Zu Inhalt springen
Kostenloser Versand ab 29€
Versand 1-2 Tage
4.44 · 245.512+ Kunden
Lexikon-Eintrag

Thaumetopoea Pityocampa Thaumetopoea pityocampa

Thaumetopoea Pityocampa
Lästling

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Ordnung Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie Notodontidae
Gattung Thaumetopoea
Art Thaumetopoea pityocampa
Wissenschaftlicher Name Thaumetopoea pityocampa (Denis & Schiffermüller) , 1776
Akzeptierter Name

Einleitung

Der Pinienprozessionsspinner (*Thaumetopoea pityocampa*) ist eine Schmetterlingsart aus der Familie der Notodontidae, die eng mit dem Eichenprozessionsspinner (*Thaumetopoea processionea*) verwandt ist.[1][2] Das Verbreitungsgebiet dieser wärmebedürftigen Art reicht von Nordafrika über Südeuropa bis zum Schwarzen Meer, wobei sich die Raupen vorwiegend an Kiefernarten (*Pinus*) entwickeln und deren Nadeln fressen. Aufgrund der mit Brennhaaren besetzten Raupenstadien, die bei Menschen Nesselsucht und Entzündungen hervorrufen können, ist der Falter als Gesundheitsschädling relevant.[1]

Fakten (kompakt)

- Jedes einzelne Körpersegment der Raupen verfügt seitlich über eine Atemöffnung (Stigma), die genau die scharfe Trennlinie zwischen der dunklen Rücken- und der hellen Bauchfärbung markiert.[1] - Neuartige chemische Bekämpfungsansätze nutzen wässrige Lösungen mit einem pH-Wert von mindestens 11,0 und Alkylpolyglykosiden, um die Raupen bei direktem Kontakt zu vernichten. - Ein patentiertes biologisches Verfahren setzt spezifische Bakterienstämme ein, welche die Seide der Gespinstnester abbauen und so die Schutzstruktur der Kolonie auflösen. - Zur pestizidfreien Kontrolle wurden Barrieren aus alveolärem Polyurethanschaum entwickelt, die als Ring um den Baumstamm gelegt werden und den Weg der Raupen zur Verpuppung mechanisch blockieren.[3] - In der globalen Biodiversitätsdatenbank GBIF ist die Art unter dem eindeutigen Systemschlüssel (Usage Key) 1824131 registriert.[8]

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name der Art lautet *Thaumetopoea pityocampa* (Denis & Schiffermüller), 1776.[2] Im deutschsprachigen Raum ist der Falter unter der Trivialbezeichnung Pinienprozessionsspinner bekannt.[1] Systematisch wird die Spezies der Klasse der Insekten (Insecta) sowie der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) zugeordnet.[2] Innerhalb der Familie der Notodontidae zählt sie zur Unterfamilie Thaumetopoeinae.[2][3] Der taxonomische Status der Art gilt als akzeptiert.[2] Eine enge Verwandtschaft besteht zum Eichenprozessionsspinner (*Thaumetopoea processionea*), mit dem sie die Zugehörigkeit zur Gattung *Thaumetopoea* teilt.[2][1] In der angewandten Entomologie wird *Thaumetopoea pityocampa* zudem als Forst- und Gesundheitsschädling klassifiziert.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die männlichen Falter von *Thaumetopoea pityocampa* weisen eine Flügelspannweite von 30 bis 35 Millimetern auf, während die Weibchen mit 33 bis 42 Millimetern etwas größer werden. Ihre Vorderflügel sind bläulich- bis bräunlich-weiß gefärbt und durch zwei dunkle Querbinden gekennzeichnet. Die Eier sind mehr oder weniger kugelförmig, grauweiß gefärbt und haben einen Durchmesser von einem Millimeter. Zum Schutz werden die Gelege mit Afterschuppen und einem speziellen Sekret getarnt. Die Raupen erreichen kurz vor der Verpuppung eine Körperlänge von rund fünf Zentimetern. Ein charakteristisches Merkmal ist die scharfe Trennlinie zwischen der dunklen Rückenseite und der hellen Bauchseite, die seitlich genau an den Atemöffnungen (Stigmata) verläuft. Der gesamte Körper ist mit Büscheln langer, weißer Haare besetzt, wobei auf dem Rücken zusätzlich rötliche Borsten zu finden sind. Auf der Rückenmitte der ersten acht Hinterleibssegmente befinden sich sogenannte Spiegelfelder, die dicht mit mikroskopisch kleinen Brennhaaren besetzt sind. Die Raupen leben gesellig in Gespinstnestern, die einen Durchmesser von 10 bis 15 Zentimetern erreichen und in den Zweigen hängen. Die rotbraun gefärbte Puppe wird etwa vierzehn Millimeter lang und ruht in einem eigenen Kokon im Boden.[1]

