Zu Inhalt springen
Kostenloser Versand ab 29€
Versand 1-2 Tage
4.44 · 245.512+ Kunden
Lexikon-Eintrag

Weihnachtskaktus Schlumbergera trucata

Schnellnavigation

Weihnachtskaktus

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Caryophyllales (Caryophyllales)
Familie Cactaceae
Gattung Schlumbergera
Art Schlumbergera truncata
Wissenschaftlicher Name Schlumbergera truncata (Haw.) Moran
Akzeptierter Name

Einleitung

*Schlumbergera truncata*, der Weihnachtskaktus, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Diese immergrüne, ausdauernde Pflanze ist in den Küstenbergen des südöstlichen Brasiliens beheimatet, wo sie als Epiphyt oder Lithophyt in feuchten, schattigen Regenwäldern wächst.[1] *S. truncata* wird häufig als Zimmerpflanze kultiviert und ist bekannt für ihre leuchtenden Blüten, die typischerweise in den Wintermonaten erscheinen.[1] Im Deutschen wird sie auch Krallenkaktus genannt.[2]

Community-Analyse

OpenInsect
3
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silberkrafto.shopmunity
Zuletzt am 15.05.2026
Werde Teil der Community
Lade ein Foto hoch und hilf uns, Arten zu erfassen.

Fakten (kompakt)

- *Schlumbergera truncata* wird oft als Thanksgiving-Kaktus, Krabbenkaktus oder falscher Weihnachtskaktus bezeichnet. - Die Art unterscheidet sich vom echten Weihnachtskaktus (*Schlumbergera × buckleyi*) durch ihre aufrechten, nicht hängenden Blüten und Stängelglieder mit schärferen, ausgeprägteren Zähnen. - Der Gattungsname *Schlumbergera* ehrt Frédéric Schlumberger (1823–1893), einen französischen Industriellen und begeisterten Kakteensammler. - Das Artepitheton *truncata* ist die feminine Form des lateinischen Wortes *truncatus* und bedeutet „abgeschnitten“ oder „abrupt gestutzt“, was sich auf die quadratischen, abgeflachten Enden der Stängelglieder bezieht. - *Schlumbergera truncata* gehört zur Familie der Kakteengewächse (Cactaceae), Unterfamilie Cactoideae und Tribus Rhipsalideae. - Eine Studie aus dem Jahr 2011 schlug vor, frühere Arten der Untergattung *Hatiora* *Rhipsalidopsis* in eine breitere *Schlumbergera* zu integrieren, um eine frühere Paraphylie zu beheben, basierend auf gemeinsamen morphologischen und molekularen Synapomorphien wie zweiflügeligen Stängelgliedern.[10]

