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Lexikon-Eintrag

Schneebeere Symphoricarpos albus

Schneebeere

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Dipsacales (Dipsacales)
Familie Caprifoliaceae
Gattung Symphoricarpos
Art Symphoricarpos albus
Wissenschaftlicher Name Symphoricarpos albus (L.) K.Koch
Akzeptierter Name

Einleitung

Die **Gewöhnliche Schneebeere** (*Symphoricarpos albus*), im Englischen auch als „waxberry“ bezeichnet, ist ein sommergrüner Strauch aus der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae), der ursprünglich in weiten Teilen Nordamerikas beheimatet ist.[1][2] Charakteristisch für die Art sind die weißen, beerenartigen Steinfrüchte, die bis in den Winter an den Zweigen verbleiben und Vögeln als Nahrungsquelle dienen, für Menschen jedoch aufgrund enthaltener Saponine und Calciumoxalate leicht giftig sind.[3][1] Während sie in ihrem nativen Areal eine wichtige ökologische Rolle spielt, gilt die Pflanze im eingeführten Verbreitungsgebiet in Europa oft als invasiv, da sie durch aggressive Ausläuferbildung dichte Dickichte formt und heimische Unterwuchsarten verdrängt.[1]

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Fakten (kompakt)

- Die Gattung *Symphoricarpos* umfasst etwa 15 akzeptierte Arten, von denen die meisten in Nord- und Zentralamerika heimisch sind, während eine Art aus Ostasien stammt.[11] - Historische taxonomische Synonyme für *Symphoricarpos albus* sind unter anderem *Vaccinium album* L. (1753) und *Lonicera alba* (L.) Druce (1913). - Innerhalb der Systematik wird die Art der Ordnung der Kardenartigen (Dipsacales) sowie den Kladen der Tracheophyten, Angiospermen, Eudikotyledonen und Asteriden zugeordnet. - Die gegenständigen, länglich-elliptischen bis rundlichen Blätter sind etwa 2,5 bis 5 Zentimeter (1–2 Zoll) lang und weisen eine mattgrüne Färbung auf, die sich im Herbst kaum verändert. - Die glockenförmigen Einzelblüten sind mit einer Länge von etwa 5 Millimetern (3/16 Zoll) sehr klein. - Die kugelförmigen Früchte erreichen einen Durchmesser von bis zu 1,3 Zentimetern (1/2 Zoll). - In einigen Verbreitungsgebieten wächst die Art in Höhenlagen von bis zu 2.530 Metern (8.300 Fuß). - Der Strauch dient als spezifische Wirtspflanze für die Larven des Nachtfalters *Sphinx vashti*. - Eine erfolgreiche Keimung der Samen erfordert eine längere Stratifikation. - Im Gartenbau wird die Winterhärte der Pflanze den USDA-Klimazonen 3 bis 7 zugeordnet. - Ein Rückschnitt im späten Winter wird empfohlen, um ein kräftiges Wachstum und eine reiche Fruchtbildung zu fördern.[11]

