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Lexikon-Eintrag
Prachtkerze Gaura lindheimeri
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Taxonomie
Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung
Myrtales (Myrtales)
Familie
Onagraceae
Gattung
Oenothera
Art
Gaura lindheimeri
Wissenschaftlicher Name
Gaura lindheimeri Engelm. & A.Gray
Einleitung
Oenothera lindheimeri (häufig unter dem Synonym Gaura lindheimeri geführt) ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae).[1][2] Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art beschränkt sich auf Küstenprärien und Kiefernwälder im südlichen Louisiana, dem östlichen Texas sowie dem nördlichen Mexiko.[3][2] Aufgrund ihrer Trockenheitstoleranz und der langen Blütezeit wird sie weltweit als Zierpflanze kultiviert und dient ökologisch als Nahrungsquelle für Bienen und Schmetterlinge.[2][4]
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Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Fakten (kompakt)
- Der Holotypus der Art (Lindheimer s.n. Nr. 61) wurde im August 1842 in der Nähe von Houston im texanischen Harris County gesammelt und wird heute im Missouri Botanical Garden aufbewahrt. - Isotypen der Erstsammlung lagern in weltweit bedeutenden Herbarien, darunter das British Museum, die Harvard University und das Naturhistorische Museum Wien.[6] - Neben dem bekannten Basionym *Gaura lindheimeri* gilt taxonomisch auch *Gaura filiformis* var. *munzii* Cory als akzeptiertes Synonym. - Der Gattungsname *Oenothera* entstammt dem Griechischen (*oinos* für Wein, *theras* für Sucher) und bedeutet übersetzt „Weinsucher“. - Die Eingliederung in die Gattung *Oenothera* wurde durch morphologische Gemeinsamkeiten wie das Vorhandensein eines Indusiums am Griffel sowie nicht aufspringende Kapseln begründet. - Molekulargenetische Untersuchungen zeigten mit einem Bootstrap-Wert von 94 bis 100 %, dass die frühere Gattung *Gaura* phylogenetisch fest in der *Oenothera*-Klade verankert ist. - Die Pflanze bildet basale Rosetten aus löffelförmigen bis lanzettlichen Blättern, die konkret 5 bis 10 Zentimeter lang werden. - Im Bundesstaat Louisiana konzentriert sich das Vorkommen spezifisch auf die Küsten-Parishes Acadia, Calcasieu und Lafayette. - *Oenothera lindheimeri* bildet bevorzugt auf sandigen oder lehmigen Böden ausgedehnte Kolonien. - Zum Spektrum der Blütenbesucher zählen neben Insekten gelegentlich auch Kolibris.[6]
Name & Einordnung
Der heute wissenschaftlich akzeptierte Name der Art lautet *Oenothera lindheimeri* (Engelm. & A.Gray) W.L.Wagner & Hoch.[5][4] Ursprünglich wurde die Pflanze im Jahr 1845 von George Engelmann und Asa Gray als *Gaura lindheimeri* erstbeschrieben, basierend auf Sammlungen, die Ferdinand Jacob Lindheimer 1842 in Texas angelegt hatte.[2] Im Jahr 2007 überführten Warren L. Wagner und Peter C. Hoch die Art im Rahmen einer Revision der Familie Onagraceae in die Gattung *Oenothera*.[3] Diese Neuklassifizierung stützte sich auf molekularphylogenetische Analysen der DNA, die zeigten, dass die Gattung *Gaura* innerhalb der *Oenothera*-Klade eingebettet ist.[2] Das Basionym *Gaura lindheimeri* Engelm. & A. Gray gilt seither als Synonym, ebenso wie die Bezeichnung *Gaura filiformis* var. *munzii* Cory.[2][1] Der Gattungsname *Oenothera* leitet sich aus den griechischen Wörtern *oinos* (Wein) und *theras* (Jäger, Sucher) ab, was als „Weinsucher“ übersetzt wird und auf eine antike Nutzung der Wurzeln zur Weinaromatisierung hindeutet.[4][3] Der frühere Gattungsname *Gaura* entstammt dem griechischen *gauros* für „stolz“ oder „majestätisch“, eine Anspielung auf die auffällige Blütenpracht der Gruppe.