Fakten (kompakt)
- *Lasius neglectus* wird als Pflanzenschädling sowie als Hygieneschädling an Lebensmitteln klassifiziert.[4] - Die Arbeiterinnen sind ca. 2,5 bis 3,5 mm lang und besitzen relativ große Augen. - Königinnen erreichen eine Körperlänge von 5,5 bis 6,0 mm, während Männchen nur etwa 2,5 mm groß werden. - Die Färbung ist gelbbraun bis braun, wobei Kopf und Gaster bisweilen etwas dunkler erscheinen. - Diese Ameisenart wurde noch nie fliegend beobachtet; die Begattung findet bereits im Nest ohne Hochzeitsflug statt.[4] - Die Kolonien sind extrem polygyn: In einer Nestanlage von 14 Hektar können sich ca. 10.000 Königinnen befinden. - Die Aktivität der [Ameisen](/pages/lexikon/ameisen) findet in einem Temperaturbereich von über 10 °C bis unter 41 °C statt, mit einem Optimum bei 34 °C. - Von Mai bis Ende Oktober sind die Tiere rund um die Uhr (24 h) auf Nahrungssuche.[4] - Geschlechtstiere erscheinen sehr früh im Jahr, in beheizten Gebäuden (z. B. Budapest) bereits im März.[4] - Die Entwicklungsdauer einer Arbeiterin beträgt bei 22–30 °C ca. 36 Tage, in reifen Kolonien jedoch bis zu 71 Tage. - Die Eiablage stoppt, wenn die Haupttagestemperatur unter 18,3 °C fällt. - *Lasius neglectus* toleriert Temperaturen bis zu –5,5 °C während der Überwinterung. - Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet liegt in den Steppen Kleinasiens in Höhen bis zu 1750 Metern. - Die weltweite Verschleppung erfolgt oft durch Pflanzenkübel, unter anderem nach Spanien, Belgien und Neuseeland (2004). - In Deutschland wurde die Art im Jahr 2000 in der Umgebung von Jena nachgewiesen. - Eingeschleppte Populationen treten verstärkt im urbanen Bereich auf und dringen bei Kälte in Gebäude ein. - Einige Populationen sind unikolonial, bilden also ein Netzwerk aus mehreren verbundenen Bauten. - Als „extreme Blattlauszüchter“ sind sie stark von Honigtau abhängig, was zu massivem Rußtaupilzbefall an [Pflanzen](/pages/lexikon/verpiss-dich-pflanze) führt. - Die Ameisen siedeln gern in elektrischen Anlagen und können dort Kurzschlüsse verursachen. - Nester werden bevorzugt im Boden oder unter [Steinen](/pages/lexikon/lebende-steine) angelegt.[4]
Die Art trägt den wissenschaftlichen Namen *Lasius neglectus* Van Loon, Boomsma & Andrasfalvy, 1990. Sie wird systematisch der Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera) und der Familie der Ameisen ([Formicidae](/pages/lexikon/ameisen)) zugeordnet. Innerhalb dieser Hierarchie gehört sie zur Gattung *Lasius*, für die der deutsche Name [Wegameisen](/pages/lexikon/schwarzgraue-wegameise) gebräuchlich ist.[2] Der Artname wird im Deutschen als Vernachlässigte Holz-/Wegameise wiedergegeben. In Abbildungen findet sich auch die verkürzte Bezeichnung Wegameise. Morphologisch werden die Tiere als kleine [Holzameisen](/pages/lexikon/braune-holzameise) beschrieben. Aus der Perspektive der Schädlingsbekämpfung erfolgt eine Einordnung als Pflanzenschädling sowie als Hygieneschädling an Lebensmitteln.[1]
Die Arbeiterinnen von *Lasius neglectus* werden als kleine [Holzameisen](/pages/lexikon/braune-holzameise) beschrieben, die über relativ große Augen verfügen. Ihre Körperlänge beträgt etwa 2,5 bis 3,5 mm. Die Grundfärbung variiert von gelbbraun bis braun, wobei Kopf und Gaster bisweilen etwas dunkler erscheinen. Der Antennenschaft ist hellbraun gefärbt, während die Fühler zur Spitze hin dunkler werden. Morphologisch weisen die Antennen eine 12-gliedrige Struktur auf. Die Mandibeln der Arbeiterinnen sind mit sieben bis acht Zähnen besetzt. Bezüglich der Extremitäten gleichen die oberen Beinabschnitte der Körperfärbung, wohingegen die unteren Bereiche blasser sind. Ein deutlicher Sexualdimorphismus zeigt sich in der Größe der Geschlechtstiere. Königinnen erreichen eine Länge von 5,5 bis 6,0 mm. Die Männchen hingegen sind mit 2,5 mm deutlich kleiner. Obwohl Geschlechtstiere vorhanden sind, wurden diese [Ameisen](/pages/lexikon/ameisen) nie fliegend beobachtet. Die Eier der Art sind hyalin gefärbt. Sowohl junge als auch ausgewachsene Larven weisen eine weißliche Färbung auf. Die Verpuppung erfolgt bei dieser Art in Kokons.[1]
