmilbe) bezeichnet, während die verwandte Art *Dermatophagoides farinae* als „Amerikanische Hausstaubmilbe“ gilt.[5] Als ursprünglicher Lebensraum der Gattung gelten Vogelnester, von denen aus ein Übergang auf menschliche Behausungen stattfand.[4]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Europäische Hausstaubmilbe (*Dermatophagoides pteronyssinus*) ist ein mikroskopisch kleines Spinnentier mit einer Körpergröße von 0,1 bis 0,5 Millimetern. Der Körper ist weiß gefärbt und trägt haarförmige Borsten. Ein wesentliches Bestimmungsmerkmal ist die fein gestreifte Cuticula (Körperhülle), die sie von anderen in Häusern lebenden Milben unterscheidet. Bei Arten der Familie Glycyphagidae ist die Hülle hingegen glatt oder papillös, bei Tarsonemidae besteht sie aus überlappenden Platten. Von der ebenfalls im Hausstaub vorkommenden Gattung *Euroglyphus* unterscheidet sich *Dermatophagoides* durch das Fehlen einer sklerotisierten Platte (Tegmen) am vorderen Rumpfbereich. Zudem dient die Länge zweier spezifischer Borsten am Idiosoma als Differenzierungsmerkmal. Es besteht eine Verwechslungsgefahr zwischen den Arten, so wurde *Dermatophagoides microceras* häufig fälschlicherweise als *Dermatophagoides farinae* identifiziert.[4] Die Art ist getrenntgeschlechtig und weist einen deutlichen Sexualdimorphismus auf, wobei Männchen signifikant kleiner sind als Weibchen. Weibliche Tiere erreichen ein Lebendgewicht von etwa 5,8 Mikrogramm, während Männchen lediglich 3,5 Mikrogramm wiegen. Die Entwicklung verläuft über das Ei und Larvenstadien (Deutonymphe, Tritonymphe) zum adulten Tier.[10] Die Milben hinterlassen kugelförmige Exkremente, die als feiner Staub mit einer Partikelgröße von etwa 35 µm im Lebensraum verbleiben.[3]

Beschreibung

Die Europäische Hausstaubmilbe (*Dermatophagoides pteronyssinus*) ist eine mikroskopisch kleine Milbenart aus der Familie der Pyroglyphidae, die ursprünglich Vogelnester bewohnte und heute weltweit synanthrop in menschlichen Behausungen lebt.[11] Der wissenschaftliche Gattungsname *Dermatophagoides* bedeutet ‚Hautfresser‘ und verweist auf die primäre Nahrungsquelle der Tiere: abgefallene menschliche Hautschuppen, wobei ältere und durchfeuchtete Partikel bevorzugt werden.[4] Die Milben sind etwa 0,1 bis 0,5 mm groß, weiß gefärbt und besitzen einen mit haarförmigen Borsten besetzten Körper. Ein wichtiges taxonomisches Unterscheidungsmerkmal zu anderen in Häusern lebenden Milben ist die fein gestreifte Struktur ihrer Körperhülle (Cuticula). Im mikroskopischen Detail grenzt sich die Art von der verwandten Gattung *Euroglyphus* durch das Fehlen einer sklerotisierten Platte (Tegmen) am vorderen Rumpfbereich sowie durch die spezifische Länge der Rumpfborsten ab.[11] Es besteht ein ausgeprägter Sexualdimorphismus, bei dem die Weibchen mit einem Lebendgewicht von etwa 5,8 Mikrogramm deutlich schwerer und größer sind als die nur 3,5 Mikrogramm wiegenden Männchen. Der Lebenszyklus verläuft über mehrere Stadien vom Ei über die Deutonymphe und Tritonymphe bis zum adulten Tier. Zwischen diesen Entwicklungsschritten legen die Tiere Ruheperioden ein, in denen sie eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen widrige Umweltbedingungen aufweisen.[10] Eine physiologische Besonderheit ist die Abhängigkeit von der relativen Luftfeuchtigkeit, da die Tiere ihren Wasserbedarf über die Körperoberfläche aus der Umgebungsluft decken und bei Trockenheit schnell dehydrieren.[12] Zur Kommunikation und Fortpflanzung nutzen die Milben spezifische Sexuallockstoffe sowie Aggregationspheromone, die dazu führen, dass sich die Tiere in Kolonien zusammenfinden.[13] Im Verdauungstrakt produzieren die Milben täglich etwa 20 Kotbällchen, die reich an Verdauungsenzymen wie der Cystein-Protease Der p 1 sind.[14][9] Diese Fäkalien zerfallen zu feinem Staub (Partikelgröße ca. 35 µm) und stellen eine Hauptquelle für Allergene dar, die bei sensibilisierten Personen starke Immunreaktionen auslösen können.[9][15]

