Zu Inhalt springen
Kostenloser Versand ab 29€
Versand 1-2 Tage
4.44 · 245.512+ Kunden
Lexikon-Eintrag

Mutterkraut Tanacetum parthenium

Mutterkraut

Taxonomie

Reich Pflanzen (Plantae)
Stamm Tracheophyta (Tracheophyta)
Klasse Magnoliopsida (Magnoliopsida)
Ordnung Asterales (Asterales)
Familie Asteraceae
Gattung Tanacetum
Art Tanacetum parthenium
Wissenschaftlicher Name Tanacetum parthenium (L.) Sch.Bip.
Akzeptierter Name

Einleitung

Das **Mutterkraut** (*Tanacetum parthenium*) ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), die ursprünglich in Südosteuropa, dem Kaukasus und Westasien verbreitet ist.[1][2] Die taxonomisch auch unter den Synonymen *Chrysanthemum parthenium* und *Matricaria parthenium* geführte Art wird weltweit als Zier- und Heilpflanze kultiviert.[1][3] Von der ähnlich aussehenden Echten Kamille (*Matricaria recutita*) unterscheidet sie sich durch ihre tiefer gelappten Blätter, den fehlenden Apfelduft sowie einen starken, kampferartigen Geruch.[2]

Community-Analyse

OpenInsect
8
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silberkrafto.shopmunity
Zuletzt am 19.06.2026
Werde Teil der Community
Lade ein Foto hoch und hilf uns, Arten zu erfassen.

Fakten (kompakt)

- Die chemische Zusammensetzung der Blätter umfasst Sesquiterpenlactone mit einem Parthenolid-Gehalt von 0,1 bis 0,2 Prozent. - Neben den Hauptwirkstoffen enthält das Profil spezifische Flavonoide wie Luteolin und Apigenin sowie Cumarine und ätherische Öle. - Phylogenetische Analysen mittels nrDNA ITS- und cpDNA trnH-psbA-Sequenzdaten zeigen eine enge genetische Verwandtschaft zum Rainfarn (*Tanacetum vulgare*). - Die Gattung *Tanacetum* wird der Tribus Anthemideae zugeordnet und umfasst insgesamt etwa 160 Arten. - Pharmakologische Studien deuten darauf hin, dass die Inhaltsstoffe neben der Serotoninhemmung auch die Prostaglandinsynthese inhibieren. - Als mögliche Nebenwirkung kann der Konsum Mundgeschwüre verursachen. - Aufgrund uterusstimulierender Eigenschaften gilt eine Schwangerschaft als Kontraindikation für die Einnahme. - Im gärtnerischen Kontext zeichnet sich die Art durch eine hohe Trockenheitstoleranz sowie Resistenz gegen Wildverbiss durch Rehe aus. - Es existieren Hinweise auf entzündungshemmende, antimikrobielle und antikanzerogene Effekte, deren wissenschaftliche Evidenz jedoch als begrenzt eingestuft wird.[8]