Name & Einordnung

Die Art *Schlumbergera truncata* wurde ursprünglich 1819 von Adrian Hardy Haworth als *Epiphyllum truncatum* wissenschaftlich beschrieben. Die Beschreibung basierte auf Exemplaren, die im Royal Botanic Gardens, Kew, kultiviert wurden und aus Brasilien stammten. Robert Sweet ordnete die Art 1826 als *Cereus truncatus* neu zu. 1890 etablierte Karl Moritz Schumann die Gattung *Zygocactus* und überführte die Art als *Zygocactus truncatus* in diese Gattung.[1] Die heutige Zuordnung zur Gattung *Schlumbergera* erfolgte 1953 durch Reid V. Moran. Er kombinierte die Art als *Schlumbergera truncata* in der Zeitschrift 'Gentes Herbarum'.[1] Zu den wichtigsten Synonymen gehören *Epiphyllum truncatum* Haworth und *Zygocactus truncatus* K. Schumann. Der Gattungsname *Schlumbergera* ehrt Frédéric Schlumberger (1823–1893), einen französischen Industriellen und Kakteensammler. Das Artepitheton *truncata* stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „abgeschnitten“ oder „abrupt gestutzt“. Es bezieht sich auf die quadratischen, abgeflachten Enden der Stammsegmente. *Schlumbergera truncata* gehört zur Familie der Cactaceae, Unterfamilie Cactoideae und Tribus Rhipsalideae. Trivialnamen sind Thanksgiving-Kaktus, Krabbenkaktus oder falscher Weihnachtskaktus. In Brasilien wird die Art auch „flor de maio“ genannt, was übersetzt Maiblume bedeutet, da die Blütezeit dort im Mai liegt.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Schlumbergera truncata*, auch bekannt als Weihnachtskaktus, ist ein blattloser, epiphytischer Kaktus mit sukkulenten Stängeln, die als primäre Photosyntheseorgane dienen. Die Stängel bestehen aus segmentierten Phyllokladien, die stark abgeflacht, dunkelgrün und glänzend sind. Typischerweise messen diese Segmente 4–6 cm in der Länge und 1,5–3,5 cm in der Breite. Jedes Segment ist direkt mit dem vorherigen verbunden und weist eine zentrale Rippe mit gelappten, gestutzten Enden auf. Die Ränder der Segmente sind deutlich gesägt und tragen 2–3 spitze, krallenartige Zähne oder Vorsprünge pro Seite, die im natürlichen Habitat als strukturelle Unterstützung und zur Befestigung dienen. Areolen befinden sich in den Kerben zwischen diesen Zähnen, besonders an den gestutzten Enden, und produzieren kurze Borsten und feine Haare. Prominente Stacheln, die typisch für Wüstenkakteen sind, fehlen.[1] Die Wuchsform von *S. truncata* ist hängend oder ausladend, wobei sich die Stängel dichotom von den Areolen verzweigen und eine kaskadenartige, mehrstämmige Struktur bilden. Ausgewachsene Pflanzen können bis zu 30 cm hoch und 60 cm breit werden, wobei die Stängel in ihrer natürlichen epiphytischen Umgebung auch länger hängend wachsen können. Die Blüten von *Schlumbergera truncata* sind zygomorph und röhrenförmig und messen typischerweise 5–8 cm in der Länge und 4–6 cm im Durchmesser. Sie besitzen 20–30 Blütenhüllblätter, die in zwei Serien angeordnet sind, wobei die äußeren Blütenhüllblätter kürzer, schmaler und spitzer sind, während die inneren Blütenhüllblätter länger sind und lebhaftere Farben in Rot-, Orange-, Rosa- oder Weißtönen aufweisen. Die Blütezeit in der natürlichen Umgebung im Südosten Brasiliens fällt in den Herbst, etwa im Mai, was mit dem lokalen Namen „flor de maio“ übereinstimmt. In Kulturen der nördlichen Hemisphäre erscheinen die Blüten von Oktober bis November und können bis zu fünf Wochen halten. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Kolibris, die von den röhrenförmigen Blüten und ihrem Nektar angezogen werden. Die Früchte bilden sich 32–48 Stunden nach der Bestäubung und reifen zu roten, birnenförmigen, nicht aufspringenden Beeren von etwa 1,2 cm Länge. Diese Beeren enthalten zahlreiche schwarze Samen.[1]

