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Lexikon-Eintrag
Lindenwanze Oxycarenus lavaterae
Schnellnavigation
Taxonomie
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schnabelkerfe (Hemiptera)
Familie
Oxycarenidae
Gattung
Oxycarenus
Art
Oxycarenus lavaterae
Wissenschaftlicher Name
Oxycarenus lavaterae (Fabricius, 1787)
Akzeptierter Name
Einleitung
Die Lindenwanze (*Oxycarenus lavaterae*) ist eine Wanzenart aus der Familie der Baumwollwanzen (Oxycarenidae). Sie wird auch als Malvenwanze bezeichnet.[1]
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Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Fakten (kompakt)
- Die Lindenwanze (*Oxycarenus lavaterae*) gehört zur Teilordnung Pentatomomorpha innerhalb der Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera)[Taxonomie-Daten (Struktur/Übersetzungen)]. - Die reifen Nymphen der Lindenwanze sind an ihrem schwarzen Kopf und dem rot gefärbten Hinterleib zu erkennen. - Die Flügelscheiden der Nymphen der Lindenwanze sind komplett schwarz gefärbt. - Parallel zur Ausbreitung von *Oxycarenus lavaterae* breitet sich eine zweite Art der Gattung, *Oxycarenus pallens*, in der Tschechischen Republik nach Norden aus. - *Oxycarenus pallens* wird von Malvengewächsen und Korbblütlern angezogen.[1] - *Oxycarenus pallens* kann von *O. lavaterae* durch die bogenförmige Hinterkante des Corium unterschieden werden, während diese bei *O. lavaterae* gerade ist. - Die Lindenwanze kann im Laborexperiment mit *Oxycarenus hyalinipennis* Hybride bilden, wobei unklar ist, ob dies auch im Freiland vorkommt.[1] - Die Telomere von *Cimex lectularius* und *C. hemipterus* bestehen aus dem Motiv (TTAGGGATGG)n[PDF: lindenwanze-scientific]. - Die Familien Coreidae, Acanthosomatidae und Pentatomidae zeigen unterschiedliche Telomermotive[PDF: lindenwanze-scientific]. - Die Kombination von Chromosomen-Level-Genom-Analysen und FISH-Techniken verspricht einen Durchbruch im Verständnis der Vielfalt von Telomersequenzen in der Unterordnung Heteroptera[PDF: lindenwanze-scientific].
Name & Einordnung
Die Lindenwanze, auch Malvenwanze genannt, trägt den wissenschaftlichen Namen *Oxycarenus lavaterae* (Fabricius, 1787)[Taxonomie-Daten (Struktur/Übersetzungen)]. Die Art wurde ursprünglich im Jahr 1787 von Johann Christian Fabricius unter dem Namen *Acanthia lavaterae* erstbeschrieben. Diese Erstbeschreibung erfolgte unter der Gattung *Acanthia*. *Acanthia lavaterae* ist die Typusart der Gattung *Oxycarenus*. Der Gattungsname *Oxycarenus* ist über die Alte Welt verbreitet, mit einem Verbreitungszentrum in Afrika.[2] Der deutsche Trivialname ist Lindenwanze oder Malvenwanze[Taxonomie-Daten (Struktur/Übersetzungen)].
