Zu Inhalt springen
Kostenloser Versand ab 29€
Versand 1-2 Tage
4.44 · 245.512+ Kunden
Lexikon-Eintrag

Baerenfellgras Festuca gautieri

Schnellnavigation

Baerenfellgras

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Liliopsida (Liliopsida)
Ordnung Poales (Poales)
Familie Poaceae
Gattung Festuca
Art Festuca gautieri
Wissenschaftlicher Name Festuca gautieri (Hack.) K.Richt.
Akzeptierter Name

Einleitung

Der **Bärenfell-Schwingel** (*Festuca gautieri*, Syn.: *Festuca scoparia*), gemeinhin auch als **Bärenfellgras** bezeichnet, ist eine ausdauernde Pflanzenart aus der Gattung der Schwingel (*Festuca*) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae).[1] Das natürliche Verbreitungsgebiet dieses diploiden Grases liegt im Südwesten Europas, vor allem in den Pyrenäen, sowie in Teilen Nordafrikas.[1][2] Aufgrund des dichten, horstförmigen Wuchses wird die Art häufig als Zierpflanze in Parks und Gärten genutzt.[1] Innerhalb der Gattung wird *Festuca gautieri* taxonomisch der Sektion *Eskia* zugeordnet.[2]

Fakten (kompakt)

- Es werden drei Unterarten unterschieden: *Festuca gautieri* subsp. *gautieri*, subsp. *scoparia* und subsp. *lutea*.[5] - Die Unterart *Festuca gautieri* subsp. *lutea* weist ein disjunktes Vorkommen in Rumänien auf, während die anderen Subspezies im westlichen Hauptareal verbreitet sind. - Mit der verwandten Art *Festuca eskia* bildet der Bärenfell-Schwingel eine natürliche Hybride, die als *Festuca* ×*picoeuropeana* bezeichnet wird. - Die obere Hüllspelze des Ährchens ist dreinervig und misst 4,9 bis 5,8 Millimeter, während die untere Hüllspelze einnervig ist. - Die Deckspelzen (Lemma) sind fünfnervig und erreichen eine Länge von 6 bis 7,3 Millimetern.[5] - Genetische Sequenzierungen der nukleären 5S rDNA ergaben eine Länge von 319 Basenpaaren für diese Art. - In phylogenetischen Netzwerkanalysen des Repetoms (repetitive DNA-Elemente) gruppiert sich *Festuca gautieri* näher an die Kerngruppe der breitblättrigen Schwingel als an die der feinblättrigen, obwohl sie morphologisch zu letzteren zählt.[4]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name der Art lautet *Festuca gautieri* (Hack.) K.Richt., wobei *Festuca scoparia* als ein bekanntes Synonym gilt. Im deutschsprachigen Raum ist die Pflanze als Bärenfell-Schwingel oder Bärenfellgras bekannt.[3] Die Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1882 durch den Agrostologen Eduard Hackel, der das Taxon zunächst als Varietät *Festuca varia* var. *gautieri* in der Monographie *Monographia Festucarum Europaearum* publizierte. Die Aufwertung in den Artrang nahm Karl Richter im ersten Band des Werkes *Plantae Europeae* vor.[3] Innerhalb der Gattung *Festuca* (Schwingel) wird die Art taxonomisch der Sektion *Eskia* zugeordnet. Phylogenomische Untersuchungen bestätigen die Zugehörigkeit zu den feinblättrigen Loliinae (fine-leaved Loliinae), zeigen jedoch, dass *Festuca gautieri* genetisch näher an der Kerngruppe der breitblättrigen Schwingel steht als an jener der feinblättrigen.[4] Je nach taxonomischer Auffassung werden verschiedene Unterarten unterschieden, darunter *Festuca gautieri* subsp. *lutea* und *Festuca gautieri* subsp. *scoparia*. Zudem ist eine Hybride mit der Art *Festuca eskia* bekannt, die als *Festuca* ×*picoeuropeana* bezeichnet wird.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Bärenfell-Schwingel (*Festuca gautieri*) ist eine überwinternde, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 50 Zentimetern erreicht. Charakteristisch für die Art ist der dichte, horstförmige Wuchs, der ihr den Trivialnamen Bärenfellgras eingebracht hat. Die kahlen Halme weisen einen Durchmesser von 0,9 bis 1,7 Millimetern auf. Die sehr dünnen Laubblätter sind borstlich bis binsenförmig und zusammengefaltet. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist, dass die Blätter auf einem Drittel bis drei Viertel ihrer Länge röhrenförmig geschlossen sind. Die Blattspreiten tragen fünf bis sieben Leitbündel. Die häutigen Blatthäutchen (Ligulae) erscheinen etwas gefranst und erreichen eine Länge von zirka 0,5 bis 1 Millimeter. Der gelb-grüne, rispige Blütenstand ist 4,5 bis 7 Zentimeter lang. Die Rispenäste sind behaart und tragen je ein Ährchen, das bei einer Länge von 9 bis 11 Millimetern länglich und abgeflacht ist. Die ungekielten Hüllspelzen sind kürzer als die Ährchen; die untere ist einnervig, während die obere dreinervig ist und 4,9 bis 5,8 Millimeter misst. Die fünfnervigen Deckspelzen (Lemma) erreichen eine Länge von 6 bis 7,3 Millimetern. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Juli.[5] Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14 oder 28, wobei phylogenomische Analysen diploide Sätze (2x) bestätigen.[5][7] Innerhalb der Systematik wird die Art der Sektion *Eskia* und der Gruppe der feingeblättrigen Schwingel (Fine-leaved Loliinae) zugeordnet.[7]

