Der Rapsglanzkäfer trägt den wissenschaftlichen Namen *Brassicogethes aeneus* (Fabricius, 1775). Systematisch wird die Art der Familie der Glanzkäfer (Nitidulidae) und der Unterfamilie Meligethinae zugeordnet.[2][1] In der wissenschaftlichen Literatur und in aktuellen Patentanmeldungen wird häufig noch das Synonym *Meligethes aeneus* verwendet.[1][3] Zu den historisch dokumentierten Synonymen zählen unter anderem *Nitidula coeruleus* (Marsham, 1802) sowie *Meligethes brassicae* (Reitter, 1875). Ebenso gelten *Meligethes moerens* (LeConte, 1857), *Meligethes mutatus* (Harold, 1868) und *Meligethes rufimanus* (LeConte, 1857) als synonyme Bezeichnungen.[1] Die taxonomische Erfassung beinhaltet zudem *Meligethes bonvouloiri* (C. Brisout de Barneville, 1872) und *Meligethes rotundangulus* (Ganglbauer, 1899). Die Gültigkeit des Gattungsnamens *Brassicogethes* wird unter anderem durch die Fauna Europaea gestützt.[1]
Der Rapsglanzkäfer (*Brassicogethes aeneus*) erreicht eine Körperlänge von etwa zwei Millimetern. Der Körper weist eine ovale Form auf. Der Chitin-Panzer glänzt metallisch, wobei die Färbung bei verschiedenen Individuen variiert und grün, blau, violett oder sogar schwarz sein kann. Die Flügeldecken sind mit kleinen Härchen übersät. Sowohl die Beine als auch die Fühler sind braun gefärbt. Die kurzen Fühler verdicken sich am Ende zu einer charakteristischen Keule. Die Larven entwickeln sich in den Blüten und ernähren sich dort ausschließlich von Pollen. Nach mehreren Häutungen verpuppt sich die Larve im Boden. Adulte Käfer sind zudem in der Lage, Töne zu erzeugen.[1]
Der Rapsglanzkäfer (*Brassicogethes aeneus*, oft auch unter dem Synonym *Meligethes aeneus* bekannt) ist ein Vertreter der Familie der Glanzkäfer (Nitidulidae).[5][9] Die adulten Individuen zeichnen sich durch eine ovale Körperform und eine geringe Größe von etwa zwei Millimetern aus. Charakteristisch ist der metallisch glänzende Chitin-Panzer, dessen Färbung eine hohe Variabilität aufweist und von Grün über Blau und Violett bis hin zu Schwarz reichen kann. Bei genauerer Betrachtung sind die Flügeldecken mit feinen Härchen besetzt, während die Beine und Fühler eine braune Färbung aufweisen. Die Fühler sind kurz und verdicken sich am Ende zu einer markanten Keule. Eine physiologische Besonderheit der adulten Käfer ist ihre Fähigkeit, Töne zu erzeugen. Im Gegensatz zu den adulten Tieren, die auch Stempel und Fruchtknoten fressen, ernähren sich die Larven ausschließlich von Pollen innerhalb der Blüten.[5] Nach mehreren Häutungsstadien verlassen die Larven die Wirtspflanze, um sich im Boden zu verpuppen.[5][4] Die Art wurde 1775 von Fabricius erstbeschrieben und wird in der Literatur unter zahlreichen Synonymen wie *Nitidula coeruleus* oder *Meligethes brassicae* geführt.[9][4]
Die adulten Rapsglanzkäfer (*Meligethes aeneus*) sind tagaktiv und halten sich tagsüber auf den Blüten auf. Eine Besonderheit im Verhaltensrepertoire ist die Fähigkeit der Käfer, Töne zu erzeugen. Die Larven zeigen am Ende ihrer Entwicklung ein spezifisches Abwanderungsverhalten, indem sie sich von den Rapspflanzen auf den Boden fallen lassen, um sich dort einzugraben und zu verpuppen.[5] Unter Einwirkung von Pyrethroiden ändert sich das Bewegungsmuster der Käfer zu einem unrhythmischen „Torkeln“, was durch Desorientierung verursacht wird und dazu führt, dass sie den Halt verlieren und von den Pflanzen herabfallen.[6]
