Zu Inhalt springen
Kostenloser Versand ab 29€
Versand 1-2 Tage
4.44 · 245.512+ Kunden
Lexikon-Eintrag

Bartnelken Dianthus barbatus

Bartnelken

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Caryophyllales (Caryophyllales)
Familie Caryophyllaceae
Gattung Dianthus
Art Dianthus barbatus
Wissenschaftlicher Name Dianthus barbatus L.
Akzeptierter Name

Einleitung

Die **Bartnelke** (*Dianthus barbatus*) ist eine zweijährige oder kurzlebige ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).[1][2] Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Gebirgsregionen Südeuropas bis nach Ostasien, wobei sie in Nordamerika und anderen gemäßigten Zonen als Neophyt eingebürgert ist.[3][4] Aufgrund ihrer dichten, flachen bis kuppelförmigen Blütenstände wird die Art seit Jahrhunderten weltweit als Zierpflanze in Gärten kultiviert.[1][2]

Community-Analyse

OpenInsect
9
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silberkrafto.shopmunity
Zuletzt am 23.06.2026
Werde Teil der Community
Lade ein Foto hoch und hilf uns, Arten zu erfassen.

Fakten (kompakt)

- Der englische Trivialname „Sweet William“ wurde erstmals im Jahr 1596 im Pflanzenkatalog des Kräuterkundlers John Gerard schriftlich fixiert. - Etymologische Theorien zur Namensherkunft verweisen auf historische Persönlichkeiten wie William Shakespeare oder Prinz Wilhelm von Oranien. - In der Folklore teilt sich die Pflanze ihren Namen mit der traditionellen englischen Ballade „Fair Margaret and Sweet William“. - Ein einzelner Blütenstand setzt sich aus einer dichten Gruppe von 5 bis 30 Einzelblüten zusammen. - Die Winterhärte der Art erstreckt sich über die USDA-Klimazonen 3 bis 9.[9] - Zu den anerkannten Unterarten zählt neben der Nominatform auch *Dianthus barbatus* subsp. *compactus*.[9] - Historische, taxonomisch nicht mehr akzeptierte Synonyme umfassen *Dianthus aggregatus* sowie *Dianthus barbatus* var. *latifolius*. - Züchterische Weiterentwicklungen brachten die Serie 'Noverna' mit einheitlich violetten Blüten sowie Zwergsorten hervor, die unter 30 Zentimeter bleiben. - Internationale und dialektale Bezeichnungen beinhalten „Bloomy Down“, „Oeillet des Poètes“ (Frankreich) sowie „Tolmeiner“ in Mitteleuropa.[9]

