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Lexikon-Eintrag

Amerikanischer Wespenkäfer Reesa vespulae

Amerikanischer Wespenkäfer

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Käfer (Coleoptera)
Familie Dermestidae
Gattung Reesa
Art Reesa vespulae
Wissenschaftlicher Name Reesa vespulae (Milliron, 1939)
Akzeptierter Name

Einleitung

*Reesa vespulae* ist die einzige Art der monotypischen Gattung *Reesa* innerhalb der Familie der Speckkäfer (Dermestidae). Ursprünglich in der Nearktis beheimatet, ist der Käfer heute nahezu weltweit verbreitet und tritt als Materialschädling an getrockneten tierischen Produkten, insbesondere in Museen, auf. Die Art pflanzt sich parthenogenetisch fort, da bislang ausschließlich weibliche Exemplare dokumentiert wurden.[1] Neuere phylogenetische Untersuchungen legen eine Zugehörigkeit zur Gattung *Eurhopalus* nahe, wobei diese taxonomische Änderung noch nicht allgemein akzeptiert ist.[2][3]

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Zuletzt am 18.04.2026
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Fakten (kompakt)

- Die Art wird systematisch der Unterordnung Polyphaga zugeordnet.[2] - Der Nachweis der Spezies in Korea im Jahr 2014 wurde durch molekulare Identifikationsverfahren bestätigt.[1] - Phylogenetische Studien offenbarten die polyphyletische Struktur der Gattung *Trogoderma* (Latreille), was die Diskussion um die taxonomische Einordnung von *Reesa* anstieß.[2] - Im Rahmen der genetischen Untersuchungen von Zhou et al. (2022) wurde auch die taxonomische Position des Khaprakäfers (*Trogoderma granarium*) analysiert.[2]

Name & Einordnung

Die Art *Reesa vespulae* ist die einzige Spezies der monotypischen Gattung *Reesa* innerhalb der Familie der Dermestidae. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte durch Milliron im Jahr 1939.[1] Neuere genetische Untersuchungen offenbarten eine enge Verwandtschaft zu der weit verbreiteten Art *Trogoderma angustum* sowie zu Spezies aus Südamerika, einschließlich jener der Gattung *Sodaliotoma*.[2] Basierend auf diesen Erkenntnissen schlugen Zhou et al. (2022) vor, die Art der Gattung *Eurhopalus* zuzuordnen, wodurch sie als *Eurhopalus vespulae* geführt würde. Viele der in diesem Kontext untersuchten Arten wurden historisch der Gattung *Trogoderma* zugerechnet.[2] Diese taxonomische Neugruppierung ist jedoch in der Fachwelt noch nicht uneingeschränkt anerkannt und wird von einigen Autoren derzeit nicht akzeptiert.[3] Zur eindeutigen Bestimmung des Taxons wurden molekulare Identifikationsverfahren entwickelt.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Art *Reesa vespulae* ist der einzige Vertreter der monotypischen Gattung *Reesa* innerhalb der Familie der Speckkäfer (Dermestidae). Adulte Käfer zeichnen sich durch spezifische Merkmale in der Färbung und Morphologie der Antennen aus. Auf den Elytren (Flügeldecken) befinden sich zwei charakteristische rötliche Bänder, die zur Identifikation dienen. Der Körper ist mit schwarzen Setae (Borsten) besetzt. Die Antennen enden in Keulen, die in vier Segmente unterteilt sind. Hinsichtlich des Sexualdimorphismus ist die Art auffällig, da bisher ausschließlich weibliche Individuen beobachtet wurden. Es wird daher angenommen, dass sich *Reesa vespulae* parthenogenetisch fortpflanzt.[1] Genetische Untersuchungen zeigen eine enge Verwandtschaft zu der weit verbreiteten Art *Trogoderma angustum* sowie zu Arten südamerikanischen Ursprungs, wie jenen der Gattung *Sodaliotoma*.[5] Aufgrund dieser phylogenetischen Nähe wird von einigen Autoren eine Zuordnung zur Gattung *Eurhopalus* vorgeschlagen, wobei diese taxonomische Änderung noch nicht allgemein akzeptiert ist.[5][3]