Beschreibung

*Schlumbergera truncata*, bekannt als Weihnachtskaktus, Krabbenkaktus oder falscher Weihnachtskaktus, ist eine epiphytische Kakteenart aus der Familie der Cactaceae. Die Art stammt aus den Küstenbergen des südöstlichen Brasiliens, wo sie als Lithophyt oder Epiphyt in feuchten, schattigen Regenwaldgebieten wächst. Diese buschige, immergrüne, ausdauernde Pflanze zeichnet sich durch überhängende bis hängende Stängel aus, die aus abgeflachten, länglichen Segmenten von bis zu 6 cm Länge bestehen, mit gezähnten oder zugespitzten Rändern und ohne echte Blätter oder ausgeprägte Stacheln. Die sukkulenten Stängel dienen als primäre Photosyntheseorgane, sogenannte Cladoden. Die Sprosssegmente sind stark abgeflacht, dunkelgrün und glänzend und messen typischerweise 4–6 cm in der Länge und 1,5–3,5 cm in der Breite. Jedes Segment ist sitzend und direkt mit dem vorherigen verbunden und weist eine zentrale Rippe mit gelappten, gestutzten Enden auf. Die Ränder der Cladoden sind deutlich gesägt und tragen 2–3 spitze, krallenartige Zähne oder Vorsprünge pro Seite, die im natürlichen Habitat die strukturelle Unterstützung und Befestigung unterstützen. Areolen befinden sich in den Kerben zwischen diesen Zähnen, insbesondere an den gestutzten Enden, und produzieren kurze Borsten und feine Haare, obwohl der Pflanze die ausgeprägten Stacheln fehlen, die für Wüstenkakteen typisch sind.[1] Das Wachstum von *S. truncata* ist hängend oder kriechend, wobei sich die Stängel dichotom von den Areolen verzweigen und eine kaskadenartige, mehrstämmige Struktur bilden. Ausgewachsene Pflanzen können eine Höhe von bis zu 30 cm erreichen und sich auf 60 cm oder mehr ausbreiten, obwohl sich die Stängel in ihrer natürlichen epiphytischen Umgebung bei hängendem Wachstum länger ausdehnen können. Die Blüten von *Schlumbergera truncata* sind zygomorph und röhrenförmig und messen typischerweise 5–8 cm in der Länge und 4–6 cm im Durchmesser. Sie haben 20–30 Blütenhüllblätter, die in zwei Serien angeordnet sind, wobei die äußeren Blütenhüllblätter kürzer, schmaler und spitzer sind, während die inneren Blütenhüllblätter länger sind und in Rottönen eine lebendigere Färbung aufweisen. Die Blütezeit im ursprünglichen Verbreitungsgebiet im Südosten Brasiliens fällt in den Herbst, etwa im Mai, was mit dem lokalen Namen „flor de maio“ übereinstimmt. In Kultur in der nördlichen Hemisphäre erscheinen die Blüten von Oktober bis November und können bis zu fünf Wochen halten. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Kolibris, die von den röhrenförmigen Blüten und ihrem Nektar angezogen werden. Die Art weist im Allgemeinen Selbstinkompatibilität auf, wobei Selbstpollen oder inkompatible Pollenschläuche im oberen Griffel gehemmt werden, wodurch der Fruchtansatz verhindert wird, es sei denn, es kommt zu einer Fremdkreuzung. Die Früchte bilden sich 32–48 Stunden nach kompatibler Bestäubung und reifen zu roten, birnenförmigen, nicht aufspringenden Beeren von etwa 1,2 cm Länge. Diese Beeren enthalten zahlreiche schwarze Samen. Die Samenverbreitung erfolgt hauptsächlich zoochorisch, durch Vögel und kleine Säugetiere, die die farbenfrohen, süßen Früchte fressen. *Schlumbergera truncata* kommt in Höhenlagen von 700 bis 1.500 Metern vor, oft epiphytisch auf Bäumen oder epilithisch auf Felsen in schattigen, feuchten Gebieten wachsend. Die Art ist aufgrund von Habitatverlust durch Entwaldung und Überernte für den Zierpflanzenhandel durch die IUCN als gefährdet eingestuft.[1]

Verhalten

*Schlumbergera truncata* interagiert in ihrem Ökosystem mit Kolibris zur Bestäubung. Die großen, röhrenförmigen, roten oder rosafarbenen Blüten produzieren Nektar, der diese Vögel anlockt und die Kreuzbestäubung erleichtert. Die daraus resultierenden fleischigen Früchte mit zahlreichen schwarzen Samen sind an die Ausbreitung durch fruchtfressende Vögel angepasst, was den Genfluss durch das Kronendach des Waldes fördert. Zusätzlich bildet die Pflanze Mykorrhiza-Assoziationen, die die Nährstoffaufnahme, insbesondere von Phosphor, aus der Rinde und den Humussubstraten verbessern. Die Art weist im Allgemeinen Selbstinkompatibilität auf, wobei Selbstpollen oder inkompatible Pollenschläuche im oberen Griffel gehemmt werden, wodurch die Fruchtbildung verhindert wird, es sei denn, es kommt zu einer Fremdkreuzung. Es wurde jedoch eine gewisse Selbstbestäubung bei bestimmten Kultursorten beobachtet, die auf einen Zusammenbruch des Inkompatibilitätssystems zurückzuführen ist, insbesondere wenn die Bestäubung auf überreifen Narben verzögert wird.[1]