Beschreibung

Der Pinienprozessionsspinner (*Thaumetopoea pityocampa*) ist ein Schmetterling aus der Familie der Notodontidae und gilt als naher Verwandter des Eichenprozessionsspinners (*Thaumetopoea processionea*).[1][4] Die adulten Falter weisen einen Sexualdimorphismus auf, wobei die Weibchen mit einer Flügelspannweite von 33 bis 42 Millimetern etwas größer sind als die männlichen Exemplare, die 30 bis 35 Millimeter erreichen. Die Vorderflügel der Imagines sind bläulich- bis bräunlich-weiß gefärbt und zeichnen sich durch zwei dunkle Querbinden aus. Der Lebenszyklus beginnt mit der Ablage kugelförmiger, grauweißer Eier von etwa einem Millimeter Durchmesser, die vom Weibchen mit Afterschuppen und einem speziellen Sekret getarnt werden. Die daraus ab Ende August schlüpfenden Larven durchlaufen eine komplexe Entwicklung und häuten sich bis zur Überwinterung bereits zwei- bis dreimal. Im ausgewachsenen Stadium kurz vor der Verpuppung erreichen die Raupen eine Länge von rund fünf Zentimetern und zeigen eine kontrastreiche Färbung: Die dunkle Rückenseite ist an den seitlichen Atemöffnungen (Stigmen) scharf von der hellen Bauchseite abgegrenzt. Das Erscheinungsbild wird durch Büschel langer, weißer Haare am ganzen Körper sowie rötliche Borsten auf dem Rücken geprägt. Eine funktionale anatomische Besonderheit sind die sogenannten Spiegelfelder auf den ersten acht Hinterleibssegmenten, die dicht mit mikroskopisch kleinen Brennhaaren besetzt sind. Diese Brennhaare dienen der passiven Verteidigung und können ihre reizende Wirkung über Jahre behalten, wie historische Experimente mit zwölf Jahre altem Material belegten. Die Larven leben gesellig in markanten Gespinstnestern, die einen Durchmesser von 10 bis 15 Zentimetern erreichen und große Mengen an Larvenhäuten und Kot enthalten. Diese Nester dienen als Tagesversteck und Überwinterungsquartier, in dem sich laut Zählungen von Hase (1939) bis zu 315 Raupen aufhalten können. Ein artspezifisches Verhaltensmerkmal ist das Verlassen des Wirtsbaumes zur Verpuppung in einer langen, prozessionsförmigen Formation, die bis zu zehn Meter lang sein kann. Die Verpuppung erfolgt schließlich im Boden, wo jede Raupe einen eigenen Kokon spinnt und sich in eine rotbraune, etwa vierzehn Millimeter lange Puppe verwandelt.[1]