Name & Einordnung

Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Symphoricarpos albus* (L.) S.F. Blake, wobei die gültige Erstpublikation dieser Kombination im Jahr 1914 durch Sidney Fay Blake erfolgte.[2] Die Art wird der Gattung *Symphoricarpos* innerhalb der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) zugeordnet. Etymologisch leitet sich der Gattungsname aus den altgriechischen Begriffen *symphorein* („zusammentragen“) und *karpos* („Frucht“) ab, was die dicht gehäufte Anordnung der Beeren beschreibt. Das lateinische Artepitheton *albus* bedeutet „weiß“ und verweist auf die charakteristische Färbung der reifen Früchte.[1] Historisch wurde die Pflanze bereits 1753 von Carl von Linné unter dem Basionym *Vaccinium album* beschrieben, bevor sie später neu eingeordnet wurde. Weitere relevante Synonyme sind *Lonicera alba* (L.) Druce sowie *Symphoricarpos rivularis*, ein Name, der häufig spezifisch für die westliche Varietät verwendet wurde.[2][4] Taxonomisch werden oft zwei Hauptvarietäten unterschieden: *var. albus* im östlichen Verbreitungsgebiet und *var. laevigatus* an der Pazifikküste.[3] Im Deutschen ist der Trivialname „Schneebeere“ gebräuchlich, der direkt dem englischen „common snowberry“ entspricht und auf die im Winter persistierenden weißen Früchte anspielt. Ergänzend existieren im englischen Sprachraum Bezeichnungen wie „waxberry“ (Wachsbeere) oder „ghostberry“, welche die wachsartige Textur und die blasse Erscheinung der Früchte hervorheben.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Symphoricarpos albus ist ein sommergrüner Strauch mit einem buschigen, rundlichen Wuchs und überhängenden Zweigen, der typischerweise Wuchshöhen von 1 bis 2 Metern erreicht. Die Pflanze bildet durch vegetative Ausbreitung über Rhizome dichte Dickichte und besitzt eine vielstämmige Struktur, die aus der Basis entspringt. Die schlanken, drahtigen Stängel sind gegenständig verzweigt und weisen oft eine rotbraune bis gelbliche Färbung auf, wobei das Zentrum markgefüllt bis hohl ist. Während junge Triebe kahl bis spärlich behaart sind, ist die Rinde älterer Zweige dünn, grau und glatt, blättert jedoch im Alter ab und gibt eine purpurbraune Unterschicht frei.[1] Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind oval bis elliptisch geformt, messen 1 bis 5 cm in der Länge und besitzen eine mattgrüne Oberseite.[1][5] Die Blattunterseite ist blasser gefärbt und oft spärlich behaart, wobei der Blattrand meist ganzrandig ist, an Langtrieben jedoch auch gelappt oder leicht gezähnt sein kann.[1] Im Frühsommer erscheinen kleine, glockenförmige, rosa-weiße Blüten von etwa 0,5 cm Länge, die in dichten Büscheln von 5 bis 15 Einzelblüten in den Blattachseln stehen. Aus diesen entwickeln sich kugelförmige, porzellanweiße Steinfrüchte mit einem Durchmesser von bis zu 1,5 cm, die eine wachsartige Textur aufweisen. Diese beerenartigen Früchte enthalten zwei Nüsschen mit je einem Samen und verbleiben oft bis in den Winter an den kahlen Zweigen.[1][4] Das Wurzelsystem besteht aus weitreichenden, kriechenden Rhizomen, die etwa 5 bis 12,5 cm tief im Mineralboden liegen.[1] Morphologisch werden zwei Varietäten unterschieden: Symphoricarpos albus var. albus bleibt mit 1 bis 1,5 Metern kleiner, besitzt behaarte Zweige und bildet kleinere Früchte (6–10 mm).[8] Die westliche Varietät Symphoricarpos albus var. laevigatus hingegen wird bis zu 3 Meter hoch, ist weitgehend kahl und trägt größere Früchte (12–20 mm).[8]

Beschreibung

Symphoricarpos albus ist ein sommergrüner Strauch aus der Familie der Geißblattgewächse (*Caprifoliaceae*), der durch seine charakteristischen weißen Früchte und den buschigen Wuchs geprägt ist. Die Art erreicht typischerweise Wuchshöhen und Breiten von einem bis zwei Metern, wobei sie durch überhängende, dünne Zweige eine rundliche Form annimmt. Ein wesentliches Merkmal ist die vegetative Ausbreitung über ein weitreichendes System aus Rhizomen, die etwa 5 bis 12,5 cm tief im Mineralboden verlaufen. Diese anatomische Anpassung ermöglicht der Pflanze die Bildung dichter Dickichte, die zur Bodenstabilisierung beitragen und eine schnelle Regeneration nach Störungen wie Feuer oder Verbiss erlauben. Die Stämme sind im Inneren hohl und weisen eine Rinde auf, die im Alter dazu neigt, sich abzulösen und eine purpurbraune Unterschicht freizulegen. Das Laub besteht aus gegenständigen, ovalen bis elliptischen Blättern, die auf der Oberseite mattgrün erscheinen und im Herbst nur eine geringe Farbveränderung zeigen. Im Frühsommer bildet die Schneebeere kleine, glockenförmige, rosa-weiße Blüten in dichten Büscheln an den Blattachseln, die Nektar für Bestäuber wie Bienen, Hummeln und Kolibris liefern. Aus diesen Blüten entwickeln sich bis zum Spätsommer die namensgebenden, porzellanartigen Steinfrüchte, die oft bis in den Winter an den Zweigen verbleiben. Jede dieser beerenartigen Früchte enthält zwei Nüsschen und ist aufgrund von Saponinen und Calciumoxalat für Menschen leicht giftig, wird jedoch von Vögeln verbreitet (Endozoochorie).[1] Innerhalb der Art werden zwei Varietäten unterschieden: die zierlichere *var. albus* im Osten Nordamerikas und die kräftigere *var. laevigatus* an der Pazifikküste, die bis zu drei Meter hoch werden kann. Ökologisch fungiert *Symphoricarpos albus* als Wirtspflanze für die Larvenstadien verschiedener Schmetterlinge, darunter der Schwärmer *Sphinx vashti* und der Hummelschwärmer (*Hemaris diffinis*). Historisch wurde die Art bereits 1817 als Zierpflanze in Europa eingeführt, wo sie sich mittlerweile als Neophyt in vielen Gebieten etabliert hat und teilweise invasive Tendenzen zeigt. Der wissenschaftliche Name leitet sich aus dem Griechischen ab und verweist auf die zusammen getragenen Früchte (*symphorein* und *karpos*), während das Epitheton *albus* die weiße Farbe der Beeren betont.[1]