Ökologie

*Schlumbergera truncata* besetzt eine epiphytische oder epilithische Nische im schattigen Unterholz subtropischer Feuchtwälder. Sie siedelt sich hauptsächlich an Stämmen und Ästen von Bäumen oder auf felsigen Oberflächen mit angesammelten organischen Ablagerungen an und vermeidet so die Konkurrenz um Bodenressourcen. Diese Wuchsform ermöglicht es der Pflanze, Feuchtigkeit und Nährstoffe aus feuchter Luft und verrottendem Material in nährstoffarmen Umgebungen zu beziehen. Die Art gedeiht in den Küstenbergregionen des südöstlichen brasilianischen atlantischen Regenwaldes in Höhenlagen von 700–1.500 Metern, wo sie milde Temperaturen von 10–21 °C, hohe Luftfeuchtigkeit und ein saisonales Klima mit starken Regenfällen (bis zu 430 mm pro Monat) während der Regenzeit von Oktober bis März erlebt, gefolgt von trockeneren Perioden (ca. 75 mm pro Monat) von Mai bis September. Diese Bedingungen unterstützen ihr Überleben in kühlen, schattigen Habitaten mit Halbschatten und erhöhter Feuchtigkeit.[1] Im Ökosystem interagiert *S. truncata* mit Kolibris zur Bestäubung, da ihre großen, röhrenförmigen, roten oder rosa Blüten Nektar produzieren, der diese Vögel anzieht und die Kreuzbestäubung erleichtert. Die daraus resultierenden fleischigen Früchte, die zahlreiche schwarze Samen enthalten, sind an die Ausbreitung durch früchtefressende Vögel angepasst, was den Genfluss über das Kronendach des Waldes fördert. Zusätzlich bildet die Pflanze Mykorrhiza-Assoziationen, die die Nährstoffaufnahme, insbesondere von Phosphor, aus der Rinde und den Humussubstraten verbessern. Zu den wichtigsten Anpassungen an diese Nische gehört der Crassulaceen-Säurestoffwechsel (CAM), bei dem sich die Stomata nachts öffnen, um den Wasserverlust zu minimieren, wobei bis zu 87 % der CO₂-Fixierung über den CAM-Pfad für eine effiziente Wassernutzung unter feuchten, aber zeitweise trockenen Bedingungen erreicht werden. Die abgeflachten, segmentierten Cladoden dienen als Photosyntheseorgane und Wasserspeichergewebe und ermöglichen die Toleranz gegenüber Schatten und gelegentlicher Trockenheit, während sie das hängende Wachstum im Waldunterholz unterstützen.[1]