Verhalten

Die Raupen von *Thaumetopoea pityocampa* zeichnen sich durch eine ausgeprägt gesellige Lebensweise aus und konstruieren gemeinsame Gespinstnester mit Durchmessern von 10 bis 15 Zentimetern. Diese Nester dienen als Rückzugsort während des Tages sowie zur Überwinterung, wobei in einem einzelnen Gespinst bis zu 315 Individuen nachgewiesen wurden. Die Aktivitätsphase zur Nahrungssuche verlagert sich in die Nachtstunden, in denen die Larven ihr Versteck verlassen. Ein markantes Verhaltensmuster tritt vor der Verpuppung auf, wenn die Raupen den Wirtsbaum verlassen und sich am Boden in einem langen Zug formieren. Diese als Prozession bezeichnete Formation kann eine Länge zwischen einem halben und zehn Metern erreichen. Dieses spezifische Wanderverhalten dient dem Aufsuchen eines geeigneten Ortes für die Verpuppung im Erdreich, wo jede Raupe einen eigenen Kokon herstellt.[1] Mechanische Bekämpfungsmethoden nutzen dieses instinktive Verhalten aus, um die Tiere beim Abstieg am Baumstamm mittels physischer Barrieren zu blockieren.[5] Zur passiven Verteidigung besitzen die Larven mikroskopisch kleine Brennhaare, die sich leicht lösen und in die Haut potenzieller Angreifer bohren können.[1]

Ökologie

Von ihren ökologischen Ansprüchen her ist *Thaumetopoea pityocampa* eine recht wärmebedürftige Art, die trockene Pinien- und Kiefernwälder bevorzugt. Im nördlichen Verbreitungsgebiet besiedelt der Falter vorwiegend sonnige Steilhänge oder Wälder auf Schwemmland in Flusstälern, die ein günstiges Mikroklima bieten. Die Larven ernähren sich als Herbivore von den Nadeln verschiedener Wirtsbäume; im Mittelmeerraum dominieren Pinie (*Pinus pinea*), Aleppo-Kiefer (*Pinus halepensis*) und See-Kiefer (*Pinus pinaster*). In nördlicheren Regionen wie der Schweiz dienen meist Waldkiefer (*Pinus sylvestris*), Schwarzkiefer (*Pinus nigra*) oder Lärche (*Larix decidua*) als Nahrungsgrundlage, wobei auch Zierhölzer wie die Himalayazeder (*Cedrus deodara*) befallen werden.[6] Die Raupen leben gesellig in Gespinstnestern, die einen Durchmesser von 10 bis 15 Zentimetern erreichen und in den kahlgefressenen Zweigen hängen. Diese Nester dienen als Schutzraum während des Tages sowie zur Überwinterung und enthalten große Mengen an Kot und Larvenhäuten. Kolonien können eine hohe Individuendichte erreichen; so wurden in einzelnen Nestern bis zu 315 Raupen gezählt. Zur Feindvermeidung tarnen die Weibchen ihre Eigelege mit Afterschuppen und einem speziellen Sekret, während die Raupen Brennhaare zur Verteidigung nutzen. Für die Verpuppung verlassen die Tiere den Wirtsbaum und graben sich in den Boden ein, wo jede Raupe einen eigenen Kokon herstellt.