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Lexikon-Eintrag

Pfennigkraut Lysimachia nummularia

Pfennigkraut

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Ericales (Ericales)
Familie Primulaceae
Gattung Lysimachia
Art Lysimachia nummularia
Wissenschaftlicher Name Lysimachia nummularia L.
Akzeptierter Name

Einleitung

Das Pfennigkraut (*Lysimachia nummularia*) ist eine kriechende, ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Primelgewächse (Primulaceae), die ursprünglich in Europa und Westasien beheimatet ist.[1][2] Die Art bildet an feuchten Standorten dichte Matten und wird gärtnerisch als Bodendecker genutzt, gilt jedoch in Nordamerika als invasiver Neophyt, der heimische Arten in Feuchtgebieten verdrängt. Gelegentlich wird sie mit der Gundelrebe (*Glechoma hederacea*) verwechselt, von der sie sich jedoch taxonomisch unterscheidet.[1]

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Zuletzt am 23.06.2026
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Fakten (kompakt)

- Die Pflanze ist in den USDA-Klimazonen 3 bis 9 winterhart. - *Lysimachia nummularia* zeigt eine Anfälligkeit für bestimmte Pflanzenkrankheiten, insbesondere Rostpilze und Blattfleckenkrankheit. - Die Gattung *Lysimachia* umfasst weltweit etwa 288 Arten, wobei das Zentrum der Artenvielfalt in Ostasien liegt. - Neuere phylogenomische Studien führten zur taxonomischen Erweiterung der Gattung, indem die früher eigenständigen Gattungen *Anagallis* und *Glaux* integriert wurden. - Historisch wurde die Gattung Anfang der 2000er Jahre aufgrund von DNA-Analysen temporär den Myrsinaceae zugeordnet, bevor diese Gruppe als Unterfamilie Myrsinoideae wieder in die Primulaceae eingegliedert wurde. - Ein bekanntes heterotypisches Synonym ist *Lysimachia zawadzkii* Wiesner (1884), das auf Pflanzenmaterial aus Mitteleuropa basiert. - In älterer Literatur taucht gelegentlich die orthographische Variante *Lysimachia nummelaria* auf, die jedoch taxonomisch nicht akzeptiert ist.[11] - Sowohl die einzelnen Blätter als auch die becherförmigen Blüten weisen einen Durchmesser von etwa 0,75 Zoll (ca. 1,9 cm) auf. - Taxonomisch wird die Art innerhalb der Klasse Magnoliopsida der Ordnung der Heidekrautartigen (Ericales) zugeordnet.[11]