Name & Einordnung

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung von *Dianthus barbatus* erfolgte 1753 durch Carl von Linné in seinem fundamentalen Werk *Species Plantarum*. Der Gattungsname *Dianthus* leitet sich aus den griechischen Wörtern *dios* (göttlich oder des Zeus) und *anthos* (Blume) ab, was die historische Wertschätzung der Pflanze widerspiegelt. Das lateinische Art-Epitheton *barbatus* bedeutet „bärtig“ und nimmt Bezug auf die charakteristisch gefranste oder haarige Erscheinung der Blütenblätter. Im deutschen Sprachraum ist die Art primär als Bartnelke bekannt, wobei in Mitteleuropa auch dialektale Varianten wie „Tolmeiner“ dokumentiert sind.[1] International ist der englische Trivialname „Sweet William“ weit verbreitet, der erstmals 1596 im Pflanzenkatalog des Herbalisten John Gerard schriftlich erwähnt wurde.[2] Im Französischen wird die Pflanze auch als „Oeillet des Poètes“ bezeichnet.[1] Zu den historischen, heute taxonomisch nicht mehr akzeptierten Synonymen zählen unter anderem *Dianthus aggregatus* Poir. sowie *Dianthus barbatus* var. *latifolius* Ser.[3] Innerhalb der Art werden verschiedene Varietäten unterschieden, darunter die südeuropäische Nominatform *Dianthus barbatus* var. *barbatus* und die in Nordostasien verbreitete *Dianthus barbatus* var. *asiaticus*.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Bartnelke (*Dianthus barbatus*) wächst als zweijährige oder kurzlebige ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 90 Zentimetern erreicht.[1][4] Die aufrechten Stängel sind grün, kahl und im Querschnitt rund bis schwach vierkantig, wobei sie im oberen Bereich verzweigt oder unverzweigt sein können.[5] Die gegenständig angeordneten, einfachen Laubblätter sind lanzettlich bis elliptisch geformt und messen in der Länge 2,5 bis 10 Zentimeter sowie in der Breite 1 bis 2 Zentimeter.[4][2] Sie sitzen an verdickten Knoten und weisen eine graugrüne bis blaugrüne Färbung auf, die oft durch einen wachsartigen Überzug charakterisiert ist.[1] Die Blattränder sind ganzrandig und können kahl oder fein bewimpert sein.[5] Im ersten Wachstumsjahr bildet die Pflanze eine grundständige Blattrosette aus und verankert sich mit einem faserigen, relativ flachen Wurzelsystem im Boden. Charakteristisch für die Art sind die dichten, flachen bis kuppelförmigen Blütenstände an den Stängelspitzen, die sich aus 5 bis 30 Einzelblüten zusammensetzen und einen Durchmesser von 3 bis 5 Zentimetern erreichen.[1][7] Jede radiärsymmetrische Blüte ist etwa einen Zentimeter breit und besitzt fünf Kronblätter mit gezähnten oder gefransten Rändern.[7][2] Die Färbung der Wildformen variiert von Rosa bis Rot, oft mit einer weißen Basis, während Kulturformen ein breiteres Spektrum inklusive Weiß, Zweifarbigkeit und kontrastierenden Augen aufweisen.[1] Der Kelch bildet eine schlanke, grüne Röhre von etwa einem Zentimeter Länge, die in fünf dreieckigen Lappen endet. Nach der Blüte entwickeln sich ovale bis zylindrische Kapselfrüchte, die bei Reife aufspringen und zahlreiche kleine, schildförmige Samen von dunkelbrauner bis schwarzer Farbe freigeben.[2] Morphologisch lassen sich zwei Varietäten unterscheiden, wobei *Dianthus barbatus* var. *barbatus* breitere Blätter bis 2 Zentimeter besitzt, während die asiatische Varietät *Dianthus barbatus* var. *asiaticus* schmalere Blätter unter einem Zentimeter Breite aufweist. Genetisch ist die Art meist diploid mit einem Chromosomensatz von 2n=30.[1]