Name & Einordnung

Der heute akzeptierte wissenschaftliche Name der Art lautet *Tanacetum parthenium* (L.) Sch. Bip. Die Erstbeschreibung veröffentlichte Carl von Linné im Jahr 1753 in seinem Werk *Species Plantarum* unter dem Basionym *Matricaria parthenium* L., womit er die Pflanze zunächst den Kamillen zuordnete.[2][3] Aufgrund morphologischer Unterschiede in der Blattstruktur und den Blütenständen transferierte Karl Heinrich Schultz (Sch. Bip.) die Spezies 1844 in die Gattung *Tanacetum*. Diese taxonomische Neugruppierung wird durch moderne genetische Untersuchungen gestützt, welche die Art innerhalb der Tribus Anthemideae in die Nähe von *Tanacetum vulgare* stellen. Zu den bekannten Synonymen zählen *Chrysanthemum parthenium* (L.) Bernh. sowie *Pyrethrum parthenium* (L.) Sm., die frühere Zuordnungen zu den Wucherblumen beziehungsweise Insektenpulverpflanzen widerspiegeln.[1][2] Das Artepitheton *parthenium* leitet sich vom griechischen *parthenos* (Jungfrau) ab und verweist auf die historische medizinische Verwendung bei Frauenleiden oder eine Legende im Zusammenhang mit dem Parthenon.[3] Der im Deutschen gebräuchliche Trivialname Mutterkraut korrespondiert mit dieser etymologischen Herkunft und der Nutzung in der Frauenheilkunde.[4] Im englischen Sprachraum ist die Bezeichnung „Feverfew“ verbreitet, die sich über das Altenglische vom lateinischen *febrifugia* (Fiebervertreiber) ableitet. Weitere regionale oder historische Namen sind „Featherfew“ wegen der gefiederten Blätter oder „Bachelor’s buttons“ aufgrund der knopfartigen Blütenköpfe.[3]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

*Tanacetum parthenium* wächst als ausdauernde krautige Pflanze mit einem buschigen, horstbildenden Habitus und erreicht typischerweise Wuchshöhen von 20 bis 80 Zentimetern.[2][3] Die Pflanze bildet ein bis drei aufrechte, verzweigte Stängel aus, die eine gerippte Struktur aufweisen. Während die Stängel im unteren Bereich meist kahl sind, erscheinen sie im distalen, oberen Bereich fein behaart. Das Wurzelsystem ist flach und faserig ausgebildet. Die wechselständigen, gestielten Laubblätter besitzen eine eiförmige bis rundlich-dreieckige Blattspreite von 2 bis 10 Zentimetern Länge und 1,5 bis 4 Zentimetern Breite. Die Blattspreite ist fiederschnittig in 7 bis 11 Lappen unterteilt, deren Ränder wiederum fiederspaltig bis gezähnt sind.[2] Auf der Blattunterseite befinden sich Drüsenpunkte, die bei Berührung einen starken, bitteren und kampferartigen Geruch verströmen.[2][4] Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September.[3] Der Blütenstand setzt sich aus schirmrispigen Anordnungen von 5 bis 30 einzelnen, gänseblümchenartigen Blütenköpfchen zusammen. Jedes Köpfchen erreicht einen Durchmesser von 1,5 bis 3 Zentimetern mit einem 5 bis 7 Millimeter breiten Involucrum. Die Blütenköpfe bestehen aus 10 bis 21 weißen Zungenblüten, deren Zungen 2 bis 8 Millimeter lang sind. Diese umgeben die zentralen, gelben Röhrenblüten, welche Kronen von etwa 2 Millimetern Länge aufweisen.[2] Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zur Echten Kamille (*Matricaria recutita*) sind die massiven Stängel und die tiefer gelappten, nicht federartigen Blätter.[2][4] Zudem fehlt dem Mutterkraut der typische Apfelduft der Kamille; stattdessen dominiert ein intensives Kampferaroma.[4]