Verhalten

Die Kommunikation und Orientierung von *Dermatophagoides pteronyssinus* erfolgt maßgeblich über chemische Signale. Um Artgenossen zu finden und Gruppen (Aggregationen) zu bilden, nutzen die Tiere spezifische Pheromone. Für *Dermatophagoides pteronyssinus* wurde Nerylformiat als ein solcher wirksamer, über die Luft übertragener Lockstoff identifiziert, der das Zusammenfinden der Individuen steuert.[13] Auch die Anbahnung der Paarung wird durch Sexuallockstoffe koordiniert, durch die paarungsbereite Tiere zueinander finden.[21] Nach der Kopula legen die Weibchen ihre Eier nicht in geschlossenen Gelegen ab, sondern verteilen diese einzeln über einen langen Zeitraum. Die gesamte Lebensdauer und Fortpflanzungsrate ist dabei stark vom Verhalten zur Regulation des Wasserhaushalts abhängig, da die Tiere Feuchtigkeit direkt aus der Umgebungsluft aufnehmen müssen.[16] In ihrem Lebensraum zeigen die Milben zudem Meideverhalten gegenüber bestimmten physikalischen Reizen; so basieren technische Verfahren auf der Beobachtung, dass die Tiere vor Ultraschallfrequenzen fliehen.[22] Oft teilen sich *Dermatophagoides pteronyssinus* und die verwandte Art *Dermatophagoides farinae* denselben Lebensraum, wobei sie meistens zusammen vorkommen und je nach mikroklimatischen Bedingungen eine der beiden Arten dominiert.[6]