Name & Einordnung

Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Lysimachia nummularia* L., wobei die formale Erstbeschreibung durch Carl Linnaeus im Jahr 1753 in Band 1 der *Species Plantarum* (Seite 148) erfolgte.[2][1] Der Gattungsname *Lysimachia* ehrt den mazedonischen König Lysimachus (ca. 360–281 v. Chr.), der einer antiken Legende nach einen aufgebrachten Ochsen mit einer Pflanze dieser Gattung besänftigte. Das Art-Epitheton *nummularia* leitet sich vom lateinischen Begriff *nummulus* für „kleine Münze“ ab und verweist auf die rundliche, münzartige Form der Blätter. Diese Morphologie spiegelt sich im deutschen Trivialnamen Pfennigkraut sowie der englischen Bezeichnung „Moneywort“ wider.[1] Ein historischer englischer Name ist „Herb Twopence“, da der Herbalist William Turner im 16. Jahrhundert die gegenständigen Blattpaare mit Reihen von Geldstücken verglich. Aufgrund des kriechenden Wuchses ist im englischen Sprachraum zudem der Name „Creeping Jenny“ verbreitet. Taxonomisch gehört die Art zur Gattung *Lysimachia* innerhalb der Familie der Primulaceae (Primelgewächse).[1] In den frühen 2000er Jahren wurde die Gattung basierend auf DNA-Analysen vorübergehend der Familie Myrsinaceae zugeordnet, bevor diese als Unterfamilie Myrsinoideae wieder in die Primulaceae integriert wurde. Ein relevantes heterotypisches Synonym ist *Lysimachia zawadzkii* Wiesner (1884), das auf Material aus Mitteleuropa basiert. Orthographische Varianten wie *Lysimachia nummelaria* tauchen in älterer Literatur auf, sind jedoch nicht akzeptiert.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Lysimachia nummularia ist eine niedrig wachsende, mattenbildende ausdauernde krautige Pflanze, die typischerweise Wuchshöhen von 5 bis 10 cm erreicht. Die schlanken, verzweigten Stängel kriechen am Boden entlang oder steigen an den Spitzen auf und erreichen Längen von 20 bis 50 cm. Diese Stängel sind hellgrün bis rotbraun gefärbt, kahl oder spärlich behaart und bewurzeln sich an den Knoten, um die vegetative Ausbreitung zu ermöglichen. Die gegenständig angeordneten Blätter sind fast sitzend mit kurzen Blattstielen von 1 bis 5 mm Länge und weisen eine rundliche bis herzförmige Form auf. Die Blattspreiten erreichen einen Durchmesser von 0,5 bis 2 cm, sind ganzrandig und besitzen eine glänzend grüne Oberseite mit krautiger Textur.[7][1] Ein charakteristisches Bestimmungsmerkmal sind die kleinen, durchscheinenden Drüsenpunkte auf den Blättern, die bei manchen Exemplaren rot bis schwarz erscheinen können.[7] Die zwittrigen Blüten erscheinen von Mai bis August einzeln in den Blattachseln auf kurzen Blütenstielen. Die leuchtend goldgelbe Krone misst 15 bis 20 mm im Durchmesser und besteht aus fünf abgerundeten bis verkehrt-eiförmigen Kronblättern.[7][1] Oft sind die Kronblätter nahe der Basis mit rötlichen Drüsen punktiert, während der Kelch aus fünf 5 bis 8 mm langen, lanzettlichen Kelchblättern besteht. Als Früchte werden kugelförmige, einzellige Kapseln mit einem Durchmesser von 3 bis 4 mm gebildet, die bei Reife vertikal aufspringen. Jede Kapsel enthält ein bis fünf kleine, elliptische Samen von etwa 2 mm Länge.[7] Die häufig kultivierte Sorte 'Aurea' unterscheidet sich durch ihr goldgelbes Laub, behält aber die typische Wuchsform der Art bei.[6] Verwechslungsgefahr besteht namentlich und habituell teilweise mit der Gundelrebe (*Glechoma hederacea*), die jedoch taxonomisch nicht verwandt ist.[3]

Beschreibung

Lysimachia nummularia ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die sich durch ihren kriechenden Wuchs und die Bildung dichter, teppichartiger Matten auszeichnet.[7][1] Als Chamaephyt überdauert die Art ungünstige Jahreszeiten mit Erneuerungsknospen, die sich nahe der Erdoberfläche befinden, und behält in milderen Klimazonen ihr Laub als halbimmergrüne Pflanze bei.[1] Das typische Erscheinungsbild wird von 20 bis 50 cm langen, niederliegenden Stängeln geprägt, die an den Knoten Wurzeln schlagen und so eine rasche vegetative Ausbreitung ermöglichen.[7] Die gegenständig angeordneten Blätter sind rundlich bis herzförmig und erinnern in ihrer Gestalt an kleine Münzen, was sich im Artepitheton nummularia widerspiegelt.[1] Ein spezifisches anatomisches Merkmal, das oft erst unter Vergrößerung sichtbar wird, sind die kleinen, durchscheinenden glandulären Punkte auf den Blattflächen, die bei manchen Exemplaren rötlich bis schwarz erscheinen.[7] Die leuchtend gelben, schalenförmigen Blüten erscheinen von Mai bis August einzeln in den Blattachseln und weisen fünf Kronblätter auf, die ebenfalls oft mit rötlichen Drüsen besetzt sind.[7][1] In Bezug auf die Fortpflanzungsbiologie verfolgt das Pfennigkraut eine gemischte Strategie, wobei die vegetative Vermehrung über die kriechenden Triebe dominiert. Die Blüten sind zwittrig und werden primär durch Insekten wie Bienen bestäubt, wobei die Art überwiegend selbstinkompatibel ist, was Fremdbestäubung fördert. In einigen Populationen, insbesondere in Osteuropa, wurde jedoch auch Selbstkompatibilität beobachtet. Die Fruchtbildung erfolgt in Form von kugelförmigen Kapseln, ist jedoch in vielen eingeführten Verbreitungsgebieten wie Nordamerika selten, da oft keine lebensfähigen Samen produziert werden. Historisch wurde die Art bereits 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstbeschrieben und basierte auf europäischen Exemplaren. In mittelalterlichen Kräuterbüchern wurde sie unter dem Namen „Centrum Morbidium“ geführt, was auf ihre historische Nutzung als Heilpflanze hindeutet. Im Feld kann *Lysimachia nummularia* mit der Gundelrebe (*Glechoma hederacea*) verwechselt werden, unterscheidet sich jedoch durch die glatteren Blattränder und die gelben statt violetten Blüten. Die Pflanze bevorzugt feuchte Standorte und trägt durch ihr dichtes Wurzelwerk zur Stabilisierung von Uferböschungen bei, indem sie Bodenerosion mindert.[1]