Bedeutung, Schäden & Prävention

*Schlumbergera truncata*, bekannt als Weihnachtskaktus, ist anfällig für verschiedene Schädlinge und Krankheiten, die vor allem bei Zimmer- oder Gewächshauskulturen auftreten können. Zu den häufigsten Schädlingen gehören Wollläuse (*Planococcus citri*), die sich an Stängeln und Gelenken ansiedeln, Pflanzensaft saugen und so zu Gelbfärbung oder Welke führen können. Spinnmilben (*Tetranychus urticae*) gedeihen unter trockenen Bedingungen und verursachen feine Netze auf den Segmenten, was zu gesprenkelten Blättern und verminderter Vitalität führt. Blattläuse (*Aphis spp.*) befallen das neue Wachstum, saugen Pflanzensaft und können Viren übertragen. Diese Schädlinge können durch wiederholte Anwendungen von insektizider Seife oder Niemöl bekämpft werden, die den Lebenszyklus der Schädlinge unterbrechen, ohne die Pflanze zu schädigen. Krankheiten entstehen hauptsächlich durch Umweltstress in Kulturbedingungen, wobei Pilzpathogene am häufigsten vorkommen. Wurzelfäule, die oft durch *Fusarium*- oder *Phytophthora*-Arten verursacht wird, resultiert aus Überwässerung und schlechter Drainage, was zu geschwärzten Wurzeln, Welke und Pflanzenkollaps führt. Die Behandlung erfordert das Umtopfen in sterile Erde, das Beschneiden betroffener Wurzeln und das vollständige Austrocknen der Pflanze, bevor die Bewässerung vorsichtig wieder aufgenommen wird.[3] Pilzliche Stängel- oder Stammfäule, wie z. B. Botrytis-Fäule, tritt in Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit und unzureichender Luftzirkulation auf und äußert sich in graubraunen Läsionen auf den Stängeln; sie wird durch Reduzierung der Bewässerungshäufigkeit, Verbesserung der Belüftung und Anwendung eines Fungizids auf Kupferbasis zur Verhinderung der Ausbreitung bekämpft. Präventionsstrategien betonen kulturelle Praktiken, um Risiken zu minimieren. Die Quarantäne neu erworbener Pflanzen für mindestens zwei Wochen ermöglicht die Inspektion und Früherkennung von Schädlingen oder Krankheiten, bevor sie in Sammlungen integriert werden. Die Aufrechterhaltung einer moderaten Luftfeuchtigkeit von etwa 50-60 % durch Kieselsteinschalen oder Luftbefeuchter trägt dazu bei, sowohl Schädlinge als auch Pilzprobleme abzuschrecken, während gleichzeitig sichergestellt wird, dass der Boden gut durchlässig und nicht durchnässt bleibt. Regelmäßige Inspektion von Stängeln und Wurzeln in Kombination mit der sofortigen Entfernung von Pflanzenresten reduziert die Wahrscheinlichkeit eines Befalls weiter.[3] Virale Infektionen, wie z. B. das Impatiens Necrotic Spot Virus, das von Thripsen übertragen wird, wurden in kommerziellen Gewächshäusern berichtet und verursachen Gelbfärbung, Fleckenbildung oder Streifenbildung in *Schlumbergera*-Hybriden.[3] Diese sind jedoch nicht einzigartig für *S. truncata* und erfordern oft die Vernichtung infizierter Pflanzen, um die Ausbreitung zu verhindern.[3] Um Wurzelfäule vorzubeugen, sollte eine gut durchlässige Blumenerde verwendet werden, z. B. eine Mischung aus Blumenerde, Torfmoos und scharfem Sand oder Perlit. Töpfe sollten Drainagelöcher haben, und die Pflanzen gedeihen am besten, wenn sie leicht eingetopft sind und nur alle drei Jahre im Frühjahr in einen etwas größeren Topf umgetopft werden müssen.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung

*Schlumbergera truncata*, bekannt als Weihnachtskaktus, ist anfällig für verschiedene Schädlinge, was wirtschaftliche Auswirkungen auf den Zierpflanzenbau haben kann. Mealybugs (*Planococcus citri*) befallen oft die Stängel und Gelenke, saugen Pflanzensaft und verursachen Gelbfärbung oder Welken, was die Qualität der Pflanze mindert. Spinnmilben (*Tetranychus urticae*) gedeihen unter trockenen Bedingungen und können ebenfalls die Vitalität der Pflanzen beeinträchtigen. Blattläuse (*Aphis spp.*) können sich an neuem Wachstum ansiedeln und möglicherweise Viren verbreiten. Diese Schädlinge können den Zierwert der Pflanzen mindern und zu wirtschaftlichen Verlusten für Züchter führen, wenn sie nicht behandelt werden. Krankheiten, insbesondere Pilzinfektionen, stellen ebenfalls eine Bedrohung für *Schlumbergera truncata* dar. Wurzelfäule, die oft durch *Fusarium*- oder *Phytophthora*-Arten verursacht wird, kann durch Überwässerung und schlechte Drainage entstehen und zum Absterben der Pflanze führen.[1] Fungaler Stängelbrand, wie z. B. Botrytis-Fäule, kann in Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit und unzureichender Belüftung auftreten und sich als graubraune Läsionen an den Stängeln äußern. Solche Krankheiten können zu erheblichen Verlusten in der kommerziellen Produktion führen, wenn sie nicht durch geeignete kulturelle Praktiken und Fungizide bekämpft werden. Virale Infektionen, wie das durch Thripse übertragene Impatiens Necrotic Spot Virus, können ebenfalls in kommerziellen Gewächshäusern auftreten und zu Gelbfärbung, Fleckenbildung oder Streifenbildung führen, was die Marktfähigkeit der Pflanzen beeinträchtigt. Die Quarantäne neu erworbener Pflanzen und die Aufrechterhaltung einer angemessenen Luftfeuchtigkeit können dazu beitragen, Schädlings- und Krankheitsprobleme zu minimieren und wirtschaftliche Verluste zu reduzieren.[1]

