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Lexikon-Eintrag
Portulak Roeschen Portulaca grandiflora
Schnellnavigation
Taxonomie
Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse
Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung
Caryophyllales (Caryophyllales)
Familie
Portulacaceae
Gattung
Portulaca
Art
Portulaca grandiflora
Wissenschaftlicher Name
Portulaca grandiflora Hook.
Akzeptierter Name
Einleitung
Das **Portulakröschen** (*Portulaca grandiflora*) ist eine sukkulente, einjährige Pflanzenart aus der Familie der Portulakgewächse (Portulacaceae), die ursprünglich in den subtropischen Regionen Südamerikas beheimatet ist.[1][2] Aufgrund ihrer großen, rosenartigen Blüten und der ausgeprägten Hitzetoleranz wird sie seit dem frühen 19. Jahrhundert weltweit als Zierpflanze kultiviert.[3][4] Die Art verwildert leicht und gilt in einigen warmen Klimazonen, wie etwa auf Hawaii oder den Galápagos-Inseln, als invasive Spezies.[5]
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Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Fakten (kompakt)
- Die Samen und Blätter von *Portulaca grandiflora* sind essbar und können roh oder gekocht verzehrt werden, auch wenn die Pflanze primär als Ziergewächs kultiviert wird. - Die Blüten erreichen einen Durchmesser von 2,5 bis 5 cm und bestehen typischerweise aus 4 bis 5 gerüschten Kronblättern.[9] - Historische taxonomische Synonyme der Art umfassen *Portulaca pilosa* subsp. *grandiflora* und *Portulaca caryophylloides*. - Die Pflanze gilt als resistent gegen Wildverbiss durch Hirsche, ist jedoch anfällig für Schädlinge wie Blattläuse und Schnecken sowie für Wurzelfäule bei übermäßiger Nässe. - Der Gattungsname („kleine Tür“) bezieht sich spezifisch auf den Deckel der Samenkapsel, der sich wie ein Tor öffnet, um die Samen freizugeben. - Neben den südamerikanischen Ursprungsgebieten ist die Art auch in Südafrika und verschiedenen US-Bundesstaaten verwildert.[9]
Name & Einordnung
Der anerkannte wissenschaftliche Name der Art lautet *Portulaca grandiflora*, wobei die formale Erstbeschreibung durch William Jackson Hooker im Jahr 1829 erfolgte.[1][2] Diese Beschreibung wurde in *Curtis's Botanical Magazine* (Band 56, Tafel 2885) veröffentlicht und basierte auf kultivierten Exemplaren, die durch ihre beeindruckende Blütengröße auffielen.[2] Der Gattungsname *Portulaca*, der bereits 1753 von Carl Linnaeus für die Typusart *Portulaca oleracea* etabliert wurde, leitet sich vom lateinischen Wort *portula* („kleine Tür“ oder „Pforte“) ab.[4][3] Dies bezieht sich bildhaft auf den Deckel der Samenkapsel, der sich zur Samenverbreitung wie ein Tor öffnet.[4] Das Art-Epitheton *grandiflora* setzt sich aus den lateinischen Begriffen *grandis* (groß) und *flos* (Blume) zusammen und verweist auf die im Vergleich zu anderen *Portulaca*-Arten besonders großen Blüten.[4][3] Systematisch gehört die Pflanze zur Familie der Portulacaceae (Portulakgewächse) und ist in großen taxonomischen Datenbanken als eigenständige Art anerkannt.[1][2] Historisch wurde sie gelegentlich in den variablen *Portulaca pilosa*-Komplex eingeordnet, was sich in Synonymen wie *Portulaca pilosa* subsp. *grandiflora* (Hook.) R. Geesink widerspiegelt.[2] Ein weiteres bekanntes Synonym ist *Portulaca caryophylloides* E. Vilm.[2] Im internationalen Sprachgebrauch, insbesondere im Englischen, ist die Art aufgrund ihrer rosenähnlichen Blüten weithin als „moss rose“ bekannt.[3][2]