Beschreibung

Dianthus barbatus ist eine krautige Pflanze, die in ihrem Lebenszyklus meist als zweijährige Art (bienn) wächst, unter günstigen Bedingungen jedoch auch als kurzlebige Staude persistieren kann.[1][7] Im ersten Wachstumsjahr bildet die Pflanze eine dichte, grundständige Blattrosette aus, die der Speicherung von Nährstoffen dient, bevor sie im zweiten Jahr aufrechte, 30 bis 90 cm hohe Blütenstängel entwickelt.[2][5] Charakteristisch für die vegetative Morphologie sind die kahlen, runden bis schwach vierkantigen Stängel sowie die gegenständigen, lanzettlichen Blätter, die an der Basis zu einer Scheide verwachsen sind.[1][5] Eine anatomische Besonderheit ist die oft blaugrüne bis graugrüne Färbung der Blätter, die durch einen wachsartigen Überzug (glaucous) entsteht und als Verdunstungsschutz fungiert.[1] Der wissenschaftliche Artname *barbatus* (lateinisch für „bärtig“) bezieht sich auf die fein behaarten oder gefransten Ränder der Kronblätter, ein Merkmal, das die Art auch im Feld gut erkennbar macht.[2] Die Blüten stehen in dichten, flachen bis kuppelförmigen Trugdolden zusammen, die aus 5 bis 30 Einzelblüten bestehen und einen Durchmesser von bis zu 5 cm erreichen können.[1][2] Biologisch zeichnet sich die Art durch eine ausgeprägte Selbstinkompatibilität aus, was bedeutet, dass sie für eine erfolgreiche Samenbildung zwingend auf Fremdbestäubung, primär durch Bienen und Schmetterlinge, angewiesen ist.[2] Nach der Blüte entwickeln sich ovale Kapselfrüchte, die zahlreiche kleine, schildförmige Samen freisetzen, welche über zwei bis drei Jahre keimfähig bleiben und so den Fortbestand der Population sichern.[1][2] Das Wurzelsystem ist faserig und verhältnismäßig flachgründig, was der Pflanze eine effiziente Etablierung in den oft steinigen Böden ihrer natürlichen montanen Lebensräume ermöglicht.[1] In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in Südeuropa und Teilen Asiens besiedelt *Dianthus barbatus* vorwiegend Wiesen, Waldränder und felsige Hänge in gemäßigten Klimazonen.[5][3] Taxonomisch werden zwei wilde Varietäten unterschieden: Die Nominatform *Dianthus barbatus* var. *barbatus* mit breiteren Blättern in Europa und die Varietät *asiaticus* in Nordostasien, die durch schmalere Blätter gekennzeichnet ist. Im Gegensatz zu vielen modernen Zuchtformen, die oft gefüllte Blüten aufweisen, besitzen die Wildformen stets einfache Blüten mit fünf gezähnten Kronblättern.[1] Die Pflanze enthält Triterpensaponine, die ihr in der Natur einen gewissen biochemischen Schutz vor Fraßfeinden bieten, jedoch für Haustiere bei Verzehr leicht toxisch wirken können.[5][2] Historisch wurde die Art bereits 1753 von Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum* wissenschaftlich erstbeschrieben. Da es sich um eine Samenpflanze handelt, durchläuft sie keine Larvenstadien, jedoch ist die Keimlingsentwicklung temperaturabhängig und erfolgt optimal bei Bodentemperaturen von 18–22 °C innerhalb von ein bis zwei Wochen.[2]

Verhalten

Das Fortpflanzungsverhalten von *Dianthus barbatus* ist durch eine ausgeprägte Selbstinkompatibilität gekennzeichnet, die eine Selbstbestäubung verhindert und die genetische Vielfalt durch zwingende Fremdbestäubung sichert.[2] Zur Anlockung von Bestäubern produziert die Pflanze nektarreiche Blüten, die primär von Bienen und Schmetterlingen aufgesucht werden.[1] In der Interaktion mit der Fauna fungiert die Art als Wirtspflanze für spezifische Insekten wie die Larven der Lichtnelken-Eule (*Hadena albimacula*), die sich von den Samen und Blüten ernähren.[6] Die produzierten Samen ziehen zudem körnerfressende Vögel an, was zur Ausbreitung der Pflanzenpopulationen beitragen kann. Im Gegensatz zu aggressiveren Arten zeigt *Dianthus barbatus* nur minimale allelopathische Effekte auf benachbarte Pflanzen, was eine friedliche Koexistenz in Graslandgesellschaften ermöglicht.[2] Als chemische Abwehrreaktion gegen Fressfeinde bildet die Pflanze Triterpensaponine wie Barbatoside A und B.[5] Diese Inhaltsstoffe entfalten eine schwach toxische Wirkung auf Säugetiere, wobei der Verzehr bei Hunden und Katzen zu Erbrechen, Durchfall oder Hautreizungen führen kann.[2] Trotz dieser chemischen Barrieren wird die Pflanze von Schädlingen wie Blattläusen, die den Pflanzensaft saugen, sowie von Schnecken befallen.[1]