[7]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Pinienprozessionsspinner (*Thaumetopoea pityocampa*) tritt als Forstschädling auf, dessen Raupen sich von den Nadeln verschiedener Kiefernarten (*Pinus* spp.), Lärchen und Zedern ernähren und diese kahlfressen können. Neben den forstwirtschaftlichen Schäden besitzt die Art eine hohe medizinische Relevanz durch die Brennhaare der Larven, die mikroskopisch kleine Widerhaken besitzen. Bei Kontakt mit der Haut lösen diese Haare Nesselsucht (Urticaria), Dermatitis, Quaddelbildung und starken Juckreiz aus, wobei besonders Hautpartien wie Fingerzwischenräume oder Ellenbeugen betroffen sind. Gelangen die Haare in die Atemwege oder Augen, können Bronchitis, Asthma oder eitrige Bindehautentzündungen die Folge sein. Da die Brennhaare ihre toxische Wirkung über Jahre behalten, geht auch von alten, verlassenen Gespinstnestern eine anhaltende Gesundheitsgefahr aus. Die Bekämpfung erfolgt oft mechanisch durch das Entfernen der Nester, wobei aufgrund der Gesundheitsrisiken spezielle Schutzkleidung und Atemschutzmasken zwingend erforderlich sind.[1] Zur präventiven Bestandsregulierung wurden mechanische Barrieren entwickelt, wie etwa Ringe aus alveolärem Polyurethanschaum am Baumstamm, die den Raupen den Weg zur Verpuppung im Boden versperren. Neuere chemisch-physikalische Verfahren nutzen hochalkalische Lösungen (pH-Wert ≥ 11,0) auf Basis von Alkylpolyglykosiden, um die Raupen bei Kontakt abzutöten. Ein biologischer Ansatz zielt darauf ab, die Seidenstruktur der Nester mithilfe spezifischer Bakterienstämme abzubauen, wodurch der Schutzraum der Kolonie zerstört wird.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung von *Thaumetopoea pityocampa* resultiert primär aus seiner Schädlingstätigkeit an Nadelgehölzen sowie den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken für den Menschen. Im Forstsektor und in Parkanlagen befallen die Raupen verschiedene Kiefernarten wie *Pinus pinea*, *Pinus nigra* oder *Pinus sylvestris* sowie Lärchen (*Larix decidua*). Der Fraß der Larven führt zum Verlust der Nadeln, wodurch Zweige kahlgefressen werden und das Wachstum der Wirtsbäume beeinträchtigt wird. Neben den forstwirtschaftlichen Schäden entstehen erhebliche Kosten im öffentlichen Gesundheitswesen und bei der Pflege von Erholungsgebieten, da die Brennhaare der Raupen schwere allergische Reaktionen wie Dermatitis, Bindehautentzündungen oder Asthma auslösen können. Die Gefahr durch die Brennhaare besteht auch bei alten Gespinstnestern über Jahre hinweg fort, was die Nutzung betroffener Areale einschränkt und Sicherheitsmaßnahmen erfordert. Für die Bekämpfung in Gärten und Parks ist ein hoher finanzieller und logistischer Aufwand notwendig, da mechanische Entfernungen der Nester nur mit spezieller Schutzkleidung und Atemschutzmasken durchgeführt werden dürfen.[1] Die ökonomische Relevanz der Art spiegelt sich zudem in der Entwicklung spezifischer Bekämpfungstechnologien wider, wie etwa mechanischen Barrieren aus Polyurethanschaum zur Unterbrechung der Prozessionen am Baumstamm. Auch biologische Ansätze, die auf den bakteriellen Abbau der Seidenstruktur der Nester zielen, wurden patentiert, um eine umweltfreundliche Alternative zur Bestandsreduktion bereitzustellen. Ergänzend zeigen patentierte chemische Verfahren zur direkten Vernichtung der Raupen mittels alkalischer Zusammensetzungen den beständigen Marktbedarf an effektiven Kontrollmöglichkeiten auf.[3]