Ökologie

Der ursprüngliche Lebensraum von *Dermatophagoides pteronyssinus* sind Vogelnester, von denen aus die Art auf menschliche Behausungen überging.[11] Als Nahrung dienen abgefallene Hautschuppen, wobei der Mensch etwa 0,5 bis 1 Gramm pro Tag verliert.[4] Eine komplexe Beziehung besteht zu Schimmelpilzen der Gattung *Aspergillus*: In Studien verminderte der Pilz zwar die Lebensdauer und Fortpflanzung, scheint aber langfristig essenzielle Nährstoffe für das Überleben der Milbenpopulationen bereitzustellen.[23] Im Vergleich zur Art *Dermatophagoides farinae* bevorzugt *D. pteronyssinus* kühlere und feuchtere Bedingungen. Die optimalen Lebensbedingungen liegen für diese Art bei 15–20 °C und einer relativen Luftfeuchte von 75–80 %.[24] Da die Tiere ihren Wasserbedarf über die Aufnahme von Wasserdampf decken, führen Werte unter 70 % relativer Luftfeuchte zu einer reduzierten Fortpflanzung und Vitalität.[7] In Höhenlagen über 1200 bis 1700 Metern finden die Milben aufgrund der klimatischen Bedingungen meist keine günstigen Lebensräume vor.[25]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die medizinische Bedeutung von *Dermatophagoides pteronyssinus* resultiert primär aus ihrer Rolle als Quelle potenter Allergene, die globale Gesundheitsrisiken darstellen. Allergieauslösende Faktoren sind dabei vor allem der Kot, die Eier sowie Reste der Milbenkörper, wobei ein Gramm Hausstaub mehr als 250.000 Kotkügelchen enthalten kann.[3] Zu den Hauptallergenen zählen die Proteine Der p 1 und Der p 2, wobei letzteres bei über 80 % der sensibilisierten Personen Immunreaktionen auslöst.[9][3] Die klinischen Manifestationen umfassen allergisches Asthma, allergische Rhinitis sowie atopische Dermatitis.[9] Etwa 90 % der Asthmatiker reagieren allergisch auf Hausstaubmilben.[3] Eine effektive Prävention zielt auf die Reduktion der Luftfeuchtigkeit ab, da Werte unter 50 % relativer Feuchte das Überleben der Populationen langfristig verhindern. Während der Wintermonate kann das Heizen zur Austrocknung der Raumluft und somit zur Verschlechterung der Lebensbedingungen für die Milben beitragen.[4] Auch Aufenthalte im Hochgebirge oberhalb von 1200 bis 1700 Metern gelten als günstig, da dort kaum Milben vorkommen.[3] Zur direkten Bekämpfung werden physikalische Methoden wie das Erhitzen auf 50 °C für einige Minuten oder längere Perioden bei 40 °C vorgeschlagen.[4] Technische Verfahren zur Eliminierung umfassen zudem die Kältebehandlung mittels festem Kohlendioxid (Trockeneis) oder den Einsatz von Ultraschall zur Beeinflussung der Milbenbewegung.[29][18] Chemische Ansätze beinhalten die Verwendung von Akariziden oder Wachstumsregulatoren wie Benzoylharnstoffen.[30] Die Wirksamkeit von speziellen Matratzenbezügen und Staubschutzmaßnahmen wird in der Literatur hingegen als begrenzt diskutiert.[13] Als therapeutischer Ansatz bei schweren Symptomen hat sich die Immuntherapie mittels subkutaner Injektionen oder Tabletten etabliert.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Dermatophagoides pteronyssinus* resultiert primär aus ihrer Rolle als globaler Verursacher von Allergien, die erhebliche Kosten im Gesundheitswesen verursachen. Weltweit sind schätzungsweise 65 bis 130 Millionen Menschen gegen Hausstaubmilben sensibilisiert, was zu chronischen Erkrankungen wie allergischem Asthma, Rhinitis und Dermatitis führt.[26][27] Dies generiert einen beständigen Bedarf an medizinischen Interventionen, einschließlich Immuntherapien und medikamentöser Behandlungen.[27][28] Parallel dazu hat sich ein Markt für Präventions- und Bekämpfungsprodukte etabliert, der spezielle Bettwäsche und allergenundurchlässige Bezüge (Encasings) umfasst, wenngleich deren alleinige Effektivität teils als begrenzt eingestuft wird.[28] Zur direkten Reduktion von Milbenpopulationen in Textilien wurden chemische Wirkstoffe wie Cyclodepsipeptide oder Benzoylharnstoffe entwickelt und patentiert. Auch technische Verfahren zur physikalischen Bekämpfung, etwa durch das Einfrieren von Matratzen und Teppichen mittels Trockeneis oder den Einsatz von Ultraschallgeräten, sind Gegenstand kommerzieller Schutzrechte.[22] Da die Milben bevorzugt in Matratzen, Polstermöbeln und Teppichen leben, können bei starkem Befall oder zur Sanierung für Allergiker hohe Ersatz- und Reinigungskosten für diese Einrichtungsgegenstände entstehen. Auch in anderen Substraten wie älteren Büchern können hohe Populationsdichten auftreten, was potenziell für Archive und Bibliotheken relevant ist.[28]