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Portulaca grandiflora ist eine einjährige, sukkulente krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 8 bis 20 cm erreicht und mattenartige Bestände von bis zu 30 cm Breite bildet.[5][1] Die niederliegenden bis aufsteigenden Stängel sind fleischig verdickt, an der Basis 2,8 bis 3,5 mm dick und oft rötlich gefärbt. Sie verzweigen sich stark und weisen an den Knoten charakteristische lange, blasse Haare auf.[5] Die sitzenden, einfachen Laubblätter sind fleischig und zylindrisch (linear-feuersteinartig) geformt, mit einer Länge von 1 bis 3 cm und einer Breite von etwa 2 mm.[5][3] Sie stehen wechselständig oder in kleinen Gruppen an den Knoten und besitzen spitze Enden sowie gelegentlich rötlich getönte Ränder. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal sind die zottigen Haarbüschel in den Blattachseln, die bis zu 7 mm lang werden können. Die Blütenstände werden von 8 bis 14 Hüllblättern umgeben, die den Stängelblättern ähneln, jedoch etwas größer sind.[5] Die auffälligen, schalenförmigen Blüten erreichen einen Durchmesser von 2,5 bis 5 cm und erscheinen einzeln oder in endständigen Büscheln von drei bis fünf Exemplaren. Jede Blüte besitzt fünf (bei gefüllten Sorten mehr) verkehrteiförmige Kronblätter von 1,5 bis 3 cm Länge in Farben wie Rot, Orange, Gelb, Pink, Purpur oder Weiß.[5][2] Im Zentrum befinden sich 40 bis 80 Staubblätter mit sichtbaren Staubbeuteln sowie eine fünf- bis neunästige Narbe. Die grünen, eiförmigen Kelchblätter sind 6 bis 8 mm lang und tragen einen apikalen Kamm.[5] Die Blüten öffnen sich typischerweise am Vormittag bei Sonneneinstrahlung und schließen sich am Nachmittag oder bei Dunkelheit wieder.[3][2] Nach der Befruchtung bildet sich eine eiförmige Kapselfrucht mit einer Höhe von 4 bis 6,5 mm und einem Durchmesser von 3,5 bis 6,5 mm. Bei Reife öffnet sich die Kapsel deckelartig (circumscissil) nahe der Mitte oder Basis, um die Samen freizugeben. Die zahlreichen Samen sind breit nierenförmig bis rundlich, abgeflacht und messen 0,5 bis 1 mm im Durchmesser. Ihre Oberfläche ist stahlgrau mit einem irisierenden Glanz und weist undeutlich sternförmige Zellen mit abaxialen Tuberkeln auf.[5]
Beschreibung
Portulaca grandiflora ist eine sukkulente, einjährige krautige Pflanze, die sich durch ihren teppichbildenden Wuchs und ihre auffälligen, rosenartigen Blüten auszeichnet.[1][4] Ursprünglich in den subtropischen Regionen Südamerikas beheimatet, besiedelt die Art in ihrem natürlichen Lebensraum offene Graslandschaften, sandige Ebenen und felsige Standorte bis in Höhenlagen von 2000 Metern.[3] Charakteristisch ist das fleischige, zylindrische Laub, das in Kombination mit den rötlichen, stark verzweigten Stängeln dichte Matten von bis zu 30 cm Breite bildet.[4][3] Eine herausragende physiologische Anpassung ist die Integration von C4-Photosynthese und Crassulaceen-Säurestoffwechsel (CAM), ein dualer Mechanismus, der eine effiziente Kohlenstofffixierung bei minimiertem Wasserverlust ermöglicht.[6] Diese Spezialisierung erlaubt es der Pflanze, die Spaltöffnungen tagsüber weitgehend geschlossen zu halten und CO2 primär nachts aufzunehmen, was ihre extreme Toleranz gegenüber Hitze und Trockenheit begründet.[6][2] Mikroskopisch und im Detail betrachtet fallen die büschelartigen, zottigen Haare in den Blattachseln auf, die bis zu 7 mm lang werden können und funktionell zur Wasserspeicherung beitragen.[5][4] Die Blüten zeigen eine ausgeprägte Nyktinastie, indem sie sich gesteuert durch circadiane Rhythmen und Lichtreize nur bei voller Sonneneinstrahlung am Vormittag öffnen und sich bereits am Nachmittag oder bei Bewölkung wieder schließen.[4][3] Als Frucht bildet die Art eine eiförmige Deckelkapsel, die bei Reife quer aufspringt (circumscissile Dehiszenz) und zahlreiche kleine, stahlgraue Samen mit irisierendem Glanz freisetzt.[5][7] Diese Samen besitzen eine hohe Keimfähigkeit über ein breites Temperaturspektrum und weisen eine strukturierte Oberfläche mit sternförmigen Zellen auf.