[2] Das Art-Epitheton *lindheimeri* ehrt den deutschstämmigen Botaniker Ferdinand Jacob Lindheimer (1801–1879), der als Pionier der Pflanzensammlung in Texas gilt und den Holotypus nahe Houston fand.[2][3] Im internationalen Sprachgebrauch sind Trivialnamen wie „Lindheimer's beeblossom“, „white gaura“ oder „whirling butterflies“ verbreitet, wobei letzterer die an tanzende Schmetterlinge erinnernde Bewegung der Blüten im Wind beschreibt.[4][2]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
*Oenothera lindheimeri* ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die einen aufrechten bis breit ausladenden Wuchs zeigt und Wuchshöhen von 50 bis 150 Zentimetern erreicht.[1][2] Die Pflanze bildet Horste oder lockere Kolonien mit einer offenen, vasenförmigen Struktur und einer Breite von 30 bis 60 Zentimetern.[2][4] Die drahtigen, grünen bis rotbraunen Stängel sind aufrecht oder bogig überhängend und im oberen Bereich dicht verzweigt. Sie weisen eine Behaarung aus kurzen, feinen bis steifen Haaren auf, die der Pflanze eine weichhaarige Textur verleihen. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind lanzettlich bis löffelförmig, wobei die basalen Blätter oft eine Rosette bilden. Die Blattspreiten sind 2,5 bis 7,6 Zentimeter lang sowie 3 bis 13 Millimeter breit und besitzen fein bis unregelmäßig gezähnte oder gewellte Ränder.[1] Die Blattoberflächen sind fein behaart und können sich im Herbst von dunkelgrün zu rötlichen oder violetten Tönen verfärben.[1][4] Die zygomorphen, vierzähligen Blüten stehen in bis zu 80 Zentimeter langen, rispenartigen Blütenständen an den Enden der drahtigen Stängel.[1][2] Jede Blüte besitzt vier weiße, später oft rosa verblühende Kronblätter, die 10 bis 15 Millimeter lang und rhombisch-eiförmig bis elliptisch geformt sind. Charakteristisch sind die acht gelben Staubblätter mit 7 bis 12 Millimeter langen Filamenten sowie der 16 bis 27 Millimeter lange Griffel mit herausragender Narbe. Die Kelchblätter sind 9 bis 17 Millimeter lang und an der Basis verwachsen, während die Blütenröhre eine Länge von 4 bis 9 Millimetern erreicht. Nach der Bestäubung entwickeln sich sitzende, ellipsoide oder eiförmige Kapseln, die vierkantig sind und 6 bis 9 Millimeter Länge messen. Diese Früchte reifen von grün zu dunkel graubraun und enthalten jeweils ein bis vier gelbliche bis hellbraune Samen.[1] Das Wurzelsystem besteht aus einer tiefen Pfahlwurzel, die der Pflanze Trockenheitstoleranz verleiht, sowie gelegentlich Rhizomen zur vegetativen Ausbreitung.[1][2]
Beschreibung
Oenothera lindheimeri ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die sich durch einen lockeren, horstbildenden Wuchs und filigrane, oft überhängende Blütenstände auszeichnet.[1][2] Sie entwickelt ein tiefreichendes Pfahlwurzelsystem, das eine essenzielle anatomische Anpassung an die trockenen und heißen Bedingungen ihrer natürlichen Präriehabitate in Texas und Louisiana darstellt.[1][3] Die drahtigen Stängel sind im oberen Bereich stark verzweigt und weisen eine feine Behaarung auf, die der Pflanze eine weiche Textur verleiht.[1] Im Gegensatz zu vielen anderen Nachtkerzengewächsen öffnen sich die vierzähligen, zygomorphen Blüten am Morgen und verblühen meist bis zum Mittag, wobei sie ihre Farbe von Weiß zu Rosa wechseln.[1][3] Diese tägliche Blühphänologie ist spezifisch an tagaktive Bestäuber wie Langzungenbienen und Schmetterlinge angepasst, da die Art selbstinkompatibel ist und zwingend auf Fremdbestäubung angewiesen ist. Der englische Trivialname "Whirling Butterflies" spielt auf die ständige Bewegung der Blüten an den dünnen Stielen an, die im Wind tanzenden Schmetterlingen ähneln.