Biologie & Lebenszyklus

Die Europäische Hausstaubmilbe (*Dermatophagoides pteronyssinus*) ist eine getrenntgeschlechtliche Art, bei der ein ausgeprägter Sexualdimorphismus besteht: Weibchen sind mit einem Lebendgewicht von etwa 5,8 Mikrogramm deutlich schwerer als die nur 3,5 Mikrogramm wiegenden Männchen.[16] Die Fortpflanzung wird durch Sexuallockstoffe (Pheromone) eingeleitet, woraufhin die Weibchen ihre Eier nicht in Gelegen, sondern einzeln über einen längeren Zeitraum ablegen.[16][17] Insgesamt produziert ein Weibchen während seiner Lebensdauer, die je nach Umweltbedingungen zwischen 30 und 100 Tagen liegt, etwa 40 bis 80 Eier.[16] Aus dem Ei schlüpft ein Larvenstadium (in der Literatur teils als Deutonymphe bezeichnet), das sich über die Tritonymphe zum adulten Tier (Imago) entwickelt.[16][18] Jeder dieser Entwicklungsschritte ist mit einer Ruheperiode verbunden, in der die Tiere widerstandsfähiger gegen widrige Umweltfaktoren sind.[16] Die gesamte Entwicklungsdauer vom Ei zum Geschlechtstier ist temperaturabhängig: Unter günstigen Bedingungen dauert sie 30 bis 50 Tage, kann sich jedoch bei niedrigen Temperaturen auf bis zu 120 Tage ausdehnen.[16][18] Ernährungsphysiologisch sind die Milben auf Hautschuppen spezialisiert, wobei der Mensch täglich etwa 0,5 bis 1 Gramm dieses Substrats verliert. Dabei werden ältere, durchfeuchtete Schuppen gegenüber frischen bevorzugt.[4] Eine komplexe Interaktion besteht mit Schimmelpilzen der Gattung *Aspergillus*: Während Pilze vermutlich essenzielle Nährstoffe liefern, zeigten Studien auch, dass Pilzbefall die Lebensdauer der Milben kurzfristig vermindern kann, langfristig jedoch für das Überleben der Population notwendig scheint.[19] Im Vergleich zur Schwesterart *Dermatophagoides farinae* bevorzugt *Dermatophagoides pteronyssinus* etwas kühlere Temperaturen (Optimum 15–20 °C) und eine höhere relative Luftfeuchte von 75–80 %. Die Tiere decken ihren Wasserbedarf durch Absorption aus der Umgebungsluft; sinkt die relative Luftfeuchte unter 70 %, verlieren sie Wasser, und Werte unter 50 % begrenzen das Überleben drastisch.[20] Ein einzelnes Tier produziert täglich etwa 20 Kotkügelchen, die als Träger relevanter Allergene wie Der p 2 fungieren.[16][9]

Vorkommen & Lebensraum

Die Art *Dermatophagoides pteronyssinus* ist weltweit verbreitet und gehört zu den am häufigsten nachgewiesenen Hausstaubmilben.[2][9] Ihr ursprünglicher natürlicher Lebensraum sind Vogelnester, aus denen sie sekundär menschliche Behausungen besiedelte und global verschleppt wurde. In Innenräumen konzentriert sich das Vorkommen primär auf Betten, da dort durch menschliche Hautschuppen und Feuchtigkeit optimale Bedingungen herrschen; Matratzen und Kopfkissen weisen die höchsten Dichten auf. Ergänzend werden Polstermöbel, Teppiche und andere textile Substrate besiedelt.[2] Im Gegensatz zur wärmeliebenderen Art *Dermatophagoides farinae* bevorzugt *D. pteronyssinus* etwas kühlere und feuchtere Mikroklimate mit einem Optimum bei 15–20 °C und 75–80 % relativer Luftfeuchte. In kühlen, feuchten Klimazonen wie England tritt sie daher oft dominant auf, wenngleich beide Arten häufig koexistieren. Die Verbreitung wird durch die Höhenlage begrenzt, da oberhalb von 1200 bis 1700 Metern meist keine günstigen Lebensbedingungen mehr bestehen. Im Freien ist die Art in gemäßigten Breiten abseits von Nestern normalerweise nicht überlebensfähig.[2]

Saisonalität & Aktivität

Die Populationsdynamik und Aktivität von *Dermatophagoides pteronyssinus* ist eng an spezifische hygrothermische Bedingungen gekoppelt, wobei die Art ein Optimum bei kühleren Temperaturen von 15 bis 20 °C und einer hohen relativen Luftfeuchte von 75 bis 80 % bevorzugt.[6] Aufgrund dieser Umweltansprüche unterliegt die Milbendichte einer ausgeprägten Saisonalität: Die Populationen erreichen in den Sommer- und Herbstmonaten ihre höchsten Dichten und liegen im Winter deutlich niedriger. Während der winterlichen Heizperiode führt die Austrocknung der Raumluft zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen, was die Vermehrung einschränkt. Ein dauerhaftes Überleben in dieser ungünstigen Jahreszeit wird oft durch den Rückzug in feuchtere Refugien, wie durch den Schläfer befeuchtete Matratzen, oder durch resistente Dauerstadien ermöglicht.[7] Korrelierend zu dieser biologischen Hochphase im Spätsommer und Herbst verzeichnen aggregierte Suchanfragen-Daten Spitzenwerte des öffentlichen Interesses in den Monaten September und November.[8]