Beschreibung

Mutterkraut (*Tanacetum parthenium*) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (*Asteraceae*), deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet sich vom Balkan über den Kaukasus bis nach Vorderasien erstreckt.[1][2] Charakteristisch für die Art ist ihr buschiger, horstbildender Wuchs mit aufrechten, gerippten und im oberen Bereich verzweigten Stängeln, die Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern erreichen.[4][3] Im natürlichen Lebensraum fungiert sie oft als Pionierpflanze auf gestörten, nährstoffarmen Böden wie Schuttplätzen, Wegrändern oder Felsenhängen und stabilisiert dort das Substrat durch ihr flaches, faseriges Wurzelsystem.[6][3] Das vegetative Erscheinungsbild wird durch aromatische, fiederteilige Blätter geprägt, die beim Zerreiben einen intensiven, kampferartigen Geruch verströmen.[5] Dieser Duft basiert auf ätherischen Ölen und Sesquiterpenlactonen wie Parthenolid, welche in Drüsenhaaren (glandulären Trichomen) auf der Blattoberfläche konzentriert sind und als chemische Abwehr gegen Herbivoren dienen.[3] Trotz dieser Fraßschutzstoffe locken die gänseblümchenartigen Blütenstände, die in dichten Schirmrispen angeordnet sind, zahlreiche Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge an.[3][6] Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September, wobei die Pflanze fruchtbare Zungen- und Röhrenblüten ausbildet.[3] Im Feld lässt sich *Tanacetum parthenium* gut von der Echten Kamille (*Matricaria recutita*) unterscheiden, da sie festere Stängel und breitere, gelappte Blätter besitzt, während Kamille feines, dillartiges Laub aufweist.[5][6] Mikroskopisch und genetisch zeigt sich die Zugehörigkeit zur Gattung *Tanacetum* durch spezifische Merkmale der Achänen und eine Chromosomenzahl von 2n=18.[3] Historisch wurde die Art 1753 von Carl von Linné zunächst als *Matricaria parthenium* klassifiziert, bevor sie 1844 aufgrund morphologischer Unterschiede in der Blütenstruktur neu in die Gattung *Tanacetum* eingeordnet wurde.[5][3] Der Artname *parthenium* leitet sich vom griechischen Wort für „Jungfrau“ ab und verweist auf die traditionelle Nutzung bei Frauenleiden, was die lange ethnobotanische Geschichte unterstreicht.[3] Die Pflanze ist heute weltweit in gemäßigten Zonen naturalisiert und gilt in Nordamerika teilweise als invasiv, da sie sich aggressiv durch Selbstaussaat verbreitet und dichte Bestände bilden kann.[3][1] Ökologisch bevorzugt sie sonnige Standorte und meidet saure Böden, wobei sie eine bemerkenswerte Trockenheitstoleranz zeigt, sobald sie etabliert ist.[3] Die chemische Zusammensetzung variiert je nach Umweltbedingungen, wobei eine höhere Lichtexposition die Anreicherung von Wirkstoffen in den Blättern positiv beeinflusst.[5]

Verhalten

Als Pionierpflanze besiedelt *Tanacetum parthenium* rasch gestörte Böden und stabilisiert durch ihr Wurzelsystem das Substrat in Brachflächen oder an felsigen Hängen.[2] Das Wachstumsverhalten ist durch eine horstbildende Ausbreitung geprägt, die es der Pflanze ermöglicht, ihren Standort effizient zu behaupten. In eingeführten Verbreitungsgebieten zeigt die Art ein kompetitives Verhalten gegenüber der heimischen Flora und kann dichte Bestände bilden, die lokale Pflanzengesellschaften verdrängen.[3] Zur Abwehr von Herbivoren setzt die Pflanze auf chemische Verteidigungsstrategien, wobei das aromatische Laub sie resistent gegen Wildverbiss durch Rehe macht.[4] Auch gegenüber den meisten Insekten bietet die starke Aromabildung einen effektiven Schutz vor Fraßfeinden, da die Blätter bei Beschädigung einen bitteren, kampferartigen Geruch verströmen. Die Produktion der bioaktiven Substanzen erfolgt vorwiegend in glandulären Trichomen, wobei *Tanacetum parthenium* physiologisch auf Umweltreize reagiert und bei erhöhter Lichtintensität mehr abwehrrelevantes Parthenolid akkumuliert. Die körbchenförmigen Blütenstände üben eine hohe Anziehungskraft auf Bestäuber aus und werden zur Reproduktion regelmäßig von Bienen sowie Schmetterlingen angeflogen. Während etablierte Exemplare eine Toleranz gegenüber Trockenstress aufweisen, führt anhaltender Wassermangel zu einer erhöhten Anfälligkeit für opportunistische Schädlinge wie Blattläuse oder Spinnmilben.[3]