[1] Ein charakteristisches Merkmal der Sektion Gaura sind die nussartigen, vierkantigen Früchte, die nicht aufspringen (indehiszent), sondern als geschlossene Kapseln abfallen und verholzen.[1][3] Ökologisch fungiert die Pflanze als bedeutende Wirtspflanze für die Raupen der spezialisierten Motte Schinia gaurae sowie des Linienschwärmers (Hyles lineata), die an Laub und Blüten fressen. Die Samen dienen im Spätherbst körnerfressenden Vögeln wie Finken als wichtige Nahrungsquelle.[1] Historisch wurde die Art 1845 von George Engelmann und Asa Gray als Gaura lindheimeri erstbeschrieben, basierend auf Aufsammlungen des Botanikers Ferdinand Jacob Lindheimer aus dem Jahr 1842 bei Houston.[1][3] Der Holotypus dieser Erstbeschreibung wird heute im Missouri Botanical Garden aufbewahrt.[1] Die taxonomische Überführung in die Gattung Oenothera erfolgte 2007 durch Wagner und Hoch aufgrund molekularphylogenetischer DNA-Analysen, die zeigten, dass die Gattung Gaura vollständig in die Oenothera-Klade eingebettet ist.[1][3] Im Feld ist die Art an ihren löffelförmigen bis lanzettlichen Blättern zu erkennen, die im Herbst oft rötliche, goldene oder violette Färbungen annehmen.[1][2] Obwohl sie gelegentlich Rhizome zur vegetativen Ausbreitung bildet, erfolgt die Vermehrung primär über Samen, die keine Dormanz benötigen und hohe Keimraten aufweisen. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet besiedelt sie bevorzugt gestörte Areale in Küstenprärien und Kiefernwäldern, wo sie durch ihr Wurzelsystem zur Bodenstabilisierung beiträgt.[1]
Verhalten
Das Blühverhalten von *Oenothera lindheimeri* folgt einem tagesperiodischen Rhythmus, bei dem sich die Blüten bei Sonnenaufgang öffnen und typischerweise bis zum Mittag wieder schließen.[1] Da die Art selbstinkompatibel ist, ist sie zwingend auf die Interaktion mit Insektenvektoren zur Fremdbestäubung angewiesen. Zu den primären Besuchern zählen tagaktive Insekten wie langzüngige Bienen der Gattung *Megachile*, Hummeln (*Bombus* spp.) sowie verschiedene Schmetterlinge. Studien zeigen, dass neben Bienen auch Motten wesentlich zum Pollentransfer beitragen.[2] In der Interaktion mit Herbivoren fungiert die Pflanze als Wirt für die Raupen spezifischer Nachtfalter wie der Prachtkerzen-Motte (*Schinia gaurae*) und des Linienschwärmers (*Hyles lineata*).[4] Darüber hinaus lockt die Pflanze nützliche Insekten wie Schwebfliegen und parasitäre Wespen an, die als Räuber in der Umgebung agieren.[2] Das Wachstumsverhalten ist durch die Bildung lockerer Kolonien gekennzeichnet, wobei sich die Pflanze vegetativ über Rhizome ausbreiten kann.[1] Die flexiblen, drahtigen Stängel ermöglichen eine charakteristische Bewegung im Wind, die oft mit tanzenden Schmetterlingen verglichen wird.[4] Als Anpassung an gestörte Habitate besiedelt die Art effektiv offene Flächen und nutzt ihre tiefe Pfahlwurzel zur Überdauerung in Trockenperioden.[3]
Ökologie
Die Art ist auf Insektenbestäubung (Entomophilie) angewiesen, da sie selbstinkompatibel ist und für die Fortpflanzung Fremdbestäubung benötigt. Zu den primären Bestäubern zählen langzungige Bienen der Gattung *Megachile*, Hummeln (*Bombus*) sowie verschiedene Tagfalter, welche die morgens öffnenden Blüten besuchen. Obwohl die Blüten meist mittags schließen, tragen auch Nachtfalter zur Pollenübertragung bei.[2] Ökologisch fungiert *Oenothera lindheimeri* als Wirtspflanze für die Raupen spezialisierter Falterarten wie der Eulenart *Schinia gaurae* und des Linienschwärmers (*Hyles lineata*), die an Laub und Blüten fressen.