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Lexikon-Eintrag

Astern Symphyotrichum novi-belgii

Astern

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Asterales (Asterales)
Familie Asteraceae
Gattung Symphyotrichum
Art Symphyotrichum novi-belgii
Wissenschaftlicher Name Symphyotrichum novi-belgii (L.) G.L.Nesom
Akzeptierter Name

Einleitung

*Symphyotrichum novi-belgii*, geläufig als New York Aster oder New Belgium Aster bezeichnet, ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).[1] Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich über das östliche Nordamerika, wo sie bevorzugt in Feuchtgebieten, Marschen und Küstenregionen wächst. Historisch unter dem Synonym *Aster novi-belgii* geführt, wurde das Taxon aufgrund morphologischer und zytologischer Merkmale in die Gattung *Symphyotrichum* reklassifiziert.[2]

Fakten (kompakt)

- Die Art ist genetisch hexaploid und weist einen Chromosomensatz von 2n = 48 auf, der auf einer Basiszahl von x = 8 beruht. - Die Blütenköpfe setzen sich aus 15 bis 50 Zungenblüten zusammen, welche eine zentrale Scheibe umrahmen, die ihre Farbe von Gelb zu Rötlich wechselt. - Zur Windausbreitung nutzen die Cypsela-Früchte einen Pappus, der aus 20 bis 55 dauerhaften, weiß bis bräunlichen Borsten besteht.[8] - Taxonomisch werden mindestens vier Varietäten unterschieden: *var. novi-belgii*, *var. elodes*, *var. villicaule* und *var. crenifolium*. - Das gesamte natürliche Verbreitungsgebiet umfasst eine Fläche von über 2.500.000 Quadratkilometern mit mehr als 300 dokumentierten Vorkommen. - Neben dem Hauptverbreitungsgebiet wurde die Pflanze auch nach Australien, Mexiko und British Columbia eingeschleppt. - Der globale Erhaltungsstatus wird mit dem Rang G5 (secure) bewertet; die Art ist nicht im U.S. Endangered Species Act gelistet. - Zu den spezialisierten Bestäubern zählt die Wildbiene *Andrena asteris*. - Lokale Bestände können durch Wildverbiss durch Hirsche sowie durch die natürliche Sukzession von Lebensräumen bedroht sein. - Ein historisches Synonym für die Art ist *Aster longifolius*.[8]