Die Vernachlässigte Holz-/[Wegameise](/pages/lexikon/schwarzgraue-wegameise) (*Lasius neglectus*) wird sowohl als Pflanzenschädling als auch als Hygieneschädling an Lebensmitteln klassifiziert.[1] Es handelt sich um kleine [Holzameisen](/pages/lexikon/braune-holzameise), die anatomisch durch ihre relativ großen Augen auffallen.[2] Ein herausragendes Merkmal dieser Art ist ihre unikoloniale Lebensweise, bei der mehrere Bauten wie ein Netzwerk miteinander verbunden sind und eine einzige, zusammenhängende Kolonie bilden.[3] Diese Kolonien sind polygyn, was bedeutet, dass sie zahlreiche Königinnen beherbergen; in einer befallenen Fläche von 14 Hektar können sich beispielsweise ca. 10.000 Königinnen befinden.[4] Im Gegensatz zu vielen anderen Ameisenarten findet die Begattung bereits im Nest statt, weshalb kein Hochzeitsflug durchgeführt wird.[5] Folglich wurden die Königinnen bisher nie fliegend beobachtet.[6] Die Geschlechtstiere erscheinen sehr früh im Jahr, wobei sie in beheizten Gebäuden, wie Beobachtungen aus Budapest zeigen, bereits im März auftreten können.[7] Die Aktivität der Arbeiterinnen setzt bei Temperaturen über 10 °C ein und reicht bis knapp unter 41 °C, wobei das physiologische Optimum bei 34 °C liegt.[8] Von Mai bis Ende Oktober sind die Tiere kontinuierlich rund um die Uhr (24 Stunden) auf Nahrungssuche.[9] Die Brutentwicklung erfolgt in einem Temperaturbereich von 19 °C bis 30 °C.[10] Die Entwicklungsdauer einer Arbeiterin beträgt bei 22–30 °C etwa 36 Tage, während sie in reifen Kolonien bis zu 71 Tage dauern kann.[11] Die Verpuppung der Larven findet geschützt in Kokons statt.[12] Die Larven selbst sind, ebenso wie die ausgewachsenen Larvenstadien, von weißlicher Färbung.[13] Ökologisch tritt *Lasius neglectus* als extremer Blattlauszüchter auf, da die Art sehr stark von Honigtau abhängig ist.[14] Ursprünglich an Steppenlandschaften mit Baumbestand angepasst, dringen die Tiere im urbanen Raum bei Kälte auch in Gebäude ein und ertragen Überwinterungstemperaturen von bis zu -5,5 °C.[15]
Die Aktivität der Arbeiterinnen von *Lasius neglectus* erstreckt sich über einen Temperaturbereich von über 10 °C bis unter 41 °C, wobei das Optimum bei 34 °C liegt. Während der Hauptsaison von Mai bis Ende Oktober sind die Tiere rund um die Uhr (24 Stunden) auf Nahrungssuche. Ein charakteristisches Verhaltensmerkmal ist das Fehlen eines Hochzeitsfluges, da die Begattung bereits innerhalb des Nestes vollzogen wird. Entsprechend wurden die Geschlechtstiere dieser Art bisher nie fliegend beobachtet. *Lasius neglectus* organisiert sich häufig in unikolonialen Strukturen, bei denen mehrere Bauten netzwerkartig miteinander verbunden sind und eine gemeinsame Kolonie bilden. Diese Superkolonien sind polygyn und können eine extrem hohe Dichte an Königinnen aufweisen, wie etwa 10.000 Individuen in einer 14 Hektar großen Anlage. Im Rahmen der Nahrungsbeschaffung tritt die Art als extremer Blattlauszüchter auf und ist stark von deren Honigtau abhängig. Bei Kälte zeigen die [Ameisen](/pages/lexikon/ameisen) das Verhalten, in Gebäude einzudringen. Zudem siedeln sie sich bevorzugt in elektrischen Anlagen an, was technische Störungen wie Kurzschlüsse verursachen kann.[1]