Beschreibung

Der Bärenfell-Schwingel (*Festuca gautieri*) ist eine überwinternde, ausdauernde krautige Pflanze, die sich durch einen dichten, horstförmigen Wuchs auszeichnet. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von 20 bis 50 Zentimetern, wobei die kahlen Halme einen Durchmesser von 0,9 bis 1,7 Millimetern aufweisen. Ein charakteristisches Merkmal sind die sehr dünnen, borstlichen bis binsenförmigen Blätter, die zusammengefaltet sind. Anatomisch sind diese Blätter auf einem Drittel bis drei Viertel ihrer Länge röhrenförmig geschlossen und die Blattspreiten führen fünf bis sieben Leitbündel. Die häutigen Blatthäutchen (Ligulae) erscheinen etwas gefranst und erreichen eine Länge von zirka 0,5 bis 1 Millimeter. Während der Blütezeit von Juni bis Juli bildet die Art einen gelb-grünen, rispigen Blütenstand aus, der 4,5 bis 7 Zentimeter lang ist. Die Rispenäste sind behaart und tragen je ein längliches, abgeflachtes Ährchen von 9 bis 11 Millimetern Länge. Die Hüllspelzen sind ungekielt und kürzer als die Ährchen; die untere ist einnervig, während die obere dreinervig ist und 4,9 bis 5,8 Millimeter misst. Die fünfnervigen Deckspelzen erreichen eine Länge von 6 bis 7,3 Millimetern. Genetisch weist die Art eine Chromosomenzahl von 2n = 14 oder 28 auf.[8] Phylogenetische Analysen ordnen *Festuca gautieri* der Sektion *Eskia* innerhalb der feinblättrigen *Festuca*-Linie zu, wobei sie in bestimmten genomischen Untersuchungen (Repeatom-Analyse) eine größere Nähe zur Kerngruppe der breitblättrigen Schwingel zeigt als andere feinblättrige Arten.[4] Mit der verwandten Art *Festuca eskia* bildet sie die Hybride *Festuca* ×*picoeuropeana*.[8]