Name & Einordnung

Der akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Symphyotrichum novi-belgii* (L.) G.L.Nesom.[3][4] Ursprünglich wurde die Pflanze im Jahr 1753 von Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum* unter dem Basionym *Aster novi-belgii* erstbeschrieben.[2] Im Jahr 1994 revidierte Guy L. Nesom die Gattung *Aster* sensu lato umfassend und überführte diese nordamerikanische Art basierend auf morphologischen und zytologischen Merkmalen in die wiederhergestellte Gattung *Symphyotrichum*. *Symphyotrichum novi-belgii* fungiert dabei als Typusart der Gattung und verankert deren nomenklatorische Stabilität.[4] Der Gattungsname leitet sich von den griechischen Wörtern *symphyō* (zusammenwachsen) und *thrix* (Haar) ab, was sich auf den an der Basis verwachsenen Ring der Pappusborsten bezieht. Das Artepitheton *novi-belgii* ist lateinisch für „aus Neu-Belgien“ und ehrt die historische niederländische Kolonie New Netherland (heute New York), in der die Pflanze heimisch ist.[3] Im englischen Sprachraum sind die Trivialnamen „New York aster“ sowie „Michaelmas daisy“ gebräuchlich, wobei letzterer auf die späte Blütezeit um den Michaelistag (29. September) verweist.[3] Zu den relevanten Synonymen zählen neben dem Basionym auch *Aster longifolius* Lam. und *Aster johannensis* Fernald.[2][5] Innerhalb der Art werden taxonomisch mindestens vier Varietäten unterschieden (*var. novi-belgii*, *var. elodes*, *var. villicaule* und *var. crenifolium*), die genetisch und umweltbedingt variieren.[2]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Symphyotrichum novi-belgii ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 150 Zentimetern erreicht und lockere bis dichte Kolonien oder horstartige Bestände bildet.[2][5] Die aufrechten, geraden Stängel variieren von kräftig bis schlank und weisen oft eine rötliche Färbung auf, insbesondere an der Basis. Sie sind meist kahl oder in Längslinien spärlich behaart, wobei einige Varietäten auch eine strigose bis pilose Behaarung zeigen können. Die wechselständig angeordneten Laubblätter nehmen am Stängel nach oben hin an Größe ab, wobei die basalen Blätter zur Blütezeit oft bereits verwelkt sind. Die oberen, sitzenden oder stängelumfassenden Blätter sind lanzettlich bis elliptisch geformt, 1,3 bis 6,2 cm lang und besitzen raue oder gezähnte Ränder sowie eine stachelspitzige Spitze. Der Blütenstand ist eine endständige Rispe oder Schirmrispe, die sich aus 20 bis 100 einzelnen Blütenkörbchen zusammensetzt. Jedes Köpfchen hat einen Durchmesser von etwa 1,5 bis 4 cm und ist von dachziegelartig angeordneten, linearen Hüllblättern umgeben, die grün bis purpurfarben und meist kahl oder schwach behaart sind.[2] Die 15 bis 50 Zungenblüten besitzen 8 bis 20 mm lange Kronblätter, deren Färbung von Blau-Violett über Rosa bis hin zu Weiß variiert.[2][5] Im Zentrum befinden sich 28 bis 68 Röhrenblüten, die zunächst gelb gefärbt sind und sich mit zunehmendem Alter rötlich verfärben. Als Früchte werden obovate, komprimierte Achänen von 2 bis 4 mm Länge gebildet, die hellbraun bis braun gefärbt und spärlich striegelhaarig sind. Zur Windausbreitung tragen die Früchte einen Pappus aus 4 bis 6 mm langen, weißen bis bräunlichen Borsten. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur eurasischen Gattung Aster s.s. ist der Pappus, der bei Symphyotrichum aus beständigen, oft basal verwachsenen Borsten besteht, während Aster s.s. zusätzlich eine äußere Reihe kurzer Borsten aufweist. Zytologisch unterscheidet sich die Art als Hexaploide mit einer Chromosomenzahl von 2n = 48 durch die Basiszahl x = 8 von verwandten Gruppen mit x = 9.[5] Die Art umfasst mindestens vier Varietäten wie var. novi-belgii oder var. villicaule, die je nach genetischen und umweltbedingten Einflüssen morphologische Variationen zeigen.[2]

