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Lexikon-Eintrag
Brandkraut Phlomis russeliana
Schnellnavigation
Taxonomie
Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung
Lamiales (Lamiales)
Familie
Lamiaceae
Gattung
Phlomis
Art
Phlomis russeliana
Wissenschaftlicher Name
Phlomis russeliana (Sims) Lag. ex Benth.
Akzeptierter Name
Einleitung
Phlomis russeliana, im Deutschen der Gattung der Brandkräuter zugeordnet, ist eine aufrechte, ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).[1] Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art umfasst offene Waldgebiete und Buschlandschaften in der nördlichen Türkei, wo sie sich über Rhizome ausbreitet.[1][2] Ursprünglich als Varietät von *Phlomis lunariifolia* beschrieben, wird im gärtnerischen Kontext gelegentlich fälschlicherweise der Name *Phlomis viscosa* auf diese Spezies angewendet.[1]
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Saisonale Aktivität
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Fakten (kompakt)
- Das Art-Epitheton *russeliana* ehrt John Russell, den 6. Duke of Bedford (1766–1839), einen britischen Aristokraten, der im frühen 19. Jahrhundert botanische Erkundungen finanzierte. - Aufgrund spezifischer phytochemischer Eigenschaften besitzt die Pflanze ein potenzielles Anwendungsgebiet in der antibakteriellen Lebensmittelkonservierung. - Die Gattung *Phlomis* umfasst insgesamt etwa 100 Arten, deren Verbreitungsgebiet vom Mittelmeerraum bis nach Zentralasien reicht. - Innerhalb der Taxonomie wird *Phlomis russeliana* der Kerngruppe der Gattung zugeordnet, ohne dass derzeit eine spezifische Untergattung definiert ist. - Die einzelnen, röhrenförmigen Blüten erreichen eine Länge von etwa 3 Zentimetern (1,2 Zoll). - Die Blätter der Pflanze sind aromatisch und weisen eine charakteristische weißlich behaarte Unterseite auf. - In Bezug auf die Winterhärte wird die Art den USDA-Klimazonen 5 bis 9 zugeordnet.[9]
Name & Einordnung
Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Phlomis russeliana* (Sims) Lag. ex Benth..[2][1] Ursprünglich wurde das Taxon im Jahr 1825 von dem englischen Botaniker John Sims als Varietät *Phlomis lunariifolia* var. *russeliana* in *Curtis's Botanical Magazine* erstbeschrieben. Die Aufwertung zum Artstatus wird Mariano Lagasca y Segura zugeschrieben, wobei die gültige Veröffentlichung 1834 durch George Bentham im Werk *Labiatarum Genera et Species* erfolgte.[2][1] Der Gattungsname *Phlomis* leitet sich vom altgriechischen Wort *phlomis* (Flamme) ab und bezieht sich auf die historische Verwendung der wolligen Blätter als Lampendochte.[1] Das Art-Epitheton *russeliana* ehrt John Russell, den 6. Duke of Bedford (1766–1839), einen britischen Aristokraten und Förderer botanischer Expeditionen.[1] Ein homotypisches Synonym ist das Basionym *Phlomis lunariifolia* var. *russeliana* Sims.[2] Im gärtnerischen Kontext wurde der Name *Phlomis viscosa* in der Vergangenheit fälschlicherweise für diese Art verwendet. Systematisch wird *Phlomis russeliana* der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) zugeordnet und gehört zur Kerngruppe der Gattung *Phlomis*, die etwa 100 Arten umfasst. Im englischen Sprachraum sind die Trivialnamen „Turkish sage“ oder „Jerusalem sage“ verbreitet, wobei letzterer auch für andere Gattungsvertreter genutzt wird. Im Deutschen wird die Gattung allgemein als Brandkraut bezeichnet.[1]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Phlomis russeliana ist eine aufrecht wachsende, krautige Staude, die dichte basale Rosetten bildet und Wuchshöhen von 60 bis 100 Zentimetern im Laubbereich erreicht. Die aufrechten Blütenstängel können bis zu 120 Zentimeter hoch werden, wobei sich die Pflanze langsam über Rhizome ausbreitet und Kolonien bildet.[1][5] Die Stängel sind im Querschnitt quadratisch, meist unverzweigt und mit weichen Haaren bedeckt, was ihnen eine filzige Textur verleiht. Die großen, grundständigen Blätter sind breit-eiförmig bis herzförmig mit einer cordaten Basis und messen 10 bis 20 Zentimeter in der Länge sowie 7 bis 12 Zentimeter in der Breite.