Verhalten

Das Ausbreitungsverhalten von *Lysimachia nummularia* ist durch die Bildung dichter Matten geprägt, wobei sich die Pflanze primär vegetativ über kriechende Stängel vermehrt, die bei Bodenkontakt an den Knoten wurzeln.[1] Durch diese aggressive Raumokkupation unterdrückt die Art konkurrierende Unterwuchspflanzen und reduziert den Lichteinfall auf den Boden um mehr als 80 %.[6] Zur Fortpflanzung setzt das Pfennigkraut auf Interaktionen mit Insekten und lockt Bestäuber wie Bienen und Schwebfliegen durch nektarreiche Blüten an.[1] Obwohl meist Selbstinkompatibilität besteht, zeigen einige Populationen eine Anpassung durch fakultative Selbstkompatibilität.[3] Die Verbreitung der Diasporen erfolgt hydrochor, indem Samen und Stängelfragmente durch Wasserströmungen in Feuchtgebieten transportiert werden. Als chemisches Abwehrverhalten gegen Herbivorie enthalten die Blätter bittere Sekundärstoffe, welche die Schmackhaftigkeit für Säugetiere wie Weißwedelhirsche herabsetzen. Zur Optimierung der Nährstoffversorgung geht die Art im Wurzelbereich symbiotische Beziehungen in Form von Endomykorrhiza ein. Zudem zeigt die Pflanze eine phänologische Anpassung, indem sie in milden Klimazonen halbimmergrünes Laub behält und als Chamaephyt überwintert.[1]