Beschreibung

Symphyotrichum novi-belgii ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die typischerweise Wuchshöhen von 60 bis 150 cm erreicht und durch lange Rhizome oder Ausläufer lockere bis dichte Kolonien bildet.[3][2] Die aufrechten Stängel variieren von kräftig bis schlank, sind oft rötlich gefärbt, besonders an der Basis, und meist kahl oder weisen im oberen Bereich spärliche Haare in Längslinien auf. Die wechselständigen Laubblätter nehmen am Stängel nach oben hin an Größe ab, wobei die basalen Blätter zur Blütezeit oft bereits verwelkt sind. Distale Blätter präsentieren sich sitzend oder stängelumfassend mit lanzettlicher bis elliptischer Form und glatten bis leicht behaarten Oberflächen.[2] Ein charakteristisches Merkmal ist die hohe morphologische Variabilität der Art, die durch genetische Faktoren und Umweltbedingungen beeinflusst wird.[5] Dies führt zur Unterscheidung von mindestens vier Varietäten, darunter *var. elodes*, *var. villicaule* und *var. crenifolium*, die unterschiedliche ökologische Nischen besetzen. Im natürlichen Habitat, das von Salzmarschen bis zu Flussufern reicht, zeigt die Art spezifische Anpassungen an feuchte, oft sandige oder felsige Böden und toleriert nährstoffarme Bedingungen.[5] Der Blütenstand bildet eine endständige Rispe oder Schirmtraube, die sich aus 20 bis 100 einzelnen Blütenköpfchen zusammensetzt. Jedes Köpfchen weist einen Durchmesser von etwa 1,5 bis 4 cm auf und besteht aus imbrikaten Hüllblättern, die linear und akut geformt sind.[2] Die 15 bis 50 Zungenblüten variieren farblich von blau-violett bis rosa oder weiß und umgeben die zentralen Röhrenblüten.[3][2] Ein spezifisches Erkennungsmerkmal im Feld ist der Farbwechsel der Röhrenblüten, die sich mit zunehmendem Alter von Gelb nach Rötlich verfärben.[2] Mikroskopisch relevant ist der Pappus, der aus einem Ring von 4 bis 6 mm langen, an der Basis oft verwachsenen Borsten besteht.[2][7] Dieser Pappus krönt die obovoiden, komprimierten Achänen und ermöglicht deren effektive Windausbreitung über größere Distanzen.[2] Im Gegensatz zur eurasischen Gattung *Aster* sensu stricto, die eine Chromosomen-Basiszahl von x=9 aufweist, ist *S. novi-belgii* hexaploid mit einem Chromosomensatz von 2n=48.[7] Die Blütezeit erstreckt sich im natürlichen Verbreitungsgebiet von Juli bis Oktober, wobei die Blühinduktion als Kurztagpflanze durch Tageslängen von unter 13 Stunden ausgelöst wird.[3][1] Die zwittrigen Blüten sind selbstinkompatibel und zwingend auf Fremdbestäubung durch Insekten angewiesen, um genetische Vielfalt zu gewährleisten.[1] Ökologisch fungiert die Pflanze als bedeutende Larvennahrung für Schmetterlinge, insbesondere für den *Phyciodes tharos* (Pearl Crescent) und verschiedene Mottenarten.[5] Die Samenkeimung erfordert eine Kaltstratifikation von 30 bis 60 Tagen, eine physiologische Anpassung an das gemäßigte Klima zur Überwindung der Dormanz.[1] Historisch wurde die Art 1753 von Carl Linnaeus unter dem Basionym *Aster novi-belgii* erstbeschrieben. Der wissenschaftliche Name *novi-belgii* bedeutet "aus Neu-Belgien" und ehrt die historische niederländische Kolonie Neu-Niederlande im heutigen New York.[4]

Verhalten

Als Kurztagpflanze zeigt *Symphyotrichum novi-belgii* eine spezifische phänologische Reaktion auf die Lichtdauer, wobei die Blütenbildung durch Tageslängen von 12 bis 13 Stunden oder weniger ausgelöst wird.[6] Dieses Verhalten steuert den Übergang vom vegetativen Wachstum zur reproduktiven Phase unter natürlichen Herbstbedingungen.[6][5] Die Art zeigt ein ausbreitendes Wachstumsverhalten, indem sie lange Rhizome oder Ausläufer bildet, durch die sie lockere bis dichte koloniale Bestände formt.[2][3] In Bezug auf interspezifische Interaktionen dient die Pflanze als wichtige Ressource und zieht diverse Bestäuber an, darunter Bienen, Fliegen, Käfer und Motten.[5] Eine spezialisierte Beziehung besteht zur Sandbiene *Andrena asteris* sowie zum Schmetterling *Phyciodes tharos* (Pearl Crescent), dessen Larven die Pflanze als Wirt nutzen. In natürlichen Lebensräumen konkurriert *Symphyotrichum novi-belgii* um Ressourcen mit anderen einheimischen Arten wie Goldruten (*Solidago* spp.).[3] Zur räumlichen Ausbreitung nutzen die Achänen einen Pappus aus feinen Borsten, der den Transport durch den Wind über Distanzen ermöglicht.[2] Die Samen weisen eine physiologische Dormanz auf und benötigen eine Kaltstratifikation von 30 bis 60 Tagen bei feuchten Bedingungen, um im Frühjahr zu keimen.[3]