Der Rapsglanzkäfer (*Brassicogethes aeneus*) besiedelt vorwiegend offenes oder buschreiches Gelände und ist in Europa, Nordafrika, Asien sowie Nordamerika weit verbreitet. Adulte Tiere ernähren sich nicht ausschließlich von Raps, sondern nutzen allgemein Pollen, Stempel und Fruchtknoten verschiedener Kreuzblütler als Nahrungsquelle. Die Larven hingegen leben in den Blüten und fressen dort ausschließlich Pollen.[2] Ein wesentlicher Faktor in der Ökologie der Art sind natürliche Feinde, insbesondere Endoparasitoide aus der Ordnung der Hymenopteren. In Europa wurden neun spezifische Parasitoiden-Arten identifiziert, wobei in Deutschland die Schlupfwespen *Phradis interstitialis*, *Phradis morionellus* und *Tersilochus heterocerus* am häufigsten auftreten. Diese univoltinen Arten legen mit dem Ovipositor ein einzelnes Ei in die Wirtslarve, welche sich zunächst weiterentwickelt und erst nach dem Eingraben im Boden durch die Parasitoidenlarve abgetötet wird. Parasitierungsraten von über 50 % sind möglich, hängen jedoch stark von Umweltfaktoren wie dem Klima und der Rapssorte ab. Es ist zudem möglich, dass eine Wirtslarve von zwei unterschiedlichen Parasitoiden-Arten gleichzeitig befallen wird. Neben Insekten fungieren auch entomopathogene Pilze als natürliche Gegenspieler im Ökosystem.[6]
Der Rapsglanzkäfer (*Brassicogethes aeneus*) ist ein relevanter Schädling in der Landwirtschaft, da sich die adulten Tiere nicht nur von Pollen, sondern auch von Stempeln und Fruchtknoten der Blüten ernähren. Bei einem Massenauftreten führt dieser Fraß zu erheblichen Schäden an den Kulturen. Die Larven hingegen ernähren sich ausschließlich von Pollen und stellen keine wirtschaftliche Gefahr dar. Im konventionellen Landbau erfolgt die Bekämpfung seit Jahrzehnten primär mit Pyrethroiden, die dazu führen, dass die Käfer orientierungslos werden und von den Pflanzen fallen.[1] Die Wirksamkeit dieser Insektizide hat jedoch europaweit nachgelassen, da die Käfer insbesondere gegen Pyrethroide der Klasse 2 (z. B. Deltamethrin) Resistenzen durch enzymatischen Abbau entwickelt haben. Im biologischen Landbau kommen alternative Methoden wie Käfersammelmaschinen, entomopathogene Pilze oder Fangpflanzen wie Rübsen zum Einsatz. Zudem wird die Förderung von Nützlingen angestrebt, insbesondere von Parasitoiden wie *Phradis interstitialis* oder *Tersilochus heterocerus*, die ihre Eier in die Larven des Rapsglanzkäfers legen. In der Schweiz sind im ökologischen Anbau Mittel auf Basis von Kaolin zugelassen, während konventionell auch Wirkstoffe wie Acetamiprid oder Bifenthrin verwendet werden.[1] Neuere Forschungsansätze untersuchen die Bekämpfung mittels RNA-Interferenz (RNAi), bei der lebenswichtige Gene des Käfers durch doppelsträngige RNA-Moleküle gezielt stummgeschaltet werden.[3]
Der Rapsglanzkäfer (*Brassicogethes aeneus*) kann bei Massenauftreten erhebliche Schäden in der Landwirtschaft verursachen, da die erwachsenen Tiere neben Pollen auch Stempel und Fruchtknoten der Blüten fressen. Im Gegensatz zu den Käfern stellen die Larven keine Gefahr für die Wirtschaft dar, da sie sich ausschließlich von Pollen ernähren. Ein historisch dokumentiertes Massenauftreten ereignete sich beispielsweise im Sommer 2006 im Osten Schleswig-Holsteins. Die wirtschaftliche Bedeutung wird durch die notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen unterstrichen, die im konventionellen Landbau über zwei Jahrzehnte primär auf Pyrethroiden basierten. In den letzten zehn Jahren hat die Wirksamkeit dieser Mittel jedoch europaweit nachgelassen, was unter anderem auf die Ausdehnung der Rapsanbauflächen zurückzuführen ist.[1] Aufgrund der zunehmenden Resistenzen gegen klassische Insektizide werden innovative Verfahren wie die RNA-Interferenz (RNAi) entwickelt, um *Meligethes aeneus* spezifisch zu bekämpfen.[3]