Ökologie

Dianthus barbatus besiedelt bevorzugt gemäßigte Graslandgesellschaften, einschließlich nicht-alpiner Wiesen und Waldränder, wo die Art gemeinsam mit Gräsern und anderen krautigen Stauden vorkommt.[5][1] Die Pflanze gedeiht optimal auf gut durchlässigen, lehmigen Böden, die fruchtbar und organisch reich sind, wobei neutrale bis leicht alkalische Bedingungen (pH 6,0–8,0) präferiert werden.[1][7] Hinsichtlich des Mikroklimas benötigt die Art volle Sonneneinstrahlung bis Halbschatten und mäßige Feuchtigkeit, reagiert jedoch empfindlich auf Staunässe, die Wurzelfäule begünstigen kann.[1][2] Als entomophile Spezies ist Dianthus barbatus auf die Fremdbestäubung angewiesen und lockt mit nektarreichen Blütenständen primär Bienen und Schmetterlinge an. Ein Mechanismus der Selbstinkompatibilität verhindert dabei die Selbstbefruchtung und fördert die genetische Vielfalt innerhalb der Populationen.[2] Im Nahrungsnetz fungiert die Pflanze als Wirt für spezifische Lepidoptera, wie die Larven der Weißfleck-Nelkeneule (*Hadena albimacula*), die sich von Samen und Blüten ernähren.[6] Die Samen können zudem körnerfressende Vögel anziehen, was zur Ausbreitung der Art beiträgt.[5] Zu den natürlichen Antagonisten zählen Blattläuse, die Pflanzensäfte saugen, sowie Nacktschnecken, die insbesondere unter feuchten Bedingungen Fraßschäden am Laub verursachen.[2] Eine bedeutende ökologische Bedrohung stellt der bodenbürtige Pilz *Fusarium oxysporum* f. sp. *dianthi* dar, der die Gefäßbahnen blockiert und zum Welken der Pflanze führt.[8] Allelopathische Effekte auf die umgebende Flora sind minimal, was eine problemlose Koexistenz in artenreichen Wiesenhabitaten ermöglicht.[5]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Dianthus barbatus wird primär als Nützling eingeordnet, da die nektarreichen Blüten Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge und Kolibris anziehen.[7][2] In eingeführten Gebieten kann die Art verwildern und unkrautartige Tendenzen zeigen, gilt jedoch meist nicht als invasiv.[2] Aus gesundheitlicher Sicht sind die Blüten für den Menschen essbar und ungiftig, wenngleich enthaltene Saponine bei übermäßigem Verzehr leichte Magenbeschwerden verursachen können.[2][5] Für Haustiere wie Hunde und Katzen ist die Pflanze hingegen schwach giftig und kann bei Kontakt oder Verzehr Erbrechen, Durchfall und Hautreizungen auslösen.[2] Ein zentrales phytopathologisches Schadbild ist die Fusarium-Welke, verursacht durch den bodenbürtigen Pilz Fusarium oxysporum f. sp. dianthi, der Gefäßbahnen blockiert. Befallsanzeichen hierfür sind eine einseitige Vergilbung und Welke beginnend an der Basis, gefolgt von einer Bräunung des Stängels und dem Absterben der Pflanze.[8] Zudem ist Dianthus barbatus bei hoher Feuchtigkeit anfällig für Rostpilze sowie Wurzelfäule in schlecht drainierten Böden.[7][5] Zu den tierischen Schädlingen zählen Blattläuse, die durch Saugtätigkeit Verformungen verursachen, sowie Schnecken, die unregelmäßige Löcher in das Laub fressen.[5] Präventive Maßnahmen umfassen die Wahl gut durchlässiger Standorte zur Vermeidung von Staunässe sowie ausreichende Pflanzabstände (30–45 cm) zur Förderung der Luftzirkulation.[2] Da Fusarium-Sporen jahrelang im Boden überdauern, ist eine strikte Fruchtfolge und Hygiene beim Werkzeug entscheidend für das Management.[8] Das Entfernen verblühter Stände (Deadheading) dient als mechanische Maßnahme, um eine unerwünschte Selbstaussaat und Ausbreitung zu verhindern.[7]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Hauptbedeutung von *Dianthus barbatus* liegt im Zierpflanzenbau, wo sie als Beetpflanze und Schnittblume vor allem für Kleinanbauer und den lokalen Markt relevant ist.[7][2] Erhebliche wirtschaftliche Einbußen können durch die Fusarium-Welke (*Fusarium oxysporum* f. sp. *dianthi*) entstehen, die als bedeutende Krankheitsbedrohung gilt. Dieser bodenbürtige Pilz verstopft die Leitbündel, was zu einseitigem Vergilben und schließlich zum Absterben der Pflanze führt, wodurch Totalverluste im Bestand möglich sind. Da der Erreger jahrelang im Boden überdauert, entstehen Kosten durch notwendige Fruchtfolgen und Hygienemaßnahmen zur Vermeidung von Neuinfektionen.[8] Qualitätsminderungen der Verkaufsware werden zudem durch Blattläuse verursacht, die Pflanzensaft saugen und Deformationen sowie Honigtauverschmutzungen hervorrufen. Auch Schneckenfraß an den Blättern kann den Zierwert der Pflanzen, insbesondere in feuchten Anbauphasen, drastisch reduzieren. In feuchten Klimaten ist die Art anfällig für Rostpilze, was den Einsatz von Fungiziden oder resistenten Sorten im kommerziellen Anbau erforderlich machen kann. Als Nützlingspflanze bietet *Dianthus barbatus* nektarreiche Blüten, die Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge anziehen und so die Biodiversität in Agrarlandschaften fördern.[2] Außerhalb des nativen Verbreitungsgebiets, etwa in Nordamerika, zeigt die Pflanze gelegentlich unkrautartiges Verhalten in gestörten Flächen, gilt jedoch meist nicht als invasiv mit hohen Bekämpfungskosten.[2][5] Eine geringe wirtschaftliche Nischenbedeutung existiert im kulinarischen Sektor durch die Verwendung der essbaren Blüten zur Dekoration von Speisen.[2]