[5] Sie weisen eine grau-grüne Färbung auf und sind beidseitig dicht tomentos (filzig) behaart, wobei die Unterseite wollig weiß erscheint.[1][5] Die Stängelblätter sind kleiner, schmaler, gegenständig angeordnet und sitzen oft direkt am Stängel oder umfassen diesen.[5] Das Laub besitzt eine raue Oberflächenstruktur und verströmt beim Zerreiben einen milden, aromatischen Duft.[1][5] Die Blütenstände bestehen aus etagenartigen Quirlen (Verticillastern), die jeweils 12 bis 20 Einzelblüten enthalten und entlang des oberen Stängels angeordnet sind, was einen kandelaberartigen Effekt erzeugt.[5] Die blassgelben, röhrenförmigen Blüten sind etwa 2,5 bis 3 Zentimeter lang und besitzen eine kapuzenartige, zweilippige Krone.[1][5] Nach der Blütezeit entwickeln sich Früchte in Form von Schizokarpien, die typischerweise vier kahle Nüsschen enthalten. Diese sind von persistenten, dicht behaarten Kelchen umschlossen, die eine Länge von 1,1 bis 2,2 Zentimetern erreichen.[5] Die dekorativen Samenstände bleiben oft den Winter über erhalten.[1] Verwechslungsgefahr besteht historisch mit *Phlomis viscosa*, ein Name, der im Gartenbau teilweise fälschlich für diese Art verwendet wurde.[2]
Beschreibung
Phlomis russeliana ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die sich durch einen aufrechten, horstbildenden Wuchs auszeichnet und Wuchshöhen von bis zu einem Meter erreicht. Charakteristisch für diese Art ist die Bildung dichter basaler Blattrosetten, aus denen sich im späten Frühjahr die markanten, vierkantigen Blütenstängel erheben.[1] Die Pflanze breitet sich vegetativ über Rhizome aus, wodurch sie im Laufe der Zeit ausgedehnte, bodendeckende Kolonien bildet, ohne dabei invasiv zu wuchern.[1][6] Anatomisch ist die Art durch eine dichte, filzige Behaarung (Tomentum) auf den graugrünen Blättern und Stängeln an ihren natürlichen Lebensraum in offenen Wäldern und Macchien der nördlichen Türkei angepasst.[1][7] Diese Behaarung verleiht der Pflanze nicht nur eine raue Textur, sondern dient physiologisch dem Verdunstungsschutz an trockenen, sonnigen Standorten. Die Blätter sind herzförmig bis breit-eiförmig und verströmen beim Zerreiben einen milden, aromatischen Duft, der typisch für Vertreter der Familie der Lamiaceae ist.[1] Chemische Analysen der ätherischen Öle zeigten das Vorhandensein von Verbindungen wie β-Caryophyllen und Germacren-D, denen antimikrobielle Eigenschaften zugeschrieben werden.[5] Der Blütenstand ist kandelaberartig aufgebaut, wobei die blassgelben, röhrenförmigen Blüten in etagenartigen Quirlen (Verticillastern) entlang des oberen Stängelabschnitts angeordnet sind. Jede dieser Blütenetagen enthält etwa 12 bis 20 Einzelblüten, die nacheinander aufblühen und so eine lange Blütezeit von Mai bis September gewährleisten.[1] Die zwittrigen Blüten besitzen eine helmförmige Oberlippe und sind reich an Nektar, was sie zu einer wichtigen Nahrungsquelle für Bienen und andere Bestäuber macht.[1][8] Nach der Bestäubung entwickeln sich kleine, nussartige Klausenfrüchte, die in den persistenten, behaarten Kelchen verbleiben. Diese Samenstände verholzen und bleiben über den Winter stehen, was der Pflanze eine anhaltende strukturelle Präsenz verleiht und Vögeln in der kalten Jahreszeit Nahrung bietet. Im Lebenszyklus verhält sich Phlomis russeliana in kühleren Klimazonen als laubabwerfende Staude, die im Winter bis zur Basis zurückfriert, während sie in milderen Regionen halbimmergrün bleiben kann.[1] Historisch wurde das Taxon 1825 zunächst von John Sims als Varietät Phlomis lunariifolia var. russeliana beschrieben, basierend auf kultivierten Exemplaren aus Kleinasien.[1][2] Die endgültige Klassifizierung als eigenständige Art erfolgte 1834 durch George Bentham im Werk Labiatarum Genera et Species.[1] Das Artepitheton russeliana ehrt John Russell, den 6. Duke of Bedford, einen bedeutenden Förderer der Botanik im frühen 19. Jahrhundert.[1]
Verhalten