Biologie & Lebenszyklus

*Schlumbergera truncata*, auch bekannt als Weihnachtskaktus, ist ein epiphytischer Kaktus, der in den Küstenbergen des südöstlichen Brasiliens heimisch ist. Er wächst dort als Epiphyt auf Bäumen oder als Lithophyt auf Felsen in feuchten, schattigen Regenwäldern. Die Pflanze hat keine Blätter, sondern abgeflachte, segmentierte Stängel, sogenannte Phyllokladien, die als primäre Photosyntheseorgane dienen. Diese Segmente sind dunkelgrün, glänzend und 4–6 cm lang sowie 1,5–3,5 cm breit. Die Ränder der Segmente sind deutlich gezackt und tragen 2–3 spitze, klauenartige Zähne pro Seite. Die Blüten von *Schlumbergera truncata* sind zygomorph und röhrenförmig, typischerweise 5–8 cm lang und 4–6 cm im Durchmesser. Sie bestehen aus 20–30 Blütenhüllblättern (Tepalen), die in zwei Reihen angeordnet sind. Die äußeren Tepalen sind kürzer und schmaler, während die inneren länger sind und intensivere Farben wie Rot, Orange, Rosa oder Weiß aufweisen. In ihrer natürlichen Umgebung in Südostbrasilien blüht die Pflanze im Herbst, etwa im Mai. In der Kultivierung in der nördlichen Hemisphäre erscheinen die Blüten von Oktober bis November und können bis zu fünf Wochen halten. Die Blüte wird durch kurze Photoperioden (lange Nächte) in Kombination mit kühlen Temperaturen unter 15 °C induziert. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Kolibris, die von den röhrenförmigen Blüten und ihrem Nektar angezogen werden. Die Art ist im Allgemeinen selbstinkompatibel, was bedeutet, dass eine Selbstbestäubung normalerweise nicht zur Fruchtbildung führt. Es wurde jedoch beobachtet, dass einige Kultursorten eine Selbstbestäubung aufweisen, insbesondere wenn die Bestäubung auf überreifen Narben verzögert wird. Die Früchte bilden sich 32–48 Stunden nach einer kompatiblen Bestäubung und reifen zu roten, birnenförmigen, nicht aufspringenden Beeren von etwa 1,2 cm Länge. Eine einzelne Frucht enthält 100–200 lebensfähige Samen. Die Samenreife dauert etwa sechs Monate nach der Bestäubung. Die Samen werden hauptsächlich durch Vögel und kleine Säugetiere verbreitet, die die farbenfrohen, süßen Früchte fressen. *Schlumbergera truncata* wird am häufigsten vegetativ durch Stammstecklinge vermehrt. Stecklinge von 4 bis 6 Segmenten werden idealerweise im Frühjahr oder Sommer nach der Blütezeit entnommen. Die Schnittenden sollten an einem schattigen Ort 1 bis 3 Tage lang trocknen, um Kallus zu bilden und Fäulnis zu verhindern. Diese werden etwa 2,5 cm tief in ein feuchtes, gut durchlässiges Medium gepflanzt und unter hoher Luftfeuchtigkeit bei hellem, indirektem Licht bei Temperaturen um 21 °C gehalten. Die Bewurzelung erfolgt in der Regel in 2 bis 8 Wochen. Die Vermehrung über Samen ist zwar möglich, aber weniger verbreitet, da sie langsamer ist und variable Nachkommen hervorbringt.[1]