Ökologie

Ökologisch fungiert *Tanacetum parthenium* primär als Pionierpflanze in gestörten Habitaten, wo sie rasch Brachflächen, felsige Hänge und Waldränder besiedelt und zur Stabilisierung loser Substrate beiträgt. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet gedeiht die Art in offenen Übergangslandschaften wie Gebüschen und Lichtungen in Höhenlagen von Meereshöhe bis zu 2.500 Metern.[6] Die Pflanze zeigt eine ausgeprägte Präferenz für gut durchlässige, lehmige oder sandige Böden mit einem neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert (6,0–7,5) und meidet saure Standorte. Während *Tanacetum parthenium* für optimales Wachstum mindestens sechs Stunden direkte Sonneneinstrahlung benötigt, toleriert sie in heißeren Klimata Halbschatten und weist nach der Etablierung eine moderate Trockenheitstoleranz auf. Eine Empfindlichkeit besteht jedoch gegenüber Staunässe, was ihre Ausbreitung auf dauerhaft feuchten Standorten oder schweren Tonböden ohne ausreichende Drainage begrenzt.[3] Die körbchenförmigen Blütenstände ziehen diverse Bestäuber an, darunter Bienen und Schmetterlinge, wodurch die lokale Insektenbiodiversität unterstützt wird.[2] Aufgrund des aromatischen Laubs und der enthaltenen Sesquiterpenlactone ist *Tanacetum parthenium* resistent gegen Wildverbiss durch Hirsche und die meisten pflanzenfressenden Insekten. Trotz dieser chemischen Abwehr können gestresste Pflanzen, insbesondere unter trockenen Bedingungen, anfällig für den Befall durch Blattläuse und Spinnmilben sein. In eingeführten Gebieten wie Nordamerika und Australien kann die Art in gestörten Grasländern dichte Bestände bilden und durch Konkurrenz mit der heimischen Flora lokale Pflanzengesellschaften beeinflussen. Obwohl sie im pazifischen Nordwesten als invasiv eingestuft wird, gilt ihr ökologischer Einfluss im Vergleich zu aggressiveren Unkräutern meist als moderat.[3]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Obwohl *Tanacetum parthenium* primär als Arznei- und Zierpflanze kultiviert wird, gilt die Art in Regionen wie dem pazifischen Nordwesten oder Australien als invasives Umweltunkraut, das heimische Pflanzengesellschaften verdrängen kann.[6][3] Ökologisch fungiert die Pflanze als Nährquelle für Bestäuber und zieht Bienen sowie Schmetterlinge an. Medizinisch ist Mutterkraut für seine prophylaktische Wirkung bei Migräne bekannt, wobei Inhaltsstoffe wie Parthenolid die Serotoninfreisetzung hemmen.[3] Gesundheitliche Risiken umfassen allergische Reaktionen bei Korbblütler-Sensitivität, Kontaktdermatitis durch das Berühren frischer Blätter sowie Mundgeschwüre beim Kauen der Pflanze.[4][3] Aufgrund uteruskontrahierender Eigenschaften ist die Anwendung während der Schwangerschaft kontraindiziert. Im Anbau zeigt sich *Tanacetum parthenium* zwar resistent gegen viele Schädlinge, ist jedoch unter Stressbedingungen anfällig für Blattläuse und Spinnmilben. Als wichtigste präventive Maßnahme gilt die Sicherstellung einer guten Bodendrainage, da Staunässe schnell zu Wurzelfäule führt. Ein regelmäßiges Monitoring der Bestände wird empfohlen, wobei bei akutem Schädlingsbefall insektizide Seifen als Bekämpfungsmaßnahme eingesetzt werden können.[3] Zur Minimierung von Hautreizungen wurden patentierte Verfahren entwickelt, die sensibilisierende Alpha-Methylen-Gamma-Lactone aus Extrakten entfernen, ohne die entzündungshemmende Wirkung für dermatologische Anwendungen zu beeinträchtigen.[4] In Australien wird die Ausbreitung der Art behördlich überwacht, da sie besonders in gestörten Habitaten und Grasländern dominant auftreten kann.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung

