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Lexikon-Eintrag
Fremde Wegameise Lasius alienus
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Taxonomie
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Hautflügler (Hymenoptera)
Familie
Formicidae
Gattung
Lasius
Art
Lasius alienus
Wissenschaftlicher Name
Lasius alienus (Foerster, 1850)
Akzeptierter Name
Einleitung
Die **Fremde Wegameise** (*Lasius alienus*) ist eine Art aus der Gattung der Wegameisen (*Lasius*) innerhalb der Unterfamilie der Schuppenameisen (Formicinae).[1] Sie ist in ganz Mitteleuropa verbreitet und zählt zu den häufigsten Ameisenarten der Westpaläarktis.[1][2] Äußerlich ähnelt sie stark der Schwarzen Wegameise (*Lasius niger*), unterscheidet sich jedoch durch eine geringere Körpergröße und das weitgehende Fehlen abstehender Haare.[1] Neben der Nutzung von Honigtau und Insekten als Nahrungsquelle tritt die Art auch als Fressfeind von Zeckeneiern auf.[2]
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Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Fakten (kompakt)
- **Unterscheidungsmerkmal**: Im direkten Vergleich zur Schwarzen Wegameise (*Lasius niger*) fehlt *Lasius alienus* die deutliche Behaarung speziell am Fühlerschaft und an den Beinen.[1] - **Prädationsraten**: In Experimenten trugen die Arbeiterinnen zwischen 59,8 % und 78,4 % der künstlich entwachsten Zeckeneier ein, während die Quote bei naturbelassenen, gewachsten Eiern mit 12,8 % bis 52,1 % signifikant niedriger lag. - **Säureeinsatz**: Die Ameisen zeigten das Verhalten, immobile Zeckeneier mit Ameisensäure zu besprühen, eine Taktik, die üblicherweise zur Lähmung lebender Beute verwendet wird. - **Präferenz**: Es wurde eine deutliche Bevorzugung von Eiern der Art *Hyalomma excavatum* gegenüber denen von *Rhipicephalus bursa* festgestellt, was auf eine stärkere antiprädatorische Wirkung des Eiwachses bei letzterer Art hindeutet. - **Interessenverlust**: Studien belegten, dass das starke Interesse der Ameisen an Zeckeneiern meist auf die erste Stunde nach Kontakt beschränkt war und nach 24 Stunden fast vollständig verschwand.[4]
Name & Einordnung
Die Fremde Wegameise (*Lasius alienus*) ist eine Art aus der Familie der Ameisen (Formicidae). Die wissenschaftliche Erstbeschreibung unter diesem Namen veröffentlichte Förster im Jahr 1850. Systematisch wird die Spezies der Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera) und der Gattung der Wegameisen (*Lasius*) zugeordnet.[3][4] Innerhalb der Familie zählt sie zur Unterfamilie der Schuppenameisen (Formicinae).[5] Taxonomisch wird *Lasius alienus* dem Untergenus *Lasius* s. str. zugerechnet, dessen paläarktische Vertreter Gegenstand neuerer Revisionen waren.[4]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Arbeiterinnen der Fremden Wegameise (*Lasius alienus*) erreichen eine Körperlänge von zwei bis vier Millimetern. Ihre Grundfärbung variiert von dunkelbraun bis schwarz, wobei die feine Körperbehaarung silbrig erscheint. Charakteristisch für das Erscheinungsbild ist, dass abstehende Haare weitestgehend fehlen. Ein deutlicher Größenunterschied besteht zu den Geschlechtstieren: Die Königinnen werden sieben bis neun Millimeter lang, während die Männchen lediglich eine Länge von drei bis vier Millimetern erreichen. Morphologisch ähnelt die Art stark der Schwarzen Wegameise (*Lasius niger*), ist jedoch insgesamt etwas kleiner als diese. Ein wesentliches Bestimmungsmerkmal zur Abgrenzung ist das Fehlen der längeren Körperbehaarung bei *Lasius alienus*. Insbesondere am Fühlerschaft sowie an den Beinen weist die zum Verwechseln ähnliche *Lasius niger* eine deutlich stärkere Behaarung auf.[1]
Beschreibung