Das Ausbreitungsverhalten von *Phlomis russeliana* ist durch ein langsames, vegetatives Wachstum über Rhizome gekennzeichnet, wodurch die Pflanze im Laufe der Zeit dichte Kolonien bildet. In kälteren Klimazonen zeigt die Art ein Anpassungsverhalten an niedrige Temperaturen, indem sie im Winter auf eine basale Rosette zurückfriert, während sie in milderen Regionen halbimmergrünes Laub behält. Während der Blütezeit von Mai bis September interagiert die Pflanze aktiv mit der lokalen Fauna, indem sie nektarreiche, röhrenförmige Blüten bereitstellt.[1] Diese zwittrigen Blüten locken primär Bienen an, die als Hauptbestäuber fungieren, werden aber auch von Schmetterlingen aufgesucht.[1][6] Nach der Bestäubung verbleiben die Samenstände als persistente Strukturen an den Stängeln und dienen im Winter als Nahrungsquelle für Vögel. Die Ausbreitung der Samen erfolgt passiv durch Wind oder Schwerkraft aus den trockenen Fruchtständen. Als Abwehrmechanismus gegen Herbivoren weist *Phlomis russeliana* eine ausgeprägte Resistenz gegen Wildverbiss durch Hirsche auf.[1] Zudem enthalten die Blätter flüchtige Verbindungen und verströmen beim Zerreiben einen aromatischen Duft, was auf eine chemische Signalgebung oder Abwehr hindeutet.[1][5]
Ökologie
*Phlomis russeliana* besiedelt in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in der Nordtürkei offene Waldgebiete, Lichtungen und felsige Hänge innerhalb mediterraner Klimazonen. Die Art ist an nährstoffarme, gut durchlässige Substrate wie kalkhaltige oder sandige Böden angepasst, die Staunässe verhindern und das Überleben in trockenen Sommern sichern. In Buschland-Gemeinschaften vergesellschaftet sich die Pflanze oft mit trockenheitsresistenten Gehölzen wie Eichen (*Quercus* spp.) und trägt durch ihr Wurzelwerk zur Stabilisierung von Hängen bei.[7] Durch ihr rhizombildendes Wachstum formt sie dichte Kolonien, wodurch sie in gestörten Arealen wie an Waldwegen oder steinigen Aufschlüssen erfolgreich konkurrieren kann. Die nektarreichen, zwittrigen Blüten ziehen primär Bienen und Schmetterlinge an, womit die Art eine wichtige Rolle für lokale Bestäuberpopulationen spielt.[1] Die Ausbreitung erfolgt vegetativ über Rhizome sowie generativ durch Samen, die durch Wind oder Schwerkraft aus den persistenten Samenständen fallen.[7] Diese Samenstände verbleiben bis in den Winter an der Pflanze und dienen Vögeln als Nahrungsquelle in der kalten Jahreszeit. Gegenüber Herbivoren zeigt sich *Phlomis russeliana* weitgehend resistent und wird aufgrund der Blattstruktur von Hirschen gemieden. Gelegentlich können Blattläuse oder Echter Mehltau auftreten, wobei die Pflanze generell nur wenige natürliche Feinde aufweist.[1]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Phlomis russeliana wird primär als Nützling und Zierpflanze eingestuft, die außerhalb ihres nativen Verbreitungsgebiets keine invasiven Populationen bildet.[1] Die Art fördert die lokale Biodiversität erheblich, indem sie Bienen und anderen Insekten während der Blütezeit reichhaltigen Nektar bietet.[6] Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe gilt die Pflanze als resistent gegen Wildverbiss durch Rehe. Ein Schadpotenzial für benachbarte Kulturen besteht kaum, stattdessen unterdrückt der dichte, mattenartige Wuchs effektiv Unkräuter. Gesundheitlich ist die Art als ungiftig für Menschen und Tiere bekannt.[1] Phytochemische Analysen identifizierten antimikrobielle Verbindungen wie β-Caryophyllen und Germacren-D in den ätherischen Ölen, die gegen Lebensmittelpathogene wirken können.[5][7] Ethanolextrakte zeigten in vitro zudem antioxidative und antibakterielle Aktivitäten.