[7] Obwohl Portulaca grandiflora selbstkompatibel ist, führt Fremdbestäubung durch Bienen, die vom reichhaltigen Nektar und Pollen angezogen werden, zu einem deutlich höheren Fruchtansatz.[2] Im Vergleich zu verwandten Arten wie dem Gemüsekohl (*Portulaca oleracea*) zeichnet sich *P. grandiflora* durch signifikant größere Blüten aus, worauf auch das Artepitheton *grandiflora* (großblütig) verweist.[2] Die formale Erstbeschreibung erfolgte 1829 durch William Jackson Hooker im *Curtis's Botanical Magazine*, basierend auf kultivierten Exemplaren, die bereits damals wegen ihrer Zierwirkung geschätzt wurden.[2][1] Der Lebenszyklus ist strikt an warme Jahreszeiten angepasst; die Pflanze ist frostempfindlich und stirbt in gemäßigten Klimazonen im Winter ab, erhält sich jedoch oft durch Selbstaussaat am Standort.[4][3] Das Wurzelsystem ist an nährstoffarme Substrate angepasst und anfällig für Fäulnis bei Staunässe, was die Präferenz für gut drainierte Böden erklärt.[2] Anders als viele andere Portulak-Arten besitzt sie keine flachen, sondern stielrunde Blätter, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal im Feld darstellt.[3][4]
Verhalten
Das auffälligste Verhalten von *Portulaca grandiflora* ist die ausgeprägte Nyktinastie der Blüten, die sich nur bei vollem Sonnenlicht öffnen und nachts oder an bewölkten Tagen schließen.[2][4] Dieser circadiane Rhythmus wird primär durch Lichtsignale synchronisiert und durch die Temperatur moduliert, wobei sich die Blüten bei 25–35 °C typischerweise innerhalb einer Stunde nach Lichteinfall öffnen. Die Bewegung wird durch Turgoränderungen in den Blütenblattzellen gesteuert und verläuft unabhängig von der Luftfeuchtigkeit. Dieses Verhalten optimiert den Zugang für Bestäuber während der hellsten Tagesstunden und schützt die reproduktiven Strukturen während der Dunkelheit.[3] Zur physiologischen Anpassung an aride Lebensräume nutzt die Pflanze einen fakultativen Crassulacean-Säurestoffwechsel (CAM), der eine nächtliche CO₂-Aufnahme ermöglicht. Unter Trockenstress reagiert *Portulaca grandiflora* mit einer reduzierten stomatären Leitfähigkeit durch teilweisen Spaltöffnungsschluss am Tag, um den Transpirationsverlust zu minimieren.[6] In der Interaktion mit der Tierwelt ziehen die Blüten aktiv Bienen, wie *Apis mellifera*, sowie Schmetterlinge durch ihr visuelles Angebot und Nektar an. Bei gleichzeitigem Blühen mit sympatrischen Arten kann es zu einer Teilung der Bestäuber kommen, was den Transfer artgleichen Pollens verringert und die Samenproduktion um bis zu 25 % reduzieren kann.[2] Die Verbreitung der Samen erfolgt mechanisch, indem sich der Deckel der Kapselfrucht wie ein Tor öffnet und die Samen freigibt.[5]
Ökologie
Die Bestäubung von *Portulaca grandiflora* erfolgt primär durch Bienen, einschließlich der Honigbiene (*Apis mellifera*) und diverser Wildbienenarten, die das reiche Nektar- und Pollenangebot nutzen. Schmetterlinge besuchen die Blüten ebenfalls und tragen in einigen Regionen zur Bestäubung bei. Obwohl die Art selbstkompatibel ist, führt Fremdbestäubung zu einem höheren Fruchtansatz; bei gleichzeitigem Blühen mit sympatrischen Arten kann die Samenproduktion durch Konkurrenz um Bestäuber jedoch um bis zu 25 % sinken. In eingeführten Verbreitungsgebieten fungiert die Pflanze als Wirt für die Larven bestimmter Mottenarten.[2] Zu den wirbellosen Schädlingen zählen Blattläuse (*Aphididae*) und Spinnmilben (*Tetranychidae*), die besonders in dichten Beständen auftreten können.[3] Unter feuchten Bedingungen ist die Art anfällig für Wurzelfäule durch *Phytophthora*-Arten sowie für Schneckenfraß.[3][2] Aufgrund ihrer sukkulenten Gewebestruktur unterliegt *Portulaca grandiflora* nur einem geringen Fraßdruck durch Säugetiere und wird beispielsweise von Hirschen meist gemieden.