Beschreibung

Der Amerikanische Wespenkäfer (*Reesa vespulae*) stellt den einzigen Vertreter der monotypischen Gattung *Reesa* innerhalb der Familie der Speckkäfer (Dermestidae) dar. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Art liegt in der Nearktis, doch ist der Käfer heute nahezu weltweit anzutreffen, da er leicht in neue Gebiete eingeschleppt wird. Das äußere Erscheinungsbild des adulten Käfers wird durch zwei charakteristische rötliche Bänder auf den Flügeldecken (Elytren) geprägt. Zusätzlich ist der Körper mit schwarzen Borsten, sogenannten Setae, bedeckt. Ein weiteres wichtiges Bestimmungsmerkmal sind die Antennen, deren Spitzen in Keulen enden, die in vier Segmente unterteilt sind. Hinsichtlich der Fortpflanzungsbiologie weist die Art eine signifikante Besonderheit auf, da bislang ausschließlich weibliche Individuen beobachtet wurden. Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass sich die Art parthenogenetisch fortpflanzt. Ökologisch tritt *Reesa vespulae* ähnlich wie andere Dermestiden als Materialschädling in Erscheinung. Die Nahrungsgrundlage besteht primär aus getrockneten tierischen Produkten, was die Art zu einem relevanten Museumsschädling an zoologischen Präparaten macht.[1] Taxonomisch zeigten genetische Forschungen eine enge Verwandtschaft zu der weit verbreiteten Art *Trogoderma angustum*. Ebenso besteht eine phylogenetische Nähe zu Arten südamerikanischen Ursprungs, einschließlich derer aus der Gattung *Sodaliotoma*. Diese molekularen Erkenntnisse führten dazu, dass einige Autoren die Art mittlerweile der Gattung *Eurhopalus* zuordnen. Viele der verwandten Arten wurden in der Vergangenheit der Gattung *Trogoderma* zugerechnet.[5] Die vorgeschlagene Klassifizierung als *Eurhopalus vespulae* ist jedoch noch nicht von der gesamten wissenschaftlichen Gemeinschaft akzeptiert worden.[3]

Verhalten

Das Verhalten von *Reesa vespulae* ist maßgeblich durch die spezifischen Ernährungsgewohnheiten geprägt. Die Art ernährt sich vorwiegend von getrockneten tierischen Produkten. Aufgrund dieser Nahrungspräferenz tritt der Käfer häufig als Schädling in Museen auf. Dort befällt und beschädigt er beispielsweise konservierte Museumsexponate durch Fraß. Hinsichtlich der Fortpflanzungsbiologie und des Sozialverhaltens wurden bisher ausschließlich weibliche Individuen beobachtet. Es wird angenommen, dass sich die Art parthenogenetisch vermehrt, wodurch kein Paarungsverhalten mit Männchen stattfindet. Der Käfer zeigt zudem ein Ausbreitungsverhalten, das eine leichte Einschleppung in neue Gebiete ermöglicht. Ursprünglich in der Nearktis beheimatet, ist die Art durch diese passive Mobilität heute nahezu weltweit verbreitet.[1]

Ökologie

Die trophische Nische von *Reesa vespulae* ist durch die Aufnahme von getrockneten tierischen Produkten definiert. Aufgrund dieser Spezialisierung tritt die Art häufig als Schädling in Museen auf, wo sie sich von Sammlungsexemplaren ernährt. Ursprünglich in der faunistischen Region der Nearktis beheimatet, hat sich der Käfer mittlerweile fast weltweit ausgebreitet. Die Art gilt als leicht in neue Gebiete einschleppbar, was ihre heutige kosmopolitische Distribution erklärt. Ein wesentliches ökologisches Merkmal ist die vermutete Parthenogenese. Da bisher ausschließlich weibliche Individuen beobachtet wurden, erfolgt die Fortpflanzung wahrscheinlich ungeschlechtlich. Diese Reproduktionsstrategie ist für die Besiedlung neuer Habitate vorteilhaft, da einzelne Weibchen ohne Partner neue Populationen gründen können.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Reesa vespulae wird als bedeutender Materialschädling in Museen eingestuft. Das Nahrungsspektrum der Art umfasst verschiedene getrocknete tierische Produkte. Insbesondere in naturkundlichen Sammlungen können die Käfer an Museumsexponaten erhebliche Schäden verursachen. Das Schadpotenzial wird durch die Fähigkeit der Art verstärkt, sich leicht in neue geografische Regionen einschleppen zu lassen. Ursprünglich in der Nearktis beheimatet, ist der Käfer heute nahezu weltweit verbreitet. Die Fortpflanzung erfolgt parthenogenetisch, da bisher nur weibliche Individuen beobachtet wurden. Diese Form der Reproduktion erleichtert die Besiedlung neuer Areale, da keine Männchen für den Populationsaufbau notwendig sind.[1] Taxonomische Untersuchungen bestätigen die Zugehörigkeit zur Familie der Dermestidae (Speckkäfer), die für zahlreiche Materialschädlinge bekannt ist.[6]

Wirtschaftliche Bedeutung

Der Amerikanische Wespenkäfer (*Reesa vespulae*) besitzt wirtschaftliche Relevanz als Materialschädling, insbesondere im Bereich der Museologie und Lagerhaltung. Die Art wird klassisch als Museumsschädling eingestuft, vergleichbar mit anderen Vertretern der Familie Dermestidae. Der Schaden entsteht primär durch die Ernährungsgewohnheiten der Tiere, die getrocknete tierische Produkte verzehren. Zu den gefährdeten Objekten zählen vor allem wertvolle Museumsexponate und zoologische Präparate. Durch den Fraß an diesen Materialien kann es zu irreversiblen Substanzverlusten an wissenschaftlichen Sammlungsstücken kommen. Die globale Verbreitung der Art hat dazu geführt, dass sie heute fast weltweit als potenzieller Schädling in entsprechenden Einrichtungen anzutreffen ist. Begünstigt wird das Schadpotenzial durch die leichte Verschleppung in neue Areale. Da sich die Art parthenogenetisch fortpflanzt, können sich schädliche Populationen auch aus einzelnen eingeschleppten Individuen in Lagerräumen etablieren.[1]

