Zu Inhalt springen
Kostenloser Versand ab 29€
Versand 1-2 Tage
4.44 · 245.512+ Kunden
Lexikon-Eintrag

Braunbandschabe Supella longipalpa

Braunbandschabe
Mittleres Risiko Allergen Lästling Krankheitsüberträger Physische Gefahr

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Schaben (Blattodea)
Familie Ectobiidae
Gattung Supella
Art Supella longipalpa
Wissenschaftlicher Name Supella longipalpa (Fabricius, 1798)
Akzeptierter Name

Einleitung

Die **Braunbandschabe** (*Supella longipalpa*) ist eine Schabenart aus der Familie der Ectobiidae, die ursprünglich aus den tropischen Regionen Afrikas stammt.[1][2] Als synanthroper Material-, Hygiene- und Gesundheitsschädling besiedelt sie weltweit beheizte Innenräume, wobei sie im Gegensatz zu anderen Arten warme und trockene Bereiche wie obere Wandabschnitte, Möbel oder Elektrogeräte bevorzugt.[1][3] Von der feuchtigkeitsliebenden Deutschen [Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe) (*[Blattella germanica](/pages/lexikon/deutsche-schabe)*) unterscheidet sie sich primär durch ihre geringere Abhängigkeit von Wasserquellen und das damit verbundene verstreute Vorkommen außerhalb von Küchen und Sanitärbereichen.[1]

Community-Analyse

OpenInsect
5
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silberkrafto.shopmunity
Zuletzt am 24.06.2026
Werde Teil der Community
Lade ein Foto hoch und hilf uns, Arten zu erfassen.

Fakten (kompakt)

Hier sind einige Fakten über die Braunbandschabe (*Supella longipalpa*): - Die Braunbandschabe (*Supella longipalpa*) ist eine kleine Schädlingsart, die etwa 13 mm lang wird. - Sie hat einen hellbraunen Körper mit zwei hellen Bändern über dem Abdomen. - Männchen sind schlank mit voll entwickelten Flügeln, die das Abdomen bedecken, während Weibchen breiter sind und nur bis zur Mitte des Abdomens reichende Flügel haben.[1] - Ursprünglich stammt die *S. longipalpa* aus tropischen Regionen Afrikas. - Sie hat sich weltweit als Haushaltsschädling verbreitet, auch in den nördlichen Bundesstaaten der USA. - Die Entwicklung erfolgt durch unvollständige Metamorphose mit den Stadien Ei, Nymphe und Adulttier. - Unter optimalen Bedingungen dauert der Zyklus vom Ei zum Adulttier durchschnittlich 161 Tage. - Weibchen produzieren bis zu 14 Eikapseln (Ootheken) mit jeweils 13–18 Eiern. - Nymphen durchlaufen 6–8 Stadien. - Anders als die [Deutsche Schabe](/pages/lexikon/deutsche-schabe) bevorzugen Braunbandschaben warme, trockene Lebensräume. - Sie sind nachtaktiv und lichtscheu und [fliegen](/pages/lexikon/fliegen) aktiv, besonders die Männchen, wenn sie gestört werden. - Sie fressen eine Vielzahl von Materialien, darunter Stärke, Klebstoffe und sogar Nylon.[1] - *S. longipalpa* kann Bakterien oder Protozoen übertragen und so Gesundheitsrisiken in befallenen Gebäuden darstellen. - Die Ausbreitung erfolgt oft über befallene Möbel, Gepäck oder versandte Waren. - Die Art wurde ursprünglich 1798 von Johan Christian Fabricius als *Blatta longipalpa* beschrieben. - Die Gattung *Supella* wurde 1911 von Robert Walter Campbell Shelford eingerichtet.[1]

Namen & Einordnung (kurz)