[2] Die ökologische Nische der Art umfasst extrem heiße, trockene Mikrohabitate mit nährstoffarmen, sandigen oder felsigen Substraten, wobei sie auch moderate Salzbelastungen in Küstennähe toleriert.[3][1] Physiologisch ermöglicht die Kombination aus C4-Photosynthese und Crassulaceen-Säurestoffwechsel (CAM) eine effiziente Wassernutzung und das Überleben bei Temperaturen bis zu 40 °C.[2][3] In gestörten Arealen konkurriert *Portulaca grandiflora* effektiv mit Gräsern und bildet dichte Matten, weshalb sie in Regionen wie Hawaii, den Galápagos-Inseln und Neukaledonien als invasiv eingestuft wird.[5][2] Zunehmend besiedelt die Art auch urbane Ökosysteme und etabliert sich spontan in Pflasterritzen und an Straßenrändern.[3]
Bedeutung, Schäden & Prävention
Obwohl *Portulaca grandiflora* primär als Zierpflanze geschätzt wird, gilt sie in einigen warmen Regionen wie Hawaii, Neuseeland und Teilen Indiens als potenziell invasiv, da sie dichte Matten bildet und lokale Flora verdrängt.[5][2] In ihrem natürlichen und kultivierten Umfeld fungiert die Art als Nützling, indem sie Bienen (*Apis mellifera*) und Schmetterlingen reichlich Nektar und Pollen bietet. Ein ökologischer Nachteil kann jedoch in der Konkurrenz um Bestäuber bestehen, wodurch der Reproduktionserfolg sympatrischer Pflanzenarten um bis zu 25 % reduziert werden kann.[2] In der gärtnerischen Praxis ist die Pflanze weitgehend resistent gegen Wildverbiss, zeigt jedoch Anfälligkeit für Blattläuse (*Aphididae*) und Spinnmilben (*Tetranychidae*), die insbesondere bei dichter Pflanzung auftreten.[3][2] Das signifikanteste Schadbild im Anbau ist Wurzelfäule, verursacht durch *Phytophthora*-Arten, welche bei übermäßiger Nässe oder schlechter Drainage zum schnellen Absterben führt.[3] Präventive Maßnahmen konzentrieren sich daher auf kulturelle Methoden wie die Verwendung sandiger Substrate und den Verzicht auf übermäßige Bewässerung, um Staunässe zu vermeiden.[4] Zur Eindämmung der Selbstaussaat in Gärten wird das Entfernen verblühter Blütenstände empfohlen, bevor die Kapseln ihre Samen freisetzen. Gesundheitlich ist zu beachten, dass die essbaren Blätter und Samen hohe Konzentrationen an Oxalaten (671–869 mg/100 g) enthalten, was bei übermäßigem Verzehr Nierenprobleme begünstigen kann. In der traditionellen Medizin werden Extrakte der Pflanze aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften topisch gegen Ekzeme, Verbrennungen und Insektenstiche eingesetzt.[3] Chemische Bekämpfungsmaßnahmen sind selten notwendig, da die Pflanze in gemäßigten Klimazonen frostempfindlich ist und den Winter nicht überdauert, was eine natürliche Populationskontrolle darstellt.[2] Ein Monitoring ist primär in Naturschutzgebieten tropischer Inseln erforderlich, um eine Verwilderung in Küstenhabitaten frühzeitig zu erkennen.[5]
Wirtschaftliche Bedeutung
Die primäre wirtschaftliche Bedeutung von *Portulaca grandiflora* liegt im globalen Zierpflanzenhandel, wo die Art seit dem frühen 19. Jahrhundert als beliebte Beet- und Balkonpflanze etabliert ist.[1][3] Durch kommerzielle Züchtung entstanden Sorten wie die 'Sundial'-Serie, die aufgrund verbesserter Hitzetoleranz und längerer Blühdauer stark vermarktet werden.[2] Aufgrund ihrer Trockenheitsresistenz gewinnt die Pflanze zunehmend an Wert für wassersparende Landschaftsgestaltung (Xeriscaping) und die Begrünung städtischer Wärmeinseln, was Bewässerungskosten senkt.[8] In einigen Regionen, darunter Hawaii, die Galápagos-Inseln und Neuseeland, wird *Portulaca grandiflora* jedoch als invasiv oder potenziell invasiv eingestuft, da sie dichte Matten bilden und die einheimische Flora verdrängen kann.