[4][2] Die Samen bieten im Spätjahr eine Nahrungsquelle für körnerfressende Vögel, insbesondere Finken.[2] Neben Bestäubern zieht das Nektarangebot auch räuberische Insekten wie Schwebfliegen und parasitoide Wespen an, was die Biodiversität im Habitat fördert.[3] Das tiefe Pfahlwurzelsystem der Pflanze trägt in den heimischen Ökosystemen signifikant zur Bodenstabilisierung und Erosionskontrolle bei, besonders auf sandigen oder lehmigen Substraten.[7][3] In Pflanzengesellschaften gilt das Vorkommen der Art als Indikator für intakte Reste von Küsten- und Blackland-Prärien.[3] Ökologische Managementmaßnahmen wie kontrolliertes Abbrennen (Prescribed burning) begünstigen die Vitalität der Bestände, indem sie die Konkurrenz durch verholzende Arten und invasive Gräser reduzieren.[2] Trotz einer generellen Schädlingsresistenz kann es gelegentlich zu Verbiss durch Hirsche oder Befall durch Blattläuse und Erdflöhe kommen.[3][2]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Oenothera lindheimeri wird primär als ökologisch wertvoller Nützling eingestuft, der eine hohe Diversität an Bestäubern wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge unterstützt.[3][2] In ihrem nativen Verbreitungsgebiet stabilisiert die Art durch ihr tiefes Pfahlwurzelsystem den Boden und dient als Wirtspflanze für spezialisierte Insekten wie die Motte *Schinia gaurae*.[7][4] Außerhalb Nordamerikas wird die Pflanze jedoch teilweise kritisch betrachtet; in Australien gilt sie als aufkommendes Umweltunkraut, und auch in Teilen Europas sowie den südöstlichen USA ist sie aus Kulturen verwildert.[3][1] Gesundheitlich ist die Prachtkerze unbedenklich, da keine Toxizität oder relevante medizinische Nutzung bekannt ist.[2] Die Pflanze ist weitgehend resistent gegen Krankheiten, neigt jedoch auf schweren, staunassen Böden zu Wurzelfäule, was als physiologischer Schaden zu werten ist.[4][2] Gelegentlich können Blattläuse oder Erdflöhe auftreten, die jedoch selten signifikante Schäden an der Biomasse verursachen. Ein typisches Schadbild bei übermäßiger Nährstoffversorgung ist das sogenannte „Vergeilen“, bei dem die Stängel instabil werden und umkippen. Präventive Maßnahmen konzentrieren sich auf kulturelle Aspekte, insbesondere die Wahl durchlässiger, sandiger Substrate und sonniger Standorte zur Vermeidung von Pilzkrankheiten. Zur Pflege und Bestandsregulierung empfiehlt sich ein physikalischer Rückschnitt der Stängel auf etwa 15 cm im späten Winter oder frühen Frühjahr, was einen kompakten Wuchs fördert.[2] Bei geringfügigem Befall durch Blattläuse genügen meist mechanische Maßnahmen wie Wasserstrahlen oder der Einsatz von insektiziden Seifen.[3] Im Rahmen von Restaurierungsprojekten wird *Oenothera lindheimeri* gezielt zur Wiederbegrünung degradierter Prärien und zur Erosionskontrolle an Hängen eingesetzt.[8][4]
Wirtschaftliche Bedeutung
Die Art besitzt eine erhebliche Relevanz im Zierpflanzenhandel, wo sie aufgrund ihrer Trockentoleranz und langen Blütezeit für Gärten und pflegeleichte Landschaften geschätzt wird. Zahlreiche Sorten wie 'Whirling Butterflies' oder 'Siskiyou Pink' wurden speziell für den Markt gezüchtet, um kompaktere Wuchsformen und variierende Blütenfarben anzubieten.[2][4] Aufgrund ihres gärtnerischen Wertes erhielt die Pflanze 1993 den *Award of Garden Merit* der Royal Horticultural Society. Im Jahr 2025 wurde sie zudem als „Louisiana Super Plant“ vermarktet, um ihre ökologischen Vorteile in Hausgärten zu fördern.