Die Fremde Wegameise (*Lasius alienus*) ist eine der am häufigsten vorkommenden Ameisenarten in der Westpaläarktis und gehört taxonomisch zur Unterfamilie der Schuppenameisen (Formicinae). Diese Art bildet individuenreiche, monogyne Staaten, die jeweils nur eine Königin und Kolonien von über 10.000 Arbeiterinnen umfassen können. Im natürlichen Lebensraum legt *Lasius alienus* ihre Nester vorwiegend im Erdboden unter Steinen oder anderen schützenden Objekten an, seltener finden sich die Nester frei im offenen Feld.[1][4] In endemischen Gebieten kann die Nestdichte sehr hoch sein und Werte von 10 bis 50 Nestern pro 100 Quadratmeter erreichen.[4] Die Arbeiterinnen sind dunkelbraun bis schwarz gefärbt und erreichen eine Körperlänge von zwei bis vier Millimetern. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zur sehr ähnlichen Schwarzen Wegameise (*Lasius niger*) ist das weitgehende Fehlen abstehender Haare, insbesondere am Fühlerschaft und an den Beinen. Stattdessen zeichnet sich die Art durch eine feine, silbrige Körperbehaarung aus. *Lasius alienus* bevorzugt ungestörte Landstriche und besiedelt oft karge, schwach bewachsene Standorte, die für andere Wegameisenarten zu trocken wären.[1] Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Mitteleuropa und reicht von offenen Naturhabitaten und lichten Wäldern bis hin zu urbanen Gärten.[1][4] Zur Nahrungssuche etablieren die Arbeiterinnen Futterstraßen am Boden, an Bäumen und dringen gelegentlich in Gebäude ein.[4] Die Ernährung besteht vorwiegend aus Insekten sowie dem Honigtau von Blatt-, Schild- und Wurzelläusen.[1][4] Zur Deckung des Proteinbedarfs für Larven und Königin nutzen die Ameisen sowohl Aas als auch lebende kleine Arthropoden. Eine bedeutende Verteidigungs- und Jagdanpassung ist der Einsatz von Ameisensäure, die versprüht wird, um lebende Beute zu immobilisieren. Studien belegen, dass *Lasius alienus* als Prädator von Ektoparasiten wie der Roten Vogelmilbe (*Dermanyssus gallinae*) sowie von Zeckeneiern fungiert.[4] Der Lebenszyklus beinhaltet das Schwärmen der Geschlechtstiere zwischen August und September. Hierbei sind die Königinnen mit sieben bis neun Millimetern deutlich größer als die drei bis vier Millimeter langen Männchen.[1] Die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Art erfolgte im Jahr 1850 durch Förster.[1][4]
Verhalten
Die Arbeiterinnen von *Lasius alienus* legen in den warmen Monaten Furagierpfade am Boden, an Bäumen und teilweise in Gebäuden an. Sie nutzen eine zentrale Strategie zur Nahrungssuche, um große Mengen kleiner Wirbelloser zu jagen.[4] Neben Insekten und dem Honigtau von Blatt-, Schild- und Wurzelläusen ernährt sich die Art auch von Pflanzennektar.[4][5] *Lasius alienus* tritt als effektiver Prädator von Zeckeneiern, etwa der Gattung *Hyalomma*, sowie der Roten Vogelmilbe (*Dermanyssus gallinae*) auf. Zur Immobilisierung lebender Beute setzen die Ameisen Ameisensäure ein. Dieses Versprühen von Säure wurde experimentell auch gegenüber unbeweglichen Zeckeneiern beobachtet.[4] Die Staaten sind monogyn und individuenreich.[5] Kolonien verteidigen ihr Territorium gegen benachbarte Kolonien.[4] Die Geschlechtstiere schwärmen zwischen August und September.[5]
Ökologie
*Lasius alienus* besiedelt als eine der häufigsten Ameisenarten der Westpaläarktis ein breites Spektrum an Lebensräumen, das von natürlichen offenen Habitaten und lichten Wäldern bis hin zu urbanen Zonen wie Gärten reicht.[4] Besonders häufig ist die Art an ungestörten, kargen und schwach bewachsenen Standorten zu finden, die für andere Wegameisenarten zu trocken sind.[1] Die Nester werden meist im Erdreich unter Steinen oder anderen Objekten angelegt, wobei in endemischen Gebieten Dichten von 10 bis 50 Nestern pro 100 Quadratmeter erreicht werden können. Das Nahrungsspektrum umfasst pflanzlichen Nektar sowie den Honigtau von Blatt-, Schild- und Wurzelläusen.