Verhalten

Das Verhalten von *Symphoricarpos albus* ist durch vegetative Ausbreitungsstrategien und komplexe Interaktionen mit der Fauna geprägt. Die Pflanze zeigt ein ausgeprägtes koloniales Wachstum, indem sie sich durch unterirdische Rhizome ausbreitet und dichte Dickichte bildet, die der Bodenstabilisierung dienen. Zur sexuellen Fortpflanzung nutzt die Art eine entomophile Strategie und lockt durch nektarreiche Blüten Bestäuber wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an.[1] Spezifische Interaktionen bestehen zudem mit Kolibriarten wie *Calypte anna* und *Selasphorus rufus*, die als Nektarkonsumenten auftreten.[4] Für die Samenverbreitung setzt *Symphoricarpos albus* auf Endozoochorie, wobei die Früchte bis in den Winter an den Zweigen verbleiben (Persistenz), um Vögel wie Wanderdrosseln und Seidenschwänze anzulocken.[3] Zur chemischen Abwehr synthetisiert die Pflanze Saponine, Calciumoxalat und Iridoide, die auf bestimmte Insekten toxisch wirken und Fressfeinde abschrecken sollen.[1][2] Trotz dieser chemischen Abwehrmechanismen wird das Laub von Großsäugern wie Weißwedelhirschen, Dickhornschafen und Bären als Nahrung genutzt, wobei die Toxine meist ohne letale Folgen toleriert werden. Eine wesentliche physiologische Anpassung ist die Symbiose mit arbuskulären Mykorrhizapilzen, welche die Nährstoffaufnahme in nährstoffarmen Böden optimiert und die Stressresistenz erhöht. In nicht-heimischen Gebieten, insbesondere in Europa, zeigt die Art ein invasives Verdrängungsverhalten gegenüber der nativen Unterholzvegetation.[1]