Die Braunbandschabe (*Supella longipalpa*) wurde 1798 von Johan Christian Fabricius ursprünglich unter dem Namen *Blatta longipalpa* erstbeschrieben. Die Einordnung in die eigenständige Gattung *Supella* erfolgte 1911 durch Robert Walter Campbell Shelford.[3] Systematisch wird die Art heute der Familie Ectobiidae zugeordnet, nachdem sie früher unter den Blattellidae geführt wurde.[3][2] Sie gilt als die einzige rezente Art ihrer Gattung, wenngleich fossile Vertreter bekannt sind.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Braunbandschabe (*Supella longipalpa*) ist eine kleine Schabenart, deren adulte Tiere eine Körperlänge von etwa 10 bis 14 mm erreichen.[1][3] Die Grundfärbung variiert von hell- bis glänzend dunkelbraun, wobei zwei charakteristische helle Querstreifen über die Flügelbasis und die Mitte des Hinterleibs verlaufen. Diese Bänderung ist bei Weibchen und Nymphen oft deutlicher ausgeprägt, während sie bei Männchen unregelmäßig oder unterbrochen erscheinen kann.[1] Das Halsschild (Pronotum) ist braun und weist laut einigen Quellen zwei helle Streifen auf, entbehrt jedoch der markanten dunklen Längsstreifen, die bei verwandten Arten auftreten. Es besteht ein ausgeprägter Sexualdimorphismus: Männchen sind schlanker gebaut und besitzen voll entwickelte Flügel, die den Hinterleib überragen und Flugfähigkeit ermöglichen. Weibchen hingegen sind breiter geformt und verfügen über verkürzte Flügel (Tegmina), die den Hinterleib nicht vollständig bedecken, wodurch sie flugunfähig sind. Die Antennen sind dünn, peitschenartig und erreichen etwa die Länge des gesamten Körpers.[1][3] Die flügellosen Nymphen messen im ersten Stadium (L1) etwa 3 mm und wachsen bis zum letzten Stadium auf 8 bis 10 mm heran.[3] Ältere Larven sind dunkelbraun gefärbt mit hellen Beinen und entwickeln im Verlauf ihrer 6 bis 8 Häutungen zunehmend die typische Bänderung. Die taschenförmigen Eikapseln (Ootheken) sind etwa 5 mm lang und enthalten durchschnittlich 13 bis 18 Eier.[1][3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Braunbandschabe (*Supella longipalpa*) gilt als Material-, Hygiene- und Gesundheitsschädling, der bevorzugt warme und trockene Innenräume besiedelt. Im Gegensatz zu anderen Schabenarten verursacht sie Schäden durch den Fraß an stärkehaltigen Materialien wie Buchbindungen, Tapetenkleister, Briefmarken und Leimen.[1][3] Aufgrund ihrer Wärmepräferenz besiedeln die Tiere häufig elektrische Geräte und Möbel, was zu technischen Defekten oder Verunreinigungen führen kann.[1] Die Art fungiert als potenzieller Vektor für Krankheitserreger, darunter *Salmonella*, *Escherichia coli* sowie verschiedene Schimmelpilze wie *[Aspergillus](/pages/lexikon/giesskannenschimmel)*-Arten.[3][1] Zudem enthalten Ausscheidungen und Häutungsreste Allergene, die beim Menschen Asthma und allergische Reaktionen auslösen können.[1] Die Prävention setzt auf strikte Hygienemaßnahmen, wie das Entfernen von Nahrungsresten und die Reduktion von Unordnung, um Versteckmöglichkeiten zu minimieren.[1][3] Zur Befallsermittlung werden Klebefallen oder Pheromonfallen mit dem Lockstoff Supellapyrone eingesetzt, die an erhöhten Positionen platziert werden.[1] Eine chemiefreie Bekämpfung ist durch Wärmebehandlungen möglich, da alle Entwicklungsstadien bei Temperaturen zwischen 48 °C und 51 °C absterben.[1][3] Bei der Bekämpfung mittels Fraßködern muss die Platzierung nahe der spezifischen Verstecke in Möbeln oder oberen Wandbereichen erfolgen, da die Art nicht zwingend in Küchenbereichen sucht.[3]