Ökologie

*Festuca gautieri* besiedelt vorzugsweise Standorte in halbschattiger Lage. An das Substrat stellt das Gras spezifische Anforderungen, wobei der Boden durchlässig sein muss. Gleichzeitig ist eine gewisse Feuchtigkeitsspeicherung im Boden für das Gedeihen der Art notwendig. Die Pflanze gilt allgemein als anspruchslos. Ökologisch fügt sie sich gut in die Lebensbereiche von Steingärten und Heidegärten ein.[5] Zytologische Untersuchungen belegen, dass es sich um eine diploide Art handelt.[5][2] Die Chromosomenzahl beträgt dabei 2n = 14 oder 28.[5] Innerhalb der Systematik der Süßgräser wird *Festuca gautieri* der Sektion *Eskia* zugerechnet. Diese Sektion gehört zur phylogenetischen Linie der feinblättrigen Loliinae.[2] Ein bekanntes ökologisches Merkmal ist die Kreuzbarkeit mit verwandten Arten. So bildet *Festuca gautieri* gemeinsam mit der Schwingelart *Festuca eskia* eine natürliche Hybride. Diese Kreuzung ist taxonomisch als *Festuca* ×*picoeuropeana* benannt.[10]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Bärenfell-Schwingel (*Festuca gautieri*) wird nicht als Schädling klassifiziert, sondern besitzt wirtschaftliche Bedeutung als Zierpflanze in Parks und Gärten.[11] Aufgrund seiner attraktiven, beinahe kugeligen Gestalt wird er häufig als Gestaltungselement verwendet. Die Art gilt als anspruchslos und eignet sich besonders gut für die Bepflanzung von Steingärten, Heidegärten sowie für die Kübelbepflanzung. Für ein erfolgreiches Management der Kultur sind durchlässige, aber feuchtigkeitsspeichernde Böden in halbschattiger Lage erforderlich.[3] Botanisch wird die Art den feinblättrigen Schwingeln der Sektion *Eskia* zugeordnet.[4] Es handelt sich um eine überwinternde, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 50 Zentimetern erreicht.[11] Hinweise auf ein Schadpotenzial oder die Notwendigkeit von Bekämpfungsmaßnahmen liegen in den verfügbaren Quellen nicht vor, da die Nutzung rein gärtnerischer Natur ist.[11][3]

Wirtschaftliche Bedeutung

Der Bärenfell-Schwingel (*Festuca gautieri*) besitzt primär eine wirtschaftliche Relevanz als Zierpflanze im Garten- und Landschaftsbau. Aufgrund seiner attraktiven, fast kugeligen Wuchsform wird er häufig in öffentlichen Parks sowie privaten Gärten angepflanzt. Die Art gilt als anspruchslos, was ihre Verwendung in pflegeleichten Anlagen begünstigt. Spezifische Einsatzgebiete umfassen die Bepflanzung von Steingärten sowie Heidegärten. Darüber hinaus eignet sich *Festuca gautieri* für die Kultivierung in Kübeln.[5] Im Gegensatz zu anderen Vertretern der Gattung wie *Festuca pratensis* oder *Festuca arundinacea*, die als Futtergräser eine hohe wirtschaftliche Bedeutung haben, spielt *Festuca gautieri* in der Landwirtschaft keine Rolle als Nutzpflanze. Die Art gehört phylogenetisch zu den feinblättrigen Schwingel-Arten, die sich von den breitblättrigen Futtergräsern unterscheiden.[2] Es liegen in den Quellen keine Berichte über nennenswerte wirtschaftliche Schäden oder eine Einordnung als problematisches Unkraut vor.[5][2]

Biologie & Lebenszyklus

Der Bärenfell-Schwingel (*Festuca gautieri*) wächst als ausdauernde, überwinternde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 50 Zentimetern erreicht. Charakteristisch für die Art ist der dichte, horstförmige Wuchs mit sehr dünnen, borstlichen bis binsenförmigen Blättern. Die generativen Merkmale umfassen einen 4,5 bis 7 Zentimeter langen rispigen Blütenstand, wobei die Blütezeit von Juni bis Juli reicht.[4] Zytologisch handelt es sich um eine diploide Art (2x) mit einer Chromosomenzahl von 2n = 14, wobei in der Literatur auch 28 genannt werden.[4][9] Phylogenetisch wird *Festuca gautieri* der Sektion *Eskia* innerhalb der feingeblättrigen Schwingel-Klade zugeordnet. Mit der verwandten Art *Festuca eskia* bildet sie die natürliche Hybride *Festuca* ×*picoeuropeana*. Hinsichtlich der Standortansprüche benötigt die Pflanze durchlässige, aber feuchtigkeitsspeichernde Böden in halbschattiger Lage.[4]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Bärenfell-Schwingels (*Festuca gautieri*) liegt primär im Südwesten Europas, wobei ein Verbreitungsschwerpunkt in den Pyrenäen verzeichnet ist. Das Areal erstreckt sich geographisch vom nördlichen Marokko über den Osten und Nordosten Spaniens bis in den Südwesten Frankreichs. Ergänzend werden Vorkommen in Rumänien beschrieben, die das Verbreitungsgebiet nach Osten erweitern.[5] Molekularbiologische Untersuchungen bestätigen zudem spezifische Populationen in Südspanien, beispielsweise in der Provinz Granada bei Huéscar. Als Vertreter der Sektion *Eskia* ist die Art Teil der im Holarktischen Raum diversen Gattung *Festuca*.[4] Am natürlichen Standort benötigt die Pflanze durchlässige Substrate, die jedoch über feuchtigkeitsspeichernde Eigenschaften verfügen sollten. Bevorzugt werden dabei Lagen im Halbschatten. Aufgrund des kompakten, fast kugeligen Wuchses wird *Festuca gautieri* vielfach anthropogen verbreitet und als Zierpflanze in Gärten und Parks genutzt. Die Art gilt als anspruchslos und findet besonders in Steingärten sowie Heidegärten Verwendung. Auch für eine Bepflanzung von Kübeln ist das Gras geeignet.[5] Die Verbreitung korreliert teilweise mit der taxonomischen Unterteilung, wobei die Unterarten *Festuca gautieri* subsp. *gautieri* und subsp. *scoparia* im westlichen Mittelmeerraum (Marokko, Spanien, Frankreich) auftreten.[5] Die Unterart *Festuca gautieri* subsp. *lutea* hingegen ist in Rumänien verortet.[5]