Vorkommen & Lebensraum

*Schlumbergera truncata* ist in den Küstenbergen des südöstlichen Brasiliens heimisch. Genauer gesagt, findet man die Art im Bundesstaat Rio de Janeiro, beispielsweise in der Serra do Mar und der Serra dos Órgãos (Orgelgebirge). Dort wächst sie in den Überresten des Atlantischen Regenwaldes. Die Standorte liegen in Höhenlagen zwischen 700 und 1500 Metern.[1] Dort wächst *S. truncata* oft epiphytisch auf Bäumen oder epilithisch auf Felsen in schattigen, feuchten Gebieten. Sie vermeidet so die Konkurrenz um Bodenressourcen. Die Art besetzt eine epiphytische oder epilithische Nische im schattigen Unterholz subtropischer Feuchtwälder. Sie heftet sich hauptsächlich an Stämmen und Ästen von Bäumen oder an felsigen Oberflächen mit angesammelten organischen Ablagerungen an.[1] Die Pflanze hat sich an ein saisonales Klima mit starken Regenfällen (bis zu 430 mm pro Monat) während der Regenzeit von Oktober bis März und anschliessend trockeneren Perioden (ca. 75 mm pro Monat) von Mai bis September angepasst. Die Art ist durch den Verlust ihres Lebensraums aufgrund von Entwaldung und Über-Sammlung für den Zierpflanzenhandel gefährdet. Die Entwaldungsrate im atlantischen Regenwald ist zwar gesunken, aber die anhaltende Fragmentierung des Lebensraums beeinträchtigt weiterhin die einheimische Artenvielfalt, einschliesslich dieser Art.[1] *Schlumbergera truncata* wurde um 1818 in Europa eingeführt und erfreute sich im 19. Jahrhundert als Feiertagspflanze grosser Beliebtheit.[1]

Saisonalität & Aktivität

*Schlumbergera truncata* blüht in ihrer natürlichen Umgebung im Südosten Brasiliens im Herbst, etwa im Mai, was ihr den lokalen Namen „flor de maio“ (Maiblume) eingebracht hat. In der Kultivation in der nördlichen Hemisphäre erscheinen die Blüten von Oktober bis November und können bis zu fünf Wochen halten. Diese Phänologie wird durch kurze Photoperioden (lange Nächte) in Kombination mit kühlen Temperaturen unter 15 °C induziert. Die Pflanze benötigt kühle Nächte von 13–18 °C im Herbst, um die Knospenbildung für die Blüte anzuregen. Temperaturen über 32 °C sollten vermieden werden, sobald sich Knospen bilden, und Frost unter 10 °C ist schädlich. Die Vermehrung durch Stecklinge erfolgt idealerweise im Frühjahr oder Sommer nach der Blütezeit. Die Samen reifen etwa sechs Monate nach der Bestäubung. Das öffentliche Interesse an der Pflanze, gemessen anhand von Suchanfragen, erreicht in Deutschland typischerweise im November und Dezember seinen Höhepunkt. Das geringste Suchinteresse besteht in den Monaten Juli und August.[1]

Quellen & Referenzen

  1. https://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?kempercode=b669
  2. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:5529-1
  3. https://ucanr.edu/blog/real-dirt/article/cactus-rainforest-christmas-cactus-0
  4. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/schlumbergera-truncata/
  5. https://doi.org/10.1016/j.ympev.2011.01.001
  6. https://hscactus.org/resources/plants-of-the-month/schlumbergera-2019/
  7. https://worldofsucculents.com/schlumbergera-truncata-thanksgiving-cactus-holiday-cactus/
  8. https://www.gov.br/secom/en/latest-news/2024/05/atlantic-forest-deforestation-drops-27
  9. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1399-3054.1990.tb05252.x
  10. Literaturzusammenfassung: Schlumbergera truncata