Ökologie

Symphyotrichum novi-belgii besiedelt diverse Feuchtgebiete und offene Areale, darunter Brack- und Salzmarschen, Uferzonen von Flüssen und Seen sowie Sanddünen und Kiefernheiden.[5] Die Art bevorzugt sandige, felsige oder feuchte Böden, die oft nährstoffarm sind, und gilt je nach Kontext als fakultative (FACW) bis obligate Feuchtgebietspflanze (OBL).[5][1] In diesen Lebensräumen tragen die Wurzelsysteme der Pflanze zur Bodenstabilisierung bei.[1] Als spätblühende Komponente des Ökosystems fungiert sie als wichtige Nektarquelle für Bestäuber wie Bienen, Schwebfliegen, Käfer und Motten, wenn andere Nahrungsquellen im Herbst schwinden.[1][2] Zu den spezialisierten Besuchern zählt unter anderem die Wildbiene *Andrena asteris*.[5][3] Zudem dient die Pflanze als Wirt für die Raupen des Perlmuttfalter-Verwandten *Phyciodes tharos* (Pearl Crescent) sowie verschiedener Mottenarten. Nach der Windausbreitung werden die Samen von Singvögeln und kleinen Säugetieren als Nahrung genutzt. In natürlichen Beständen konkurriert *Symphyotrichum novi-belgii* um Ressourcen mit anderen einheimischen Arten wie Goldruten (*Solidago* spp.).[1] Der ökologische Druck auf die Populationen umfasst neben der natürlichen Sukzession und Konkurrenz durch invasive Pflanzen auch den intensiven Verbiss durch Hirsche.[5][1] Die Art ist selbstinkompatibel und auf Fremdbestäubung angewiesen, breitet sich jedoch lokal auch vegetativ über Rhizome aus, um dichte klonale Kolonien zu bilden.[2][3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Ökologisch betrachtet fungiert *Symphyotrichum novi-belgii* primär als wertvoller Nützling, der späte Nektarquellen für Bestäuber wie Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge bereitstellt.[1][3] Zudem dient die Art als Wirtspflanze für die Larven des Perlmuttfalter-Verwandten *Phyciodes tharos* sowie verschiedener Nachtfalter.[3] Außerhalb ihres nativen Verbreitungsgebiets in Nordamerika wurde die Pflanze in Europa und anderen Regionen eingeführt, wo sie in Ruderalflächen verwildern kann.[4] Im Gartenbau stellt die Anfälligkeit für Echten Mehltau das bedeutendste phytopathologische Problem dar, insbesondere in feuchten Umgebungen mit schlechter Luftzirkulation. Zu den tierischen Schädlingen zählen Blattläuse, Spinnmilben und Nacktschnecken, die Fraßschäden an Blättern und Stängeln verursachen.[3] In natürlichen Beständen kann zudem Wildverbiss durch Hirsche die Bestandsdichte reduzieren.[5] Präventive Maßnahmen konzentrieren sich auf bauliche und kulturelle Aspekte, wobei ausreichende Pflanzabstände und eine gute Luftzirkulation das Risiko von Pilzinfektionen minimieren. Das Vermeiden von Überkopfberegnung ist essenziell, um das Laub trocken zu halten und die Ausbreitung von Sporen zu verhindern. Eine regelmäßige Teilung der Rhizome alle zwei bis drei Jahre dient der Verjüngung und reduziert die Krankheitsanfälligkeit durch Überfüllung. Im Frühjahr sollte abgestorbenes oder beschädigtes Pflanzenmaterial entfernt werden, um die Luftzirkulation zu fördern. Im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) wird die Förderung von Nützlingen empfohlen, um Schädlingspopulationen natürlich zu regulieren. Bei akutem Befall durch Schädlinge kann der Einsatz von Neemöl als bekämpfende Maßnahme erfolgen. Gegen pilzliche Erreger helfen Fungizide sowie das konsequente Entfernen und Entsorgen infizierter Pflanzenteile. Die Auswahl resistenter Sorten, wie etwa 'Professor Anton Kippenberg' oder 'Climax', stellt eine effektive Strategie zur Vermeidung von Mehltaubefall dar.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung

Symphyotrichum novi-belgii besitzt eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung als Zierpflanze und Schnittblume, wobei seit dem 19. Jahrhundert über 1.000 Sorten für den Gartenbau entwickelt wurden.[3] In der kommerziellen Produktion können jedoch wirtschaftliche Einbußen durch die hohe Anfälligkeit für Echten Mehltau entstehen, der die optische Qualität von Blättern und Blüten mindert und den Marktwert reduziert. Zusätzlich verursachen Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben und Schnecken Kosten für Bekämpfungsmaßnahmen, um die Verkaufsfähigkeit der Pflanzen zu gewährleisten.[6] Außerhalb des nativen Verbreitungsgebiets gilt die Art in Teilen Europas, Australiens und Asiens als invasiv und besiedelt Ruderalflächen, was potenziell Managementmaßnahmen in betroffenen Ökosystemen erfordert. Als Nützling leistet die Pflanze einen positiven ökonomischen Beitrag, indem sie Bestäuber wie Bienen (*Andrena asteris*) und Schwebfliegen unterstützt, die für landwirtschaftliche Systeme essenziell sind. Die Wurzelsysteme tragen zudem zur Bodenstabilisierung in Feuchtgebieten bei, was der Art einen Wert in Renaturierungsprojekten verleiht.[3]

Biologie & Lebenszyklus

Symphyotrichum novi-belgii ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 150 Zentimetern erreicht und dichte Bestände oder horstartige Gruppen bildet. Die vegetative Ausbreitung erfolgt primär über lange Rhizome oder Ausläufer, wodurch ausgedehnte klonale Kolonien entstehen können.[2] Im natürlichen Verbreitungsgebiet erstreckt sich die Blütezeit von Juli oder August bis Oktober, wobei die Art physiologisch als Kurztagspflanze reagiert.[3][6] Der Übergang von der vegetativen zur reproduktiven Phase wird durch Tageslängen von 12 bis 13 Stunden oder weniger ausgelöst, was dem natürlichen Herbstzyklus entspricht.[6] Die zwittrigen Blütenköpfe sind selbstinkompatibel und benötigen zwingend eine Fremdbestäubung für einen erfolgreichen Samenansatz.[3] Zu den Bestäubern zählen diverse Insekten wie Bienen (spezifisch Andrena asteris), Schmetterlinge, Fliegen und Käfer, die durch das Nektarangebot angelockt werden.[3][1] Nach der Befruchtung entwickeln sich 2 bis 4 Millimeter lange, abgeflachte Achänen, die mit einem Pappus aus feinen Borsten für die Windausbreitung ausgestattet sind.[2] Die Samen weisen eine physiologische Dormanz auf und benötigen zur Keimung eine Kaltstratifikation von 30 bis 60 Tagen bei Temperaturen zwischen 1 und 4 °C.[3] Physiologisch ist die Art an gemäßigte Klimazonen angepasst (USDA-Zonen 3–8) und toleriert sowohl Staunässe als auch brackige Bedingungen in Salzmarschen.[1][5] Ökologisch fungiert Symphyotrichum novi-belgii als Wirtspflanze für die Larven des Perlmuttfalter-Verwandten Phyciodes tharos sowie verschiedener Mottenarten. Zu den natürlichen Stressfaktoren gehören Pilzkrankheiten wie Echter Mehltau, der besonders bei schlechter Luftzirkulation auftritt, sowie der Befall durch Blattläuse, Spinnmilben und Nacktschnecken.[3] Zusätzlich wird die Biomasse durch Wildverbiss, insbesondere durch Hirsche, reduziert, was lokale Populationen beeinträchtigen kann.[5]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Symphyotrichum novi-belgii* liegt im östlichen Nordamerika.[2] Es erstreckt sich von Neufundland, Nova Scotia und Québec in Kanada südwärts über die Neuengland-Staaten bis nach Georgia und South Carolina in den USA.[2][5] Der Schwerpunkt der Populationen befindet sich in den Küstenregionen, das Areal reicht jedoch stellenweise bis ins Landesinnere, etwa nach Pennsylvania. Disjunkte Vorkommen existieren zudem in den Appalachen, wo die Art in Virginia und West Virginia auch abseits der Küste Standorte besiedelt.[2] Das gesamte natürliche Verbreitungsgebiet umfasst eine Fläche von über 2,5 Millionen Quadratkilometern.[5] Außerhalb dieses Areals wurde *Symphyotrichum novi-belgii* als Zierpflanze weltweit verbreitet und hat sich vielerorts eingebürgert.[4] In Europa bestehen etablierte Bestände unter anderem im Vereinigten Königreich und den Niederlanden.[2] Weitere neophytische Vorkommen finden sich in Westasien, dem russischen Fernen Osten, Korea sowie in Australien, Neuseeland und Mexiko.[4][3] Ökologisch ist die Art an feuchte bis nasse Lebensräume angepasst.[5] Zu den primären Habitaten zählen Brack- und Salzmarschen, feuchte Dickichte, Wiesen sowie die Uferzonen von Flüssen und Seen. Die Pflanzen tolerieren nährstoffarme Substrate und wachsen bevorzugt auf sandigen, felsigen oder lehmigen Böden mit einem pH-Wert zwischen 5,0 und 7,5. In ihrem natürlichen Areal besiedelt die Art auch Sanddünen und Kiefernheiden (Pine Barrens).[2] *Symphyotrichum novi-belgii* gilt als fakultative bis obligate Feuchtgebietspflanze, die an vollsonnigen Standorten am besten gedeiht.[2][5] In den Einschleppungsgebieten tritt sie häufig ruderal auf und besiedelt Brachflächen, gestörte Böden sowie Wegränder.[3] Obwohl die Art global als nicht gefährdet gilt (G5), sind lokale Populationen durch Habitatverlust und ökologische Sukzession bedroht.[5]