Tanacetum parthenium gilt in einigen Regionen Nordamerikas, insbesondere im pazifischen Nordwesten, sowie in Australien als invasive Art, die durch Selbstaussaat verwildert.[6][3] In Australien wird die Pflanze als Umweltunkraut mit weiterem Ausbreitungspotenzial eingestuft, vor allem im Bundesstaat Victoria, verursacht jedoch bislang selten massive Schäden.[3] Die ökologischen und damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen durch Verdrängung heimischer Flora in gestörten Grasländern werden im Vergleich zu aggressiveren Unkräutern als moderat bewertet. In landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Kulturen kann die Art dichte Bestände bilden, die Pflanzengemeinschaften stören und Konkurrenzdruck auf andere Gewächse ausüben.[6] Im kommerziellen Anbau ist *Tanacetum parthenium* selbst anfällig für Schädlinge wie Blattläuse und Spinnmilben, was bei Befall den Einsatz von Insektiziden oder Seifenlösungen erforderlich macht.[3] Historisch besaß die Pflanze eine ökonomische Relevanz als natürliches Insektenschutzmittel, dessen Tinkturen zur Abwehr von Fliegen und Flöhen in Haushalten eingesetzt wurden.[7] Diese Nutzung ist im 20. Jahrhundert durch das Aufkommen synthetischer Pestizide weitgehend zurückgegangen.[7] Als Nützling spielt das Mutterkraut heute eine positive Rolle, da die Blüten Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge anziehen und so die lokale Insektenbiodiversität fördern.[3]

Biologie & Lebenszyklus

*Tanacetum parthenium* ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die einen buschigen Wuchs und ein flaches, faseriges Wurzelsystem ausbildet.[1][4] Die aufrechten, verzweigten Stängel erreichen Wuchshöhen von 30 bis 100 Zentimetern und tragen aromatische, fiederteilige Blätter.[1][2] Als diploide Art besitzt das Mutterkraut einen Chromosomensatz von 2n=18. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September, wobei die Pflanze zahlreiche körbchenförmige Blütenstände in schirmrispigen Anordnungen hervorbringt. Diese setzen sich aus fertilen weißen Zungenblüten und gelben Röhrenblüten zusammen, die von Insekten wie Bienen und Schmetterlingen bestäubt werden. Die Vermehrung erfolgt generativ über Samen sowie vegetativ durch Teilung des Wurzelstocks oder Stecklinge. Die Keimung der Samen findet bei optimalen Temperaturen um 21 °C innerhalb von 10 bis 14 Tagen statt.[3] Ökologisch fungiert *Tanacetum parthenium* oft als Pionierpflanze auf gestörten Böden und neigt durch starke Selbstaussaat zur Verwilderung.[2][6] Die Art ist in den USDA-Klimazonen 5 bis 9 winterhart und toleriert leichte Fröste bis etwa -15 °C, benötigt jedoch in kälteren Lagen Schutz. Sie bevorzugt vollsonnige Standorte mit gut durchlässigen, lehmigen bis sandigen Böden bei einem pH-Wert von 6,0 bis 7,5. Physiologisch ist die Akkumulation von Sesquiterpenlactonen wie Parthenolid signifikant, welche primär in den glandulären Trichomen der Blätter und Blütenköpfe gespeichert werden.[3] Die Konzentration dieser Wirkstoffe erreicht ihren Höhepunkt während der frühen Wachstumsphasen und der Vollblüte, bevor sie abnimmt.[5] Obwohl die aromatischen Inhaltsstoffe und der bittere Geschmack viele Herbivoren wie Rehe abschrecken, ist die Pflanze bei Trockenstress anfällig für Blattläuse und Spinnmilben. Staunässe führt häufig zu Wurzelfäule, weshalb eine gute Drainage für das Überleben der Pflanze essenziell ist.[3]