[1][4] Ergänzend sammelt *Lasius alienus* tote Arthropoden und jagt kleine Wirbellose, um den Proteinbedarf der Kolonie zu decken. Ökologisch bedeutsam ist die Art als Prädator von Ektoparasiten; so wurde nachgewiesen, dass sie alle Entwicklungsstadien der Roten Vogelmilbe (*Dermanyssus gallinae*) frisst.[4] Zudem erbeuten die Arbeiterinnen Eier verschiedener Zeckenarten (*Hyalomma marginatum*, *H. excavatum*, *Rhipicephalus bursa*), wobei die wachsartige Hülle der Zeckeneier als Schutzbarriere gegen diese Prädation wirken kann. Zur Immobilisierung lebender Beute setzen die Ameisen Ameisensäure ein. Die Kolonien verteidigen ihr Territorium gegen benachbarte Kolonien, was den lokalen Prädationsdruck auf andere Arten beeinflussen kann.[4]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Fremde Wegameise (*Lasius alienus*) zählt zu den häufigsten Ameisenarten der Westpaläarktis und besiedelt neben natürlichen Habitaten auch urbanisierte Bereiche wie Gärten und bewaldete Wohngebiete. Die Arbeiterinnen legen ihre Fouragierwege am Boden sowie auf Bäumen an und dringen auf der Suche nach Nahrung bisweilen auch in Wohnungen ein.[2] Primär ernährt sich die Art von Insekten, Pflanzennektar sowie dem Honigtau von Blatt-, Schild- und Wurzelläusen.[2][1] Aus ökologischer Sicht fungiert *Lasius alienus* als Nützling, da sie als effektiver Prädator von Ektoparasiten auftritt. Studien belegen, dass die Ameisen Eier verschiedener Zeckenarten wie *Hyalomma marginatum*, *Hyalomma excavatum* und *Rhipicephalus bursa* fressen. Dieses Verhalten deutet auf ein Potenzial zur biologischen Unterdrückung von Zeckenpopulationen in gemeinsamen Verbreitungsgebieten hin, wobei die Ameisen lebende Beute oft durch das Versprühen von Ameisensäure immobilisieren. Zusätzlich wurde nachgewiesen, dass die Art alle Stadien der Roten Vogelmilbe (*Dermanyssus gallinae*) inklusive deren Eier prädiert.[2] Da die Nester bevorzugt unter Steinen, in Erdspalten oder an kargen, trockenen Standorten angelegt werden, konzentriert sich das Vorkommen meist auf den Außenbereich.[2][1]
Wirtschaftliche Bedeutung
Arbeiterinnen von *Lasius alienus* legen auf der Suche nach Nahrung Fouragierstraßen am Boden, auf Bäumen und gelegentlich auch in Wohngebäuden an.[4] Die Art nutzt Honigtau von Blatt-, Schild- und Wurzelläusen als Nahrungsquelle, was durch den Schutz dieser Pflanzenschädlinge landwirtschaftliche Auswirkungen haben kann.[4][1] Eine positive wirtschaftliche Bedeutung als Nützling ergibt sich aus der Prädation von Ektoparasiten, die Nutztiere befallen. Studien zeigten, dass *Lasius alienus* Eier der Zeckenarten *Hyalomma marginatum*, *Hyalomma excavatum* und *Rhipicephalus bursa* frisst und somit zur biologischen Unterdrückung dieser Parasiten beitragen kann. Da diese Zecken Krankheiten übertragen und Schäden an Viehbeständen verursachen, spielt die Ameise eine potenzielle Rolle bei der Reduzierung dieser Risiken in ihren Verbreitungsgebieten. Zusätzlich wurde nachgewiesen, dass *Lasius alienus* ein effektiver Räuber der Roten Vogelmilbe (*Dermanyssus gallinae*) ist, einem bedeutenden Schädling in der Geflügelhaltung. Die Ameisen verzehren dabei alle Stadien der Milbe inklusive der Eier, was auf ein Potenzial zur natürlichen Kontrolle in betroffenen landwirtschaftlichen Bereichen hindeutet.[4]
Biologie & Lebenszyklus