Saisonalität & Aktivität

Symphyotrichum novi-belgii ist eine ausdauernde krautige Pflanze, deren phänologischer Schwerpunkt im Spätsommer und Herbst liegt.[2] Die Blütezeit erstreckt sich im natürlichen Verbreitungsgebiet in der Regel von Juli bis Oktober, wobei die Hauptblüte meist zwischen August und Oktober stattfindet.[5][1] Als Kurztagspflanze wird die reproduktive Phase photoperiodisch gesteuert, sobald die Tageslänge auf etwa 12 bis 13 Stunden oder weniger sinkt.[6] Diese späte Blühphase macht die Art zu einer wichtigen Ressource für zu dieser Zeit noch aktive Bestäuber wie Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge.[5] Nach der Samenreife und den ersten Frösten sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab, während die Pflanze im Wurzelbereich überwintert.[3] Die Art ist winterhart in den USDA-Zonen 3 bis 8 und überdauert die kalte Jahreszeit in einem Ruhestadium (Dormanz).[1][3] Für die erfolgreiche Keimung der Samen ist eine Kälteperiode (Stratifikation) von 30 bis 60 Tagen bei Temperaturen zwischen 1 und 4 °C erforderlich, was die Emergenz der Keimlinge im folgenden Frühjahr sichert.[3] Parallel zur sexuellen Reproduktion erfolgt die vegetative Ausbreitung über Rhizome, die im Frühjahr neue Triebe bilden.[2] Das öffentliche Interesse an der Pflanze korreliert stark mit dieser Saisonalität und erreicht in den Monaten September und Oktober seinen Höhepunkt.[1]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    23.11.2025

  • Karlshof - Israelsdorf - Gothmund, 23568 Lübeck-St. Gertrud, Deutschland

    15.11.2025

  • Naturpark Elbhöhen-Wendland, Schnega, Niedersachsen, Deutschland

    13.11.2025

  • An der Trift, 30827 Garbsen, Deutschland

    11.11.2025

  • Bremerhaven, DE-HB, Deutschland

    09.11.2025

Daten: iNaturalist

Quellen & Referenzen

  1. https://plants.ces.ncsu.edu/plants/symphyotrichum-novi-belgii/
  2. http://floranorthamerica.org/Symphyotrichum_novi-belgii
  3. https://www.gbif.org/species/3151558
  4. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:981864-1
  5. https://explorer.natureserve.org/Taxon/ELEMENT_GLOBAL.2.133498/Symphyotrichum_novi-belgii
  6. http://www.plantgrower.org/uploads/6/5/5/4/65545169/guide-to-successful-outdoor-aster-production.pdf
  7. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00087114.2016.1248100
  8. Literaturzusammenfassung (mit Bibliographie, siehe Primärquellenliste)