Ökologie

Lysimachia nummularia bevorzugt feuchte, humusreiche Böden und toleriert unterschiedliche Substrate wie Lehm, Ton oder Sand, wobei ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert (5,5 bis 7,2) optimal ist.[1][4] Die Art gilt in vielen Regionen als obligate Feuchtgebietspflanze, die zeitweilige Überschwemmungen sowie flaches Wasser toleriert und häufig an Ufern, in Sümpfen, Mooren sowie in Auwäldern vorkommt. Hinsichtlich des Mikroklimas wächst die Pflanze sowohl in voller Sonne als auch im Schatten, wobei Halbschatten bevorzugt wird, um Blattverbrennungen bei intensiver Sonneneinstrahlung zu vermeiden.[1] Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie), wobei die nektarreichen Blüten von verschiedenen Bienenarten (z. B. Melittidae, Holzbienen, Hummeln), Schwebfliegen, Schmetterlingen und Käfern besucht werden.[1][3] Aufgrund bitterer sekundärer Pflanzenstoffe ist das Pfennigkraut für viele Herbivoren wie Weißwedelhirsche (*Odocoileus virginianus*) wenig schmackhaft, wird jedoch gelegentlich von Kaninchen oder Murmeltieren gefressen.[1] Zu den natürlichen Feinden zählen Blattläuse, die Stängel und Wurzeln befallen, sowie Rostpilze, die bei feuchten Bedingungen Blattflecken verursachen können.[6] Durch die Bildung dichter Matten reduziert die Pflanze den Lichteinfall auf den Boden um über 80 %, was die Keimung und das Wachstum heimischer Unterwuchsarten stark hemmt und die Zusammensetzung der Pflanzengemeinschaft verändert.[6][8] Das weitreichende Wurzelsystem trägt zur Bodenstabilisierung bei und mindert Erosion entlang von Flussufern, indem es Sedimente bei Überschwemmungen zurückhält.[1] Im nativen Verbreitungsgebiet ist die Art oft mit *Urtica dioica* und *Filipendula ulmaria* vergesellschaftet, während sie in Nordamerika häufig in Auwäldern unter Gehölzen wie Silber-Ahorn (*Acer saccharinum*) wächst.[6][1] In nährstoffreichen Feuchtgebieten fungiert *Lysimachia nummularia* zudem als Nährstoffsenke, indem sie Stickstoff und Phosphor effizient aufnimmt.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Lysimachia nummularia wird im Gartenbau als Bodendecker geschätzt, gilt jedoch in Teilen Nordamerikas als invasive Art, die feuchte Habitate wie Auenwälder und Uferzonen bedroht.[4][1] Das Schadpotenzial resultiert aus der Bildung dichter Matten, die den Lichteinfall auf den Boden um über 80 % reduzieren und so die Keimung sowie das Wachstum heimischer Unterwuchsarten unterdrücken.[1][8] Diese Dominanz verändert die Zusammensetzung der Pflanzengemeinschaft und kann den natürlichen Wasserfluss in Quellen und Sickerstellen stören. Obwohl die Art selten zum vollständigen Verschwinden heimischer Flora führt, verdrängt sie spezialisierte Feuchtgebietsarten und verändert Mikrohabitate.[1] Medizinisch wurden in der Volksheilkunde adstringierende und wundheilende Wirkungen beschrieben, für die jedoch keine ausreichenden klinischen Belege vorliegen, wenngleich im Labor zytotoxische Saponine nachgewiesen wurden.[1][10] Präventiv sollte auf Pflanzungen in der Nähe von Gewässern verzichtet werden, wobei Zuchtsorten wie 'Aurea' als weniger aggressiv gelten, aber dennoch Ausbreitungspotenzial besitzen.[6] Rechtlich ist der Verkauf und die Verbreitung in einigen US-Bundesstaaten wie Massachusetts und Wisconsin aufgrund der ökologischen Risiken untersagt oder reglementiert. Für das Management kleiner Bestände eignet sich das manuelle Ausgraben, sofern alle Sprossteile und Wurzeln entfernt werden, da verbleibende Fragmente leicht neu wurzeln. Das bloße Mähen ist aufgrund des niedrigen Wuchses meist wirkungslos, wohingegen eine langanhaltende Überflutung die Pflanzen abtöten kann. Die chemische Bekämpfung erfolgt mit Herbiziden wie Glyphosat oder Triclopyr, wobei Anwendungen im Herbst den Wirkstofftransport in die Wurzeln begünstigen.[6][1] Bei Einsätzen in Feuchtgebieten müssen zwingend für Gewässer zugelassene Formulierungen verwendet werden, um Umweltschäden zu vermeiden.[6] Spezifische biologische Kontrollorganismen stehen derzeit nicht zur Verfügung, und der Einsatz von Weidetieren wie Ziegen ist nur anekdotisch belegt. Ein integriertes Management (IPM), das mechanische Entfernung mit der Nachpflanzung konkurrenzstarker heimischer Gräser kombiniert, zeigt langfristig die besten Erfolge gegen eine Wiederbesiedlung.[1][6]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Lysimachia nummularia* ist ambivalent und umfasst sowohl den kommerziellen Nutzen im Zierpflanzenbau als auch Kosten durch invasives Verhalten.[1][4] Im Gartenbau wird die Art, besonders die gelbblättrige Sorte 'Aurea', als Bodendecker für Steingärten, Hängekörbe und Uferbereiche gehandelt.[1] In eingeführten Verbreitungsgebieten verursacht die Art jedoch ökonomische Schäden, indem sie Entwässerungsgräben und Drainagesysteme durch dichten Wuchs verstopft. Dies macht regelmäßige Wartungsarbeiten in öffentlichen Parks und entlang von Wasserwegen erforderlich, um die Funktionalität der Infrastruktur zu erhalten.