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet von *Tanacetum parthenium* erstreckt sich über Südosteuropa, die Balkanhalbinsel und den Kaukasus bis nach Westasien und in den westlichen Himalaya. Zu den Ursprungsländern zählen unter anderem Albanien, Bulgarien, Griechenland, die Türkei, Iran und Irak.[1] Historische Aufzeichnungen belegen die Anwesenheit in der europäischen Wildflora bereits vor dem 16. Jahrhundert.[1] Als beliebte Zier- und Heilpflanze wurde die Art weltweit verschleppt und ist heute in vielen gemäßigten Klimazonen als Neophyt etabliert.[2] In Nordamerika, wo die Einführung Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte, ist das Mutterkraut inzwischen in weiten Teilen der USA und Kanadas verbreitet.[2] Weitere eingebürgerte Vorkommen finden sich in Australien, Neuseeland, China, Japan sowie Nordafrika.[1][3] Die Pflanze besiedelt bevorzugt sonnige, gestörte Habitate und gedeiht auf gut durchlässigen, nährstoffarmen Böden, wobei sie saure Substrate meidet.[2] Typische Standorte sind Wegränder, Schuttplätze, Wiesen, felsige Hänge und Gebüschsäume.[1] In anthropogen geprägten Landschaften tritt *Tanacetum parthenium* häufig in städtischen Bereichen, an Mauern oder als Gartenflüchtling in verlassenen Pflanzungen auf.[2][3] Ökologisch fungiert die Art oft als Pionierpflanze, die offene Bodenstellen rasch besiedelt. Im ursprünglichen Verbreitungsgebiet reicht die vertikale Ausbreitung vom Meeresspiegel bis auf etwa 2.500 Meter Höhe. In den eingeschleppten Arealen werden Höhenlagen zwischen 10 und 1.900 Metern besiedelt.[2]

Saisonalität & Aktivität

Die phänologische Aktivität von *Tanacetum parthenium* konzentriert sich auf die Sommermonate, wobei die Blütezeit in der Regel von Juni bis September andauert.[2] Diese reproduktive Phase korreliert stark mit der physiologischen Synthese von Sekundärmetaboliten, da Umweltfaktoren wie erhöhte Lichtintensität die Akkumulation von Inhaltsstoffen wie Parthenolid in den Blättern fördern.[5] Die höchsten Wirkstoffkonzentrationen werden während der frühen Wachstumsstadien und der Vollblüte erreicht, weshalb die Ernte idealerweise im Hochsommer, typischerweise im Juli, stattfindet.[5][4] Der jährliche Wachstumszyklus beginnt im Frühjahr mit der Keimung der Samen bei Temperaturen um 21°C oder dem Neuaustrieb aus dem Wurzelstock. Vegetative Vermehrung erfolgt durch Basalstecklinge im Frühjahr oder Weichholzstecklinge im Frühsommer, die innerhalb von zwei bis drei Wochen bewurzeln.[3] Als ausdauernde Pflanze ist *Tanacetum parthenium* bis ca. -15°C winterhart (USDA-Zonen 5–9), wobei in kälteren Mikroklimata ein Winterschutz durch Mulchen empfohlen wird, um das Überleben des Wurzelballens zu sichern.[4] Das öffentliche Suchinteresse spiegelt diesen biologischen Rhythmus wider und verzeichnet in den Monaten Juni und Juli, parallel zur Hauptblüte, seine jährlichen Höchstwerte.