Biologie & Lebenszyklus

Dianthus barbatus ist eine zweijährige oder kurzlebige ausdauernde krautige Pflanze, die im ersten Jahr eine basale Blattrosette bildet und im zweiten Jahr blüht.[1][2] Nach der Blüte und Samenbildung stirbt die Pflanze häufig ab, kann sich jedoch durch effektive Selbstaussaat am Standort erhalten.[1] Das Wurzelsystem ist faserig und verbleibt relativ flach im Boden, was die Nährstoffaufnahme unterstützt.[2] Genetisch ist die Art meist diploid mit einem Chromosomensatz von 2n=30, wobei in Kultur auch tetraploide Formen vorkommen.[1] Die Fortpflanzung ist obligat auf Fremdbestäubung angewiesen, da die Art selbstinkompatibel ist.[2] Als Bestäuber fungieren vorwiegend Bienen und Schmetterlinge, die den Nektar der duftenden Blüten nutzen.[7] Nach der Befruchtung entwickeln sich ovale Kapseln, die zahlreiche kleine, schildförmige Samen freisetzen. Diese Samen keimen optimal bei Bodentemperaturen von 18 bis 22 °C innerhalb von 7 bis 14 Tagen und bleiben zwei bis drei Jahre keimfähig. Für die Entwicklung sind gut durchlässige, lehmige Böden mit einem neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert (6,0–8,0) ideal.[2] Physiologisch ist die Pflanze frosthart (USDA-Zonen 3–9), reagiert jedoch empfindlich auf anhaltende Nässe, besonders im Winter.[1][2] Zu den ökologischen Interaktionen gehört die Nutzung als Wirtspflanze durch die Larven der Weißfleck-Nelkeneule (*Hadena albimacula*), die Samen und Blüten fressen.[6] Ein wesentlicher Mortalitätsfaktor ist die Fusarium-Welke, ausgelöst durch *Fusarium oxysporum* f. sp. *dianthi*. Dieser Pilz blockiert die Leitbahnen, verursacht einseitiges Vergilben und persistiert als Chlamydospore jahrelang im Boden.[8] Weitere biotische Stressfaktoren sind Blattläuse sowie Schneckenfraß an den Blättern.[7] Chemisch enthält die Pflanze Triterpensaponine wie Barbatoside A und B, die eine leichte Toxizität gegenüber Haustieren aufweisen.[5][2]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Dianthus barbatus* erstreckt sich primär über die Gebirgsregionen Süd- und Osteuropas. Es reicht von den Pyrenäen in Spanien und Frankreich über die Alpen und den Apennin bis zu den Karpaten und der Balkanhalbinsel.[3] Ein disjunktes Teilareal existiert in Nordostasien, wo die Varietät *Dianthus barbatus* var. *asiaticus* im südlichen Fernen Osten Russlands, der Mandschurei und Nordkorea vorkommt.[3] Bereits im 16. Jahrhundert wurde die Art als Zierpflanze in Nordeuropa eingeführt, wo sie in Großbritannien, Skandinavien und dem Baltikum verwilderte Bestände bildete.[4] In Nordamerika gelangte die Bartnelke Mitte des 18. Jahrhunderts und ist heute in weiten Teilen der östlichen und zentralen USA sowie in Kanada eingebürgert.[4] Weitere neophytische Vorkommen sind in Südamerika, beispielsweise in Bolivien, sowie in Ozeanien dokumentiert.[3] Die Art bevorzugt gemäßigte Klimazonen mit kühlen Sommern und ist bis in die USDA-Klimazone 3 frosthart.[1] Zu den primären natürlichen Habitaten zählen montane Lagen, in denen die Pflanzen felsige oder grasbewachsene Hänge besiedeln.[3] *Dianthus barbatus* ist typischerweise mit Graslandgesellschaften, nicht-alpinen Wiesen und Waldrändern vergesellschaftet. Bevorzugt werden gut durchlässige, lehmige und nährstoffreiche Böden mit einem neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert zwischen 6,0 und 8,0.[1] Als Kulturflüchtling findet sich die Pflanze häufig an gestörten Standorten wie Straßenrändern, Feldrändern und verlassenen Siedlungsbereichen.[4] In Mitteleuropa, unter anderem in Österreich, Tschechien und der Slowakei, gilt die Art in Gebirgslagen als heimisch. Die vertikale Verbreitung konzentriert sich dabei auf montane Höhenstufen.[3] In diesen offenen, sonnigen Nischen koexistiert sie mit Gräsern und anderen krautigen Stauden.[1]