Der ursprüngliche Lebensraum von *Lasius neglectus* umfasst Steppenlandschaften mit Baumbestand in Kleinasien. Eingeschleppte Populationen besiedeln verstärkt den urbanen Bereich, darunter Gärten und Parkanlagen. Die Nester werden dabei im Boden oder unter [Steinen](/pages/lexikon/lebende-steine) angelegt. Einige Populationen sind unikolonial organisiert, wobei mehrere Bauten netzwerkartig zu einer großen Kolonie verbunden sind. Ökologisch tritt die Art als extremer Blattlauszüchter auf, da sie stark von deren Honigtau abhängig ist. Diese massive Honigtauausscheidung führt auf den Wirtspflanzen zu einem vermehrten Wuchs von Rußtaupilzen. Der Pilzbelag erschwert die Fotosynthese der [Pflanzen](/pages/lexikon/verpiss-dich-pflanze) und beeinträchtigt die Qualität von Früchten. Hinsichtlich des Mikroklimas liegt das Aktivitätsoptimum bei 34 °C, wobei Temperaturen zwischen 10 °C und 41 °C genutzt werden. Die Nahrungssuche erfolgt von Mai bis Ende Oktober rund um die Uhr. Bei Kälte dringen die Tiere auch in Gebäude ein und besiedeln elektrische Anlagen oder befallen Lebensmittel.[1]
Die Vernachlässigte Holz-/[Wegameise](/pages/lexikon/schwarzgraue-wegameise) (*Lasius neglectus*) wird sowohl als Pflanzenschädling als auch als Hygieneschädling an Lebensmitteln klassifiziert. Ein wesentlicher Schaden in der Landwirtschaft und im Gartenbau entsteht durch die extreme Zucht von [Blattläusen](/pages/lexikon/blattlause), da die [Ameisen](/pages/lexikon/ameisen) stark von deren Honigtau abhängig sind. Die massive Ausscheidung von Honigtau fördert das Wachstum von Rußtaupilzen auf den Wirtspflanzen. Dies erschwert die Fotosynthese der [Pflanzen](/pages/lexikon/verpiss-dich-pflanze) und macht betroffene Früchte unansehlich. Im technischen Bereich siedeln die Tiere gerne in elektrischen Anlagen, wo sie Kurzschlüsse verursachen können. Innerhalb von Wohnbereichen gehen die Ameisen auch direkt an Lebensmittelvorräte. Besonders bei Kälte dringen die Tiere aktiv in Gebäude ein. Die Bekämpfung und das Management werden dadurch erschwert, dass einige Populationen unikolonial organisiert sind. Dabei sind mehrere Bauten wie ein Netzwerk verbunden und bilden eine einzige, riesige Kolonie.[4] In einer solchen Nestanlage von 14 Hektar können sich beispielsweise ca. 10.000 Königinnen befinden. Da die Begattung bereits im Nest stattfindet, wurde nie ein klassischer Hochzeitsflug beobachtet. Die Ausbreitung erfolgt daher oft anthropogen durch Verschleppung, wie beispielsweise ursprünglich durch Pflanzenkübel.[4]
Die wirtschaftliche Bedeutung von *Lasius neglectus* resultiert aus ihrer Einstufung als Pflanzenschädling sowie als Hygieneschädling an Lebensmitteln. Ein erheblicher Schaden im Garten- und Landbau entsteht durch die Eigenschaft der Art als extremer Blattlauszüchter, da sie stark vom Honigtau abhängig ist. Die infolgedessen massive Honigtauausscheidung begünstigt einen vermehrten Wuchs von Rußtaupilzen auf den [Pflanzen](/pages/lexikon/verpiss-dich-pflanze). Dieser Pilzbelag erschwert die Fotosynthese der betroffenen Gewächse erheblich. Zudem werden Früchte durch die Verschmutzungen unansehnlich, was zu einer Qualitätsminderung führt. Neben den agrarwirtschaftlichen Schäden verursacht *Lasius neglectus* technische Probleme, da die Kolonien gern in elektrischen Anlagen siedeln. Diese Nistplatzwahl in der Infrastruktur führt häufig zu Kurzschlüssen. Im häuslichen Umfeld tritt die Art zudem als Vorratsschädling auf, da sie im Wohnbereich gezielt Lebensmittel befällt.[1]