Biologie & Lebenszyklus

Die Flugzeit der adulten Falter von *Thaumetopoea pityocampa* erstreckt sich in Zentralspanien von Juli bis August. Männliche Falter erreichen eine Flügelspannweite von 30 bis 35 Millimetern, während die Weibchen mit 33 bis 42 Millimetern etwas größer sind. Die Eiablage erfolgt ebenfalls im Hochsommer, wobei die kugelförmigen, grauweißen Eier (Durchmesser ein Millimeter) in Gelegen platziert werden, die durch Afterschuppen und ein Sekret getarnt sind. Die Larven schlüpfen ab Ende August und beginnen sofort mit dem Fraß an den Nadeln der Wirtsbäume.[1] Im Mittelmeerraum befallen die Raupen vorzugsweise *Pinus pinea*, *Pinus halepensis*, *Pinus nigra* oder *Pinus pinaster*, während sie an der nördlichen Verbreitungsgrenze (z. B. Schweiz) oft an *Pinus sylvestris* oder *Larix decidua* zu finden sind. Die Raupen leben gesellig in Gespinstnestern, die Durchmesser von 10 bis 15 Zentimetern erreichen und große Mengen an Kot und Larvenhäuten enthalten. Vor der Überwinterung häuten sich die Larven zwei- bis dreimal und erreichen eine Länge von 20 bis 25 Millimetern. In einem einzigen Nest können bis zu 315 Raupen überwintern. Nach dem Verlassen des Winterverstecks Ende März oder Anfang April erfolgen ein bis zwei weitere Häutungen, bis die Raupen kurz vor der Verpuppung rund fünf Zentimeter lang sind. Charakteristisch sind die dunkle Rückenseite mit rötlichen Borsten, die helle Bauchseite sowie Spiegelfelder auf den ersten acht Hinterleibssegmenten, die dicht mit mikroskopischen Brennhaaren besetzt sind. Diese Brennhaare behalten ihre reizende Wirkung über Jahre hinweg, wie Experimente mit zwölf Jahre alten Proben zeigten. Zur Verpuppung verlassen die Tiere Ende Mai den Baum in einem 0,5 bis 10 Meter langen Prozessionszug und verpuppen sich einzeln im Boden. Die Puppenruhe der 14 Millimeter langen, rotbraunen Puppen dauert in der Regel durch die Monate Mai und Juni an.[1]

Vorkommen & Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet von *Thaumetopoea pityocampa* umfasst vermutlich das gesamte Mittelmeergebiet. Es reicht von Nordafrika über Südeuropa, den Balkan und die Türkei bis an das Schwarze Meer. Als wärmebedürftige Art ist der Falter an seiner nördlichen Verbreitungsgrenze auf Regionen mit einem günstigen Mikroklima angewiesen. In der Schweiz ist die Art beispielsweise im Tessin, im Walliser Rhonetal sowie in der Umgebung des Genfer Sees verbreitet. Im mediterranen Kerngebiet besiedelt der Pinienprozessionsspinner häufig trockene Pinien- und Kiefernwälder in direkter Küstennähe. Bevorzugte natürliche Habitate sind lichte Wälder an sonnigen Steilhängen oder Wälder auf ausgedehntem Schwemmland in Flusstälern. Die vertikale Verbreitung erstreckt sich von der Meeresküste bis in höhere Lagen. Neben natürlichen Wäldern ist *Thaumetopoea pityocampa* auch häufig in Gärten und Parkanlagen im Siedlungsbereich zu finden. Das Wirtspflanzenspektrum variiert je nach geographischer Lage: Im Mittelmeerraum entwickeln sich die Raupen vorwiegend an Pinie (*Pinus pinea*), Aleppo-Kiefer (*Pinus halepensis*), Schwarzkiefer (*Pinus nigra*) oder Seekiefer (*Pinus pinaster*). Im nördlichen Teil des Verbreitungsgebietes, wie etwa in der Schweiz, werden meist Waldkiefer (*Pinus sylvestris*), Schwarzkiefer oder Lärche (*Larix decidua*) befallen. In Parkanlagen nutzt der Schädling auch fremdländische Nadelgehölze wie die Himalaya-Zeder (*Cedrus deodara*) als Wirt.[1]

Saisonalität & Aktivität

Die Flugzeit der adulten Falter von *Thaumetopoea pityocampa* erstreckt sich über die Sommermonate Juli und August, in denen auch die Eiablage stattfindet. Ab Ende August schlüpfen die Larven und nehmen sofort die Nahrungsaufnahme auf. Die Raupen sind nachtaktiv; sie verlassen ihre Nester in der Dunkelheit zur Futtersuche und ziehen sich tagsüber in die Gespinstnester zurück. Bis zur Überwinterung häuten sich die Larven zwei- bis dreimal. Den Winter verbringen sie im dritten oder vierten Larvalstadium innerhalb ihrer Nester, wobei sie zu diesem Zeitpunkt eine Länge von 20 bis 25 Millimetern erreichen. Abhängig von der Witterung werden die Winterverstecke Ende März oder Anfang April wieder verlassen. Nach weiteren Häutungen erfolgt die Verpuppung Ende Mai im Boden, wozu die Tiere den Baum in den charakteristischen Prozessionen verlassen. Die Puppenruhe dauert in den Monaten Mai und Juni an, bevor der Zyklus erneut beginnt.[1]