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    19.11.2025

  • Breisgau-Hochschwarzwald, DE-BW, Deutschland

    19.11.2025

  • Illingen, 75428 Illingen, Alemania

    16.11.2025

  • Dernau, Rhineland-Palatinate, Deutschland

    16.11.2025

  • Deutschland

    08.11.2025

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

US-RE46788-E Chemical Erteilt

Parthenolid-freie bioaktive Inhaltsstoffe aus Mutterkraut (Tanacetum parthenium) und Verfahren zu deren Herstellung

Isp Investments Inc., Isp Investments Llc (2016)

Relevanz: 8/10

Zusammenfassung

Dieses Patent beschreibt die Isolierung bioaktiver Fraktionen aus dem Zellsaft von frischem Mutterkraut, die im Wesentlichen frei von Parthenolid (einem potenziellen Allergen) sind. Diese Fraktionen behalten jedoch ihre entzündungshemmende und antioxidative Wirkung. Die Innovation liegt in der Entfernung der sensibilisierenden Komponenten bei gleichzeitiger Erhaltung der therapeutischen Wirksamkeit für kosmetische und pharmazeutische Anwendungen.

US-8808757-B2 Biological Erteilt

Kräutersalbe für Muskel- und Gelenkerkrankungen

Urschel Michael J, Urschel Tara L, Moore Kraig D, Jaxsen S Llc (2011)

Relevanz: 5/10

Zusammenfassung

Eine komplexe Kräutersalbe, die neben Mutterkraut auch Kamille, Baldrian, Ingwer und andere Extrakte enthält. Sie dient der Linderung von Muskel- und Gelenkschmerzen durch eine synergistische Wirkung der Inhaltsstoffe. Mutterkraut ist hier nur eine von vielen Komponenten in einer breiten Formulierung.

WO-2008010335-A1 Biological Unbekannt

Pflanzenextrakt mit arthritisvorbeugender Wirkung

Mmt Company Ltd., Tomita Tetsuya, Masaki Osamu (2007)

Relevanz: 7/10

Zusammenfassung

Beschreibt die Verwendung von Mutterkrautextrakten (speziell Parthenolid) zur Hemmung des NFkB-Signalwegs. Dies dient der Vorbeugung oder Behandlung von Gelenkerkrankungen wie Arthritis. Das Patent hebt den molekularen Wirkmechanismus zur Entzündungshemmung hervor.

US-7229650-B2 Biological Erteilt

Verfahren zur topischen Behandlung und Vorbeugung von entzündlichen Erkrankungen unter Verwendung von Mutterkrautextrakten

Johnson & Johnson Consumer FR (2003)

Relevanz: 7/10

Zusammenfassung

Eine Methode zur Behandlung von Hautentzündungen durch topisches Auftragen von Mutterkrautextrakt. Der beschriebene Extrakt ist im Wesentlichen frei von alpha-ungesättigten gamma-Lactonen, um Hautreizungen zu vermeiden. Dies macht die entzündungshemmende Wirkung der Pflanze sicher für die dermatologische Anwendung.

DE-60220145-T2 Biological Erteilt

Verwendung eines Mutterkrautextrakts zur Regulierung der Hautalterung

Johnson & Johnson Consumer (2002)

Relevanz: 5/10

Zusammenfassung

Nutzung von Mutterkrautextrakten in kosmetischen Formulierungen zur Bekämpfung der Hautalterung. Der Extrakt wirkt antioxidativ und soll die Hautstruktur schützen und verbessern. Es handelt sich um eine spezifische kosmetische Anwendung (Anti-Aging) der Pflanze.

Quellen & Referenzen

  1. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:252460-1
  2. http://floranorthamerica.org/Tanacetum_parthenium
  3. https://www.gbif.org/species/3118430
  4. https://patents.google.com/patent/USRE46788E/en
  5. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3210009/
  6. http://www.hear.org/pier/species/tanacetum_parthenium.htm
  7. https://portsmouthnaturalhistory.co.uk/collections-stories/stories/floral-folklore/
  8. Literaturzusammenfassung: Tanacetum parthenium