[2] Neben dem Zierwert wird *Oenothera lindheimeri* kommerziell für ökologische Restaurierungsprojekte genutzt, insbesondere zur Wiederbegrünung von Prärien und Küstengebieten in Texas und Louisiana.[3][7] Das tiefe Pfahlwurzelsystem bietet dabei wirtschaftlichen Nutzen durch Bodenstabilisierung und Erosionsschutz an gefährdeten Hängen.[2] Aus Sicht des Pflanzenschutzes gilt die Art als weitgehend resistent, wobei gelegentlich geringfügige Schäden durch Blattläuse oder Erdflöhe auftreten können.[4][3] Wildverbiss durch Hirsche kommt vor, jedoch zählt die Pflanze nicht zu deren bevorzugten Nahrungsquellen.[3] In der Kulturführung können wirtschaftliche Ausfälle primär durch Wurzelfäule bei schweren, staunassen Böden entstehen.[2] Während das invasive Potenzial im nativen Verbreitungsgebiet gering ist, wird die Art in Australien nach der Verwilderung aus Gärten als aufkommendes Umweltunkraut („environmental weed“) eingestuft.[3] Auch in Teilen Europas und der USA außerhalb des natürlichen Areals haben sich Populationen etabliert, was eine Überwachung in sensiblen Habitaten erforderlich macht.[5]
Biologie & Lebenszyklus
Oenothera lindheimeri ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die einen horstigen Wuchs bildet und über ein tiefes Pfahlwurzelsystem verfügt, das ihr Überleben in Trockenperioden sichert.[2][3] Die Blütezeit erstreckt sich in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet von April bis Juli, kann jedoch bis in den Oktober andauern.[1][2] Die vierzähligen, zygomorphen Blüten öffnen sich am Morgen bei Sonnenaufgang und schließen sich typischerweise bereits gegen Mittag wieder.[4][2] Da die Art selbstinkompatibel ist, ist sie für die sexuelle Fortpflanzung zwingend auf Fremdbestäubung angewiesen. Als Bestäuber fungieren primär langzüngige Bienen der Gattungen *Megachile* und *Bombus* sowie verschiedene Schmetterlinge und Nachtfalter. Die Pollenfertilität liegt typischerweise zwischen 90 und 100 %, wobei der Chromosomensatz 2n = 14 beträgt.[4][3] Nach der Befruchtung entwickeln sich vierkantige, dehiszente Kapseln, die jeweils ein bis vier gelbliche bis hellbraune Samen enthalten.[4][2] Die Samen weisen keine spezifischen Dormanzanforderungen auf und zeigen besonders auf gestörten Böden hohe Keimraten, was eine effektive Selbstaussaat ermöglicht.[3][2] Im Herbst verfärbt sich das Laub oft rötlich oder golden, bevor die oberirdischen Pflanzenteile im Winter absterben.[2][4] Der Neuaustrieb erfolgt im Frühjahr aus der überdauernden Pfahlwurzel oder basalen Rhizomen.[2] Physiologisch ist die Pflanze an subtropische bis gemäßigte Klimata angepasst und toleriert Temperaturen der USDA-Winterhärtezonen 5 bis 9.[3][2] Ökologisch dient *Oenothera lindheimeri* als Wirtspflanze für die Raupen spezialisierter Nachtfalter wie der Gaura-Motte (*Schinia gaurae*) und des Linienschwärmers (*Hyles lineata*).[4][3] Während die Pflanze generell resistent gegen Schädlinge ist, können gelegentlich Blattläuse oder der Fraß durch Hirsche auftreten, ohne jedoch die Population signifikant zu gefährden.[2] Für ein optimales Wachstum benötigt die Art gut durchlässige, sandige oder lehmige Böden, da Staunässe zu Wurzelfäule führen kann.[3][4]
Vorkommen & Lebensraum