[5][3] Diese invasiven Tendenzen in Küsten- und Störungszonen können Managementmaßnahmen zum Schutz der lokalen Biodiversität erforderlich machen.[2] Obwohl die Pflanze relativ widerstandsfähig ist, kann sie als Wirt für ökonomisch relevante Schädlinge wie Blattläuse (*Aphididae*) und Spinnmilben (*Tetranychidae*) fungieren, die potenziell auf andere Kulturen übergehen. Im kommerziellen Anbau führen Pilzerkrankungen wie Wurzelfäule durch *Phytophthora*-Arten unter feuchten Bedingungen zu Bestandsverlusten.[4] Positiv zu bewerten ist die Rolle der Art als Nahrungsquelle für Honigbienen (*Apis mellifera*) und Wildbienen, wodurch sie Bestäubungsdienstleistungen im agrarischen Umfeld unterstützt.[2] Während Blätter und Samen essbar sind und in der traditionellen Medizin genutzt werden, spielt die Art im Gegensatz zu *Portulaca oleracea* als Nahrungspflanze eine wirtschaftlich untergeordnete Rolle.[3][4]
Biologie & Lebenszyklus
Portulaca grandiflora ist eine einjährige, sukkulente krautige Pflanze, die ihren gesamten Lebenszyklus innerhalb einer frostfreien Vegetationsperiode abschließt.[5] Die Art nutzt physiologisch einen integrierten C4- und Crassulaceen-Säurestoffwechsel (CAM), um die Kohlenstofffixierung in heißen, trockenen Habitaten zu optimieren. Während tagsüber C4-Photosynthese stattfindet, ermöglicht der CAM-Mechanismus eine nächtliche CO2-Aufnahme, wodurch die Wasserverluste durch Transpiration minimiert werden. Diese Anpassung wird besonders unter Trockenstress induziert, wobei der Wassergehalt in den Blättern selbst bei moderatem Stress durch Vakuolenspeicherung bei etwa 90 % gehalten wird.[6] Die Fortpflanzung erfolgt sexuell, wobei die zwittrigen Blüten primär von Honigbienen (*Apis mellifera*) und Wildbienen bestäubt werden. Obwohl die Pflanze selbstkompatibel ist, steigert Fremdbestäubung den reproduktiven Erfolg signifikant im Vergleich zur autogamen Selbstbestäubung. Bei gleichzeitigem Vorkommen mit verwandten Arten kann die gemeinsame Nutzung von Bestäubern die Samenproduktion durch Pollenkonkurrenz um bis zu 25 % verringern.[2] Die Blütenöffnung wird durch Licht und Temperaturen zwischen 25 und 35 °C gesteuert, wobei sich die Blütenblätter nyktinastisch am Nachmittag oder bei Dunkelheit schließen.[6] Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich 4 bis 6,5 mm hohe Deckelkapseln, die bei der Reife ringförmig (circumscissil) aufspringen. Die freigesetzten Samen sind 0,5 bis 1 mm groß, nierenförmig und weisen eine stahlgraue, irisierende Oberfläche auf.[5] Für die Keimung benötigen die Samen Licht und Temperaturen von 21 bis 24 °C, wobei die Keimlinge typischerweise nach 7 bis 14 Tagen erscheinen.[3] Das vegetative Wachstum verläuft in warmen Klimaten rasant, wobei die Pflanzen dichte Matten bilden und von Frühling bis Herbst blühen.[5] Als frostempfindlicher Therophyt toleriert die Pflanze keine Temperaturen unter 5 °C und stirbt im Winter ab, erhält die Population jedoch durch reichhaltige Selbstaussaat.[3][4] Zu den biotischen Stressfaktoren gehören Schädlinge wie Blattläuse (*Aphididae*), Spinnmilben (*Tetranychidae*) und Nacktschnecken. In zu feuchten Böden ist die Art anfällig für Wurzelfäule durch Oomyceten wie *Phytophthora*, was zu Welke und Absterben führt.[4] In eingeführten Verbreitungsgebieten dient *Portulaca grandiflora* zudem als Wirtspflanze für die Larven bestimmter Mottenarten.[5]
Vorkommen & Lebensraum