Wissenschaftliche Forschung & Patente

DE-19930076-A1 Chemical Unbekannt

Bekämpfung von Hausstaubmilben mittels 24-gliedriger Cyclodepsipeptide

Bayer AG (1999)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Die Erfindung nutzt 24-gliedrige Cyclodepsipeptide als Wirkstoff gegen Hausstaubmilben. Diese Verbindungen zeichnen sich durch eine starke akarizide Wirkung bei gleichzeitig geringer Toxizität für den Menschen aus. Das Patent beschreibt die chemische Struktur und die Zubereitung entsprechender Zusammensetzungen.

EP-0823214-A3 Mechanical Unbekannt

Verfahren zur Bekämpfung von Hausstaubmilben durch Kältebehandlung

Linde AG (1997)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Das Patent beschreibt ein Verfahren zur physikalischen Bekämpfung von Hausstaubmilben in Textilien wie Matratzen und Teppichen. Die Kernidee ist die Anwendung von Kälte mittels festem Kohlendioxid (Trockeneis) in Form von Schnee oder Pellets. Diese Methode friert die Schädlinge effektiv ein, ohne Feuchtigkeitsschäden zu verursachen, und kann durch Folienabdeckung verstärkt werden.

EP-0729301-A1 Chemical Unbekannt

Verwendung von Benzoylharnstoffen zur Bekämpfung von Hausstaubmilben

Hoechst Schering Agrevo GmbH, Dainippon Jochugiku KK (1994)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Es wird die Verwendung spezifischer chemischer Verbindungen aus der Gruppe der Benzoylharnstoffe beschrieben. Diese wirken als effektives Akarizid gegen verschiedene Milbenarten, einschließlich Dermatophagoides. Das Mittel dient sowohl der Vernichtung existierender Populationen als auch der Prävention und gilt als unschädlich für Menschen.

DE-4342343-A1 Chemical Unbekannt

Verwendung von Benzoyl-phenoxyphenyl-harnstoffen und Thio-Analoga als Akarizid

Hoechst Schering Agrevo GmbH, Dainippon Jochugiku KK (1993)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Beschrieben wird der Einsatz von N-Benzoyl-N'-(phenoxyphenyl)-harnstoffen oder deren Thio-Analoga. Diese chemischen Substanzen werden spezifisch zur Kontrolle von Hausstaubmilben eingesetzt. Die Erfindung definiert verschiedene Substituenten der chemischen Formel für optimale Wirksamkeit.

DE-3805429-A1 Behavioral Unbekannt

Verfahren zur Eliminierung von Hausstaubmilben mittels Ultraschall

Hoelter Heinz (1988)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Die Erfindung nutzt eine steuerbare Ultraschallquelle, um Milben in Betten und Teppichen zu beeinflussen. Durch wechselnde Frequenzen sollen die Schädlinge in eine vorbestimmte Fluchtrichtung getrieben werden. Am Ende dieses Fluchtweges befindet sich eine tödliche Falle zur Eliminierung.