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Lindenwanze (*Oxycarenus lavaterae*) ist überwiegend rot und schwarz gefärbt. Die Weibchen der Art erreichen eine Körperlänge von 5,5 bis 6 Millimetern, während die etwas kleineren Männchen 4,7 bis 5,1 Millimeter lang werden. Der Kopf, der gesamte Prothorax und das Scutellum sowie alle Glieder der Antennen sind schwarz. An den Beinen sind Schenkel, Schienen und Tarsen teilweise aufgehellt. Die Vorderschenkel tragen zwei große und zwei bis drei kleine Zähne. Die Flügeldecken (Flügelhalbdecken) und der Bauch sind überwiegend ziegelrot. Das trapezförmige Pronotum ist etwa 1,3 bis 1,5 mal so breit wie lang und trägt in der Mitte einen seichten Quereindruck. Die Vorderflügel erreichen die Spitze des Abdomens oder sind ein wenig länger. Ihr inneres Feld, der Clavus, ist rotbraun mit drei Punktreihen. Das Corium ist ziegelrot bis rosa gefärbt mit schwärzlicher Spitze. Die Membran der Vorderflügel ist farblos und transparent, wodurch sie weißlich glänzt. Die Oberseite des Abdomens ist ziegelrot, ihr Außenfeld (Connexivum) schwärzlich. Reife Nymphen sind an ihrem schwarzen Kopf und dem rot gefärbten Hinterleib zu erkennen. Die Flügelscheiden der Nymphen sind komplett schwarz gefärbt.[1] Eine ähnliche Art, *Oxycarenus pallens*, kann anhand der bogenförmigen Hinterkante des Coriums unterschieden werden, da diese bei *O. lavaterae* gerade ist.[1]
Beschreibung
Die Lindenwanze, wissenschaftlich als *Oxycarenus lavaterae* bekannt, ist eine Wanzenart aus der Familie der Oxycarenidae. Diese Wanzen zeichnen sich durch ihre überwiegend rote und schwarze Färbung aus, wobei der Kopf, der gesamte Prothorax, das Scutellum und alle Glieder der Antennen schwarz sind. Die Weibchen erreichen eine Körperlänge von etwa 5,5 bis 6 Millimetern, während die Männchen mit 4,7 bis 5,1 Millimetern etwas kleiner sind. Die Lindenwanze ist ursprünglich im westlichen Mittelmeerraum beheimatet, hat sich aber seit den 1990er-Jahren auch in nördlichere und östlichere Regionen ausgebreitet. Man findet sie häufig an Malvengewächsen wie Strauchpappeln, Eibisch, Hibiskus und Malven, wo sie sich von Pflanzensäften ernähren. Im Herbst suchen die Wanzen Stämme und Äste von Linden auf, um dort in Kolonien zu überwintern. Die Lindenwanze überwintert als Imago, also als ausgewachsenes Insekt. Die Art wurde erstmals 1787 von Johann Christian Fabricius unter dem Namen *Acanthia lavaterae* beschrieben. *Oxycarenus* ist eine Gattung mit etwa 50 Arten, die in der Alten Welt, insbesondere in Afrika, verbreitet sind. Die Lindenwanze kann leicht mit der Blassen Baumwollwanze (*Oxycarenus hyalinipennis*) verwechselt werden, welche als Baumwollschädling gefürchtet ist. Die reifen Nymphen der Lindenwanze sind an ihrem schwarzen Kopf und dem rot gefärbten Hinterleib erkennbar. Die Flügelscheiden der Nymphen sind komplett schwarz gefärbt.[1]
Verhalten
*Oxycarenus lavaterae* sammeln sich im Herbst an Stämmen und Ästen von Linden, wo sie Kolonien bilden. Die Lindenwanzen überwintern als Imagines, typischerweise an diesen Bäumen. Das Massenauftreten dieser Tiere wird immer wieder beobachtet.[1]
Ökologie
*Oxycarenus lavaterae*, auch Lindenwanze genannt, findet man an Malvengewächsen wie Strauchpappeln, Eibisch, Hibiskus und Malven. Im Herbst versammeln sich die Wanzen an Stämmen und Ästen von Linden, wo sie Kolonien bilden. Die Lindenwanzen überwintern als Imagines, typischerweise an diesen Bäumen. Das Massenauftreten dieser Tiere wird immer wieder beobachtet.[1]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Informationen zur Bedeutung, zu Schäden und zur Prävention der Lindenwanze (*Oxycarenus lavaterae*) sind begrenzt. Die Lindenwanze wird gelegentlich als Lästling wahrgenommen, insbesondere wenn sie in Massen auftritt. Ein Massenauftreten dieser Tiere wird immer wieder beobachtet.[4][5] Es gibt keine Hinweise darauf, dass *O. lavaterae* eine medizinische oder gesundheitliche Relevanz hat. Um einem Befall vorzubeugen, sollten Malvengewächse wie Strauchpappeln, Eibisch, Hibiskus und Malven kontrolliert werden, da diese als Wirtspflanzen dienen. Im Herbst suchen die Wanzen Stämme und Äste von Linden auf, um dort zu überwintern.[5] Das frühzeitige Erkennen eines Befalls kann helfen, größere Populationen zu vermeiden. Da es sich bei *O. lavaterae* nicht um einen bedeutenden Schädling handelt, sind spezifische Bekämpfungsmaßnahmen oder rechtliche Aspekte wie Quarantäne oder Meldepflicht nicht bekannt. Die Überwachung der Populationen kann jedoch helfen, das Ausmaß des Auftretens zu verstehen und gegebenenfalls lokale Maßnahmen zu ergreifen.