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Portulaca grandiflora* liegt in den subtropischen Regionen Südamerikas, umfassend Südbrasilien, Uruguay, Paraguay sowie das nördliche Argentinien. Zudem erstreckt sich das natürliche Vorkommen bis nach Bolivien und Peru, wo die Art offene Landschaften entlang der östlichen und südlichen Kontinentalränder besiedelt. In diesen Primärhabitaten gedeiht die Pflanze auf sandigen oder felsigen Böden in Küstenebenen und Grasländern (Pampas) von Meereshöhe bis in Höhenlagen von 2.000 Metern.[1] Seit der Einführung als Zierpflanze in Europa im frühen 19. Jahrhundert hat sich die Art weltweit ausgebreitet und gilt heute in vielen Regionen als eingebürgert.[3] Zu den sekundären Verbreitungsgebieten zählen Teile Nordamerikas, Asiens (z. B. Indien, Vietnam), Afrikas sowie Australiens und diverse pazifische Inseln. In Europa finden sich etablierte Bestände vorwiegend im Mittelmeerraum, etwa auf Sizilien, aber auch in zentralen Gebieten wie der Tschechischen Republik und der Slowakei.[3] In warmen Klimazonen wie auf Hawaii, den Galapagos-Inseln oder Neukaledonien zeigt *Portulaca grandiflora* invasive Tendenzen und bildet dichte Matten, die die lokale Flora verdrängen können.[5] Typische Standorte in den eingeführten Gebieten sind trockene, nährstoffarme Ruderalflächen, Wegränder und gestörte Sandböden. Jüngere Beobachtungen dokumentieren eine zunehmende Besiedlung urbaner Mikrohabitate, wie etwa Pflasterritzen in versiegelten Flächen, wo die Pflanze vom städtischen Wärmeinseleffekt profitiert.[3] Physiologisch ist die Art durch Sukkulenz und CAM-Photosynthese an heiße, aride Bedingungen angepasst und toleriert Temperaturen bis 40 °C.[6] Sie wächst bevorzugt in Substraten mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5 und weist eine moderate Salztoleranz auf, was ihr das Überleben in küstennahen Bereichen mit Gischt ermöglicht.[3] Da die Art frostempfindlich ist, überdauert sie in gemäßigten Klimazonen mit Wintertemperaturen unter 5 °C nicht vegetativ, sondern regeneriert sich jährlich durch Selbstaussaat.[6]
Saisonalität & Aktivität
Portulaca grandiflora ist eine einjährige Pflanze, deren Wachstums- und Blühphase sich in gemäßigten Klimazonen vom Frühling bis in den Herbst erstreckt.[3] Als frostempfindliche Art toleriert sie keine Temperaturen unter 5 °C und stirbt in kühleren Regionen im Winter ab, ohne zu überdauern.[2] Die Keimung der Samen erfolgt im Frühjahr, sobald Bodentemperaturen zwischen 21 und 24 °C erreicht sind.[4] Eine Besonderheit der Aktivität ist die Nyktinastie der Blüten, die sich nur bei vollem Sonnenlicht öffnen und nachts sowie an bewölkten Tagen schließen. Dieser circadiane Rhythmus wird primär durch Lichtreize gesteuert und durch die Temperatur moduliert. Das Öffnen der Blüten erfolgt typischerweise innerhalb einer Stunde nach Lichteinfall bei optimalen Temperaturen von 25 bis 35 °C. Nach einer Öffnungsdauer von 10 bis 14 Stunden oder bei einbrechender Dunkelheit schließen sich die Blüten wieder, um die reproduktiven Strukturen zu schützen.[3] Diese Tagesperiodik synchronisiert die Verfügbarkeit der Blüten mit der Aktivität von Bestäubern wie Bienen, die die Pflanze tagsüber anfliegen. Physiologisch zeigt die Pflanze zudem eine nächtliche Aktivität bei der CO2-Aufnahme durch den Crassulaceen-Säurestoffwechsel (CAM), um Wasserverluste am Tag zu minimieren.[2]
Quellen & Referenzen
- https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:208592-2
- https://www.gbif.org/species/3084700
- https://hort.extension.wisc.edu/articles/moss-rose-portulaca-grandiflora/
- https://plants.ces.ncsu.edu/plants/portulaca-grandiflora/
- http://www.hear.org/pier/species/portulaca_grandiflora.htm
- https://esajournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.2307/1936221
- http://dev.floranorthamerica.org/Portulaca_grandiflora
- https://www.canepalandscaping.com/blog/sonoma-county-landscaping-trends-for-2025-sustainable-drought-resistant-and-beautiful
- Curtis's Botanical Magazine, Volume 56, Plate 2885, 1829