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Gaura lindheimeri* (syn. *Oenothera lindheimeri*) beschränkt sich auf die Küstenprärien und Kiefernwälder im südöstlichen Texas sowie im südlichen Louisiana.[1][3] Zusätzlich erstreckt sich das natürliche Vorkommen bis in das nördliche Mexiko, insbesondere in den Bundesstaat Tamaulipas. Innerhalb dieses Areals besiedelt die Art vorwiegend offene Habitate wie Prärien, Ränder von Teichen sowie lichte Kiefernwälder (Piney Woods). Die vertikale Verbreitung liegt dabei typischerweise in tiefen Lagen zwischen 0 und 100 Metern über dem Meeresspiegel. Bevorzugt wächst die Pflanze auf sandigen, lehmigen oder schwarzen Tonböden, die eine gute Drainage aufweisen, toleriert jedoch auch steinige Substrate. Obwohl sie Trockenheit verträgt, profitiert die Art in ihrem natürlichen Lebensraum von zeitweiliger Feuchtigkeit, etwa in saisonal nassen Prärien. Seit den ersten Aufsammlungen durch Ferdinand Lindheimer im Jahr 1842 hat sich die Pflanze vor allem durch die Nutzung als Zierpflanze über ihr ursprüngliches Areal hinaus ausgebreitet.[1] In den Vereinigten Staaten gelten Bestände in Staaten wie Oklahoma, Arkansas, Alabama, Georgia und Mississippi inzwischen als eingebürgert. Weltweit wurden Verwilderungen in Europa dokumentiert, unter anderem in Großbritannien, Spanien, Italien, Griechenland und auf Korsika. Auch in Australien wurde die Art eingeführt und wird dort in einigen Regionen als aufkommendes Umweltunkraut betrachtet, das aus Gärten entweicht.[3] Die Pflanze gedeiht in subtropischen bis gemäßigten Klimazonen (USDA-Zonen 5–9) und erträgt hohe Hitze sowie Luftfeuchtigkeit. Als Kulturflüchter besiedelt *Gaura lindheimeri* häufig gestörte Standorte wie Straßenränder, Bahndämme und urbane Brachflächen. In den heimischen Küsten- und Blackland-Prärien übernimmt sie durch ihr tiefes Pfahlwurzelsystem eine wichtige Funktion bei der Bodenstabilisierung und Erosionskontrolle.[1]
Saisonalität & Aktivität
Die Blütezeit von *Oenothera lindheimeri* (syn. *Gaura lindheimeri*) erstreckt sich im nativen Verbreitungsgebiet von April bis Juli, wobei die Blüte vereinzelt bis in den Oktober andauern kann. Die Blüten öffnen sich bei Sonnenaufgang und schließen sich typischerweise bereits zur Mittagszeit wieder, was auf eine tagesperiodische Aktivität hindeutet. Dieses Zeitfenster ist auf tagaktive Bestäuber wie langrüsslige Bienen und Schmetterlinge abgestimmt, die vorwiegend in den Sommermonaten aktiv sind. Während der Vegetationsperiode dient die Pflanze zudem als Wirt für die Larven der Motte *Schinia gaurae* sowie des Linienschwärmers (*Hyles lineata*), die an Laub und Blüten fressen. Die Fruchtreife und Samenbildung erfolgt im Spätsommer bis Herbst, wobei die Kapseln sich von Grün zu Dunkelgraubraun verfärben.[1] Als ausdauernde krautige Pflanze zeigt die Art einen ausgeprägten saisonalen Zyklus, bei dem sich das Laub im Herbst rötlich bis purpur verfärbt, bevor die oberirdischen Teile im Winter absterben.[2] Die Überwinterung erfolgt als Hemikryptophyt, wobei der Neuaustrieb im Frühjahr aus der tiefreichenden Pfahlwurzel oder Rhizomen erfolgt.[1] Die physiologische Aktivität ist stark temperaturabhängig; die Pflanze gedeiht bei Hitze und toleriert Temperaturen bis zu 40 °C, während sie in kühleren Klimazonen Frosttoleranz bis USDA-Zone 5 zeigt.[2] Das öffentliche Interesse an der Prachtkerze korreliert mit dieser phänologischen Entwicklung und verzeichnet Spitzenwerte in den Monaten Mai und Juni.[6]
Quellen & Referenzen
- http://floranorthamerica.org/Oenothera_lindheimeri
- https://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?kempercode=c840
- https://plants.usda.gov/plant-profile/OELI2
- https://hort.extension.wisc.edu/articles/gaura-gaura-lindheimeri/
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:612740-1
- Suchinteresse-Zeitreihe (aggregiert)
- https://www.uhcl.edu/environmental-institute/texas-envirothon/documents/2018-coastal-prairie-management.pdf
- https://warcapps.usgs.gov/PlantID/Species/Details/3824