Ökologie

Symphoricarpos albus besiedelt als anpassungsfähiger Strauch diverse Habitate von trockenen Felsenhängen bis zu Uferzonen und fungiert oft als Unterwuchs in Mischwäldern.[1][3] Die Art toleriert ein breites Spektrum an Lichtverhältnissen von voller Sonne bis Halbschatten und gedeiht auf gut durchlässigen, sandigen bis lehmigen Böden mit einem pH-Wert von 6,0 bis 8,0.[5][1] Durch symbiotische Beziehungen mit arbuskulären Mykorrhizapilzen kann die Pflanze Nährstoffe auch aus nährstoffarmen Substraten effizient aufnehmen.[1] Mit ihrem extensiven, rhizombildenden Wurzelsystem trägt die Schneebeere maßgeblich zur Bodenstabilisierung und Erosionskontrolle bei, insbesondere an Hängen und Flussufern.[3][1] Die glockenförmigen Blüten bieten Nektar für Bestäuber wie Bienen, Hummeln, Schmetterlinge sowie Kolibriarten wie den Anna-Kolibri (*Calypte anna*) und die Rotrücken-Zimtelfe (*Selasphorus rufus*).[4][1] Zudem dient die Pflanze als Wirt für die Raupen von Nachtfaltern, darunter der Hummelschwärmer (*Hemaris diffinis*) und die Vashti-Sphinx-Motte (*Sphinx vashti*).[1] Die bis in den Winter persistierenden weißen Früchte stellen eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel wie Wanderdrosseln (*Turdus migratorius*), Einsiedlerdrosseln und Kragenhühner dar, die durch Ausscheidung der unverdauten Nüsschen zur Samenverbreitung beitragen.[6][1] Das Laub und die Zweige werden von Säugetieren wie Weißwedelhirschen, Dickhornschafen und Grizzlybären als Weidenahrung genutzt, wobei enthaltene Saponine für diese Tiere meist unbedenklich sind.[1][3] Gegenüber bestimmten pflanzenfressenden Insekten wirken die in der Pflanze enthaltenen Iridoide toxisch und können übermäßigen Fraß verhindern.[1] Während die Art im nativen Verbreitungsgebiet Sukzessionsstadien anzeigt, bildet sie in eingeführten Regionen wie Europa dichte Dickichte, die durch Lichtkonkurrenz die heimische Unterwuchsflora verdrängen können.[1][9]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Symphoricarpos albus fungiert in seinem nordamerikanischen Ursprungsgebiet als wertvolle Nutzpflanze für Erosionsschutz und Wildtierfütterung, während es in Teilen Europas als invasiver Neophyt klassifiziert wird.[1] In eingeschleppten Gebieten bildet der Strauch durch vegetative Ausbreitung dichte, monospezifische Dickichte, welche die heimische Unterwuchsflora unterdrücken und verdrängen.[9][8] Die Pflanze enthält Saponine sowie Calciumoxalat-Kristalle, wodurch Beeren und Blätter für den Menschen als schwach giftig gelten.[3][1] Der Verzehr kann zu gastrointestinalen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen, in schweren Fällen auch zu Schwindel oder Delirium, wobei keine Todesfälle dokumentiert sind.[3][2] Bei direktem Kontakt mit Pflanzensaft oder Früchten sind zudem leichte Hautreizungen möglich.[3] Für Weidevieh und Wildtiere ist die Art hingegen weitgehend ungefährlich und dient als Äsungspflanze, da die enthaltenen Toxine kaum resorbiert werden.[3][6] Im Gartenbau zeigt sich die Schneebeere weitgehend resistent gegenüber Schädlingen, neigt jedoch an feuchten, schlecht belüfteten Standorten zu Befall durch Echten Mehltau. Zur präventiven Vermeidung von Pilzerkrankungen wird die Pflanzung an Orten mit guter Luftzirkulation sowie die Vermeidung von Staunässe empfohlen.[1] Die Bekämpfung invasiver Bestände erfolgt primär durch mechanische Entfernung, wobei das gesamte Wurzelsystem inklusive der Rhizome ausgegraben werden muss, um einen Neuaustrieb zu verhindern.[1][9] Das Entfernen verblühter Blütenstände (Deadheading) unterbindet die Samenbildung und die damit verbundene Ausbreitung durch Vögel. In hartnäckigen Fällen kann der gezielte Einsatz von Herbiziden erforderlich sein, um großflächige Verwilderungen einzudämmen.[1] Umgekehrt wird die Art in nordamerikanischen Renaturierungsprojekten aufgrund ihres robusten Wurzelsystems aktiv zur Stabilisierung von Hängen und zur Rekultivierung von Bergbauflächen eingesetzt.[1][5] Während in Europa Bekämpfungsmaßnahmen nötig sein können, gilt die Art in US-Bundesstaaten wie Massachusetts und Virginia aufgrund von Habitatverlusten als gefährdet und bedarf rechtlicher Schutzmaßnahmen.[1]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Symphoricarpos albus* liegt primär im Gartenbau und der Landschaftsarchitektur, wo die Art kommerziell für Heckenpflanzungen und Erosionsschutz vertrieben wird.[1] Aufgrund ihres ausgedehnten Wurzelsystems wird sie in Nordamerika gezielt in Restaurierungsprojekten zur Stabilisierung von Hängen und Uferzonen eingesetzt.[3][1] In Europa hingegen verursacht die Art als invasiver Neophyt ökologische und ökonomische Schäden, indem sie dichte Dickichte bildet, die die heimische Unterholzflora verdrängen.[1][9] Dies führt zu Aufwänden in der Forst- und Landschaftspflege, da zur Bekämpfung arbeitsintensive manuelle Entfernungen oder der Einsatz von Herbiziden notwendig sind.[1][8] In der Landwirtschaft dient der Strauch als Weidepflanze für Schafe und Rinder, da die enthaltenen Saponine für Nutztiere in der Regel unbedenklich sind und keine Vergiftungen verursachen.[3] Als Nützling fördert *Symphoricarpos albus* bestäubende Insekten wie Bienen und Schmetterlinge sowie spezifische Nachtfalterarten, was die Biodiversität in bewirtschafteten Flächen unterstützt.[1][4] Historisch nutzten indigene Völker Nordamerikas Pflanzenteile zur Herstellung von Pfeilschäften und Besen oder verwendeten die saponinhaltigen Beeren als Seifenersatz.[10] Obwohl der Verzehr der Beeren beim Menschen leichte Vergiftungssymptome auslösen kann, sind keine signifikanten medizinischen Kosten oder Todesfälle dokumentiert.[1][2]