Die Fremde Wegameise (*Lasius alienus*) bildet individuenreiche, monogyne Staaten, wobei eine einzelne Kolonie mehr als 10.000 Arbeiterinnen umfassen kann. Die Nester werden vorwiegend im Boden unter Steinen oder anderen schützenden Objekten angelegt, seltener finden sie sich im offenen Feld.[1][4] In endemischen Gebieten können Nestdichten von 10 bis 50 Nestern pro 100 Quadratmeter erreicht werden.[4] Die Geschlechtstiere schwärmen im Spätsommer zwischen August und September.[1] Die Ernährung der Art ist omnivor und basiert auf dem Sammeln von Pflanzennektar sowie dem Honigtau von Blatt-, Schild- und Wurzelläusen.[1][4] Zur Deckung des Proteinbedarfs für Larven, Königin und Arbeiterinnen nutzen die Ameisen sowohl tote Arthropoden als auch kleine lebende Wirbellose, die sie aktiv jagen.[4] *Lasius alienus* tritt dabei als effektiver Prädator von Ektoparasiten auf, darunter die Rote Vogelmilbe (*Dermanyssus gallinae*) sowie Eier verschiedener Zeckenarten wie *Hyalomma marginatum*, *H. excavatum* und *Rhipicephalus bursa*. Bei der Jagd oder Konfrontation mit Beute setzen die Arbeiterinnen Ameisensäure ein, um lebende Beute zu immobilisieren, was für juvenile Stadien von Zecken tödlich sein kann. Die Fouragieraktivität findet am Boden, auf Bäumen und gelegentlich in Gebäuden statt, wobei die Ameisen eine zentrale Strategie zur Nahrungssuche verfolgen. Die Prädationsrate auf Zeckeneier wird durch deren wachsartige Schutzschicht beeinflusst, die als chemische und physische Barriere gegen die Ameisen wirkt.[4]
Vorkommen & Lebensraum
Die Fremde Wegameise (*Lasius alienus*) ist eine der häufigsten Ameisenarten in der westlichen Paläarktis und in ganz Mitteleuropa verbreitet.[7][4] Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über natürliche offene Habitate, lichte Wälder sowie Waldränder. Darüber hinaus besiedelt die Art auch urbanisierte Zonen wie bewaldete Wohngebiete und Gärten. In landwirtschaftlich genutzten Bereichen ist sie auf Feldern und in Gewächshäusern anzutreffen.[4] *Lasius alienus* bevorzugt generell ungestörte Landstriche und lebt an kargen sowie schwach bewachsenen Standorten. Diese spezifischen Mikrohabitate zeichnen sich oft dadurch aus, dass sie für andere Arten der Gattung *Lasius* zu trocken sind.[7] Die Siedlungsdichte der Kolonien nimmt von trockenen Steppen, offenen Weiden und Buschland hin zu kultivierten Flächen und Wäldern zu. In einigen endemischen Gebieten können Nestdichten von 10 bis 50 Nestern pro 100 Quadratmeter erreicht werden.[4] Ihre Nester legt die Art überwiegend im Boden, unter Steinen oder unter anderen Objekten an, seltener finden sich diese im offenen Feld.[7][4] Arbeiterinnen legen ihre Fouragierpfade sowohl am Boden als auch auf Bäumen an und dringen teilweise auf der Nahrungssuche in Wohnungen vor. In Studiengebieten wie dem türkischen Thrakien wurde die Art beispielsweise auf einer durchschnittlichen Höhe von 17 Metern über dem Meeresspiegel nachgewiesen.[4]
Saisonalität & Aktivität
Die Aktivität von *Lasius alienus* ist stark an die warmen und heißen Monate des Jahres gebunden, in denen die Populationsdichte ihren Höhepunkt erreicht. Während dieser aktiven Perioden legen die Arbeiterinnen Futterstraßen auf dem Boden, an Bäumen und bisweilen in Gebäuden an. Die Art ist tagaktiv (diurnal) und zeigt eine erhöhte Aktivität an Tagen ohne Niederschlag.[4] Der Schwarmflug der geflügelten Geschlechtstiere erfolgt im Spätsommer, spezifisch zwischen August und September.[1] Korrespondierend zur biologischen Ruhephase zeigt das öffentliche Suchinteresse in den Wintermonaten Januar und Februar absolute Tiefstwerte.[6]
Quellen & Referenzen
- Heiko Bellmann: Bienen, Wespen, Ameisen. Hautflügler Mitteleuropas. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1995, ISBN 3-440-09690-4
- Kar, S., Sirin, D., Akyildiz, G. et al. Predation of ant species Lasius alienus on tick eggs: impacts of egg wax coating and tick species. Sci Rep 12, 14773 (2022). https://doi.org/10.1038/s41598-022-19300-7
- https://www.gbif.org/species/5035777
- https://doi.org/10.1038/s41598-022-19300-7
- Wikipedia-Artikel: Fremde Wegameise (OCR-Scan, Seite 1)
- Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
- OCR Text: Fremde Wegameise (Wikipedia-Auszug)