[4] Zur Bekämpfung werden mechanische Methoden oder Herbizide wie Glyphosat und Triclopyr eingesetzt, was Material- und Arbeitskosten verursacht.[4][1] Aufgrund der ökologischen Risiken unterliegt der Handel in US-Bundesstaaten wie Massachusetts und Connecticut strikten Verboten, was den lokalen Absatzmarkt einschränkt.[9][1] In Wisconsin existieren differenzierte Regelungen, die den Verkauf der Wildform untersagen, während bestimmte sterile Zuchtsorten vom Verbot ausgenommen sind.[6] Ein positiver wirtschaftlicher Aspekt ist die Nutzung zur Bodenstabilisierung an Uferböschungen, wo das Wurzelwerk Erosion und Sedimentabtrag mindert. Im Anbau kann der ökonomische Wert durch die Anfälligkeit für Rostpilze und Blattfleckenkrankheiten sinken, die den Zierwert beeinträchtigen. Zudem dient die Pflanze als Nektarquelle für Bestäuber wie Bienen und Schwebfliegen, was eine indirekte Unterstützung landwirtschaftlicher Ökosysteme darstellt.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Lysimachia nummularia ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die als Chamaephyt mit Knospen nahe der Bodenoberfläche überwintert und im Frühjahr aus Rhizomen und bewurzelten Stängeln neu austreibt. Die primäre Ausbreitungsstrategie erfolgt vegetativ durch kriechende Stängel, die an den Nodien bei Bodenkontakt Wurzeln bilden und rasch dichte Matten formen. Die Blütezeit erstreckt sich im nativen Verbreitungsgebiet typischerweise von Mai bis August, wobei die gelben Blüten einzeln aus den Blattachseln aufrechter Stängel hervorgehen. Die Bestäubung der zwittrigen Blüten erfolgt entomophil durch verschiedene Insekten, darunter Bienenarten wie *Lasioglossum* und *Ceratina* sowie Schwebfliegen, Schmetterlinge und Käfer. Obwohl die Art oft selbstinkompatibel ist und Fremdbestäubung bevorzugt, wurde in einigen osteuropäischen Populationen Selbstkompatibilität beobachtet. In eingeführten Gebieten wie Nordamerika ist die sexuelle Reproduktion oft eingeschränkt, was häufig zu einer seltenen Produktion lebensfähiger Samen führt. Nach erfolgreicher Befruchtung bilden sich kugelförmige Kapseln mit ein bis fünf Samen, deren Ausbreitung vorwiegend durch Hydrochorie (Wasser) sowie durch Schwerkraft erfolgt. In Uferzonen können die Samenbanken Dichten von bis zu 240 Samen pro Quadratmeter erreichen. Physiologisch zeichnet sich die Pflanze durch eine hohe Kältetoleranz aus und übersteht in gemäßigten Zonen Wintertemperaturen bis zu -40 °C.[1] In milderen Klimazonen behält das Pfennigkraut sein Laub und wächst als halbimmergrüne Pflanze.[4] Für die Nährstoffaufnahme, insbesondere von Stickstoff und Phosphor, geht *Lysimachia nummularia* Endomykorrhiza-Symbiosen ein, die das Wachstum auf nährstoffreichen Böden begünstigen. Das Optimum für das Wachstum liegt auf feuchten, humusreichen Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,2. Bitterstoffe in den Blättern reduzieren die Attraktivität für Herbivoren wie Weißwedelhirsche, während Kaninchen und Murmeltiere gelegentlich an der Pflanze fressen. Zu den natürlichen Antagonisten zählen Blattläuse, die an Stängeln und Wurzeln saugen, sowie Pilzpathogene wie Rostpilze, die Blattflecken verursachen können.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Lysimachia nummularia* erstreckt sich über weite Teile Europas, von Großbritannien und Irland im Westen bis nach Russland im Osten.[2][1] Es umfasst Skandinavien sowie die mediterranen Randgebiete wie Albanien, Spanien, Italien und Griechenland.[2] Östlich reicht das Areal bis in das gemäßigte Asien, wo die Art in Westsibirien, im Nordkaukasus und der nordwestlichen Türkei vorkommt.[2][1] In Nordamerika wurde die Pflanze im 18. Jahrhundert als Zierbodendecker eingeführt und galt um 1900 als außerhalb von Gärten etabliert.[1] Heute ist sie dort in den östlichen USA und Kanada sowie an der Pazifikküste von British Columbia bis Kalifornien weit verbreitet und eingebürgert.[1][4] Weitere neophytische Vorkommen bestehen in Australasien, insbesondere in Südostaustralien und Neuseeland, wo sie feuchte Flussbetten besiedelt.[6][1] Als Lebensraum bevorzugt das Pfennigkraut feuchte, humusreiche Böden in halbschattigen bis sonnigen Lagen.[1] Zu den typischen natürlichen Habitaten zählen Feuchtwiesen, Uferböschungen, Auenwälder und Ränder von Feuchtgebieten.[1][6] In Europa ist die Art oft mit Pflanzen wie *Urtica dioica* und *Filipendula ulmaria* in Ufer- und Feuchtgesellschaften vergesellschaftet.[1] Die vertikale Verbreitung reicht im nativen Areal vom Meeresspiegel bis in Höhenlagen von etwa 600 Metern.[6] Die Pflanze toleriert zeitweilige Überflutungen und wächst teilweise in flachem Wasser oder als obligate Feuchtgebietsart. In eingeschleppten Gebieten besiedelt *Lysimachia nummularia* häufig gestörte Standorte wie Straßengräben und Auenwälder, wo sie dichte Matten bildet.[1]

