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Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Solanum melongena wächst als krautige, mehrjährige Pflanze, die in der Landwirtschaft meist einjährig kultiviert wird und Wuchshöhen von 30 bis 150 cm erreicht. Unter günstigen Bedingungen können die aufrechten, verzweigten Stängel bis zu 200 cm hoch werden. Die Sprossachsen sind typischerweise mit sternförmigen Haaren (Pubeszenz) bedeckt und können, besonders bei wilden Verwandten, verstreute Stacheln aufweisen. Die wechselständigen, einfachen Laubblätter besitzen eine eiförmige bis elliptische Form und messen 7 bis 20 cm in der Länge sowie 4 bis 10 cm in der Breite. Ihre Ränder sind buchtig gezähnt bis flach gelappt, wobei beide Oberflächen eine sternförmige Behaarung zeigen. Die Blüten erscheinen in extra-axillären, scheinbar traubigen Blütenständen, die ein bis sechs Einzelblüten an 1 bis 2 cm langen Stielen tragen. Die radförmig-sternförmige Krone hat einen Durchmesser von 2 bis 3,5 cm und ist meist violett, seltener weiß gefärbt. Charakteristisch sind fünf ungleiche, bis zu 10 mm lange Staubblätter und ein fünflappiger Kelch mit linealisch-lanzettlichen Lappen, der sich während der Fruchtreife vergrößert. Die Pflanzen sind andromonözisch und heterostyl, besitzen also unterschiedliche Griffellängen innerhalb der Blütenstände. Die Frucht ist eine hängende, kahle und glänzende Beere, die in ihrer Form von eiförmig bis stark länglich variiert. Während Wildformen oft klein und rund sind, erreichen kultivierte Früchte Längen von 3 bis über 20 cm. Die Färbung reicht von dem bekannten Tiefviolett über Weiß, Gelb und Grün bis hin zu gestreiften Mustern. Im Inneren umschließt das Perikarp ein schwammiges, weißes Fruchtfleisch mit zahlreichen abgeflachten, gelblich-braunen Samen von 2 bis 3 mm Länge.[1] Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu wilden Vorfahren wie *Solanum insanum* ist die durch Domestikation reduzierte Bestachelung, die genetisch durch einen Locus auf Chromosom 6 kontrolliert wird.[2] Zudem enthalten die Früchte der Kulturformen weniger bittere Glykoalkaloide als die oft toxischen Beeren wilder Verwandter.[1] Verwandte Arten wie *Solanum torvum* unterscheiden sich morphologisch oft durch stärkere Bedornung und dienen primär als Resistenzquellen in der Züchtung.[5]
Die Aubergine (*Solanum melongena*) ist eine krautige, mehrjährige Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (*Solanaceae*), die in gemäßigten Klimazonen meist als einjährige Kulturpflanze angebaut wird.[1] Im natürlichen Habitat und im Feldanbau erreicht die Art Wuchshöhen von 30 bis 150 cm, wobei die aufrechten, verzweigten Stängel im Alter oft verholzen.[3] Ein charakteristisches mikroskopisches Erkennungsmerkmal ist die dichte Behaarung der vegetativen Teile mit sternförmigen (stellaten) Trichomen, die dem Schutz vor Wasserverlust und Fraßfeinden dienen.[1] Die wechselständigen, eiförmigen bis elliptischen Blätter weisen einen geschweift-gezähnten Rand auf und können bis zu 20 cm lang werden.[2] Anatomisch auffällig ist die Andromonözie der Art, bei der sowohl zwittrige als auch rein männliche Blüten auf demselben Individuum vorkommen, was die reproduktive Strategie der Pflanze prägt.[3] Die Blütenstände sind extra-axillär angeordnet und tragen violette bis weiße, radförmige Kronen mit einem Durchmesser von 2 bis 3,5 cm.[2] Eine funktionale Besonderheit ist die Heterostylie, bei der die Griffellänge variiert und die Befruchtungswahrscheinlichkeit maßgeblich beeinflusst.[3] Die als Gemüse genutzte Frucht ist botanisch eine hängende, glänzende Beere, deren Form von kugelig bis keulenförmig und deren Farbe von Schwarzlila bis Weiß oder Grün reicht.[1] Im Inneren umschließt das schwammige, weiße Fruchtfleisch zahlreiche kleine, gelb-braune Samen, die fest in das Plazentagewebe eingebettet sind. Im Gegensatz zu den neuweltlichen Verwandten wie Tomate (*Solanum lycopersicum*) und Kartoffel (*Solanum tuberosum*) stammt die Aubergine aus der Alten Welt, wobei *Solanum insanum* als direkter wilder Vorfahre in Asien gilt.[2] Während Wildformen oft stark bestachelt sind und bittere Früchte tragen, führte die Domestikation zu einer signifikanten Reduktion der Stacheln und des Solaningehalts. Genetische Analysen zeigen, dass der Verlust der Stacheligkeit durch einen Hauptlocus auf Chromosom 6 gesteuert wird, was ein zentrales Merkmal der Kulturformen darstellt. Die Pflanze produziert in grünen Teilen Steroidalkaloide wie Solasonin, die als chemische Abwehr gegen Herbivoren fungieren, in reifen Früchten jedoch stark reduziert sind.[3] In der modernen Landwirtschaft existieren gentechnisch veränderte Varianten, die das Cry1Ac-Protein exprimieren, um spezifisch gegen Larven des Fruchtbohrers (*Leucinodes orbonalis*) resistent zu sein.[1] Historisch wurde die Art in Europa zunächst als "Tollapfel" bezeichnet und wegen vermuteter Toxizität eher als Zierpflanze denn als Nahrungsmittel betrachtet.[4] Die Wurzeln reagieren empfindlich auf Staunässe und bodenbürtige Krankheiten, weshalb Veredelungen auf resistentere *Solanum*-Arten wie *Solanum torvum* zur Ertragssteigerung eingesetzt werden.[5]
Systematik
Name & Einordnung
Die Art wird wissenschaftlich als *Solanum melongena* L. geführt und gehört zur Gattung *Solanum* innerhalb der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae).[2][1] Phylogenetisch ordnet sie sich in die Altwelt-Klade der Gattung ein und steht in engster Verwandtschaft zum wilden Vorfahren *Solanum insanum*, aus dem die Domestikation in Asien erfolgte.[2][3] Der im Deutschen und Französischen gebräuchliche Name „Aubergine“ leitet sich über das katalanische *alberginia* vom arabischen *al-bādhinjān* ab.[2] Etymologisch lässt sich dieser Begriff weiter auf das persische *bādenjān* und ursprünglich das Sanskrit-Wort *vātigagama* zurückführen, was eine carminative (blähungswidrige) Wirkung impliziert.[2][4] Die englische Bezeichnung „eggplant“ entstand im Jahr 1763 und bezog sich ursprünglich auf kleine, weißfrüchtige Sorten, die optisch an Gänse- oder Hühnereier erinnerten. Im indischen Raum ist die Pflanze als „Brinjal“ oder *Baingan* bekannt, während sie im spanischen Sprachraum *Berenjena* genannt wird.[2] Historisch wurde die Frucht in Europa aufgrund ihrer botanischen Verwandtschaft zu giftigen Nachtschattengewächsen auch als „Tollapfel“ (italienisch *mela insana*) bezeichnet, da ihr Verzehr fälschlicherweise mit Wahnsinn assoziiert wurde.[4][3] Im Gegensatz zu neuweltlichen *Solanum*-Arten wie der Tomate stammen *Solanum melongena* und nahe Verwandte wie *Solanum incanum* primär aus Afrika und Asien.[5]