Quellen & Referenzen

  1. https://www.gbif.org/species/2181959
  2. Wikipedia: Hausstaubmilben (OCR-Extrakt, Seite 1)
  3. https://doi.org/10.5415/apallergy.0000000000000212
  4. https://doi.org/10.1111/j.1398-9995.1998.tb04989.x
  5. Journal of Medical Entomology. Volume 47, Number 5, 2010, S. 798–804
  6. Krzysztof Solarz: Temporal changes in the composition of house-dust-mite fauna in Poland. In: Acta zoologica cracoviensia. 53B(1-2), 2010, S. 39–64. doi:10.3409/azc.53b_1-2.39-64
  7. R. de Boer, K. Kuller: Mattresses as a winter refuge for house-dust mite populations. In: Allergy. 52, 1997, S. 299–305. doi:10.1111/j.1398-9995.1997.tb00994.x
  8. Aggregierte Suchdatenanalyse (Zeitreihe: Hausstaubmilbe, DE), 2026.
  9. Alberba et al.: Association of Dermatophagoides pteronyssinus-specific immunoglobulin epsilon with atopy, age, and gender in a Filipino population. Asia Pacific Allergy, 2025, Volume 15, Issue 3, p. 124
  10. L. G. Arlian, C. M. Rapp, S. G. Ahmed: Development of Dermatophagoides pteronyssinus (Acari: Pyroglyphidae). In: Journal of Medical Entomology. Volume 27, Number 6, 1990, S. 1035–1040.
  11. M. J. Colloff: Taxonomy and identification of dust mites. In: Allergy. Volume 53, Supplement s48, 1998, S. 7–12. doi:10.1111/j.1398-9995.1998.tb04989.x
  12. Larry G. Arlian et al.: Reducing relative humidity is a practical way to control dust mites and their allergens in homes in temperate climates. In: Journal of Allergy and Clinical Immunology. 107(1), 2001, S. 99–104.
  13. A. C. Skelton et al.: Identification of Neryl Formate as the Airborne Aggregation Pheromone for the American House Dust Mite and the European House Dust Mite. In: Journal of Medical Entomology. Volume 47, Number 5, 2010, S. 798–804.
  14. E. R. Tovey, M. D. Chapman, T. A. E. Platts-Mills: Mite faeces are a major source of house dust allergens. In: Nature. 289, 1981, S. 592–593. doi:10.1038/289592a0
  15. Yubao Cui: When mites attack: domestic mites are not just allergens. In: Parasites & Vectors. 7, 2014, S. 411. doi:10.1186/1756-3305-7-411
  16. Hart, B. J.: Life cycle and reproduction of house-dust mites: environmental factors influencing mite populations. In: Allergy. 53 (Suppl 48), 1998, S. 13–17.
  17. Tatami, K. et al.: 2-Hydroxy-6-methylbenzaldehyde: the female sex pheromone of the house dust mite Dermatophagoides farinae. In: Medical Entomology and Zoology. 52(4), 2001, S. 279–286.
  18. Arlian, L. G. et al.: Development of Dermatophagoides pteronyssinus (Acari: Pyroglyphidae). In: Journal of Medical Entomology. Volume 27, Number 6, 1990, S. 1035–1040.
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  20. Oribe, Y., Miyazaki, Y.: Effects of relative humidity on the population growth of house-dust mites. In: Journal of Physiological Anthropology. 19(4), 2000, S. 201–203.
  21. K. Tatami, N. Mori, R. Nishida, Y. Kuwahara: 2-Hydroxy-6-methylbenzaldehyde: the female sex pheromone of the house dust mite Dermatophagoides farinae (Astigmata: Pyroglyphidae). In: Medical Entomology and Zoology. 52(4), 2001, S. 279–286.
  22. https://patents.google.com/patent/DE3805429A1/en
  23. D. B. Hay, B. J. Hart, A. E. Douglas: Effects of the fungus Aspergillus penicillioides on the house dust mite Dermatophagoides pteronyssinus. In: Medical and Veterinary Entomology. 7, 1993. doi:10.1111/j.1365-2915.1993.tb00687.x
  24. Yuichiro Oribe, Yoshiifumi Miyazaki: Effects of relative humidity on the population growth of house-dust mites. In: Journal of Physiological Anthropology. 19(4), 2000.
  25. F. T. M. Spieksma et al.: High altitude and house-dust mites. In: British Medical Journal 1971 Vol. 1. doi:10.1136/bmj.1.5740.82
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  27. Alberba et al., Asia Pacific Allergy, Volume 15, Issue 3, 2025, p. 124
  28. Wikipedia OCR Page 5, Reference [25][26]
  29. Patent EP-0823214-A3: Verfahren zur Bekämpfung von Hausstaubmilben durch Kältebehandlung. Linde AG, 1997.
  30. Patent EP-0729301-A1: Verwendung von Benzoylharnstoffen zur Bekämpfung von Hausstaubmilben. Hoechst Schering Agrevo GmbH, 1994.