[6] Traditionelle Anwendungen bei Wunden oder Atemwegserkrankungen sind dokumentiert, entbehren jedoch weitgehend wissenschaftlicher Bestätigung. Krankheitsanzeichen an der Pflanze selbst beschränken sich meist auf Wurzelfäule, die durch Staunässe oder schwere Lehmböden begünstigt wird. In feuchten Umgebungen kann gelegentlich Echter Mehltau als weißer Belag auf den Blättern auftreten. Ein Befall durch Blattläuse ist möglich, verursacht jedoch selten signifikante Schäden. Präventive Maßnahmen konzentrieren sich auf die Standortwahl, wobei gut durchlässige Böden zur Vermeidung von Fäulnis essenziell sind. Bauliche oder physikalische Barrieren sind nicht notwendig, da die Pflanze durch Rhizome langsam Kolonien bildet, ohne aggressiv zu wuchern.[1] Zur Pflege genügt das physikalische Entfernen abgestorbener Stängel im späten Winter, um den Neuaustrieb zu fördern.[6] Der Einsatz chemischer Bekämpfungsmittel ist aufgrund der Robustheit der Art in der Regel nicht erforderlich. Zusätzlich dient das Wurzelsystem der Erosionskontrolle an trockenen Hängen.[1]
Wirtschaftliche Bedeutung
Die wirtschaftliche Bedeutung von *Phlomis russeliana* konzentriert sich primär auf den Zierpflanzenbau und die Landschaftsarchitektur, wo die Art international gehandelt wird. Aufgrund ihrer gärtnerischen Zuverlässigkeit wurde die Pflanze von der Royal Horticultural Society mit dem *Award of Garden Merit* ausgezeichnet, was ihre Relevanz für den kommerziellen Staudenmarkt unterstreicht. Im öffentlichen Grün und im privaten Gartenbau ermöglicht das Brandkraut durch seine ausgeprägte Trockenstresstoleranz Kosteneinsparungen bei der Bewässerung und Pflege. Die Art eignet sich besonders für das Xeriscaping, wodurch sie in Zeiten klimatischer Veränderungen an ökonomischer Bedeutung für nachhaltige Pflanzkonzepte gewinnt.[1] Ein weiterer Wirtschaftszweig ist die Floristik, in der *Phlomis russeliana* sowohl als langlebige Schnittblume als auch für Trockengestecke genutzt wird. Insbesondere die strukturstabilen Fruchtstände, die im Winter erhalten bleiben, stellen ein gehandeltes Produkt für saisonale Dekorationen dar.[6] Als Nützlingspflanze erbringt die Art ökologische Dienstleistungen, indem sie als Nektarquelle für Bienenpopulationen dient und so indirekt die Bestäubung im landwirtschaftlichen Umfeld fördert.[8][1] Negative wirtschaftliche Auswirkungen sind nicht bekannt, da sich die Pflanze außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets nicht invasiv ausbreitet und keine nennenswerten Schäden an Infrastruktur oder anderen Kulturen verursacht.[2][1] Potenzielle zukünftige Anwendungen könnten in der Lebensmitteltechnologie liegen, da phytochemische Untersuchungen antimikrobielle Eigenschaften der ätherischen Öle gegen Lebensmittelpathogene nachgewiesen haben.[5]
Biologie & Lebenszyklus
Phlomis russeliana ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die als Hemikryptophyt überwintert und sich vegetativ durch langsam wachsende Rhizome ausbreitet. Die Blütezeit erstreckt sich von späten Frühling bis zum frühen Herbst (Mai bis September), wobei die Pflanzen zwittrige Blüten in etagenartigen Quirlen ausbilden.[1] Die röhrenförmigen Lippenblüten sind nektarreich und auf die Bestäubung durch Bienen spezialisiert, welche die primären Bestäuber darstellen.[1][6] Nach der Befruchtung entwickeln sich Klausenfrüchte (Schizokarpien), die typischerweise in vier kahle Nüsschen zerfallen.[5] Die Samenstände verholzen und bleiben als Wintersteher erhalten, wodurch die Samen oft erst spät durch Wind oder Schwerkraft verbreitet werden oder Vögeln als Nahrung dienen.[1] Physiologisch sind die Samen Lichtkeimer und benötigen zur Keimung Temperaturen um 15–20 °C.[1][6] Die Keimung erfolgt in der Regel innerhalb von ein bis vier Wochen, wobei die Etablierung der Keimlinge langsam verläuft.[6] Generativ vermehrte Individuen durchlaufen eine längere juvenile Phase und erreichen die Blühreife (Fertilität) oft erst nach zwei bis drei Jahren.[1][6] Adulte Pflanzen zeigen eine hohe Toleranz gegenüber Trockenstress und gedeihen auf nährstoffarmen, gut drainierten Böden.[1] Die Art ist in den USDA-Zonen 5 bis 9 winterhart und toleriert Temperaturen bis ca. -29 °C, reagiert jedoch empfindlich auf winterliche Staunässe, die zu Wurzelfäule führen kann.[1] Phlomis russeliana weist eine chemische Abwehr auf, die unter anderem antimikrobielle ätherische Öle wie β-Caryophyllen und Germacren-D enthält.[5] Aufgrund dieser Inhaltsstoffe und der behaarten Textur ist die Pflanze weitgehend resistent gegen Herbivorie durch Säugetiere wie Hirsche. Krankheitsbefall ist selten, kann jedoch unter ungünstigen Bedingungen Echten Mehltau oder Blattlausbefall umfassen.[1]