Saisonalität & Aktivität

*Dianthus barbatus* wächst primär als zweijährige (bienne) oder kurzlebige ausdauernde Pflanze, die im ersten Jahr eine vegetative, bodenständige Blattrosette ausbildet. Die generativen, blütentragenden Stängel entwickeln sich im zweiten Jahr, wobei die Hauptblütezeit vom späten Frühling bis in den Frühsommer reicht. In Regionen mit kühlerem Klima kann sich die Blühphase bis in den Herbst hinein verlängern. Diese phänologische Hochphase korreliert mit dem öffentlichen Suchinteresse, das in den Monaten Mai und Juni seine Spitzenwerte erreicht.[1] Die physiologische Aktivität ist temperaturabhängig; Samen keimen optimal bei Bodentemperaturen von 18 bis 22 °C innerhalb von ein bis zwei Wochen. Als frostharte Art (USDA-Zonen 3–9) überdauert die Pflanze den Winter im Rosettenstadium, wobei in sehr kalten Lagen unterhalb Zone 4 ein Schutz durch Mulch empfohlen wird.[2] Während der Anthese erfolgt die Bestäubung tagsüber durch nektarsuchende Insekten wie Bienen und Schmetterlinge.[5] Spezifische Interaktionen bestehen zudem mit Nachtfaltern wie der Weißen Fleckeneule (*Hadena albimacula*), deren Larven sich von den Blüten und Samen ernähren.[6]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Seedeich, Friedrichskoog, Schleswig-Holstein, Deutschland

    27.09.2025

  • Lübeck, Deutschland

    20.09.2025

  • Deutschland

    03.09.2025

  • Deutschland

    24.08.2025

  • Hamburg

    23.08.2026

Daten: iNaturalist

Quellen & Referenzen

  1. http://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?taxonid=279027
  2. https://www.gbif.org/species/3085421
  3. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:306674-2
  4. http://floranorthamerica.org/Dianthus_barbatus_subsp._barbatus
  5. https://pfaf.org/user/Plant.aspx?LatinName=Dianthus+barbatus
  6. https://dorsetmoths.co.uk/index.php?bf=21720
  7. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/dianthus-barbatus/
  8. https://pnwhandbooks.org/plantdisease/host-disease/carnation-dianthus-caryophyllus-fusarium-wilt
  9. Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)