Wirtschaftliche Bedeutung
Die Lindenwanze (*Oxycarenus lavaterae*) kann an Malvengewächsen wie Strauchpappeln, Eibisch, Hibiskus und Malven gefunden werden.[3] Es liegen keine Informationen über signifikante wirtschaftliche Schäden vor, die durch *Oxycarenus lavaterae* verursacht werden.
Biologie & Lebenszyklus
Die Lindenwanze (*Oxycarenus lavaterae*) überwintert als Imago, typischerweise an Lindenbäumen. Im Herbst sammeln sich die Wanzen an Stämmen und Ästen von Linden, wo sie Kolonien bilden. Das Massenauftreten dieser Tiere wird immer wieder beobachtet. Man findet die Lindenwanzen an Malvengewächsen wie Strauchpappeln, Eibisch, Hibiskus und Malven.[1]
Vorkommen & Lebensraum
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Lindenwanze (*Oxycarenus lavaterae*) ist der westliche Mittelmeerraum, einschließlich des westlichen Nordafrikas und der Kanarischen Inseln. Es ist unklar, ob Funde im tropischen und südlichen Afrika und in Arabien derselben Art zuzuordnen sind oder ob es sich um Verwechslungen mit anderen Arten der Gattung handelt. In Europa wird als ursprüngliches Verbreitungsgebiet die Iberische Halbinsel, Frankreich nördlich bis Aquitanien und Haute-Vienne, fast ganz Italien, randlich bis ins Tessin und nach Südtirol, sowie der Nordwesten der Balkanhalbinsel angegeben. Seit etwa Mitte der 1990er-Jahre breitete sich die Art von dort aus nach Norden und Osten. Bis zum Jahr 2000 erreichte sie Ungarn (1994), die Slowakei (1995) und Bulgarien, im Jahr 2001 Österreich. Der erste Nachweis in Deutschland, aus der Oberrhein-Ebene, stammt aus dem Jahr 2004, von wo aus sich die Art rasch im Rheintal nach Norden ausbreitete. Einzelfunde in England, den Niederlanden und Finnland beruhen auf eingeschleppten Tieren, die Art konnte sich dort bisher nicht etablieren. In Deutschland liegen Einzelfunde bis in die Mitte des Landes vor, in Norddeutschland wurde die Art 2019 in Berlin nachgewiesen. In der Schweiz wurden für 2005 bereits Massenvorkommen angegeben. Nach Osten hin wurden Serbien, Bulgarien und Rumänien besiedelt. Inzwischen kommt die Art auch in Nordfrankreich, bis in die Normandie, vor. Parallel dazu breitet sich eine zweite Art der Gattung, *Oxycarenus pallens*, von der Tschechischen Republik nach Norden aus. Die Lindenwanze findet man an Malvengewächsen wie Strauchpappeln, Eibisch, Hibiskus und Malven. Im Herbst sammeln sich die Wanzen an Stämmen und Ästen von Linden, wo sie Kolonien bilden. Die Lindenwanzen überwintern als Imagines, typischerweise an diesen Bäumen. Das Massenauftreten dieser Tiere wird immer wieder beobachtet.[1]
Saisonalität & Aktivität
Die Lindenwanze (*Oxycarenus lavaterae*) überwintert als Imago, typischerweise an Lindenbäumen. Im Herbst sammeln sich die Wanzen an Stämmen und Ästen von Linden, wo sie Kolonien bilden. Massenansammlungen dieser Tiere werden immer wieder beobachtet.[1] Das öffentliche Interesse an der Lindenwanze zeigt saisonale Schwankungen mit Spitzen im April und Oktober, während das geringste Interesse im August und Dezember besteht.
Quellen & Referenzen
- https://de.wikipedia.org/wiki/Lindenwanze
- https://www.gbif.org/species/4486243
- Siehe Text über diesem JSON-Block
- Beat Wermelinger, Denise Wyniger, Beat Forster: Massenauftreten und erster Nachweis von Oxycarenus lavaterae (F.) (Heteroptera, Lygaeidae) auf der Schweizer Alpennordseite. (PDF (2,2 MB)) Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft, 78: 311-316, 2005
- Beim Pilze suchen Wanzen gefunden. Badische Zeitung, 11. Januar 2013.
- https://www.mdpi.com/2073-4425/15/8/1026