Biologie & Lebenszyklus

Die Braunbandschabe (*Supella longipalpa*) vollzieht eine unvollständige Metamorphose über die Stadien Ei, Nymphe und Adulttier.[1] Die Weibchen produzieren Eikapseln (Ootheken), die durchschnittlich 13 bis 18 Eier enthalten.[1][3] Diese Ootheken werden vom Weibchen ein bis zwei Tage getragen und anschließend an geschützte Stellen, wie Möbelunterseiten oder obere Wandbereiche, geklebt.[1] Die Embryonalentwicklung ist stark temperaturabhängig und dauert etwa 40 Tage bei 30 °C, verlängert sich jedoch auf über 70 Tage bei 22 °C.[3] Nach dem Schlüpfen durchlaufen die Nymphen sechs bis acht Larvenstadien.[1] Die gesamte Entwicklungsdauer bis zum Adulttier variiert erheblich: Sie beträgt 54 bis 56 Tage bei 30 °C, kann aber bei kühleren 22 °C bis zu 355 Tage in Anspruch nehmen. Adulte Tiere erreichen eine durchschnittliche Lebensdauer von 200 Tagen, in der ein Weibchen etwa 13 Ootheken ablegen kann.[3] Die Ernährung ist omnivor und umfasst neben stärkehaltigen Lebensmitteln auch Materialien wie Klebstoffe, Buchbindungen und Nylon. Im Gegensatz zu feuchtigkeitsliebenden Arten bevorzugt *Supella longipalpa* warme, trockene Habitate mit Temperaturen zwischen 25 °C und 33 °C.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Die ursprünglich aus den tropischen Regionen Afrikas stammende *Supella longipalpa* hat sich weltweit als Lästling und Schädling verbreitet.[1] In gemäßigten Klimazonen ist ein Überleben im Freien nicht möglich, weshalb die Art fast ausschließlich in beheizten Innenräumen vorkommt.[3][1] Im Gegensatz zu feuchtigkeitsliebenden Schabenarten bevorzugt die Braunbandschabe warme und trockene Mikrohabitate. Typische Verstecke befinden sich oft in höheren Raumbereichen, etwa hinter Bilderrahmen, an Decken, in Möbeln oder innerhalb von elektrischen Geräten.[1] Zu den besiedelten Lebensräumen zählen neben Wohnungen auch Großküchen, Bäckereien, Krankenhäuser und andere beheizte Einrichtungen.[3] Die Tiere suchen gezielt Wärmequellen auf und finden sich häufig in der Nähe von Motoren oder Netzteilen elektronischer Apparate. Eine optimale Entwicklung der Population findet bei Temperaturen zwischen 25 °C und 33 °C statt.[1]

Saisonalität & Aktivität

Die Braunbandschabe (*Supella longipalpa*) ist eine überwiegend nachtaktive und lichtscheue Art, deren Männchen bei Störungen auffliegen können. Da sie in gemäßigten Klimazonen fast ausschließlich in beheizten Innenräumen lebt, findet keine Überwinterung im Freien statt.[4][1] Unter diesen stabilen Bedingungen ist die Art ganzjährig aktiv und kann jährlich ein bis drei Generationen hervorbringen.[4] Die Entwicklung verläuft temperaturabhängig, mit einem Optimum zwischen 25 °C und 33 °C, während das Wachstum unterhalb von 22 °C deutlich verlangsamt ist.[4][1] Analysen des Suchinteresses zeigen ein saisonales Muster mit einer erhöhten Nachfrage in den Sommermonaten Juli und August. Im Gegensatz dazu ist das öffentliche Interesse in den Monaten Februar und März am geringsten.[4]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Bochum Auf der Papenburg, 44801 Bochum, Deutschland

    24.08.2025

  • Germany

    08.07.2025

  • Berliner Innenstadt, Berlin, Germany

    12.06.2025

  • Munich, Bavaria, Deutschland

    17.12.2024

  • Deutschland

    08.12.2023

Daten: iNaturalist

Quellen & Referenzen

  1. https://extension.psu.edu/brown-banded-cockroaches
  2. https://www.gbif.org/species/1997400
  3. https://content.behrs-online.de/wissen/document-view/kom_qm-schaedlingsbekaempfer_schaedlingsbekaempfer_011_03_02_01_05/print
  4. Sellenschlo, U. (2026). Braunbandschabe (Supella longipalpa). Behr's Verlag, Hamburg.