Saisonalität & Aktivität

Die Blütezeit von *Lysimachia nummularia* erstreckt sich im nativen europäischen Verbreitungsgebiet sowie in Nordamerika primär von Mai bis August. Während dieser Monate erscheinen die solitären gelben Blüten in den Blattachseln und locken bestäubende Insekten wie Bienen und Schwebfliegen an. Der vegetative Austrieb beginnt im Frühjahr, wobei die Pflanze kräftig aus Rhizomen und an den Knoten bewurzelten Stängeln regeneriert. Als ausdauernde krautige Pflanze überwintert *Lysimachia nummularia* als Chamaephyt, dessen Erneuerungsknospen sich an oder knapp über der Erdoberfläche befinden. In Regionen mit mildem Klima behält die Art ihr Laub oft ganzjährig und gilt als halbimmergrün. Die Pflanze weist eine hohe Kältetoleranz auf und übersteht in gemäßigten Zonen Wintertemperaturen bis zu -40 °C (USDA-Zonen 3 bis 9).[1] Das Wachstum wird durch Lichtverhältnisse beeinflusst, wobei die Pflanze zwar volle Sonne verträgt, im Halbschatten jedoch oft vitaler bleibt und Blattverbrennungen vermeidet.[4] Das saisonale Interesse der Öffentlichkeit korreliert stark mit dem Vegetationsbeginn, wie Suchdaten zeigen, die deutliche Spitzenwerte in den Monaten April und Mai verzeichnen. Im Gegensatz dazu sinkt die Aufmerksamkeit während der Ruhephase im Dezember und Januar auf ein Minimum.[5]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Garmisch-Partenkirchen, Bayern, Germany

    29.12.2025

  • Seddiner See, Brandenburg, Deutschland

    25.12.2025

  • Hinrichshagen, 18146 Rostock-Ortsamt 1, Deutschland

    16.12.2025

  • Deutschland

    07.12.2025

  • Nidderau-Windecken Hochmühle, 61130 Nidderau, Deutschland

    15.11.2025

Daten: iNaturalist

Quellen & Referenzen

  1. https://www.gbif.org/species/3169379
  2. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:701260-1
  3. https://fsus.ncbg.unc.edu/show-taxon-detail.php?taxonid=4538
  4. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/lysimachia-nummularia/
  5. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  6. https://plantnet.rbgsyd.nsw.gov.au/cgi-bin/NSWfl.pl?page=nswfl&lvl=sp&name=Lysimachia~nummularia
  7. http://www.efloras.org/florataxon.aspx?flora_id=1&taxon_id=242416813
  8. https://nyis.info/wp-content/uploads/2024/10/e0572_Lysimachia.nummularia.NYS_.pdf
  9. https://massnrc.org/pests/blog/?p=3647
  10. https://doi.org/10.1016/j.carres.2013.04.005
  11. Literaturzusammenfassung: Lysimachia nummularia