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzung von *Symphoricarpos albus* erfolgt sowohl sexuell durch Samen als auch vegetativ über ein ausgedehntes Rhizomsystem.[1] Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis August, wobei der Höhepunkt der Anthese in den Monaten Juni und Juli liegt.[3] Als entomophile Pflanze werden die Blüten primär von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen bestäubt.[1] Zusätzlich nutzen Kolibriarten wie der Anna-Kolibri (*Calypte anna*) und die Rotrücken-Zimtelfe (*Selasphorus rufus*) den Nektar als Nahrungsquelle.[4] Nach der Befruchtung entwickeln sich weiße, beerenartige Steinfrüchte, die von Ende August bis September reifen und oft den gesamten Winter über an den Zweigen verbleiben.[5] Jede Frucht enthält typischerweise zwei Nüsschen, in denen sich jeweils ein einzelner Samen befindet.[1] Die Samen weisen eine ausgeprägte Dormanz auf, die durch eine harte Samenschale und einen unterentwickelten Embryo bedingt ist.[8] Für die Keimung ist eine komplexe Stratifikation erforderlich, bestehend aus einer Warmphase von 20 bis 91 Tagen gefolgt von einer Kälteperiode von 60 bis 300 Tagen.[3] Unter optimalen Bedingungen erreichen stratifizierte Samen Keimraten von 74 % bis 87 %, während unbehandelte Samen kaum keimen.[2] Die Samen bleiben bei korrekter Lagerung 7 bis 10 Jahre lebensfähig.[3] Vegetativ breitet sich die Schneebeere aggressiv durch unterirdische Ausläufer aus, wodurch dichte Dickichte entstehen, die nach Störungen wie Feuer rasch regenerieren. Das Wachstum ist moderat, mit einem jährlichen Zuwachs von 30 bis 60 cm, wobei die Pflanze eine hohe Kältetoleranz bis -40 °C aufweist. Das Wurzelsystem geht eine Symbiose mit arbuskulären Mykorrhizapilzen ein, was die Nährstoffaufnahme in mageren Böden verbessert.[1] Ökologisch fungiert *Symphoricarpos albus* als Wirtspflanze für die Larven verschiedener Schmetterlingsarten, darunter *Sphinx vashti* und der Hummelschwärmer (*Hemaris diffinis*).[6] Die Verbreitung der Samen erfolgt endozoochor durch Vögel wie Wanderdrosseln und Seidenschwänze, welche die Früchte fressen und die Nüsschen unverdaut ausscheiden.[7] Obwohl das Laub von Hirschen und Vieh gefressen wird, schützen Saponine und Calciumoxalatkristalle die Pflanze vor übermäßigem Fraß durch generalistische Insekten.[1][8] Zu den Mortalitätsfaktoren zählen Pilzkrankheiten wie Echter Mehltau, der besonders an feuchten Standorten mit schlechter Luftzirkulation auftritt.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Symphoricarpos albus* umfasst weite Teile Nordamerikas, von Alaska und British Columbia südwärts bis nach Kalifornien und New Mexico sowie ostwärts bis Nova Scotia und Virginia.[1] Dabei werden taxonomisch zwei Hauptvarietäten unterschieden: *var. albus* an der Atlantikküste und *var. laevigatus* im pazifischen Raum. Fossile Funde in Utah und Texas belegen die Präsenz der Gattung in diesen Regionen bereits seit dem Pleistozän.[1] Nach Europa wurde die Art im Jahr 1817 als Zierstrauch eingeführt, wobei die Auswilderung und Verbreitung im späten 19. Jahrhundert begann.[1] Heute ist die Schneebeere in weiten Teilen Europas, einschließlich Deutschland, Großbritannien und Skandinavien, eingebürgert, wobei hier vorwiegend die Varietät *var. laevigatus* anzutreffen ist. Weitere neophytische Vorkommen existieren in Neuseeland sowie vereinzelt in Zentralasien. *Symphoricarpos albus* besiedelt diverse Habitate, darunter trockene Felshänge, lichte Wälder, Flussufer und Waldränder. Die Pflanze gedeiht auf gut durchlässigen Böden von Sand bis Lehm und toleriert nährstoffarme Substrate wie Kalkstein. Sie wächst sowohl in voller Sonne als auch im Halbschatten und ist ein typischer Bestandteil des Unterholzes in Mischwäldern. Im ursprünglichen Verbreitungsgebiet ist der Strauch oft mit Gelb-Kiefern und immergrünen Mischwäldern vergesellschaftet. Die vertikale Verbreitung reicht in einigen Regionen bis in Höhenlagen von etwa 2.500 Metern.[1] Aufgrund ihrer Toleranz gegenüber städtischen Bedingungen findet sich die Art häufig in Siedlungsbereichen, Heckenpflanzungen und auf gestörten Flächen.[5] In den eingeschleppten Gebieten Europas bildet die Schneebeere oft dichte Dickichte, die die heimische Unterwuchsvegetation verdrängen können.[1] Das klimatische Spektrum umfasst die USDA-Winterhärtezonen 3 bis 7, was eine hohe Kältetoleranz belegt.[5]