Vorkommen & Lebensraum
Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Phlomis russeliana* liegt in der nördlichen Türkei.[2][1] Es erstreckt sich von Istanbul ostwärts entlang der Schwarzmeerküste bis nach Rize und reicht südlich bis in die Region um Kütahya. Historische Berichte über Vorkommen in Syrien beruhen wahrscheinlich auf Verwechslungen mit ähnlichen Taxa wie *Phlomis pungens*.[2] Die Art besiedelt primär offene Waldgebiete, Lichtungen sowie felsige Hänge und Macchie-Formationen.[1][5] Als typisches Element der mediterranen Klimazone ist die Pflanze an heiße, trockene Sommer und milde, feuchte Winter angepasst.[5] Sie bevorzugt nährstoffarme, gut durchlässige Substrate und gedeiht sowohl auf kalkhaltigen als auch auf sandigen Böden. In ihren natürlichen Habitaten vergesellschaftet sich *Phlomis russeliana* häufig mit trockenheitsresistenten Gehölzen wie Eichen (*Quercus* spp.). Auch an gestörten Standorten wie Waldrändern oder steinigen Wegböschungen bildet sie Bestände.[5] Außerhalb des Ursprungsgebiets wurde das Brandkraut in verschiedene Teile Europas eingeschleppt, darunter Deutschland, Österreich, Großbritannien und Tschechien. Weitere Vorkommen durch Kultivierung finden sich in Nordamerika, Australien und Neuseeland.[2] Trotz der weltweiten Nutzung als Zierpflanze gilt die Art außerhalb ihres natürlichen Areals nicht als invasiv.[1] Die lokale Ausbreitung erfolgt vegetativ über Rhizome, wodurch dichte Kolonien entstehen, während die Samen durch Wind oder Schwerkraft verteilt werden.[5]
Saisonalität & Aktivität
Die Blütezeit von *Phlomis russeliana* erstreckt sich vom späten Frühling bis in den frühen Herbst, wobei die gelben Blütenstände primär zwischen Mai und September erscheinen. Während dieser Phase werden die nektarreichen Blüten intensiv von Bienen angeflogen, was die ökologische Aktivität in den Sommermonaten prägt. Nach der Bestäubung bilden sich im Spätsommer Fruchtstände, die als ornamentale Samenstände über den gesamten Herbst und Winter an der Pflanze verbleiben. Diese persistenten Strukturen bieten in der kalten Jahreszeit nicht nur visuellen Reiz, sondern dienen auch Vögeln als Nahrungsquelle. Als ausdauernde krautige Pflanze zieht sich *Phlomis russeliana* in kühleren Klimazonen (USDA-Zonen 5–9) im Winter auf eine basale Rosette zurück.[1] In milderen Regionen kann das Laub halbimmergrün überwintern, während die Pflanze Temperaturen bis zu -29 °C toleriert.[1][3] Der Neuaustrieb der vegetativen Triebe erfolgt im Frühjahr, oft nachdem die alten Stängel des Vorjahres im späten Winter zurückgeschnitten wurden. Für die generative Vermehrung ist eine Aussaat im späten Winter (Februar) ideal, wobei Keimtemperaturen zwischen 15 und 20 °C benötigt werden.[1] Das öffentliche Interesse an der Pflanze spiegelt diesen phänologischen Rhythmus wider und zeigt in Suchanfragen deutliche Spitzenwerte in den Monaten Mai und Juni.[4]
Quellen & Referenzen
- https://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?taxonid=241499
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:454047-1
- https://plantlust.com/plants/12929/phlomis-russeliana/
- Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert), 2026
- https://bioresources.cnr.ncsu.edu/wp-content/uploads/2025/05/BioRes_20_3_5301_Sarikaya_Ilhan_Morphol_Volatile_Profiles_Phlomis_Turkiye_24475.pdf
- https://plantura.garden/uk/flowers-perennials/phlomis/phlomis-overview
- https://bioresources.cnr.ncsu.edu/resources/morphological-and-volatile-profiles-of-phlomis-russeliana-and-phlomis-armeniaca-from-uludag-turkiye/
- https://bugwomanlondon.com/2018/09/26/wednesday-weed-turkish-sage/
- Literaturzusammenfassung: Phlomis russeliana