Biologie & Lebenszyklus

Bisher wurden bei *Reesa vespulae* ausschließlich weibliche Individuen beobachtet; es wird angenommen, dass sich die Art parthenogenetisch fortpflanzt. Die Käfer ernähren sich von getrockneten tierischen Produkten und treten als Schädlinge in Museen auf, wo sie unter anderem an Präparaten fressen. Adulte Tiere lassen sich durch zwei rötliche Bänder auf den Flügeldecken (Elytren), schwarze Borsten sowie Fühler mit viergliedrigen Keulen identifizieren. Die ursprünglich in der Nearktis heimische Art wurde in neue Gebiete eingeschleppt und ist heute fast weltweit verbreitet.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von *Reesa vespulae* liegt in der Nearktis. Heutzutage weist die Art jedoch eine nahezu weltweite Verbreitung auf. Diese globale Expansion ist darauf zurückzuführen, dass der Käfer leicht in neue geografische Regionen eingeschlepptet werden kann. Wissenschaftliche Untersuchungen dokumentieren beispielsweise das Auftreten als neu verzeichnete Spezies in Korea. In den neu besiedelten Gebieten findet *Reesa vespulae* seinen Lebensraum vorwiegend in menschlichen Strukturen. Ein charakteristisches Habitat bilden hierbei Museen und Sammlungen, weshalb die Art als relevanter Materialschädling gilt. Die Tiere ernähren sich in diesem Umfeld von getrockneten tierischen Produkten. Zu den bevorzugten Nahrungsquellen zählen insbesondere präparierte Museumsexponate. Die erfolgreiche Kolonisierung neuer Lebensräume wird durch die Fortpflanzungsbiologie der Art begünstigt. Da bislang ausschließlich weibliche Exemplare beobachtet wurden, geht die Wissenschaft von einer parthenogenetischen Vermehrung aus, was die Etablierung von Populationen durch einzelne eingeschleppte Individuen ermöglicht.[1]

Saisonalität & Aktivität

Als synanthroper Museumsschädling ist *Reesa vespulae* eng an menschliche Behausungen gebunden, wo er sich von getrockneten tierischen Produkten ernährt. Die Art pflanzt sich parthenogenetisch fort, wobei bisher ausschließlich weibliche Individuen beobachtet wurden. Dieser Fortpflanzungsmodus ermöglicht eine Populationsentwicklung unabhängig von der Partnerfindung und begünstigt die Etablierung in neuen Lebensräumen. Da die Käfer in beheizten Gebäuden leben, sind sie potenziell ganzjährig aktiv, sofern geeignete Nahrungsquellen wie Museumsexponate verfügbar sind.[1] Analysen des öffentlichen Suchinteresses in Deutschland zeigen jedoch deutliche saisonale Schwankungen in der Wahrnehmung der Art. Ein signifikanter Anstieg der Suchanfragen ist im Herbst zu verzeichnen, wobei der Spitzenwert im Oktober liegt. Ein kleinerer Anstieg ist bereits im August erkennbar, während das Interesse in den Wintermonaten Januar und Februar auf den Nullpunkt sinkt.[4] Diese Daten legen nahe, dass die adulten Käfer oder deren Befallsspuren besonders in den Herbstmonaten in Erscheinung treten. Die weltweite Verbreitung der Art wird durch ihre Fähigkeit begünstigt, sich als Neozoon leicht in neuen Gebieten anzusiedeln.[1]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    25.07.2025

  • Bunsen-Gymnasium, Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland

    21.07.2025

  • Deutschland

    10.07.2025

  • Puchheim, 82178 Puchheim, Deutschland

    07.07.2025

  • Freising, Bayern, Deutschland

    28.06.2025

Daten: iNaturalist

Quellen & Referenzen

  1. Hong, K., M. Kim, and D. Park. (2014). Molecular identification of Reesa vespulae (Milliron) (Coleoptera: Dermestidae), a newly recorded species from Korea. Journal of Asia-Pacific Biodiversity 7(3): 305-307.
  2. https://doi.org/10.1093/ISD/IXAC026
  3. Háva, Jiří (2023). World Dermestidae. Genera and subgenera division of Dermestidae.
  4. Aggregierte Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse 'Amerikanischer Wespenkäfer' (Deutschland), Stand 19.01.2026.
  5. Yu-Lingzi Zhou et al. (2022). Molecular Phylogeny of Dermestidae (Coleoptera) Reveals the Polyphyletic Nature of Trogoderma Latreille... Insect Systematics and Diversity. 6 (6). doi:10.1093/ISD/IXAC026
  6. Yu-Lingzi Zhou et al. (2022). Molecular Phylogeny of Dermestidae (Coleoptera) Reveals the Polyphyletic Nature of Trogoderma Latreille and the Taxonomic Placement of the Khapra Beetle Trogoderma granarium Everts. Insect Systematics and Diversity. 6 (6). doi:10.1093/ISD/IXAC026