Saisonalität & Aktivität

Die Blütezeit von *Symphoricarpos albus* erstreckt sich von Mai bis August, wobei der Höhepunkt der Anthese in den Monaten Juni und Juli liegt.[1][3] In dieser Phase ist die Pflanze entomophil und wird intensiv von Bienen, Hummeln sowie Schmetterlingen beflogen.[5][1] Die charakteristischen weißen Steinfrüchte reifen ab Ende August bis Anfang September heran und verbleiben als Wintersteher oft bis in das nächste Frühjahr an den Zweigen.[5][4] Das Laub treibt im Frühjahr aus und zeigt im Herbst eine eher unauffällige Gelbfärbung, bevor es abgeworfen wird. Die Art ist extrem frosthart und toleriert Temperaturen bis -40 °C (USDA-Zonen 3–7), wodurch sie auch strenge Winter unbeschadet überdauert.[1] Während der Vegetationsperiode dient der Strauch als Wirtspflanze für die Larven verschiedener Schmetterlingsarten, darunter der Hummelschwärmer (*Hemaris diffinis*) und *Sphinx vashti*.[1][6] In den Wintermonaten bieten die persistierenden Beeren eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel wie Wanderdrosseln und Seidenschwänze, besonders wenn andere Nahrungsquellen durch Schnee bedeckt sind.[7][1] Das öffentliche Suchinteresse korreliert stark mit dieser visuellen Präsenz der Früchte und erreicht in den Monaten September und Oktober seine jährlichen Höchstwerte.[5]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Paul-Ernst-Park, Berlin, Berlin, Deutschland

    18.01.2026

  • Mannheim, Baden-Württemberg, Deutschland

    18.01.2026

  • NSG Saumain, Deutschland

    11.01.2026

  • Berlin

    09.01.2026

  • Germany

    06.01.2026

Daten: iNaturalist

Quellen & Referenzen

  1. https://www.missouribotanicalgarden.org/PlantFinder/PlantFinderDetails.aspx?kempercode=e292
  2. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:149485-1
  3. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/symphoricarpos-albus/
  4. https://nativeplantspnw.com/common-snowberry-symphoricarpos-albus/
  5. https://fsus.ncbg.unc.edu/show-key.php?highlighttaxonid=4584
  6. https://blogs.oregonstate.edu/treetopics/2016/06/24/shrubs-wildlife-snowberry/
  7. https://wwf.ca/stories/native-plants-winter-wildlife/
  8. https://explorer.natureserve.org/Taxon/ELEMENT_GLOBAL.2.133383/Symphoricarpos_albus_var_albus
  9. https://invasivespeciesni.co.uk/species-accounts/established/terrestrial/snowberry
  10. http://naeb.brit.org/uses/39083/
  11. Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)