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Germany

    29.06.2025

Daten: iNaturalist

Wissenschaftliche Forschung & Patente

NL-2023819-B1 Chemical Erteilt

Verfahren zur Vorbeugung, Behandlung oder Vernichtung von Raupen der Unterfamilie Thaumetopoeinae mittels alkalischer Zusammensetzung

Onderwijs Van Hychem (2019)

Relevanz: 9/10

Zusammenfassung

Die Erfindung stellt eine wässrige Zusammensetzung zur direkten Bekämpfung von Raupen wie Thaumetopoea pityocampa vor. Das Mittel basiert auf einer Lösung mit einem hohen pH-Wert von mindestens 11,0 und enthält Alkylpolyglykoside. Diese Kombination wirkt bei Kontakt zerstörerisch auf die Raupen. Das Patent beschreibt sowohl die Methode der Anwendung auf betroffenen Flächen als auch die spezifische Zusammensetzung als Kit. Es bietet eine effektive chemisch-physikalische Methode zur schnellen Reduktion des Befalls.

ES-2716702-A1 Biological Unbekannt

Produkt und Verfahren zur Bekämpfung des Pinienprozessionsspinners (Thaumetopoea pityocampa) durch Abbau der Seide seiner Nester

Rga Bio Investig S L (2017)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Dieses Patent beschreibt einen biologischen Ansatz zur Bekämpfung des Pinienprozessionsspinners unter Verwendung spezifischer Bakterienstämme. Die Kernidee besteht darin, die Seide der Nester (Gespinste) durch bakterielle Aktivität abzubauen und die Struktur aufzulösen. Dies beschleunigt den biologischen Zerfall der Nester erheblich und beraubt die Raupen ihres Schutzes. Die Methode ist besonders innovativ, da sie nicht direkt toxisch auf die Raupen wirkt, sondern deren Habitat zerstört. Es handelt sich um eine umweltfreundliche Alternative zu chemischen Insektiziden.

ES-2621880-A1 Mechanical Unbekannt

Physische Barriere zur Immobilisierung und späteren Vernichtung von Raupen des Thaumetopoea pityocampa und anderer prozessionsbildender Arten

Meco Murillo Ramón, Meco Gomez DE Las Heras Imanol, Moreno Valencia Marta Maria (2017)

Relevanz: 10/10

Zusammenfassung

Dieses Patent beschreibt eine mechanische Vorrichtung in Form eines Rings, der um den Baumstamm angebracht wird. Die Barriere besteht aus alveolärem Polyurethanschaum, der den Weg der Raupen physisch blockiert, wenn diese zur Verpuppung den Baum verlassen wollen. Ergänzt wird dies durch eine gefettete Oberfläche, die ein Überklettern verhindert. Die Methode nutzt das spezifische Prozessionsverhalten der Raupen aus, um ihren Lebenszyklus zu unterbrechen. Es ist eine rein mechanische, giftfreie Lösung zur Bestandskontrolle.

Quellen & Referenzen

  1. Institut für Schädlingskunde: Pinienprozessionsspinner - Thaumetopoea pityocampa, Seite 2
  2. https://www.gbif.org/species/1824131
  3. https://patents.google.com/patent/NL2023819B1/en
  4. GBIF Secretariat: Thaumetopoea pityocampa (Denis & Schiffermüller), 1776. https://www.gbif.org/species/1824131
  5. Meco Murillo Ramón et al., 'Physische Barriere zur Immobilisierung und späteren Vernichtung von Raupen', Patent ES-2621880-A1, 2017
  6. Institut für Schädlingskunde, 'Pinienprozessionsspinner - Vorkommen und Lebensweise', Seite 3
  7. Institut für Schädlingskunde, 'Biologie und Entwicklung', Seite 4
  8. GBIF Backbone Taxonomy. Usage Key 1824131