Saisonalität & Aktivität

Der Bärenfell-Schwingel (*Festuca gautieri*) ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die den Winter überdauert. Die vegetative Aktivität manifestiert sich ganzjährig in einem dichten, horstförmigen Wuchs mit feinen, borstlichen Blättern. Die reproduktive Phase der Art ist durch eine spezifische Blütezeit gekennzeichnet, die sich über die Monate Juni und Juli erstreckt. Während dieser sommerlichen Periode bildet die Pflanze gelb-grüne, rispige Blütenstände aus. Diese Blütenstände erreichen eine Länge von 4,5 bis 7 Zentimetern.[5] Generell besiedeln Vertreter der Gattung *Festuca* kühle saisonale Regionen, wobei *Festuca gautieri* vor allem im Südwesten Europas verbreitet ist.[5][2] Für ein optimales Gedeihen benötigt die Art durchlässige, aber feuchtigkeitsspeichernde Böden, bevorzugt in halbschattiger Lage.[5] Das öffentliche Interesse an dieser Art unterliegt im Jahresverlauf messbaren Schwankungen. Analysen von Suchanfragen zeigen eine erhöhte Aufmerksamkeit im Frühjahr, wobei ein statistischer Spitzenwert im April zu verzeichnen ist. Ein zweiter, kleinerer Anstieg des Interesses ist im Februar erkennbar. In den Wintermonaten, insbesondere im Januar, sowie im März ist das Suchinteresse hingegen geringer.[6] Diese saisonalen Muster spiegeln vermutlich die Nutzung als Zierpflanze in Parks und Gärten wider.[5]

Quellen & Referenzen

  1. Plants of the World Online (POWO): Festuca gautieri. Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.
  2. Moreno-Aguilar, M.F. et al. (2022): Phylogenomics and Systematics of Overlooked Mesoamerican and South American Polyploid Broad-Leaved Festuca Grasses. Plants 11, 2303. https://doi.org/10.3390/plants11172303
  3. Valdés, B. & Scholz, H. (2009): Poaceae (pro parte majore). Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  4. https://doi.org/10.3390/plants11172303
  5. Wikipedia-Artikel: Bärenfell-Schwingel (Festuca gautieri), basierend auf Tropicos.org und POWO.
  6. Aggregierte Suchtrends für 'Baerenfellgras' (DE), Zeitreihen-Analyse.
  7. Moreno-Aguilar, M.F. et al. (2022): Phylogenomics and Systematics of Overlooked Mesoamerican and South American Polyploid Broad-Leaved Festuca Grasses. Plants 2022, 11, 2303. https://doi.org/10.3390/plants11172303
  8. Wikipedia-OCR (Provided Source Text)
  9. Tropicos.org. IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  10. Gutierrez Villarias, M. I. et al. (1992): The Correct Name of the Hybrid between Festuca gautieri and Festuca eskia. Taxon, 41(1), 76–77.
  11. Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Plants of the World Online (POWO)